Top-Level-Domain (englisch für ‚Bereich oberster Ebene‘, AbkürzungTLD) bezeichnet die höchste Ebene derNamensauflösung in nicht-numerischen Internet-Adressen.
Ist der vollständige Domain-Name eines Servers beziehungsweise einerWebsite beispielsweisewww.example.com., so entspricht die Buchstabenkombination.com der Top-Level-Domain dieses Namens.Der letzte Abschnitt (vor dem abschließenden Punkt derFQDN = Root-Domain) einerDomain imInternet stellt die höchste Ebene derNamensauflösung dar.
“Strictly speaking, a fully qualified domain name would include every label, including the zero-length label of the root; such a name would be written ‘www.example.net.’ (note the terminating dot). But, because every name eventually shares the common root, names are often written relative to the root (such as ‘www.example.net’) and are still called ‘fully qualified’.”
„Streng genommen würde ein voll qualifizierter Domainname alle Bezeichnungen inklusive der Null-Längen-Bezeichnung des Wurzelverzeichnisses beinhalten; geschrieben als ‚www.example.net.‘ (Bitte den abschließenden Punkt beachten). Aber, da jeder Name schlussendlich das [gleiche] Wurzelverzeichnis teilt, werden Namen oft relativ zum Wurzelverzeichnis geschrieben (wie ‚www.example.net‘) und gelten dennoch als ‚voll qualifiziert‘.“
Die generischen Top-Level-Domains (gTLD) werden nach gesponserten (sTLD) und nicht gesponserten (uTLD) unterschieden. Die (sehr viel wichtigeren) nicht gesponserten Domains stehen unter der direkten Kontrolle vonICANN und derInternet Society. Die gesponserten Domains werden von unabhängigen Organisationen kontrolliert und finanziert. Diese Organisationen haben das Recht, eigene Richtlinien für die Vergabe von Domainnamen anzuwenden. Ein Beispiel ist.mil. Diese Domain wird ausschließlich vom US-amerikanischen Militär genutzt.
Die mit großem Abstand meist gebrauchte TLD ist.com (ca. 160 Millionen registrierte Domains, Stand 2025[2]). Ursprünglich wurde sie von US-amerikanischen Unternehmen verwendet, heute ist sie aber weltweit verbreitet.
Nicht gesponserte Top-Level-Domains (englischunsponsored top-level domain, Abk.uTLD) werden von einer bestimmten Gruppe verwendet. Sie bestehen aus drei oder mehr Zeichen und stehen für einen Begriff, der diese Gruppe auszeichnet.
TLD des ursprünglichenArpanets, jetzt verwendet alsAddress and Routing Parameter Area. Von derIANA wird diese TLD als „Infrastruktur-Domain“ bezeichnet.
Nur fürnatürliche Personen oder Familien (Privatpersonen); ist aber für jeden frei zugänglich. Von der IANAgeneric-restricted (generisch eingeschränkt) bezeichnet.
Für „qualifizierteFachkräfte“ (einige wenige Berufsgruppen), welche sich durch „geeignete Zertifikate“ als solche ausweisen. Von der IANAgeneric-restricted (generisch eingeschränkt) bezeichnet.
nein
Aufgrund der liberalen Vergabe für die TLD.com,.net,.org sowie (mit kleineren Einschränkungen).biz und (neuerdings).name sind die ursprünglichen Bedeutungen dieser TLDs weitgehend abhandengekommen. Eine derartige TLD weist nicht notwendigerweise auf einen entsprechenden Gebrauch hin. So wird etwa die eigentlich für nichtkommerzielle Organisationen gedachte .org-TLD heute auch gelegentlich von kommerziellen Anbietern verwendet. Weiterhin verwenden internationale, nicht-kommerzielleWebsites gerne .net (oder .org), um weder auf eine länderspezifische TLD noch auf das verbreitete .com zurückgreifen zu müssen. Während.org von der IANA mittlerweile nur noch alsgeneric TLD gelistet wird, werden die TLDs.biz,.name und.pro vorläufig (Stand August 2019) noch alsgeneric-restricted (generisch eingeschränkt) klassifiziert.
