Thiede StadtSalzgitter | |
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| Koordinaten: | 52° 11′ N,10° 29′ O52.18722222222210.48388888888989Koordinaten:52° 11′ 14″ N,10° 29′ 2″ O |
| Höhe: | 89 (82–105) m |
| Fläche: | 12,26 km² |
| Einwohner: | 10.755 (31. Dez. 2024)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 877 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. April 1942 |
| Postleitzahl: | 38239 |
| Vorwahl: | 05341 |
Lage von Thiede in Salzgitter | |
Thiede [tiːdə] ist einer der insgesamt 31 Stadtteile der kreisfreien StadtSalzgitter inNiedersachsen, gelegen in derOrtschaft Nordost.Thiede gehörte bis zum 31. März 1942 zur Gemeinde Thiede-Steterburg imLandkreis Wolfenbüttel und wurde durch einen Verwaltungsakt am 1. April 1942 ein Teil der Großstadt Watenstedt-Salzgitter. Am 23. Januar 1951 wurde diese amtlich inSalzgitter umbenannt.
Der Stadtteil liegt an der Stadtgrenze zuBraunschweig und zumLandkreis Wolfenbüttel. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Thiede nachSalzgitter-Lebenstedt undSalzgitter-Bad der drittgrößte Stadtteil Salzgitters.[2] Der Ort liegt an derBundesstraße 248, die als alte Fernstraße hier und in Braunschweig Frankfurter Straße heißt, und an der Autobahn A39 mit der Anschlussstelle Salzgitter-Thiede.
Der nordöstlich des Ortskerns gelegene Lindenberg wird landläufig alsThieder Lindenberg bezeichnet. Der Ort wird von dem BachRiede durchflossen, der unterhalb des OrtesThiedebach heißt.
Zum Stadtteil Thiede gehört auch das WohngebietSteterburg.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Thiede um 780 alsTihide. Später wechselte der Name noch mehrfach, 1007Thidhi, 1166Thide, 1191Thidhe bis zum heutigen Namen Thiede.
GräfinFrederunda von Oelsburg und ihre MutterHathewig erbauten um 1000 dasStift Steterburg auf dem Gelände der seit dem frühen 10. Jahrhundert bestehendenStederburg.
ImDreißigjährigen Krieg wurde 1641 bei Thiede die Schlacht um die Festung Wolfenbüttel ausgetragen. Die Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel und Franzosen, Hessen und Schweden nahmen denLindenberg bei Thiede ein, doch der Kampf mit den bayrisch-kaiserlichen Truppen ging unentschieden aus. Aus dieser Zeit stammen auch die so genannten Schwedengräber im langen Holz.
1691 erhoben die Herzöge Rudolf August und Anton Ulrich das freiweltliche Stift Steterburg zu einem freiweltlichen adligen Jungfrauenstift. Aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammen auch die berühmten Funde von prähistorischen Mammutknochen amThieder Lindenberg. Als im Juni 1692 das prähistorische Skelett freigelegt wurde, wiesGottfried Wilhelm Leibniz anhand eines Zahnes nach, dass man nicht die Überreste eines „Riesen“, sondern das Knochengerüst einesMammuts gefunden habe.[3]In den Jahren 1704 bis 1708 wurde vom Wolfenbütteler BaumeisterHermann Korb dasGutshaus Gut Thiede fürJulius Stats Heinrich von Breymann (1665–1722; herzoglicher Oberamtmann über Lichtenberg (Salzgitter), Salder und Gebhardshagen) errichtet.[4]1758 wurde die spätbarocke Stiftskirche eingeweiht, die heute als Sehenswürdigkeit des Ortes gilt.
Im Jahr 1816 wurden im Gipsbruch in Thiede erneut große Knochenteile von prähistorischen Tieren gefunden. Daraufhin wurden umfangreiche Grabungen durchgeführt und neben Überresten von Wollnashorn und Riesenhirsch solche von mindestens fünf Mammuts geborgen. Teile davon sind heute imNaturhistorischen Museum in Braunschweig ausgestellt.
