The Doors waren eineUS-amerikanischeWestcoast-Rockband. Die Gruppe gilt als eine der einflussreichsten Bands der 1960er Jahre.[1] The Doors waren eine von wenigen Rock-Gruppen ohne festenE-Bassisten. Bei Live-Auftritten übernahm Ray Manzarek mit seiner Orgel zahlreiche Bassparts; bei Studioaufnahmen wirkten manchmal Gastbassisten mit.[2]
Den Quellenangaben zufolge wurden bisher mehr als 100 Millionen Tonträger abgesetzt.[3][4]
“If the doors of perception were cleansed every thing would appear to man as it is, infinite.”
„Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles so, wie es in Wirklichkeit ist:unendlich.“[5]
Nachdem Morrison Manzarek einige seiner Kompositionen vorgetragen hatte (unter anderemMoonlight Drive), war dieser von Morrisons poetischem Potential so beeindruckt, dass er ihm die Gründung einer Band vorschlug. Manzarek hatte bereits mit seinen Brüdern Rick and the Ravens gegründet. Sie verließen jedoch die neue Band, nachdem Morrison ihr beigetreten war.
Morrison und Manzarek machten sich auf die Suche nach passenden Musikern. Bei einemMeditationskurs trafen sie zufälligRobby Krieger undJohn Densmore, dieGitarre undSchlagzeug spielten. Manzarek kompensierte das Fehlen eines Bassisten dadurch, dass er mit der einen Hand die rhythmische Begleitung auf einerVox-Continental-Orgel und mit der anderen die Bassbegleitung auf einemFender Rhodes Piano Bass spielte. Krieger wiederum konnte Morrison insbesondere durch die klanglichen Möglichkeiten seinesBottleneck-Spiels beeindrucken.
Nach einigen Auftritten, unter anderem mitSonny and Cher bei einem Highschool-Abschlussball oder bei Partys und Tanzveranstaltungen, unterschrieben die Doors einen Vertrag beiColumbia, die damals auch Künstler wieBob Dylan unter Vertrag hatten. Allerdings erschien dort keine Platte, kurz darauf wurde deshalb der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen wieder aufgelöst. Manzarek brachte der Vertrag den Besitz einer neuenVox-Continental-Orgel.
Die Doors spielten einige Zeit für wenig Geld im Club „London Fog“ und entwickelten dort ihren individuellen Musikstil, während Jim Morrison dort seine Bühnenpräsenz entwickelte. Morrison soll zuerst sehr schüchtern gewesen sein und lange Zeit dem Publikum den Rücken zugewandt haben.
Nach den Auftritten im „London Fog“ wechselten sie ins prestigeträchtigeWhisky A Go-Go, in dem schon bekannte Bands ausLos Angeles wieLove gespielt hatten. Die Doors wurden für mehrere Monate die Hausband und spielten als ständige Vorgruppe der Top-Acts. Ihr LiedThe End enthielt dieödipalen Zeilen, die später zu seiner Berühmtheit erheblich beitrugen: „Father, I want to kill you, Mother I want to …“ – es folgte ein unartikulierter Schrei. Nur einmal artikulierte Morrison „fuck you!“, woraufhin der Besitzer des Clubs sofort alle weiteren Auftritte der Band untersagte.[6] Kurz darauf nahmElektra Records die Doors unter Vertrag.
Trotz mehrerer Drogenerfahrungen, besonders in der Anfangszeit der Doors, bewahrte Manzarek anders als Morrison eine gewisse Distanz zu den zu dieser Zeit teilweise üblichen Exzessen. Robby Krieger hatte nichts dagegen, ab und an mal einen „Trip“ einzuwerfen. John Densmore war den Ausschweifungen gegenüber abgeneigter.
