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Tonkin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterTonkin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Tonkin ist auf der Karte Indochinas olivgrün dargestellt
Alte Karte Tonkins ausMeyers Konversationslexikon (1885–90)

AlsTonkin, auchTongking,vietnamesischBắc Kỳ (vonchinesisch北圻,PinyinBěiqí, „Nordgrenze“), wurde während derfranzösischen Kolonialzeit der nördlichste Teil vonVietnam bezeichnet. Die Bezeichnung wurde nie offiziell von Vietnam verwendet.Đông Kinh (東京, „östliche Hauptstadt“)[Fn. 1] war in derLê-Dynastie um 1430 die Bezeichnung für die heuteHanoi genannte Hauptstadt. Als dieNiederländische Ostindien-Kompanie (VOC) im 17. Jahrhundert hier eine Handelsniederlassung errichtete, fand der NameTonkin Eingang ins europäische Schrifttum.

Geografie

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Tonkin grenzt im Norden an diechinesischeAutonome RegionGuangxi und dieProvinzYunnan, im Westen anLaos, im Süden anAnnam, den zentralen Teil Vietnams, und im Osten an denGolf von Tonkin, der Teil desSüdchinesischen Meeres ist. Der FlussMa bildet die Grenze zu Annam.

Im Wesentlichen wird Tonkin vom Unterlauf undDelta desRoten Flusses gebildet. Die fruchtbare Ebene dient vornehmlich demReisanbau. Die Region ist reich an Bodenschätzen wie z. B.Kohle undErz.

Bedeutende Städte in Tonkin sind die vietnamesische HauptstadtHanoi und die HafenstadtHải Phòng. Tonkin umfasst die drei nördlichsten Regionen Vietnams, mit diesen beiden Städten und 23 Provinzen. Das Gesamtgebiet umfasst 114.690 km² und 27.941.700 Einwohner.

Das 56. Statistische Jahrbuch von Frankreich für die Periode 1940–45 gibt eine Fläche von 115.700 km² an (Vietnam insgesamt 328.000 km²). Die Bevölkerung im Jahr 1936 betrug 8,7 Millionen (von 18.972.000 für Vietnam insgesamt).[1]

Vor der Küste von Tonkin liegt dieHalong-Bucht, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region undWeltnaturerbe derUNESCO.

Geschichte

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Der Grenzverlauf der vietnamesisch-chinesischen Grenze war lange Zeit umstritten. Historisch ging sie auf denVertrag von Tianjin 1858 zurück (mit Ergänzungen 1896), in dem das damaligeKaiserreich China unter anderem auf das ProtektoratTonkin verzichten und dies als französischesProtektorat anerkennen musste. Der strittige Grenzverlauf wurde mehrmals in Verhandlungen zwischen China und Vietnam erörtert (unter anderem 1957). Ab Anfang der 1970er Jahre kam es allerdings zu häufigen Grenzzwischenfällen, für die beide Staaten einander die Schuld gaben. Diese Grenzstreitigkeiten waren schließlich einer der Anlässe für denChinesisch-Vietnamesischen Krieg im Jahr 1979.Erst 1999 wurde die Grenze vertraglich festgelegt.

Durch die 1971 zwangsweise veröffentlichtenPentagon-Papiere wurde die Weltöffentlichkeit informiert, dass die USA mit dem sogenanntenTonkin-Zwischenfall den Einstieg in den Vietnam-Krieg durch bewusste Falschdarstellungen rechtfertigten.

Siehe auch

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Hanoi, 1910

Literatur

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Zeitdokumente

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  • Rudolf Schlegel:Tongking. Wissenschaftliche Beilage zum XI. Jahresbericht des Königlichen Realgymnasium zu Borna, Borna 1913 (Digitalisat).
  • Pierre Gourou:Le Tonkin. L’Imprimerie Protat à Macon, Paris 1931.

Einzelnachweise

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  1. Institut National de la Statistique et des Études Économiques:Annuaire Statistique. Cinquante-sixième volume. – 1940–45. S. 321.

Fußnote

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  1. DieHán-Nôm-Schreibung von Đông Kinh (alternativ Tonkin oder Tongking,vietnamesisch東京) der Hauptstadt der historischenLê-Dynastie ist identisch mit der Schreibung der heutigen Hauptstadt JapansTokio (japanisch東京).

21106Koordinaten:21° 0′ N,106° 0′ O

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