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Theo Adam

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Theo Adam, 1987

Theo Siegfried Adam (*1. August1926 inDresden; †10. Januar2019 ebenda[1]) war ein deutscherOpernsänger (Bassbariton) und -regisseur. Zudem war er bayerischer und österreichischerKammersänger, Mitglied mehrererStaatsopern und gab Gastspiele auf zahlreichen Bühnen im In- und Ausland.

Leben

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Theo Adam, Sohn von Lisbeth Adam, geborene Dernstorf, und desDekorationsmalers[2] Johannes Adam, war evangelisch, von 1937 bis 1944 Mitglied desDresdner Kreuzchores und erhielt dort seine erste musikalische Ausbildung. Nach dem Abitur an einem Humanistischen Gymnasium wurde er Soldat derWehrmacht und geriet inKriegsgefangenschaft. Von 1946 bis 1949 war erNeulehrer in Dresden, nahm privaten Gesangsunterricht (Oper, Konzert, Lied, Oratorium) beiRudolf Dittrich und erhielt 1949 ein Engagement an derStaatsoper Dresden. Er debütierte als einer der Jesuiten inModest MussorgskisBoris Godunow. Noch im gleichen Jahr gab er den Eremiten inCarl Maria von Webers OperDer Freischütz.[3] Bereits 1952 sang er erstmals bei denBayreuther Festspielen. Bis 1980 gastierte er regelmäßig in Bayreuth und sang alle Wagner-Partien seines Fachs.

GewandhauskapellmeisterKurt Masur (vorn) und die rechts neben ihm stehenden SolistenKlaus König,Eva-Maria Bundschuh und Theo Adam (von links nach rechts) im Rahmen der Eröffnung der „Richard-Wagner-Tage der DDR“ 1983 imNeuen Gewandhaus Leipzig

1953 wurde Adam Ensemble-Mitglied derBerliner Staatsoper. Seit 1954 hatte er ständige Gastverträge an derStädtischen Oper Frankfurt am Main, derWiener Staatsoper und derLondoner Covent Garden Opera,[4] wo er 1967 erstmals denWotan in WagnersRing des Nibelungen sang. 1955 wurde er zumKammersänger ernannt. Im Februar 1969 debütierte er mit der Partie des Hans Sachs inDie Meistersinger von Nürnberg an derMetropolitan OperaNew York. 1969 sang er erstmals Ochs auf Lerchenau inRichard StraussRosenkavalier. Von 1981 bis 1999 wirkte er bei denSalzburger Festspielen. DerBassbariton erreichte Weltgeltung vor allem mit Opern-Partien von Wagner und Strauss, als Interpret von Liedern vonBrahms,Schubert, Richard Strauss undWolf sowie alsOratoriensänger. Weit über 100 Partien hat Adam im Laufe seiner Karriere erarbeitet. Insbesondere seine Interpretation des Wotan imRing des Nibelungen, den er unter anderem von 1963 bis 1975 bei den Bayreuther Festspielen sang, hat Maßstäbe gesetzt.[5]

Neben der Erarbeitung klassischer Partien seines Fachs engagierte er sich auch für die Moderne: er sang u. a. Wozzeck in der gleichnamigen Oper vonAlban Berg, Doktor Schön und Schigolch in BergsLulu, Cadmos inHans Werner HenzesBassariden sowie die Titelrollen inPaul DessausEinstein undErnst KreneksKarl V.[6] 1981 gestaltete er die Titelpartie in derUraufführung vonFriedrich CerhasBaal mit denWiener Philharmonikern unterChristoph von Dohnányi.[7] In konzertanten Aufführungen sang Theo Adam u. a. inPenthesilea vonOthmar Schoeck (1982),Dantons Tod vonGottfried von Einem (1983) und inDie Gezeichneten vonFranz Schreker (1984).

Seit 1972 trat Theo Adam auch als Opernregisseur in Erscheinung. Er inszenierte an der BerlinerStaatsoper Unter den Linden, an derStaatsoper München und an der DresdnerSemperoper Werke vonWagner,Mozart,Tschaikowski undStrauss. Ab 1977 hatte Adam eine eigene Sendung imFernsehen der DDR:Theo Adam lädt ein.[8] Am 13. Februar 1985 wirkte er in der Eröffnungsvorstellung der wiedererbauten Dresdner Semper-Oper als Eremit imFreischütz und in der folgendenRosenkavalier-Aufführung als Ochs mit.

