Tekfor Holding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springenZur Suche springen
Tekfor Holding GmbH

Logo
RechtsformGmbH
Gründung1942
SitzHausach,Deutschland
Leitung
  • Johann Ecker
  • Manfred Vogel
Mitarbeiterzahl1.410[1]
Umsatz232,85 Mio.EUR[1]
BrancheAutomobilindustrie
Websitetekfor.de
Stand: 30. Juni 2018

DieTekfor Holding GmbH (eh.Neumayer Tekfor) ist ein global agierenderAutomobilzulieferer mit Werken in Europa sowie Süd- und Nordamerika. Hauptsitz sindHausach undEschborn/Deutschland[2]. Der Hersteller von Motoren-, Getriebe- und Fahrwerkskomponenten beschäftigt insgesamt 1410 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 232 Millionen Euro (Stand 2018).[3]

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsfelder

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die Tekfor Group entwickelt und konzipiert für dieAutomobilindustrie Getriebe, Motoren, Antriebsstränge, spezielle Applikationen sowie Sicherheitsmuttern.

Präzisionsteile und Applikationen von Tekfor finden sich in PKW und LKW führender europäische Hersteller. Die Komponenten werden überwiegend individuell mit den jeweiligen Geschäftspartnern entwickelt, wobei Tekfor auch die Fertigung übernimmt. Kompetenzfelder sind die maschinelle Bearbeitung, Umformung und Montage von Teilen.

Tekfor arbeitet auch auf dem Feld derE-Mobilität.  

Geschichte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1942 alsAutomatendreherei gegründet. 1988 wurden dieRotenburger Metallwerke vonFAG Kugelfischer übernommen, 1998 die italienischeTeksid Umformtechnik vonFiat, außerdem erfolgte eine Beteiligung an der brasilianischenBöllhoff Neumayer.

Im Jahre 2001 wurde das WerkNeumayer Schmölln inSchmölln und das WerkTekfor inWooster in den Vereinigten Staaten gegründet. Zwei Jahre später wurdeTekfor Cologne, ein Joint-Venture mitFord, gegründet.

2005 wurdeAmtek Tekfor, ein Joint-Venture mitAmtek am StandortNeu-Delhi gegründet, um dem indischen Markt zu erschließen. Im gleichen Jahr wurden alle Anteile vonBöllhoff Neumayer übernommen und eine Restrukturierung der brasilianischen Unternehmensteile zuNeumayer Tekfor Automotive vorgenommen.

Von 2005 bis Mai 2013 war das Unternehmen im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Barclays Private Equity, die seit Ende 2011 alsEquistone Partners Europe firmiert.

2009 wurde ein zweites Joint Venture mitAmtek im indischenPune geschlossen.

Im September 2012 hat der Autozulieferer beimAmtsgericht Offenburg ein Schutzschirmverfahren nach den Vorgaben des reformierten Insolvenzrechts beantragt. Die Geschäftsführung bleibt beim Schutzschirmverfahren im Amt und wird dazu verpflichtet, innerhalb von drei Monaten einen Insolvenzplan für das Unternehmen zu erarbeiten. Voraussetzung für diese Form des Insolvenzantrags ist eine Bescheinigung, in der die Sanierung als „nicht offensichtlich aussichtslos“ bestätigt wird.

2012 wurde ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigte zudem weltweit rund 3.300 Mitarbeiter, davon 1.600 allein in Deutschland.

Im März 2013 wurde das Unternehmen an die indische Amtek (Umsatz: 1,6 Milliarden US-Dollar) verkauft. Amtek erwarb dabei neben Patenten und Grundstücken vor allem die Anteile an den in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Als finanzierende Bank fungierte dieStandard Chartered Bank.