Gesponserte Domains (englischsponsored top-level domain, Abk.sTLD) werden von bestimmten Unternehmen oder Organisationen vorgeschlagen, die diese Namensräume gemäß detailliert ausgearbeiteter Richtlinien betreiben und auch Kontroll- und Sanktionsrechte haben, mit denen die bestimmungsgemäße und rechtmäßige Verwendung der registrierten Namen durch die Anbieter sichergestellt werden soll. Beispielsweise ist die TLD .aero vonSITA gesponsert, die die Nutzung auf Inhalte der Luftfahrt beschränkt, oder die Nutzung von .mobi-Namen daran gebunden, dass der Website-Anbieter die Einhaltung bestimmter Richtlinien sicherstellt, die für die geräteunabhängige Nutzung von Web-Inhalten als elementar angesehen werden, so dass z. B.Mobiltelefone diese Inhalte darstellen können.
Seit 2001 beschränkt auf Bildungseinrichtungen, die von einer vomBildungsministerium der Vereinigten Staaten anerkannten Akkreditierungsagentur akkreditiert sind. Bis auf einige wenige Institutionen, die schon vorher eine .edu-Domain hatten undBestandsschutz genießen, sind dies fast ausschließlich US-Colleges und -Universitäten.
Am 26. Juni 2008 beschloss die ICANN eine Lockerung der Regeln für neue gesponserte Domains.[7] In den folgenden Monaten wurden hierzu Regeln und der Bewerbungsprozess erarbeitet. Am 20. Juni 2011 verabschiedete dieICANN in Singapur ein Antragsverfahren für neue generische Top-Level-Domains (gTLD). Zwischen dem 12. Januar 2012 und dem 30. Mai 2012 konnten sich Interessenten um eine neue TLD bewerben. Am 13. Juni 2012, dem sogenanntenReveal Day[8] veröffentlichte die ICANN eine Liste, für welche neuen gewünschten Top Level Domains von welchen Bewerbern Anträge vorgelegt wurden.[9] In einem Zeitraum von etwa zwei Jahren wollte die ICANN die Vorschläge prüfen und über etwaige Zulassungen entscheiden. Am 23. Oktober 2013 wurden schließlich die ersten vier neuen Top-Level-Domains in Betrieb genommen, in den nächsten Jahren kamen hunderte weitere Top-Level-Domains hinzu. Zugelassene und genutzte Top-Level-Domains diesen neuen Typs sind etwa.berlin,.koeln und.swiss.
Es gibt einige, meist historische, Spezialdomains oder Pseudo-Domains sowie für bestimmte Zwecke reservierte Namen, für die aus unterschiedlichen Gründen keine TLD eingerichtet werden:
Die Domain wird heute alsInfrastrukturdomain für technische Zwecke im DNS und einige andere Aufgaben verwendet und von derIANA verwaltet. Sie sollte ursprünglich nur eine temporäre Lösung bei der Einrichtung desDNS im Internet sein, jedoch stellte sich die spätere Auflösung dieser Domain als unpraktisch heraus. DieSubdomain in-addr.arpa ist weltweit im Einsatz, um das Auflösen einerIPv4-Adresse in einen Domainnamen (reverse lookup) zu ermöglichen, beiIPv6 wird für den gleichen Zweck ip6.arpa benutzt. Eine weitere Subdomain, e164.arpa, wird fürENUM, die Adressierung von Internet-Diensten über Telefonnummern, verwendet (StichwortVoice-over-IP).
.bit ist eine Pseudo-Top-Level-Domain des Namecoin-Projektes. Sie ist nicht von der ICANN zugelassen und somit kein Bestandteil des entsprechenden offiziellen DNS.
Die Domain wurde in der frühen Zeit des Internets genutzt, als einige technisch unterschiedliche Netze nebeneinanderher betrieben wurden. Es handelte sich um einen vonIBM gesponserten Zweig des Netzes, um Machbarkeit zu demonstrieren; der Name bedeutetbecauseit’stime - net.
—
.example
Diese Domain ist laut RFC 2606[10] reserviert für Beispiele in Texten, Dokumentationen und Ähnlichem. Sie wird nicht vergeben, ebenso wie die Second-Level-Domainsexample.com,example.net,example.org, so dass z. B. automatisch generierte Links in Onlinedokumenten nicht auf reale Domains verweisen.
