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Thermodynamische Temperatur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Physikalische Größe
NameThermodynamische Temperatur
(Absolute Temperatur)
FormelzeichenT{\displaystyle T}
Größen- und
Einheitensystem
EinheitDimension
SIKΘ
PlanckPlanck-Temperaturħ1/2·c1/2·G−1/2·k−1/2

Thermodynamische Temperatur ist dieTemperaturskala, die sich auf denabsoluten Nullpunkt bezieht und dort den Wert null hat. Sie wird auch alsabsolute Temperatur bezeichnet. ImInternationalen Einheitensystem (SI) wird sie in der EinheitKelvin gemessen; in den USA wird auch dieRankine-Skala verwendet.

Anders als die Alltag gebräuchlicheCelsius-Temperatur hat die thermodynamische Temperatur keinen willkürlich festgelegten, sondern einen physikalisch begründeten Nullpunkt. Die thermodynamische Temperatur ist bei einem klassischen idealen Gas proportional zu seinerinneren Energie.

Wenn in grundlegenden physikalischen Formeln die „Temperatur“ vorkommt, handelt es sich um die thermodynamische Temperatur.

Bezeichnung

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Für „thermodynamische Temperatur“ ist auch dasSynonym „absolute Temperatur“ in Gebrauch, normgerecht ist aber nur „thermodynamische Temperatur“:

Thermodynamische Definition der Temperatur

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Die thermodynamische Temperatur eines physikalischen Systems im Zustand desthermischen Gleichgewichts wird mit Hilfe desWirkungsgrades einer idealenWärmekraftmaschine definiert. Die folgenden zwei Forderungen definieren die thermodynamische Temperatur.

TATB=QAQB{\displaystyle {\frac {T_{A}}{T_{B}}}={\frac {Q_{A}}{Q_{B}}}}
  • Durch die Festlegung eines weiteren Temperaturwerts wird dann die thermodynamische Temperatur vollständig definiert. DieKelvin-Skala wurde beispielsweise imSI-Einheitensystem dadurch festgelegt, dass demTripelpunkt von Wasser definitionsgemäß die thermodynamische Temperatur 273,16 K zugeordnet wurde. Seit 2019 gilt eineneue Definition über dieBoltzmann-Konstante.

Die hinter dieser Temperaturdefinition stehendeempirische Beobachtung ist, dass zwei Wärmekraftmaschinen, die im Wettbewerb um den besten Wirkungsgrad zwischen zwei gegebenen Wärmebädern jeweils konstanter Temperatur arbeiten, einen ähnlichen Wirkungsgrad aufweisen. Je mehr sich beide Parteien bemühen, Energieverluste ihrer Maschine zu minimieren, desto geringer fallen die noch möglichen Steigerungen des Wirkungsgrades aus und desto geringer die Unterschiede zwischen den Konkurrenten. Bemerkenswert daran ist, dass das auch gilt, wenn die Arbeitsweise der konkurrierenden Maschinen so verschieden sind wieDampfturbine,Stirlingmotor undPeltier-Element. Diese Definition hat also den Vorteil der Universalität. Zu jedem gegebenen Temperaturbereich kann ein physikalischer Prozess mit dort hohem Wirkungsgrad ausgewählt werden, bei tiefen Temperaturen etwa magnetische Effekte, sieheMagnetische Kühlung.

Herleitung aus dem allgemeinen Gasgesetz

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Auch aus der Zustandsgleichung

pv=RT{\displaystyle p\cdot v=R\cdot T\qquad }

desidealen Gases kann auf die thermodynamische Temperatur geschlossen werden, wennDruckp{\displaystyle p} undmolares Volumenv{\displaystyle v} bekannt sind.R{\displaystyle R} bezeichnet dieGaskonstante. Auch für reale Gase gilt, dass beim Grenzwertp0{\displaystyle p\to 0} für das molare Volumenv{\displaystyle v\to \infty } gilt, so dass die Abstände zwischen den Gasteilchen beliebig groß werden und zwischen ihnen keine Wechselwirkung mehr zu berücksichtigen ist. Daher nähern sich reale Gase dem idealen Gas an, so dass die thermodynamische Temperatur auch alsGrenzwert der für reale Gase gemessenen Größen dargestellt werden kann:

T=limp0pvR{\displaystyle T=\lim _{p\to 0}{\frac {p\cdot v}{R}}}

Dies ist seit 2019 die imInternationalen Einheitensystem vereinbarte Definition der thermodynamischen Temperatur.

Logische Konsistenz der Temperaturdefinition

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Die logischeKonsistenz dieser Temperaturdefinition ist eine Folge deszweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Es gilt nämlich:

  • Zwei reversibel und periodisch arbeitende Wärmekraftmaschinen zwischen den gleichen Reservoirs A und B haben genau den gleichen Wirkungsgrad. Andernfalls könnte man nämlich die Wärmekraftmaschine mit dem geringeren Wirkungsgrad „rückwärts“ als Wärmepumpe betreiben, die Maschine mit dem höheren Wirkungsgrad jedoch vorwärts, und zwar so, dass in derBilanz dem Reservoir B gleich viel Wärme zugeführt wie entnommen wird. Dann hätte man insgesamt eine periodisch arbeitende Maschine, die nur dem Reservoir A Wärme entnimmt, daraus mechanische Arbeit gewinnt, jedoch Reservoir B unverändert lässt. Das wäre einPerpetuum mobile zweiter Art, das nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht existiert.
  • Betrachten wir drei Reservoirs A, B und C, jedes für sich im thermischen Gleichgewicht. Obige Definition liefert dann drei TemperaturquotientenTA/TB{\displaystyle T_{A}/T_{B}},TB/TC{\displaystyle T_{B}/T_{C}} undTA/TC{\displaystyle T_{A}/T_{C}}. Damit die Temperaturdefinition widerspruchsfrei ist, muss die folgende Konsistenzbedingung gelten:
TATBTBTC=TATC{\displaystyle {\frac {T_{A}}{T_{B}}}\cdot {\frac {T_{B}}{T_{C}}}={\frac {T_{A}}{T_{C}}}}
Lassen wir nun eine erste Wärmekraftmaschine zwischen A und B und eine zweite Wärmekraftmaschine zwischen B und C operieren. Die erste Maschine entnehme dem Reservoir A eine WärmemengeQA{\displaystyle Q_{A}} und führe dem Reservoir B die AbwärmeQB{\displaystyle Q_{B}} zu. Die zweite Maschine entnehme dem Reservoir B genau die gleiche WärmemengeQB{\displaystyle Q_{B}} und führe dem Reservoir C die AbwärmeQC{\displaystyle Q_{C}} zu. In der Bilanz wird also dem Reservoir B gleich viel Wärme zugeführt wie entnommen. Das System aus beiden Maschinen kann damit als eine Wärmekraftmaschine zwischen A und C aufgefasst werden. Aus der Gleichung
QAQBQBQC=QAQC{\displaystyle {\frac {Q_{A}}{Q_{B}}}\cdot {\frac {Q_{B}}{Q_{C}}}={\frac {Q_{A}}{Q_{C}}}}
folgt mit Hilfe der Definition der Temperaturquotienten die obige Konsistenzbedingung.

Statistische Definition und Entropie

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Die statistische Definition der Temperatur nach Boltzmann setzt die thermodynamische Temperatur in einen Zusammenhang mit der EntropieS{\displaystyle S}, die ein logarithmisches Maß für die Anzahl der einem isolierten System zugänglichen MikrozuständeΩ{\displaystyle \Omega } (also dasPhasenraumvolumen) bei vorgegebenem Makrozustand angibt:

S=kBln(Ω){\displaystyle S=k_{\mathrm {B} }\ln(\Omega )}

wobei der ProportionalitätsfaktorkB{\displaystyle k_{\mathrm {B} }} dieBoltzmann-Konstante bezeichnet.Die thermodynamische Temperatur ist dann der Kehrwert der partiellen Ableitung der EntropieS{\displaystyle S} nach der inneren EnergieU{\displaystyle U}:

1T=SU{\displaystyle {\frac {1}{T}}={\frac {\partial S}{\partial U}}}

Für alle reversiblen Wechselwirkungen, bei denen nur Wärme ausgetauscht wird, gilt dann:

dS=SUdU=dUT{\displaystyle \mathrm {d} S={\frac {\partial S}{\partial U}}\mathrm {d} U={\frac {\mathrm {d} U}{T}}}

woraus

dU=δQrev=TdS{\displaystyle \mathrm {d} U=\delta Q_{\mathrm {rev} }=T\mathrm {d} S}

sowie die Formulierung durchClausius folgt:

dS=δQrevT{\displaystyle \mathrm {d} S={\frac {\delta Q_{\mathrm {rev} }}{T}}}

Dasδ{\displaystyle \delta }-Symbol kennzeichnet dabei einunvollständiges Differential.

Die Temperatur in der statistischen Mechanik

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Eng verwandt mit diesem Begriff der thermodynamischen Temperatur ist die Temperatur in derstatistischen Mechanik: EinSystem der statistischen Mechanik im thermischen Gleichgewicht bei der TemperaturT{\displaystyle T} wird durch eineWahrscheinlichkeitsdichteeHkBT/Z{\displaystyle e^{-{\frac {H}{k_{\mathrm {B} }T}}}/Z} beschrieben. Dabei bezeichnetH{\displaystyle H} dieEnergiefunktion, also in derklassischen Physik dieHamilton-Funktion, in derQuantenphysik denHamilton-Operator. Weiter bezeichnetkB{\displaystyle k_{\mathrm {B} }} dieBoltzmann-Konstante. Die NormierungskonstanteZ{\displaystyle Z} wirdZustandssumme genannt. Der TermeHkBT{\displaystyle e^{-{\frac {H}{k_{\mathrm {B} }T}}}} heißtBoltzmann-Faktor.

Literatur

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  • Rudolf Plank:Handbuch der Kältetechnik, Band 2, Thermodynamische Grundlagen, Springer, Berlin 1953.

Weblinks

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Wiktionary: absolute Temperatur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Le Système international d’unités, 9e édition, 2019, die sogenannte „SI-Broschüre“,BIPM, Kap. 2.3.1 (englisch, französisch)
  2. Richtlinie (EU) 2019/1258 der Kommission vom 23. Juli 2019 zur Änderung des Anhangs der Richtlinie 80/181/EWG des Rates hinsichtlich der Definitionen der SI-Basiseinheiten zwecks ihrer Anpassung an den technischen Fortschritt, offizielle deutsche Übersetzung aus der SI-Broschüre von 2019 (9. Auflage) – Ausschnitt aus der Definition derCandela
  3. International Electrotechnical Commission (IEC):International Electrotechnical Vocabulary (IEV).ref. 113-04-14, thermodynamic temperature (abgerufen am 17. Juni 2024).
  4. Deutsche Ausgabe des IEV – Eintrag 113-04-14, (abgerufen am 17. Juni 2024).
DieSI-Basisgrößen und ihre Einheiten

Zeit (Sekunde) |Länge (Meter) |Masse (Kilogramm) |Stromstärke (Ampere) |Temperatur (Kelvin) |Stoffmenge (Mol) |Lichtstärke (Candela)

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