Amtek ging 2017 in Insolvenz. Das Auslandsgeschäft des Konzerns, darunter auch Neumayer Tekfor, wurde jedoch auf Druck des FinanzinvestorsKKR, der bereits die Übernahme durch Amtek finanziert hatte, bereits vor der Insolvenz von Amtek abgetrennt und einem Treuhänder in Singapur unterstellt. Das Unternehmen Neumayer Tekfor kann seitdem wieder eigenständig agieren.[4]

Rotenburger Metallwerke

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DieRotenburger Metallwerke (RMW) sind inRotenburg an der Fulda (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) im NordostenHessens ansässig.Gegründet wurde die RMW 1936 als Rotenburger Metallwerke Rudolf Stirlen GmbH Tätigkeitsfeld war der Stahlhochbau, 1958 kam die Kaltmassivumformung dazu.

Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich 2009 von der Kaltmassivumformung, Zerspanungstechnik, Wärme- und Oberflächenbehandlung bis hin zu einbaufertigen Einzelteilen und zur Montage kompletter Baugruppen.

In der Nachkriegszeit haben die Rotenburger Metallwerke als eigenständiger Betrieb Landmaschinen hergestellt; man war aber auch im allgemeinen Maschinenbau, im Stahlbau für Industriehallen und im Brückenbau tätig, in späteren Zeiten wurden unter dem Dach der Frieseke & Hoepfner GmbH,Erlangen auch Hydraulikaggregate für Werkzeugmaschinen produziert.Als 1980 die Frieseke & Hoepfner GmbH zusammen mit ihrer Tochter RMW von derFAG übernommen wurde, kam die Fertigung von Lagergehäusen und anderen Komponenten für die Mutter FAG hinzu. DieKaltmassivumformung wurde weiter ausgebaut.

Die Marke RMW spielte im ländlichen nordhessischen Raum eine lokal begrenzte Rolle. Es wurdenAckerschlepper mit 2- oder 3-Zylinder MWM Dieselmotoren,Geräteträger (1955),Raupenschlepper, eine 3-Punkt-Anbau-Bodenfräse Typ AW 8 „Ackerwolf“ und derHenschel-RMWGrader Typ R120 hergestellt.

RMW Standard-Schlepperprogramm von 1955:

  • TypEder mit 12 PS (luftgekühlt)
  • TypFulda mit 15 PS (wassergekühlt)
  • TypWerra mit 17 PS (luftgekühlt)
  • TypLahn mit 18 PS (wassergekühlt)
  • TypWeser mit 24 PS (luftgekühlt)
  • TypInn mit 25 PS (wassergekühlt)
  • TypLippe mit 40 PS (wassergekühlt), entspricht als Nachbau weitgehend demRS 40 vonEnsinger[5]
  • TypLech mit 60 PS (wassergekühlt)

Die Schlepper wurden mit verschiedenen Spurweiten (1250 mm, 1500 mm, 1750 mm) ausgerüstet. Bedingt durch die Getriebeabstufungen konnte der Geschwindigkeitsbereich von 1,95 km/h bis 20 km/h für die gängigen Bodenbearbeitungen in der Landwirtschaft genutzt werden. Die technische Ausrüstung der Traktoren mit Differentialsperren, Zapfwellenantrieb mit Konstant- und gangabhängiger Drehzahl und hydraulische Heckkraftheber für Anbaugeräte entsprach dem damaligen Stand der Technik. Sogar diverse landwirtschaftliche Zusatzgeräte standen ab Werk bereit. RMW nutzte eine gezielte Modul- und Einkaufsstrategie für Zukaufteile (Motoren, Getriebe, Lenkung, Elektrik usw.), so dass nur wenige Herstellvorgänge, wie z. B. die Blechverarbeitung und die Endmontage im Werk Rotenburg erfolgten. Einspritzpumpen, Anlasser und Lichtmaschinen kamen beispielsweise einbaufertig von Bosch. Die geringe Fertigungstiefe führte allerdings dazu, dass die Standardschlepper dieser Epoche bei vielen Anbietern in ihrer Ausprägung sehr ähnlich waren und kaum markenspezifische Differenzierungen möglich waren.

