In derInformatik bezeichnetThread [θɹɛd] (englischthread, ‚Faden‘, ‚Strang‘) – auchAktivitätsträger oderleichtgewichtiger Prozess genannt – einenAusführungsstrang oder eineAusführungsreihenfolge in der Abarbeitung einesProgramms. Ein Thread ist Teil einesProzesses.
Es wird zwischen zwei Arten von Threads unterschieden:
Dieser Artikel hier behandelt den Thread im engeren Sinne, also den Kernelthread.

Ein (Kernel-)Thread ist ein sequentieller Abarbeitungslauf innerhalb einesProzesses und teilt sich mit den anderen vorhandenen Threads (Multithreading) des zugehörigen Prozesses eine Reihe vonBetriebsmitteln:
Historisch wurde dafür vonFriedrich L. Bauer der BegriffSequentieller Prozess geprägt.
Threads innerhalb des gleichen Prozesses können verschiedenen Prozessoren zugeordnet sein. Jeder Thread besitzt einen eigenen sogenannten Threadkontext:
Andere Betriebsmittel werden von allen Threads gemeinsam verwendet. Durch die gemeinsame Nutzung von Betriebsmitteln kann es auch zu Konflikten kommen. Diese müssen durch den Einsatz vonSynchronisationsmechanismen aufgelöst werden.
Da Threads, die demselben Prozess zugeordnet sind, den gleichen Adressraum verwenden, ist eine Kommunikation zwischen diesen Threads von vornherein sehr einfach möglich (vgl. mitInterprozesskommunikation bei Prozessen).
Jeder „Programmfaden“ ist für die Ausführung einer bestimmten Aufgabe verantwortlich. Die Ausführungsstränge der Programmfunktionen können damit in überschaubare Einheiten aufgeteilt werden sowie umfangreiche Aufgaben auf mehrere Prozessorkerne verteilt werden.
Bei den meisten Betriebssystemen kann ein Thread neben den Zuständenaktiv (englisch running),bereit (englisch ready) undblockiert (englisch waiting) auch einen Zustandinaktiv annehmen. Im Zustand ‚rechnend‘ (=aktiv =running) findet die Ausführung von Befehlen auf derCPU statt, bei ‚rechenbereit‘ (=bereit =ready) ist der Thread gestoppt, um einen anderen Thread rechnen zu lassen und bei ‚blockiert‘ (=waiting) wartet der Thread auf ein Ereignis (meist dass ein Betriebssystem-Dienst fertig/durchgeführt wurde). Ein Thread im Zustand ‚inaktiv‘ wird meist gerade vom Betriebssystem neu eingerichtet oder hat fertiggerechnet und kann vom Betriebssystem nun aus der Threadliste entfernt oder anderweitig wiederverwendet werden.
EinProzess bezeichnet den Ablauf einesComputerprogrammes auf einem oder mehrerenProzessor(en). Einem Prozess sind ein Adressraum und weitere Betriebssystemmittel zugeordnet – insbesondere sind Prozesse gegeneinander abgeschirmt: Versucht ein Prozess, auf Adressen oder Betriebsmittel zuzugreifen, die ihm nicht zugeteilt wurden (und ggf. einem anderen Prozess gehören), so schlägt dies fehl und er wird vom Betriebssystem abgebrochen. Ein Prozess kann mehrere Threads oder – wenn bei dem Programmablauf keine Parallelverarbeitung vorgesehen ist – auch nur einen einzigen Thread beinhalten. Threads teilen sich innerhalb eines Prozesses Prozessoren, den Speicher und andere betriebssystemabhängige Ressourcen wie Dateien und Netzwerkverbindungen. Deswegen ist der Verwaltungsaufwand für Threads üblicherweise geringer als der für Prozesse. Ein wesentlicher Effizienzvorteil von Threads besteht zum einen darin, dass im Gegensatz zu Prozessen beim Threadwechsel kein vollständiger Wechsel desProzesskontextes notwendig ist, da alle Threads einen gemeinsamen Teil des Prozesskontextes verwenden, zum anderen in der einfachen Kommunikation und schnellem Datenaustausch zwischen Threads.