Theo Adam erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen und Würdigungen. 1976 wurde er mit demHändelpreis des Bezirkes Halle geehrt. 1977 wurde ihm die Große Goldmedaille des Cercle National Richard Wagner verliehen. Von 1978 bis 1991 war er Mitglied derAkademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik (ab 1990Akademie der Künste zu Berlin). 1979 wurde er Honorarprofessor an derHochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Adam gehörte ab 1982 demMusikrat der DDR an und war 1985 zudem Präsident des Kuratoriums der Staatsoper Dresden. Für sein Wirken wurde er mit demNationalpreis der DDR I. Klasse (1969), mit derJohannes-R.-Becher-Medaille (1979), mit demVaterländischen Verdienstorden in Gold (1984) ausgezeichnet. Den anlässlich seines 40-jährigen Bühnenjubiläums am 7. Oktober 1989 verliehenenGroßen Stern der Völkerfreundschaft gab er im Dezember 1989 mit der Begründung zurück, „die Empörung über die jetzt bekannt werdenden Machenschaften einer korrupten Staatsführung“ veranlasse ihn zu diesem Schritt.[9] 1990 wurde Adam Ehrenmitglied desDeutschen Musikrates und 1994 Ehrenmitglied der Semperoper in Dresden. 1995 erhielt er dasBundesverdienstkreuz. Im Jahre 2000 wurde er auf Vorschlag vonHans Pischner als Ehrenmitglied der Internationalen Gesellschaft zur Förderung junger Bühnenkünstler „BühnenReif“ (ISSA) in Berlin, der heutigen „Europäischen Kulturwerkstatt“ (EKW), berufen.

Am 30. November 2006 nahm Theo Adam mit der Partie des Eremiten in WebersFreischütz – derselben, mit der er 1949 an diesem Haus debütiert hatte – in der Semperoper Abschied von seiner Sängerkarriere.[10]

Zu seinem 90. Geburtstag im August 2016 erschien eine CD-Edition mit Aufnahmen Theo Adams. Auf drei CDs interpretiert er Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Strauss und Richard Wagner.[11]

Theo Adam lebte inDresden-Loschwitz, war seit 1949 mit Eleonore Adam, geborene Matthes, verheiratet und hatte drei Kinder (die Zwillinge Regine und Matthias sowie einen weiteren Sohn). Er starb nach langer Krankheit im Alter von 92 Jahren in einem Pflegeheim in seiner Heimatstadt Dresden[1] und wurde auf demLoschwitzer Friedhof beigesetzt.

Opernpartien (Auswahl)

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Diskografie (Auswahl)

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Theo-Adam-Preis

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Seit dem 70. Geburtstag Theo Adams 1996 verleiht die Stiftung zur Förderung derSemperoper inDresden in unregelmäßiger Folge an hervorragende Sänger und Sängerinnen denTheo-Adam-Preis.[12] Damit wurden bisher unter anderenHans-Joachim Ketelsen (1996),Helga Thiede (1999) undJohann Tilli (2002) ausgezeichnet.

Schriften

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  • Seht, hier ist Tinte, Feder, Papier. Aus der Werkstatt eines Sängers. Henschelverlag, Berlin 1980.
  • Die hundertste Rolle oder: Ich mache einen neuen Adam. Henschelverlag, Berlin 1986,ISBN 3-362-00009-6.
  • Ein Sängerleben in Begegnungen und Verwandlungen. Henschelverlag, Berlin 1996,ISBN 3-89487-250-0.
  • „Sprüche in der Oper“. Erlebt und gesammelt während 50 Sängerjahren in aller Welt. Parthas Verlag, Berlin 1999,ISBN 3-932529-66-9.
  • Vom Sachs zum Ochs. Meine Festspieljahre. Parthas Verlag, Berlin 2001,ISBN 3-932529-34-0.