—
.invalid
Diese Domain ist per RFC 2606[10] und 6761 reserviert als Beispiel für eine garantiert nicht vorhandene Domain. Sie kann beispielsweise fürSoftwaretests eingesetzt werden.
—
.local
Diese Domain wird beiMulticast DNS für Link-Local-Adressen verwendet.[11]
—
.localhost
localhost wird bei den meisten Rechnern für derenLoopback Device lokal verwendet. Deshalb wird sie laut RFC 2606[10] und 6761 nicht anderweitig vergeben, da sie in der Regel ohnehin nicht erreichbar wäre.
—
.nato
.nato existierte ursprünglich für dieNATO, wurde allerdings aufgegeben, nachdem für diese die Domain .nato.int registriert worden war.
.onion ist eine Special-Use-Top-Level-Domain zur Nutzung vonhidden services (deutsch ‚versteckte Dienste‘) im AnonymisierungsdienstThe Onion Routing (Tor). Die .onion-Adressen sind nicht Bestandteil des DNS, können aber von Anwendungen interpretiert werden, wenn sie durch einen Proxy in das Tor-Netzwerk gesendet werden.
—
.root
Die Domain „vrsn-end-of-zone-marker-dummy-record.root“ existierte bis zur Einführung vonDNSSEC in derRoot Zone. Zweck ihrer Existenz war ein einfacher Test, ob dieRoot Zone bei einem Zonen-Transfer vollständig übertragen wurde, was möglich war, da die Domain der letzte Eintrag der Zone war.
—
.test
Diese Domain ist laut RFC 2606[10] und 6761 reserviert für Tests und wird offiziell nicht vergeben, kann aber lokal genutzt werden.
—
.uucp
Diese Domain war lange Zeit eine Pseudo-Domain inTCP/IP-Netzen für Rechner imuucp mapping project, die keine eigene Internet-Domain besaßen oder alsGateways fungierten. In der Regel waren diese Rechner nur überTelefonmodemverbindungen oder nur passiv erreichbar.
Es gibtüber 200 ccTLDs (cc = country code), dabei ist jedem Land genau einZwei-Buchstaben-Code (ALPHA-2) nachISO 3166 zugeordnet. Daneben gibt es häufig eigene ccTLDs für abhängige Gebiete, die meist geographisch vom Mutterland getrennt sind.
DasVereinigte Königreich benutzt die TLD.uk, obwohl nach ISO seine Kodierung GB lautet (GB,GBR,826). Zusätzlich wurde durch die ISO aber auch ausnahmsweise die Kodierung UK reserviert. Die TLD.gb ist ebenfalls reserviert, wird aber zurzeit wohl nicht genutzt.
DieEuropäische Union benutzt mit.eu eine ccTLD,[12] obwohl sie kein eigenständiger Staat ist. Die Kodierung EU wurde jedoch durch die ISO 3166 Maintenance Agency ausnahmsweise mit dieser Bedeutung reserviert. Dies erfolgte durch eine Sonderentscheidung aufgrund eines festgestellten praktischen Bedarfs.[13] Im Unterschied zu Staaten hat die EU aber weder eine Drei-Buchstaben- noch eine Drei-Ziffern-Kodierung. Ihre Mitgliedsländer behalten weiterhin ihre eigenen ccTLDs, und es werden auch keine länderspezifischen Subdomains von .eu eingeführt.
.cs wurde früher für dieTschechoslowakei verwendet. Diese TLD war später für den inzwischen aufgelösten Staatenbund ausSerbien und Montenegro vorgesehen. Wegen Namenskonflikten mit weiterhin existierenden Websites undE-Mail-Adressen der Tschechoslowakei wurde dies aber offenbar nicht auf den Servern implementiert.[15] Stattdessen wurde für Serbien und Montenegro.yu weiterhin benutzt. Mit dem Zerfall in die Einzelstaaten und deren Domains.rs und.me hat sich die Angelegenheit erledigt. Zukünftig wird.cs nicht mehr benötigt. Die nach der Trennung der Tschechoslowakei verwendeten Kürzel sind.cz für Tschechien und.sk für die Slowakei.
.zr fürZaire wurde 2004 aus den Root-Servern entfernt (jetzt.cd).