Bereits in den 1980er Jahren gab es sogenannteMultitask-Betriebssysteme, da im Unterschied zu den joborientierten Systemen insbesondere in der damals so bezeichnetenProzessrechentechnik mehrere Aufgaben quasi parallel ausgeführt werden mussten. Damals hat sich der BegriffTask für eine Aufgabe aus Sicht des Betriebssystems eingebürgert, das ist ein Synonym zu Prozess. Der BegriffTask (deutsch:Aufgabe) wird in derSoftwarearchitektur aber auch unscharf allgemein für zusammenhängende Aufgaben benutzt, und insbesondere auch selten synonym fürThread eingesetzt.
Ein Thread ist wörtlich ein einzelner Ausführungsfaden eines Programms, der Begriff Thread wird aber auf den Ausführungsstrang aus Sicht des Betriebssystems eingesetzt (Kernelthread). In einer Anwendersoftware kann dieser Ausführungsstrang durch geeignete Programmierung nochmals in unabhängige Einzelstränge unterteilt werden. Im englischen Sprachraum hat sich für einen einzelnen solchen Ausführungsstrang der Anwendersoftware der BegriffUser-Thread (bei MicrosoftFiber, deutsch:Faser) eingebürgert. Bei User Threads ist allein die Anwendersoftware für die Verwaltung ihrer Ausführungsstränge zuständig.
Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für die verschiedenen Kombinationen aus Prozess, Kernel- und User-Thread:
| Prozess | Kernel- Thread | User- Thread | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Nein | Nein | Nein | EinComputerprogramm unterMS-DOS ablaufend. Das Programm kann zu einer Zeit nur eine von drei Aktionen ausführen. |
| Nein | Nein | Ja | Windows 3.1 auf der Oberfläche von DOS. Alle Windows-Programme laufen in einem einfachen Prozess, ein Programm kann den Speicher eines anderen Programms zerstören, was jedoch bemerkt wird und einen General Protection Fault (Allgemeine Schutzverletzung) zur Folge hat. |
| Nein | Ja | Nein | Ursprüngliche Implementierung desAmiga OS. Das Betriebssystem unterstützt vollständig Threads und erlaubt dabei, dass mehrere Applikationen unabhängig voneinander ablaufen, vom Betriebssystemkern zeitlich geplant. Wegen der nicht vorhandenen Prozessunterstützung ist das System effizienter (wegen der Vermeidung des Zusatzaufwandes des Speicherschutzes), mit dem Preis, dass Applikationsfehler den gesamten Computer lahmlegen können. |
| Nein | Ja | Ja | DR-DOS 7.01, 7.03, 8.0;Enhanced DR-DOS alle Versionen |
| Mac OS 9 unterstützt User-Threads mittels Apples Thread Manager und Kernelthreads mittels ApplesMultiprocessing Services, das mit demnanokernel arbeitet, eingeführt in Mac OS 8.6. Damit werden Threads unterstützt, aber immer noch das Verfahren desMultiFinder zum Verwalten von Applikationen benutzt. | |||
| Ja | Nein | Nein | Die meisten bekannten Implementierungen vonUnix (außer Linux). Das Betriebssystem kann mehr als ein Programm zu einem Zeitpunkt ausführen, die Programmabarbeitungen sind gegeneinander geschützt. Wenn ein Programm sich falsch verhält, kann es seinen eigenen Prozess stören, was das Beenden dieses einen Prozesses zur Folge haben kann, ohne dass das Betriebssystem oder andere Prozesse gestört werden. Jedoch kann der Informationsaustausch zwischen Prozessen entweder fehlerträchtig sein (bei Nutzungen von Techniken wieshared Memory) oder aufwendig (bei Nutzung von Techniken wiemessage passing). Die asynchrone Ausführung von Aufgaben benötigt einen aufwendigenfork()Systemaufruf. |
| Ja | Nein | Ja | Sun OS (Solaris) von Sun. Sun OS ist Sun Microsystems Version vonUnix. Sun OS implementiert User-Threads als sogenanntegreen threads um einem einfachen Prozess die asynchrone Ausführung mehrerer Aufgaben zu ermöglichen, beispielsweiseplaying a sound, repainting a window, oder auf ein Bedienerereignis zu reagieren wie die Anwahl desstop button. Obwohl Prozessepräemptiv verwaltet werden, arbeiten diegreen threads kooperativ. Dieses Modell wird oft an Stelle vonrichtigen Threads genutzt und ist in Mikrocontrollern und sogenanntenembedded devices immer noch aktuell, und wird sehr häufig genutzt. Windows 3.x im Enhanced Mode bei Verwendung von DOS-Boxen fällt ebenfalls in diese Kategorie, da die DOS-Boxen eigenständige Prozesse mit abgeschottetem Adressraum darstellen. |
| Ja | Ja | Nein | Dies ist der allgemeine Fall der Applikationen unter Windows NT ab 3.51 SP3+, Windows 2000, Windows XP, Mac OS X, Linux, und anderen modernen Betriebssystemen. Alle diese Betriebssysteme erlauben dem Programmierer die Nutzung vonUser-Threads beziehungsweise von Bibliotheken, die selbstUser-Threads verwenden, jedoch nutzen nicht alle Programme diese Möglichkeit aus. Weiterhin könnenUser-Threads auch vom Betriebssystem automatisch für jede gestartete Applikation angelegt werden (zum Beispiel zur Bedienung der grafischen Benutzeroberfläche), ohne dass dies explizit vom Programmierer getan werden muss; solche Programme sind dann automatischmultithreaded. Außerdem ist es notwendig, mehrereUser-Threads zu verwenden, wenn man mehrere Prozessoren/Prozessorkerne in der Anwendung ausnutzen möchte. |
| Ja | Ja | Ja | Die meisten Betriebssysteme seit 1995 fallen in diese Kategorie. Die Nutzung von Threads zur gleichzeitigen Ausführung ist die gewöhnliche Auswahl, obwohl es auchmulti-process- undmulti-fiber-Applikationen gibt. Diese werden beispielsweise benutzt, damit ein Programm seinegrafische Benutzerschnittstelle abarbeiten kann, während es gleichzeitig auf eine Eingabe des Benutzers wartet oder andere Arbeiten im Hintergrund ausführt. |
Bemerkungen:
InJava ist ein Arbeiten mit mehreren Threads von vornherein vorgesehen. Dabei funktioniert das Multithreading auch, wenn das Betriebssystem dieses nicht oder nur mangelhaft unterstützt. Möglich ist das, weil dievirtuelle Maschine von Java die Threadumschaltung einschließlich Stackverwaltung übernehmen kann. In Betriebssystemen mit Threadunterstützung können die Betriebssystemeigenschaften direkt genutzt werden. Die Entscheidung darüber liegt in der Programmierung der virtuellen Maschine.
In Java gibt es im Basis-Packagejava.lang die KlasseThread. Instanzen dieser Klasse sind Verwaltungseinheiten der Threads.Thread kann entweder als Basisklasse für eine Anwenderklasse benutzt werden, oder eine Instanz vonThread kennt eine Instanz einer beliebigen Anwenderklasse. Im zweiten Fall muss die Anwenderklasse die Schnittstellejava.lang.Runnable implementieren und demzufolge eine Methoderun() enthalten.
Ein Thread wird gestartet mittels Aufruf vonthread.start(). Dabei wird die zugeordneterun()-Methode abgearbeitet. Solangerun() läuft, ist der Thread aktiv.
In der Methoderun() oder in den von dort gerufenen Methoden kann der Anwender mittelswait() den Thread eine Zeit (in Millisekunden angegeben) oder auch beliebig lange warten lassen. Dieses Warten wird aber mit einemnotify() aus einem anderen Thread beendet. Das ist ein wichtiger Mechanismus der Inter-Thread-Kommunikation.wait() undnotify() sind Methoden der KlasseObject und auf alle Instanzen von Daten anwendbar. Zueinandergehörigewait() undnotify() sind an derselben Instanz (einer Anwenderklasse) zu organisieren, sinnvollerweise werden in dieser Instanz dann auch die Daten übergeben, die ein Thread dem anderen mitteilen möchte.
Die Realisierung vonkritischen Abschnitten erfolgt mitsynchronized.
In der ersten Version von Java wurden Methoden der classThread zur Unterbrechung eines Threads von außen, Fortsetzung und Abbruch eingeführt:suspend(),resume() undstop(). Diese Methoden wurden aber recht schnell in Nachfolgeversionen alsDeprecated (ausgedient, missbilligt) bezeichnet. In der ausführlichen Begründung wurde ausgeführt, dass ein System unsicher ist, wenn ein Thread von außen angehalten oder abgebrochen werden kann. Die Begründung mit wenigen Worten ist folgende: Ein Thread kann sich möglicherweise in einer Phase eines kritischen Abschnittes befinden und Daten teilweise geändert haben. Wird er angehalten, dann ist der kritische Abschnitt blockiert, unddeadlocks sind die Folge. Wird er abgebrochen und die Blockierung vom System aufgehoben, dann sind Daten inkonsistent. An dieser Stelle kann ein Laufzeitsystem nicht selbst entscheiden, ein Anhalten oder Abbruch eines Threads kann nur das Anwenderprogramm selbst steuern.
.NET unterstützt von Haus aus Threadprogrammierung. Realisiert wird dies durch die Klassen im NamensraumSystem.Threading.
Zusätzlich zu den oben genannten Konstrukten Prozess und Thread gibt es dort noch das Konzept einer Anwendungsdomäne (AppDomain). Ein Prozess kann dabei mehrere Anwendungsdomänen enthalten, diese werden von der Runtime isoliert („logischer Prozess“), eine vom.Net-Framework bereitgestellte Ressource ist an die erzeugende Anwendungsdomäne gebunden. Betriebsmittel des unterliegenden Betriebssystems (auch Kernelthreads!) sind aber nicht an diese logischen Prozessgrenzen gebunden.
Auch bietet die .NET-Runtime einen von der Runtime verwalteten Threadpool, der durch diese zur Verarbeitung von asynchronen Ereignissen und Ein-/Ausgabeoperationen verwendet wird.
Die .NET-Runtime unterscheidet außerdem zwischen Vordergrundthreads und Hintergrundthreads. Ein Thread wird zum Hintergrundthread durch Setzen der EigenschaftBackground auftrue. Ein Prozess wird beendet, wenn der letzte Vordergrundthread beendet ist. Alle dann noch laufenden Hintergrundthreads werden automatisch beendet. Threadpool Threads werden als Hintergrundthread gestartet.
Einen eigenständigen Thread startet man über eine neue Instanz einer Thread-Klasse, der im Konstruktor eineRückruffunktion (Delegate) übergeben wird. Der Thread wird dann über die InstanzmethodeStart() gestartet. Der Thread wird beendet, wenn die Rückruffunktion die Kontrolle an den Aufrufer zurückgibt.
Alternativ ist für kurze Hintergrundverarbeitung der ThreadPool der .NET Runtime nutzbar. Dieser hält eine gewisse Anzahl von Threads vor, die überThreadPool.QueueUserWorkItem() zur Verarbeitung genutzt werden können. Nach Rückkehr der übergebenen Rückruffunktion wird der Thread dann nicht durch das Betriebssystem zerstört, sondern für die spätere Verwendung zwischengespeichert. Vorteil dieser Klasse ist die optimierte, beschränkte Nutzung des zugrunde liegenden Betriebsmittels.
Eine externe Steuerung der Threads ist möglich (Abort(),Suspend(),Resume()), kann aber zu unvorhersehbaren Ereignissen wiedeadlocks oder Abbrüchen der Anwendungsdomäne führen. Deshalb sind Suspend und Resume in neueren Versionen von .NET als obsolet markiert.
Die Synchronisation von Threads erfolgt durch einWaitHandle. Genutzt wird dieser meistens über die KlasseMonitor die einen durch jedes .NET-Objekt zur Verfügung gestelltenMutex nutzt. In C# kann dazu das lock(object){ Anweisung; } Konstrukt genutzt werden. Viele Klassen des .Net-Framework existieren zusätzlich in einer Threadsicheren Variante die über eine statische MethodeSynchronized() erstellt werden kann.