Literatur

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Weblinks

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Commons: Theo Adam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ab(jat/dpa): Mit 92 Jahren: Opernsänger Theo Adam gestorben. In: Spiegel Online. 11. Januar 2019, abgerufen am 11. Januar 2019. 
  2. Heldenbariton Theo Adam wird 90. In:Ostsee-Zeitung vom 27. Juli 2016, Kulturseite V.
  3. 3Sat:Da Capo: Theo Adam im Gespräch mit August Everding, 3Sat, 10. November 1990, ab Minute 1:30 (abgerufen am 24. Oktober 2023).
  4. Gabriele Baumgartner,Dieter Hebig (Hrsg.):Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 1:Abendroth – Lyr. K. G. Saur, München 1996,ISBN 3-598-11176-2, S. 3.
  5. Theo Adam. Bayreuther Festspiele, abgerufen am 6. August 2016. 
  6. Manuel Brug: Theo Adam zum 80. In: Die Welt. 1. August 2006, abgerufen am 11. Februar 2016. 
  7. Friedrich Cerha – Baal. In: Universal Edition. Abgerufen am 11. Februar 2016. 
  8. Theo Adam. In: Klassik Heute. Abgerufen am 12. Februar 2016. 
  9. ADN, Theo Adam gibt Orden zurück, in: Neues Deutschland, 44. Jahrgang, 5. Dezember 1989, Nr. 286, Seite 4.
  10. Simona Block: Musiktheater: Theo Adam hat als Sänger alles erreicht. In: Mitteldeutsche Zeitung. 31. Juli 2011, abgerufen am 2. Juni 2021. 
  11. MDR.de –Zum neunzigsten Geburtstag von Theo Adam (Memento vom 13. September 2016 imInternet Archive); abgerufen am 3. September 2016
  12. dresden.de: Musik- und Tanzpreise. (Memento vom 5. November 2010 imInternet Archive) Abgerufen am 20. Februar 2014.
Träger desRobert-Schumann-Preises

Georg Eismann,Hans Storck,Annerose Schmidt(1964) |Karl Laux,Lore Fischer(1965) |Daniel Shitomirski,Dieter Zechlin(1966) |Olivier Alain, Orchester derBühnen der Stadt Zwickau(1967) |Swjatoslaw Richter(1968) |Peter Schreier,Herbert Schulze(1969) |Dmitri Baschkirow,Martin Schoppe(1970) |Günther Leib,Tatjana Nikolajewa(1971) |Ekkehard Otto,Marija Maksakowa(1972) |Emil Gilels,Elisabeth Breul(1973) |Amadeus Webersinke,Nelly Akopian(1974) |Sara Doluchanowa,Hélène Boschi(1975) |Sigrid Kehl,Elisso Wirsaladse(1976) |Rudolf Kehrer,Herbert Kaliga(1977) |Gertraud Geißler,Hans Joachim Köhler(1978) |Hanne-Lore Kuhse,František Rauch(1979) |Theo Adam,Miklós Forrai(1980) |Kurt Masur,Halina Czerny-Stefańska(1981) |Mitsuko Shirai,Peter Rösel(1982) |Rudolf Fischer,Eva Fleischer(1983) |Gustáv Papp,Dezső Ránki(1984) |Pawel Lisizian,Jacob Lateiner(1985) |Jörg Demus,Gerd Nauhaus(1986) |Dietrich Fischer-Dieskau(1987) |Albrecht Hofmann(1988) |Pawel Jegorow,Bernard Ringeissen(1989) |Hartmut Höll,Günther Müller(1990) |Joan Chissell(1991) |Abegg Trio,Gisela Schäfer(1992) |Jozef de Beenhouwer(1993) |Wolfgang Sawallisch(1994) |Hansheinz Schneeberger,Dieter-Gerhardt Worm(1995) |Nancy B. Reich,Bernhard R. Appel(1996) |Nikolaus Harnoncourt(1997) |Linda Correll Roesner,Olaf Bär(1998) |Altenberg Trio,Ernst Burger(1999) |Olga Lossewa,Steven Isserlis(2000) |John Eliot Gardiner(2001) |Alfred Brendel(2002) |Joachim Draheim,Juliane Banse(2003) |Daniel Barenboim(2005) |Margit L. McCorkle,Anton Kuerti(2007) |Reinhard Kapp,Michael Struck(2009) |András Schiff(2011) |Jon W. Finson,Ulf Wallin(2013) |Robert-Schumann-Forschungsstelle(2015) |Heinz Holliger(2017) |Ragna Schirmer,Janina Klassen(2019) |Thomas Synofzik(2021) |Christian Gerhaher/Gerold Huber,Florian Uhlig(2023) |Tiffany Poon(2025)

Personendaten
NAMEAdam, Theo
ALTERNATIVNAMENAdam, Theo Siegfried (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Opernsänger (Bassbariton) und -regisseur
GEBURTSDATUM1. August 1926
GEBURTSORTDresden
STERBEDATUM10. Januar 2019
STERBEORTDresden
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