.um für dieUnited States Minor Outlying Islands war zwar dem Registrar und BetreiberUniversity of Southern California Information Sciences Institute zugeordnet, aber nie benutzt. Daher wurde in Absprache mit derICANN, derUnited States Department of Commerce – National Telecommunications and Information Administration (NTIA) und dem Betreiber die.um-Domäne 2008 in einen nicht belegten Status zurückgesetzt. Dabei wurde vereinbart, dass die ICANN ohne Rücksprache mit der US-Regierung und deren vorheriger Zustimmung keine Maßnahmen in Bezug auf die künftige Verwendung der.um-Domäne ergreifen soll.[16] Seitdem wird.um von der IANA in derRoot Zone Database als „Not assigned“ (Nicht zugewiesen) gelistet (Stand 2025).[17]
.yu fürJugoslawien wurde zum 30. September 2009 aufgelöst (seit 30. März 2010 nicht mehr erreichbar[18]), da sie durch die beiden Domainendungen.rs fürSerbien und.me fürMontenegro ersetzt wurde.
Jedes Land hat das Recht, eigene Vergaberichtlinien für seine Domain festzulegen. Diese werden in der weit überwiegenden Zahl von den Vergabestellen eigenständig aufgrund von technischenNotwendigkeiten und rechtlichen Anforderungen aufgestellt und können sich erheblich voneinander unterscheiden.
So musste beispielsweise für die Registrierung unter der französischen TLD.fr ursprünglich ein Wohn- oder Unternehmenssitz in Frankreich (seit dem 6. Dezember 2011 in der Europäischen Union) nachgewiesen werden.[22]
InDeutschland wurde am 23. Oktober 2009 mit der Zuteilung ein- und zweistelliger sowie nur aus Ziffern bestehender Domains mit.de begonnen.[Anm. 1]Bis dahin musste die.de-Domain mindestens aus drei Zeichen bestehen, und eines davon musste ein Buchstabe sein. Aus der Anfangszeit des Internets gab es drei zweistellige Domains:db.de,hq.de undix.de. (Die für lange Zeit vierte Zwei-Buchstaben-Domainbb.de war zur Zeit der Regelung nicht mehr registriert.)Volkswagen klagte vor demOberlandesgericht Frankfurt am Main auf die Zuteilung der Domainvw.de,[23] die dann auch zu dem Stichtag in Betrieb genommen wurde.
In anderen Fällen sind für die zweite Namensebene nur wenige vorgegebene Namen möglich; der eigentliche Name wird dann als Third-Level-Domain definiert (z. B.example.co.uk). Ein Beispiel war die britische.uk-Domain, die bis zum 9. Juni 2014 nur die folgenden Second-Level-Domains zuließ:[24]
.ac.uk –academic, Bildungsinstitutionen wie Universitäten
.co.uk –commercial
.gov.uk –government, zentrale und regionale Regierungsorganisationen
Darüber hinaus gibt es einige staatlich genutzte Second-Level-Domains wie.police.uk,.mod.uk (Ministry of Defence – Verteidigungsministerium),.british-library.uk (sowie.bl.uk – ebenfalls für dieBritish Library) oder.parliament.uk. Diese stammen aus einer früheren Zeit und genießen Bestandsschutz.
Vor allem kleinere oder von Armut betroffene Staaten vermarkten ihre Domains, indem sie ihre Vergabepolitik sehr liberal handhaben und die Registrierung der Domains aktiv bewerben. Dabei entwickelt sich der Domainmarkt zu einem lukrativen Geschäft, da die Registrierungsgebühren teilweise deutlich über die tatsächlich anfallenden Kosten gesetzt werden.
Die Domain von Kolumbien[25] wird auch statt der Endung .com eingesetzt, zum Beispiel mit der Bedeutung „Company“, „Commerce“, „Corporation“, „Community“, „Content“, „Connection“.
Einer der ersten Staaten, die ihre Domains frei registrieren ließen, war 1998Tonga mit.to. Die Resonanz war sehr gut, denn zu dieser Zeit waren sehr viele kurze und prägnante Domains unter.com nicht mehr erhältlich, und andere ccTLDs hatten zum Teil sehr strenge Registrierungsbedingungen. Außerdem ergaben sich durch die Endung.to interessante Domainnamen, die sich gut in Kurz-URLs nutzen ließen, wiecome.to odergo.to. Heute wird die TLD .to gerne fürTorrent- oderWarezseiten verwendet, unter anderem auch deshalb, weil dasNIC keine Inhaberabfragen erlaubt, so dass diese Domains anonym registriert werden können.
Zeitweise versuchte der sogenannteIslamische Staat die Domain .is von Island für seine Zwecke zu verwenden. Die isländische Netzbehörde ISNIC löschte die Webseitekhalifah.is nach wenigen Wochen und erklärte, arabischsprachige Webseiten mit .is-Domain in Zukunft sorgfältiger zu überwachen.[26]
Die Assoziation einer Abkürzung wird beispielsweise auch von Webpräsenzen einigerInstant-Messaging-Dienste (kurzIM) verwendet, deren TLD.im auf dieIsle of Man registriert ist, z. B. beim Instant MessengerPidgin (pidgin.im).
Eine ebenfalls bekannte fremdgenutzte ccTLD ist.tv des StaatesTuvalu, die alsTelevision vermarktet wird. Dazu wurde ein eigenes UnternehmenDotTV gegründet, das die Domain vermarktet und an dem der Staat Tuvalu Miteigentümer ist. Dieser Coup brachte dem Zwergstaat 50 Mio. US-Dollar ein, die in jährlichen Raten von 5 Mio. Dollar bezahlt werden. Tuvalu würdigt den Domainverkauf sogar mit einer eigenen Briefmarke. Tuvalus Regierung beschaffte von dem Geld IT-Infrastruktur für die wichtigsten staatlichen Einrichtungen.[27]
Die ccTLD der britischen InselGuernsey wird immer häufiger im Computerspielebereich genutzt, da dort die Abkürzung GG (Good Game) am Ende eines kompetitiven Spieles genutzt wird, um Sportlichkeit und Respekt gegenüber den Mitspielern auszudrücken.
Auch Länder oder die Unternehmen, die deren TLDs vermarkten, versuchen einen Markt zu schaffen, indem Abkürzungen verwendet werden, die die Adresse in einen Kontext stellen sollen, der ursprünglich nicht gegeben war. So vermarktet ein Unternehmen die Domain.la (Laos) als Domain fürLos Angeles.
In der Schweiz, wo dieKantone immer zweibuchstabig abgekürzt sind, werden ccTLD teilweise benutzt, um Angebote mit Bezug zu einem Kanton zu vermarkten. So zum Beispiel:
.ag (Antigua und Barbuda): Die ccTLD dieses Inselstaates wird vom Betreiber neben der vorgesehenen Verwendung gezielt für Unternehmen im deutschsprachigen Raum beworben, um deren Rechtsform einerAktiengesellschaft (AG) zu verdeutlichen.[28]
.dj (Djibouti): nutzen mittlerweile einigeDJs als Domain für ihren Internetauftritt.
Hier sind TLD aufgeführt, die keine Bedeutung als Abkürzung haben (wie alle oben aufgeführten), sondern aus anderen Gründen zweckentfremdet werden.
.it (Italien): Auf Englisch bedeutetit es, damit lassen sich Domains wieletsdo.it,want.it oder dergleichen generieren.
.me (Montenegro): Mit ihr lassen sich aussagekräftige Domains erstellen, wie z. B.love.me,contact.me usw. Jedoch können solche Domains nicht vom Interessenten registriert werden, sondern sie werden nach der offenen Registrierung versteigert.
.nu (Niue): Ungewöhnlich ist die Verwendung dieser Domain für die Seiten desDresdner Kulturmagazins, die auf das im lokalen Regiolekt Dresdens gebräuchlichenu für „ja“ anspielt. Eine ähnliche Bedeutung hat die Domain inSchweden,Dänemark und denNiederlanden, da imSchwedischen,Dänischen undNiederländischennu „jetzt“ bedeutet, sowie in den vielen englischsprachigen Ländern, wo es eine nicht rechtschreibkonforme Variante vonnew „neu“ ist. Hinzu kommt, dass.se-Domains (Schweden) dort früher für Privatpersonen nicht registrierbar waren. Französischsprachige Erotikseiten verwenden diese Endung gerne, da das Wortnu übersetztnackt bedeutet.
.cc (Kokosinseln): ist sehr beliebt, da sie von jedermann registriert werden kann und dasWhois-System minimalistisch ist (es wird nur derDomain-Registrar preisgegeben, wodurch der Domain-Betreiber faktisch anonym bleibt.)
Neben den hier genannten Domains gibt es noch eine Vielzahl von Domains mit fantasievollen Namen wie .creditcard, .futbol und vielem mehr. Im Bild rechts sind mehr als 600 Top-Level-Domains notiert. Welche dieser möglichen Domains wirklich verwendet werden, ist unbekannt.
Für jede Top-Level-Domain existiert eine Gruppe von Nameservern, die den gesamten Namensraum dieser Domain verwalten (meist mittels Delegationen auf weitere Server). Diese Domain-spezifischen Nameserver sind über die Root-Nameserver erreichbar. Außerdem existiert eine zentrale Datenbank, die über alle unterhalb dieser TLD angesiedelten Second-Level-Domains administrative Informationen enthält, wie zum Beispiel Name und Adresse des jeweiligen Domain-Inhabers. Auf diese Datenbank kann über denWhois-Dienst zugegriffen werden.
Für den Betrieb der Server und der Datenbank wird vonICANN für jede Domain eine Organisation beauftragt, die in der Internet-TerminologieDomain Name Registry genannt wird. Für die .com-TLD beispielsweise ist das das UnternehmenVeriSign, für .de dieDENIC. Eine derartige Registry ist außerdem für die Vergabe von direkt untergeordneten Second-Level-Domains zuständig (z. B.example.com). Diese Aufgabe wird allerdings oft an sogenannteRegistrare delegiert (siehe hierzu auch:Domain-Registrierung).
Für jede TLD existieren Richtlinien, die die Vergabe von Second-Level-Domains regeln. Diese sind über die Websites der jeweiligen Registries abrufbar. Für einige TLDs existierenIDN-Sprachtabellen, in denen alle Sonderzeichen aufgelistet sind, die bei der Vergabe von Subdomains verwendet werden dürfen. So sind zum Beispiel bei .biz und .org deutsche Umlaute zulässig. Diese Tabellen werden von derIANA verwaltet und sind über die Websites der Registries einsehbar.
Es gibt im Internet auch Organisationen, die alternativeNamensserver betreiben, über die zusätzlich zu den oben aufgeführten, quasi-offiziellen, vomICANN kontrollierten TLDs weitere TLDs verfügbar sind. Ein entscheidender Nachteil dabei ist, dass solche Adressen für herkömmliche Internet-Nutzer nicht erreichbar sind. Auch werden sie vonSuchmaschinen wieGoogle ignoriert. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Namensräume zweier Betreiber kollidieren können, vor allem, wenn später weitere Top Level Domains eingeführt werden.
Das ProjektOpenNIC versucht, die alternativen Systeme zusammenzuführen, betrachtet jedoch die ICANN-TLDs als vorrangig und akzeptiert weder konfligierende noch private Namensräume. Die eigenen TLDs sind.glue,.indy,.geek,.null,.oss und.parody.
↑zum Beispielwww.messe.la. für die „Landshuter Messe- u. Veranstaltungs GmbH“.
↑.as wird sehr häufig von Privatpersonen, Firmen, Behörden und Stadtverwaltungen genutzt. Offizielle Internetseiten verschiedener Gemeinden sind ausschließlich über eine zweckentfremdete TLD zu erreichen. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl von Amerikanisch-Samoa im Verhältnis zu Asturien kommt die Mehrheit der Inhaber einer Domain mit dieser Endung aus Spanien.
↑abcTerry Manderson: TLD DNSSEC Report. In: stats.research.icann.org. 11. November 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. März 2019; abgerufen am 11. November 2012 (englisch).
↑About .XXX. In: registry.xxx. ICM Registry LLC, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Januar 2012; abgerufen am 22. September 2024 (englisch).
↑Vergaberichtlinien. (PDF; 74,6 kB) In: cointernet.com.co. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2015; abgerufen am 22. September 2024 (spanisch).