1885 entstand das ersteBergwerk in Thiede, als dieGewerkschaft Thiederhall einenKalischacht niederbrachte. Das Kalibergwerk wurde 1924 stillgelegt.
1938 wurde das Jungfrauenstift Steterburg aufgelöst. 1942 wurde Thiede der neuen StadtWatenstedt-Salzgitter eingemeindet. Zuvor gehörte es zum LandkreisWolfenbüttel. 1966 wurde in Thiede das erste Hallenbad Salzgitters eröffnet.
Salzgitter-Thiede verfügt heute über eine kleinstädtische Infrastruktur und hat rund 11.000 Einwohner.
| Salzgitter-Thiede – Bevölkerungsentwicklung seit 1821 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Quellen: Die Bevölkerungszahlen von 1821 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats für Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter.[1] Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemäß Melderegister zum Monatsende Dezember.[2] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||

In Thiede befinden sich die heute als evangelische Pfarrkirche genutzteStiftskirche Steterburg und die evangelische KircheSt. Georg. Beide Gemeinden gehören seit dem 1. Januar 2019 zum Pfarrverband „Salzgitters Norden“.[5]
1953 wurde die katholischeSt.-Bernward-Kirche erbaut und 1959 um einen Turm bereichert. 1954/55 wurde das benachbarteRedemptoristenkloster erbaut und 1957 dort ein Exerzitienhaus eingeweiht. 1982/83 wurde hinter der Kirche ein neues Redemptoristenkloster erbaut. 2001 wurde das Exerzitienhaus geschlossen und mit dem ersten Klostergebäude später verkauft. Bereits 1926 hatte dasBistum Hildesheim das ehemalige Inspektorenhaus desKaliwerks Thiederhall erworben, in ihm (ab 1946Joseph-Müller-Haus genannt) wurde 1926/27 die katholischeSt.-Georg-Kapelle eingerichtet. 2004 wurde die Kapelleprofaniert und zu einer Wohnung umgebaut.[6][7]
1966 wurde eineNeuapostolische Kirche geweiht, im Herbst 2010 wurde sie geschlossen. Sie befand sich im Panscheberg 20 und gehörte zum Kirchenbezirk Wolfenbüttel.
DieBahnstrecke Braunschweig Nord–Lichtenberg wurde in den 1880er Jahren durch dieBraunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesellschaft gebaut und ein Bahnhof in Thiede eingerichtet. Der Eisenbahn-Haltepunkt wurde Anfang der 1940er-Jahre an dieBahnstrecke Leiferde–Salzgitter-Bad verlegt, trug zeitweilig den NamenThiede Ost und wird bis heute bedient. Für 2026 ist eine Verlegung im Rahmen der Stationsoffensive an die Wolfenbütteler Straße geplant.[8]
Die gezinnte Raute ist ein Symbol für die Befestigungsanlage und verweist auf die im 13. Jahrhundert erbautePascheburg, die der Wegesicherung diente. Das Lindenblatt darin steht für einen umfriedetenThingplatz, also eine alte Gerichtsstätte, die früher oftmals mit Linden bepflanzt war (Gerichtslinde). Das Lindenblatt verweist aber auch auf den Thieder Lindenberg am Ostrand des Ortes – heute ein Wohn- und Naherholungsgebiet. Die grüne Grundfarbe steht als Symbol für die Landwirtschaft, die den Ort lange Zeit geprägt hat.
Das Wappen wurde am 10. Juli 1989 vom Arbeitskreis Thiede e. V. und dem Ortsrat einstimmig angenommen.[9]
Stift Steterburg, 1003 gegründetes Damenstift; erhaltene Gebäudeteile aus dem 11. Jahrhundert. Das Wohnhaus der Äbtissin entstand 1691. Die Stiftskirche ist 1752 errichtet worden. Das Areal wurde 1938 zu Wohnungen umgebaut.
Gymnasiasten nutzen die Gymnasien der Stadt Wolfenbüttel.[13]Gesamtschüler werden an der IGS Salzgitter im Stadtteil Lebenstedt eingeschult.