Ray Manzarek prägte durch sein Orgelspiel die Musik der Band entscheidend mit, zudem improvisierten er und Gitarrist Robby Krieger in langen Soli. Die aktive Zeit als Doors-Keyboarder bezeichnete Manzarek selbst als eine Zeit der höchsten Erfüllung, obwohl er abseits der Bühne manchen Exzess und besonders die stärker werdende Persönlichkeitsspaltung des Leadsängers Morrison kritisch betrachtete. Bei den Live-Auftritten konnte Manzarek dank eines eigenen Mikrofons mit ins Geschehen eingreifen, weshalb seine tiefe, markige Stimme in vielen Live-Aufnahmen zu hören ist. Einige Stücke, zum BeispielClose to You, sang er selbst. Dennoch verdankt die Band ihre große Popularität vor allem dem als charismatisch empfundenen Sänger Jim Morrison, der der Gruppe ein Gesicht verlieh. Markant für The Doors war die von Improvisation und Morrisons exzentrischem Auftreten geprägte Bühnenshow.
Nach dem Tod von Jim Morrison am 3. Juli 1971 inParis brachten die restlichen Bandmitglieder noch zwei Alben heraus, die aber wenig erfolgreich waren. Im April 1973 löste sich die Band auf. Zu einem Reunion-Konzert kamen die drei verbliebenen Doors-Mitglieder am 26. September 2000 noch einmal zusammen, gemeinsam mit mehreren Sängern (wieIan Astbury von der englischen Rock-BandThe Cult), die Morrisons Part übernahmen. Im November 2000 spielten sie für den Sender VH-1 mitScott Weiland.
Das Jahr 2003 brachte wieder Bewegung in die Bandgeschichte. Am 6. November 2002 gaben Manzarek und Krieger bekannt,[8] mit Ian Astbury zunächst in den USA wieder auf Tournee zu gehen, wobei sie allerdings den Bandnamen in „The Doors of the 21st Century“ geändert hatten. John Densmore lehnte ein Comeback ab. 2004 folgte eine Welttournee. Hintergrund für die Namensänderung ist ein in den USA anhängiger Rechtsstreit, der von John Densmore und den Eltern Jim Morrisons gegen die beiden übrigen Bandmitglieder initiiert wurde. Anstelle von John Densmore spielte jetzt Ty Dennis Schlagzeug und anders als früher trat die Band mit einem Bassisten (Angelo Barbera) auf. Am 22. Juli 2005 verbot der „Los Angeles Superior Court“ Manzarek und Krieger die Benutzung des Namens „The Doors“ sowie des Doors-Logos. Außerdem ordnete das Gericht an, dass Manzarek und Krieger alle Gewinne aus den „Doors of the 21st Century“ an die ursprüngliche Doors-Partnerschaft herauszugeben haben. Danach trat die Band unter dem Namen „Riders on the Storm“ auf.
Ein weiterer Prozess gegen die Urmitglieder der Band wurde von demPolice-SchlagzeugerStewart Copeland angestrengt, der zunächst als Schlagzeuger für die neu formierte Band vorgesehen war. Die Klage wurde abgewiesen.
Am 5. Januar 2005 verstarb der Manager der „Doors of the 21st Century“,Danny Sugerman.
Im März 2007 stieg Ian Astbury aus. Dafür wurde Brett Scallions als Sänger engagiert, der früher Sänger bei der Gruppe „Fuel“ war.
Am 3. Juli 2011 gingen Ray Manzarek und Robby Krieger erneut auf Welttournee. Aus Anlass des 40. Todestages von Jim Morrison begannen sie diese in Paris imBataclan als „Ray und Robby of the Doors“. Als Sänger engagierten sie Dave Brock von derCoverband „Wild Child“. Angelo Barbera ersetzten sie durch den Bassisten Phil Chen.
2011 veröffentlichteSkrillex mit den Doors das LiedBreakn’ a Sweat, das für den DokumentarfilmRe:Generation komponiert wurde.
Im Frühjahr 2012 berichtete Robby Krieger in einem Interview im Rahmen derPromotion für die 40th Anniversary Edition des AlbumsL.A. Woman gegenüber der MusikerzeitschriftGitarre & Bass, dass es gemeinsame Proben mit dem lange Zeit abgeneigten John Densmore gegeben habe.[9][10]
Am 20. Mai 2013 erlagRay Manzarek im Alter von 74 Jahren einem Krebsleiden.
Das Debütalbum der Gruppe von Januar 1967 enthält den WelthitLight My Fire, den bekannten Love-SongThe Crystal Ship und den SongThe End, der unter anderem durch den FilmApocalypse Now wieder bekannt wurde und dessen Originalaufnahme teilweise auf Plattenaufnahmen wegen seines Textes zensiert wurde. Dabei handelt es sich um eine Intertextualität, die auf die griechische SagengestaltÖdipus verweist, einen Königssohn, der unwissentlich seinen Vater tötet, seine Mutter heiratet und mit ihr schläft. Die Textzeilen: „Father I want to kill you, Mother I want to fuck you“ (deutsch:Vater, ich will dich töten, Mutter, ich will dich ficken) erschienen der Öffentlichkeit als zu vulgär, wenngleich schon seit Jahrtausenden selbige Szene in den Theatern aufgeführt wurde. Weiterhin enthält das Album dasBrecht/Weill-LiedAlabama Song.
Schon im Herbst 1967 erschien das zweite AlbumStrange Days. Der SongMoonlight Drive ist einer der älteren Songs der Band, von dem bereits eine Aufnahme von 1966 existiert, als er für das erste Album in Betracht gezogen wurde. Der TitelWhen the Music’s Over wurde von der Band oft als Opener auf Konzerten gespielt.
Das Album erschien 1968. MitHello, I Love You konnte die Band einen zweiten Nummer-eins-Hit am US-Markt verbuchen. Es enthält auch den bekannten SongSpanish Caravan.
Das Album wurde 1969 veröffentlicht und von einigen Kritikern als schwächstes Doors-Album bezeichnet. Kritisiert wurde die Verwendung von Streichern und Bläsersätzen und die damit einhergehende stilistische Änderung des Sounds. MitRunning Blue befindet sich auch das einzige Lied der Doors auf dem Album, bei dem Robby Krieger im Chorus die Solostimme übernahm.
Dieses Album erschien im Februar 1970 beim Elektra-Label. Die Aufnahmen fanden vom September bis zum Dezember 1969 unter der Leitung des ProduzentenPaul A. Rothchild, der auch alle anderen Studioalben produziert hatte, statt. Nachdem das VorgängeralbumThe Soft Parade bei Fans und Kritikern nicht den erhofften Anklang gefunden hatte, kehrte die Gruppe bei diesem Album zum vertrauten Sound zurück und ging auch in Richtung Blues. Zwar erreichteMorrison Hotel in den US-amerikanischenAlbumcharts eine etwas höhere Platzierung alsThe Soft Parade (Position 4 statt 6, s. u.), jedoch enthielt es keine so erfolgreiche Single wie den Top-3-HitTouch Me des Vorgängers. Alle Texte des Albums wurden ausschließlich von Jim Morrison geschrieben, es trägt dementsprechende autobiografische Züge.
Das letzte Doors-Album vor dem Tod Jim Morrisons wurde im April 1971 veröffentlicht und gilt als das bluesigste der Doors. Die Aufnahmen für das Album fanden von November 1970 bis Januar 1971 statt; produziert wurde es von der Band selbst und dem Toningenieur Bruce Botnick, da Paul A. Rothchild weitere Produktionen der Band ablehnte.
„Was Ihr da macht, ist Cocktail-Jazz, […] ich kann das nicht tun […]“
–Paul A. Rothchild:Original-Booklet zum 40th Anniversary Mix der CD
Charakteristische Stücke des Albums sind der TitelsongL.A. Woman, das beschwingteLove Her Madly undRiders on the Storm. Das Gerücht, dass RothchildRiders on the Storm als Cocktail-Jazz bezeichnet haben soll, bestritt er und nannteLove Her Madly als Anlass seiner Äußerung. Sie sei im Studio eine gezielte Provokation gewesen, um die Doors aus ihrer Lethargie zu reißen, weil sie während der Proben völlig uninteressiert und ohne Energie gewesen seien. Rothchild ging mit dem Rat, die Doors sollten die Platte selber produzieren (“make the record yourself”), um ihren alten Enthusiasmus wiederzuentdecken.[11][12] Für die Aufnahme dieses Albums wurde der als Bassist fungierende StudiomusikerJerry Scheff engagiert. Danach wurde sein Beitritt in die Band erwogen, allerdings machte der Tod Morrisons in Paris diese Pläne zunichte.[13]
Den Gesang teilten sich Ray Manzarek und Robby Krieger. Beide Alben und die Tourneen blieben hinter den Erwartungen und Verkaufserfolgen früherer Aufnahmen zurück.