UnterUnix gibt es von je her einfach zu beherrschende Systemaufrufe zur Erzeugung paralleler Prozesse (fork). Mit diesem Mittel wird unter Unix/Linux traditionell die Parallelverarbeitung realisiert. Threads sind in späteren Unix-Versionen eingefügt worden, jedoch war die Portabilität zwischen früheren Derivaten nicht gewährleistet. Der StandardPOSIX-Thread (Native POSIX Thread Library) legte schließlich einen einheitlichen Mindestfunktionsumfang und einheitlicheAPI fest, die auch von aktuellen Linux-Versionen unterstützt wird (NPTL). Gegenüber einem Prozess wird ein Thread auch alsLeichtgewichtprozess (Solaris) bezeichnet, da die Umschaltung zwischen Prozessen mehr Aufwand (Rechenzeit) im Betriebssystem erfordert als die Umschaltung zwischen Threads eines Prozesses.
Um unter Windows in C oder C++ einen eigenen Thread zu erzeugen, kann man direkt auf die Windows-API-Schnittstellen zugreifen. Dazu muss man als einfaches Muster aufrufen:
#include<windows.h>DWORDthreadId;HANDLEhThread=CreateThread(NULL,0,runInThread,p,0,&threadId);CloseHandle(hThread);
runInThread ist dieSubroutine, die in diesem Thread laufen soll, sie wird unmittelbar danach aufgerufen. WirdrunInThread beendet, dann ist auch der Thread beendet, ähnlich wieThread.run() in Java.
Diese API ist eine C-orientierte Schnittstelle. Um Threads auch objektorientiert zu programmieren, kann nach folgendem Schema in der SubroutinerunInThread eine Methode einer Klasse gerufen werden:
DWORDWINAPIrunInThread(LPVOIDrunnableInstance){Runnable*runnable=static_cast<Runnable*>(runnableInstance);// Klassenzeiger oder Zeiger auf Basisklassereturn(runnable->run());// run-Methode dieser Klasse wird gerufen.}
Diejenige Klasse, die die run()-Methode für den Thread enthält, ist hier in einer KlasseRunnable enthalten, das kann auch eine Basisklasse einer größeren Klasse sein. Der Zeiger auf die Instanz einer gegebenenfalls vonRunnable abgeleiteten Klasse muss bei CreateThread als Parameter (p) übergeben werden, und zwar als (Runnable*) gecastet. Damit hat man hier die gleiche Technik wie bei Java in der Hand. Wie folgt wird die universelle Basisklasse (eine Schnittstelle) für alle Klassen, deren run()-Methoden in einem eigenen Thread laufen sollen, definiert:
classRunnable// abstrakte Basisklasse (als Schnittstelle verwendbar){virtualDWORDfachMethode()=0;// API zum Vererbenpublic:DWORDrun(){return(fachMethode());}// API zum Aufrufenvirtual~Runnable(){}// Wenn vererbt werden soll: Dtor virtuell};
Folgend wird die Anwenderklasse, mit der fachMethode[1] definiert:
classMyThreadClass:publicRunnable{DWORDfachMethode();// Überschreibt/implementiert die Fachmethode};
Folgend wird die Anwenderklasse instanziiert und der Thread gestartet:
MyThreadClassmyThreadObject;hThread=CreateThread(NULL,0,runInThread,&myThreadObject,0,&threadId);
Wegen desdynamischen Bindens wird die gewünschte MethodemyThread->fachMethode() gerufen.Achtung: Es muss auf den Lebenszyklus von myThreadObject geachtet werden: Man darf es nicht implizit „abräumen“, solange der neue Thread noch damit arbeitet! Hier ist Threadsynchronisation gefragt.