Die Schlepper trugen mit Ausnahme der größten Typen Lippe und Lech das RMW Logo auf der Fronthaube und zwei längliche Kühlergitter, die der stilisierten BMW-Niere des BMW Automobiltyps 328 nicht unähnlich sehen.

Des Weiteren wurden auch Raupenschlepper mit 3- und 6-Zylinder-Dieselmotoren für die Landwirtschaft oder das Bauwesen angeboten:

  • TypSaar mit 40 PS
  • TypMosel mit 60 PS
  • TypNahe mit 75 PS
  • TypMain mit 120 PS
  • TypRhein mit 150 PS

Außerdem wurden Forstgeräte und Maschinen für den Forstbereich hergestellt wie z. B. das "Eichhörnchen" und Kettensägen.

1955 übernahm die Firma zudem das unter dem Namen "Pinguin" gestartete, bislang nicht über das Prototypen-Stadium hinausgekommene Projekt zur Herstellung einesdreirädrigenKleinstwagens. Das Fahrzeug sollte in Rotenburg in Serie gebaut und unter dem Namen "Hobby" oder "Ami" verkauft werden. Da eine Serienfertigung jedoch nicht finanziert werden konnte, wurde 1956 versucht, das Projekt weiterzuverkaufen. Nachdem dies nicht gelungen war, wurde das Projekt schließlich eingestellt und alle Prototypen und Produktionswerkzeuge verschrottet.[6]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Wolfgang Gebhardt:Deutsche Ackerschlepper: Historische Dokumente aus der Geschichte des deutschen Traktorenbaus, Motorbuch-Verlag spezial, Stuttgart 2006,ISBN 3-613-02654-6.

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. abKonzernabschluss zum 30. Juni 2018 im elektronischen Bundesanzeiger
  2. Informationsseite mit den einzelnen Produktionsstandorten und den Adressen derHolding, abgerufen am 14. April 2019
  3. Tekfor. Abgerufen am 12. Dezember 2017. 
  4. Autozulieferer rettet sich vor indischem Eigentümer. In:Handelsblatt, 31. Juli 2017.Online.
  5. Ensinger Register, vgl. AbschnittRMW Typ "Lippe" - AS 40, abgerufen am 1. März 2017
  6. Historie und Histörchen (27): Wie der Pinguin sich totlief - Car-Editors Content. Abgerufen am 15. Oktober 2024. 
Deutsche Traktoren- und Schleppermarken bis 1945

Abega |AEG |Altmann Schlepper |Anker |Apollo |Atlas |Autara |Auto Union |Bachmann |Barthels |Baumi |BHS |Becker |Benz |Beemann |Beilhack |BIWAG |Bob |Borsig |Brummer |Bungartz |Busch |Bussard |Büssing AG |Christoph Vorspannmaschine |Cerva |Daimler |Daimler-Benz |Degenhart |Deuliewag |Deutz AG |Dinos |Dünkel |Dürkopp |Ebner |Eckardt |Eicher |Eisenmann |Elite-Werke |Epple & Buxbaum |Esslingen |Fahr |Famo |Faun |Fendt |Clemens Fendt |Fey |Flader |Flöther |Freund |Gast |Glogowski |Gothaer Waggonfabrik |Grams |Granich |Grebestein |Güldner |Gumbinnen |Gutter |Hagedorn |Hanno |Hanomag |Hansa-Lloyd |Hartmann |Hasenzahl |Hatz |HAWA |Hein |Hemag |Heßler |Hildebrandt |HMG |Holder |Hunger |Hütter |IHC |Ilsenburger |Imperator |Ingelheim |Irus |Jaehne |Kaelble |Kämper |Karwa |Keidel |J.Kelkel |Kemna |Kirnberger |KHD |Komnick |Körting |Kosto |Kramer |Kranner |Krümpel |Krupp |Kuërs |Kulmus |Kurz |Kyffhäuserhütte Artern |Lanz |HeLa |Lehmbeck |LHB |LWD |Loeb |Löcknitzer |LFG |Lythall |MAF |Magdeburger Motorpflug-Werk |Malapane Motorpflug |MAN |Mannesmann-MULAG |Märkische Motorpflug-Fabrik |Martin |Mayer |MIAG |Miego |Modaag |Moosburner |Motorenfabrik Oberursel |MWM |Muchow |NAG |Nahag |Neumeyer |Normag |Oberschlesische Eisenbahn-Bedarfs-AG Solinger Hütte |Opel |Orenstein & Koppel |Otto |Pfaffe |Pfeiffer |Phönix |Pinzger |Podeus |Pöhl |Primus |Prometheus |Rathenow |Rathgeber |REF |Reima |Rische & Apitz |Ritscher |RMW |Ruhrwerke |Rüttger |Scheffeldt |Scherf |Scheuch-Schlepper |Schlüter |Schmidt, Kranz & Co. |Schmotzer |Schöma |Schulz |Schutzbach |Schwadyck |SHW |Seitz |Sendling |Siemens-Schuckertwerke |Spiegler |Standard Motorpflug Gesellschaft |Steiger |Stock |Stoewer |Sulzer |Talbot |Tittmann |Toro |Union |Universal |Vogeler |Wagner |Wahl |Wermke |Wesseler |Wilhelmina |Wiss |Wolf |Wurr |Zettelmeyer |Zimmermann