Hier handelt es sich hauptsächlich um Lyrik, die Jim Morrison an seinem letzten Geburtstag 1970 aufgenommen hatte. Diese Aufnahmen wurden vom Rest-Trio musikalisch unterlegt.
1968 drehte Paul Ferrara zusammen mit der GruppeA Feast of Friends, den ersten und einzigen Film, den die Doors je über sich selbst produziert haben. Laut der Programminformation vonArte, auf dem der Film alsThe Doors – Feast of Friends am 1. August 2015 gezeigt wurde, ist er, nachdem er lange verschollen war, auf Grundlage der Negative komplett restauriert worden, wobei die Farben korrigiert und gesäubert und die Tonspur vom langjährigen Doors-Begleiter Bruce Botnick neu abgemischt und überarbeitet wurde. Vorher war er allenfalls in kleineren Kinos in speziellen Programmen zu sehen gewesen.
1991 wurde die Bandgeschichte unter dem TitelThe Doors vonOliver Stone verfilmt. Am 17. Januar 2009 zeigte RegisseurTom DiCillo beimSundance Film Festival erstmals seinen Doors-DokumentarfilmWhen You’re Strange. Der Film kam in den USA am 9. April 2010 in die Kinos und bekam 2011 einenGrammy in der Kategorie „Best Long Form Music Video“.[14]
The Doors/Complete. Piano-Arrangements: Leo Alfassy. Music Sales Corporation, New York. Copyright 1970 Nipper Music Company (enthält Texte und Noten der ersten vier Alben sowie einen reichlich bebilderten Textteil zur Gruppe)
Jim Morrison & The Doors – Die kompletten Songtexte. Bearbeitet und übersetzt von Heinz Gerstenmeyer. Schirmer/Mosel, München 1992,ISBN 3-88814-467-1 (Neuauflagen: 2000, 2004).
Gillian G. Gaar:The Doors – Die illustrierte Biografie. Hannibal Verlag, Höfen 2016,ISBN 978-3-85445-604-9 (Originalausgabe:Doors)
Stephen Davis:Jim Morrison – Life, Death, Legend. Gotham, New York 2004,ISBN 1-59240-099-X (Paperback).
John Densmore:Mein Leben mit Jim Morrison und den Doors. Hannibal Verlag, Höfen 2001,ISBN 3-85445-066-4 (Originalausgabe:Riders In The Storm – My Life With Jim Morrison And The Doors)
The Doors mit Ben Fong-Torres:The Doors: Die illustrierte autorisierte Biographie der Band. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2007,ISBN 978-3-89602-785-6 (englisch:The Doors. Hyperion, New York 2006,ISBN 1-4013-0303-X).
Jerry Hopkins, Danny Sugerman:Keiner kommt hier lebend raus. Die Jim-Morrison-Biografie. Heyne, München 2001,ISBN 3-453-19784-4 (englisch:No One Here Gets Out Alive. Warner Books, New York 1980,ISBN 0-446-97133-2); deutsche Erstausgabe: Maro Verlag, Augsburg 1981,ISBN 3-87512-050-7.
Ray Manzarek:Die Doors, Jim Morrison und ich. Hannibal Verlag, Wien 1999,ISBN 3-85445-165-2 (Originalausgabe:Light My Fire)
↑Karin Riedl:Künstlerschamanen. Zur Aneignung des Schamanenkonzepts bei Jim Morrison und Joseph Beuys. transcript, Bielefeld 2014,ISBN 978-3-8376-2683-4, S. 126 (abgerufen überDe Gruyter Online).