Weitere Zugriffe auf den Thread auf API-Ebene können unter Kenntnis des zurückgelieferten HANDLE ausgeführt werden, beispielsweise
SetThreadPriority(hThread,THREAD_PRIORITY_BELOW_NORMAL);
oder um den Rückgabewert der aufgerufenen MethoderunInThread abzufragen (im Beispiel 0):
DWORDdwExitCode;GetExitCodeThread(hThread,&dwExitCode);
Die Verwendung von Threads sowie einfacher Synchronisationsmechanismen wieMutexen undSemaphoren erweist sich in der Praxis als anspruchsvoll. Da der Programmablauf nicht mehr einfach sequentiell ist, kann ein Entwickler diesen nur schwer vorhersagen. Da die Ausführungsreihenfolge und der Wechsel zwischen den Threads vomScheduler geregelt wird und der Entwickler nur wenig Einfluss darauf hat, gerät ein nebenläufiges Programm leicht in einen vorher nicht vorgesehenen Gesamtzustand, welcher sich durchDeadlocks,Livelocks, Datenfehler und Abstürze äußert. Diese Effekte treten sporadisch auf und sind somit kaum reproduzierbar, was dieFehlersuche in einer Anwendung schwierig macht.
Parallele Prozesse werden in derUnified Modeling Language (UML) oft mitZustandsdiagrammen (Statecharts) dargestellt. In einem Zustandsdiagramm sind innerhalb eines Zustandes interne parallele Teil-Zustandsdiagramme darstellbar. Alle Zustandsdiagramme des Gesamtsystems werden quasiparallel abgearbeitet. Die Quasiparallelität wird dadurch erreicht, dass jeder Zustandsübergang sehr kurz ist (in der Praxis wenige Mikrosekunden bis Millisekunden) und daher das Nacheinander der Abarbeitung als parallel erscheint. Der Übergang von einem Zustand in einen anderen wird typischerweise mit einemEreignis (Event) ausgelöst, das zuvor in die sogenannte Eventqueue eingeschrieben wurde. Dieser Übergang aufgrund eines Ereignisses ist nach der oben angegebenen Definition ein Userthread. Prinzipiell ist die damit realisierte Parallelität mit nur einem einzigen Betriebssystem-Thread erreichbar.
Setzt man UML für schnelle Systeme ein, dann spielt die Frage einer zeitlichenPriorisierung eine Rolle. Können Zustandsübergänge längere Zeit in Anspruch nehmen oder es soll in einem Übergang noch zusätzlich auf Bedingungen gewartet werden (passiert bereits bei einem einfachen Lesen oder Schreiben auf eine Datei), dann muss eine Parallelität mit Threads realisiert werden. Aus diesem Grunde muss man die Zustandsdiagramm-Abarbeitung mehreren gegebenenfalls unterschiedlich prioren Threads des Systems zuordnen können. Das UML-WerkzeugRhapsody kennt dazu den Begriff deraktiven Klasse. Jede aktive Klasse ist einem eigenen Thread zugeordnet.
Zusätzlich zur Formulierung von Parallelarbeit mit Zustandsdiagrammen kann auch in UML-entworfenen Systemen eine Parallelität mit Threads modelliert werden. Es kann dazu das Programmier-Modell verwendet werden, das Java bietet. In diesem Fall ist im Anwender-Modell eine explizite Klasse Thread mit den in Java bekannten Eigenschaften einzubringen. Damit sind hochzyklische Probleme einfacher und effektiver zu beherrschen, wie das folgende Beispiel zeigt:
voidrun(){while(not_abort)// zyklisch bis zum Abbruch von außen{data.wait();// der Zyklus beginnt, wenn Daten vorliegendosomething();// Abarbeitung mehrerer Dingeif(condition){doTheRightThing();// Abarbeitung ist von Bedingungen abhängigpartnerdata.notify();// andere Threads benachrichtigen}}}
Die hier gezeigte Methode run() ist eine Methode einer Anwenderklasse, in ihr ist die gesamte Abarbeitung im Thread wie bei funktionalen Abarbeitungen auch in der UML üblich in Programmzeilen beschrieben. Die UML wird benutzt, um diese Anwenderklasse, die zugehörige Klasse Thread und deren Beziehungen zu zeigen (Klassendiagramm), ergänzt beispielsweise mitSequenzdiagrammen. Die Programmierung ist übersichtlich. EinZustandsdiagramm bietet für diesen Fall keine besseren grafischen Möglichkeiten.