Deutsche Traktoren- und Schleppermarken ab 1945

Abele |Agria |AHWI |Allgaier |Alpenland |AWK |Barthels |Battenberg |Bautz |BTG |Betz |Bischoff |Blank |Boehringer |Borgward |Brandenburgische Traktorenwerke |Bungartz |Burischek |Burzler |Ceres |Claas |Creussen |Daimler-Benz |Dechentreiter |Degenhart |Demmler |Deuliewag |Deutsche Traktoren Union |Deutz AG |Dexheimer |Diephilos |Dolmar |Dünkel |Eicher |Enser |Ensinger |Erkelenz |Eugra |Fahr |Fahrlo |Faun-Werke |Fendt |FMR |Frieg |Friman |Frisch |Funk |Gaiser |Granich |Greckl |Gross |Gruse |GTZ |Güldner |Gutbrod |Gutter |Haas |Hagedorn |Hako |Hanno |Hanomag |Harder |Hatz |Haupt |Heizotrack |Hieble |HM |Walter Hofmann Unitrak |Holder |Horsch |Hummel |IFA Horch |IHC |Irus |Kaelble |Kämper |G.Kelkel |J.Kelkel |Kiefel |Kirnberger |Klauder |Kögel |Köppl |Kramer |Krapp |Krieger |Krümpel |Kühner & Berger |Kulmus |Lampa |LTS |Lanz |HeLa |LHB |MALI |Mähdrescherwerk Weimar |MAN |Manhardt |Martin |MIAG |MULAG Fahrzeugwerk |Münch |Niko |Nordtrak |Normag |Normag-Zorge |Orenstein & Koppel |Otto |Pallmann |Pekazett |Pfanzelt |Platten |Porsche |Primus |Prometheus |Rancke |Rathgeber |Ritscher |Röhr |RMW |Ruhrstahl |Ruthe |Sauerburger |Schanzlin |Scharfenberger |Schilling |Schlepperwerk Nordhausen |Schlüter |Schmiedag |Schmotzer |Schneider |Schneider (Geräteträger) |Sendling |Sieben |Stihl |Ströbele |Sülchgau |Sulzer |Taunus |Titan |Titus |Trabant Traktorenbau |Tractortecnic Unitrac |Traktorenwerk Schönebeck |Tröster |Tünnissen |Uhlmann |Ursus |Vari |Volk |Voß & Co. |Wahl |Wanner |Weichel |Weigold |Weitzel |Welte |Werner |Wesseler |Widmann |Willmes |Wimmer |Winkelsträter |Wotrak |WUMAG |Zanker |Zettelmeyer |Zogbaum

Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tekfor_Holding&oldid=249468142
Kategorien: