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Technion

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הַטֶּכְנִיּוֹן – מָכוֹן טֶכְנוֹלוֹגִי לְיִשְׂרָאֵל
Technion
Gründung1912
Trägerschaftstaatlich
OrtHaifa,Israel
PräsidentUri Sivan[1]
Studierende14.740 (2021)[2]
NetzwerkeCESAER,IAU[3]
Websitewww.technion.ac.il
Alter Campus
Neuer Campus
Lokalisierung von Israel Nord in Israel
Haifa

DasTechnion (hebräischהַטֶּכְנִיּוֹן – מָכוֹן טֶכְנוֹלוֹגִי לְיִשְׂרָאֵלhaṬechnijjōn – machōn ṭechnōlōgī ləJisraʾel, deutsch‚das Technion – Technologisches Institut für Israel‘,englischTechnion – Israel Institute of Technology,arabischالتخنيون, zunächst alsTechnikum bezeichnet) ist dieTechnische UniversitätIsraels und hat seinen Sitz inHaifa. Das Technion wurde im Jahr 1912 gegründet und gilt somit noch vor derHebräischen Universität Jerusalem als älteste Hochschuleinrichtung Israels.

Campus

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Der Hauptcampus befindet sich am nordöstlichen Stadtrand. Er wurde von PremierministerDavid Ben-Gurion ausgewählt und hat eine Größe von 1,325 km², wovon ein Drittel (ca. 0,438 km²) mit 85 Gebäuden bebaut ist. In denStudentenwohnheimen auf dem Campus können 4.000 Studenten wohnen. Seit 11. April 2022 erschließt die nicht straßengebundeneLuftseilbahn haRakkavlit den Hauptcampus mit den zwei StationenTechnion ʿEljon (טֶכְנִיּוֹן עֶלְיוֹן deutsch‚Oberes Technion‘,englischUpper Technion) undTechnion Merkaz (טֶכְנִיּוֹן מֶרְכָּז deutsch‚Technion Zentrum‘,englischCentral Technion) und bietet Verbindungen zum Campus der Universität Haifa wie zum Eisenbahnverkehr amBahnhof Haifa Merkasit haMifratz.

Die medizinische Fakultät befindet sich nicht auf dem Campus, sondern im StadtteilBat Gallim, in der Nähe desRambam-Krankenhauses.

Entrée des alten Technions: Tafel für Paul Nathan

Geschichte

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Entrée des alten Technions: Tafel für Alex Baerwald von Lotte Baerwald
Albert Einstein bei seinem einzigen Besuch des Technions im Februar 1923

Im Jahre 1907 unternahmPaul Nathan, der Direktor desHilfsvereins der deutschen Juden, seine erste Palästinareise.[4] Eines der Anliegen war, einen geeigneten Ort zur Errichtung einer technischen Hochschule zu finden. Nach seiner Rückkehr fiel 1908 aufgrund seiner Empfehlungen die Entscheidung für Haifa und gegenJerusalem. 1909 beauftragte der HilfsvereinAlex Baerwald, ein Hochschulgebäude für das Technion zu errichten. Das Sandsteingebäude (heute Wissenschaftsmuseum) mit der orientalisch wirkenden Hauptfassade war als Teil eines auf die Küste hin orientierten Ensembles angelegt, zu dem auch dasHebräische Realgymnasium gehört. Das damalige Hauptgebäude wurde ab 1912/1913 errichtet, blieb durch denErsten Weltkrieg unfertig und diente dann ab 1917 als Lazarett.

Deutsch war damals noch eine dominierende Sprache in Naturwissenschaften und Technik. Viele Professoren am Technion kamen aus Deutschland und wollten in ihrer Muttersprache unterrichten. Jedoch wurde am 22. Februar 1914Deutsch als Unterrichtssprache durch Hebräisch ersetzt.[5][6]

1923 wurde dasDeutsche Komitee für das Technische Institut in Haifa, also die heutige DeutscheTechnion-Gesellschaft, als erste Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Verbindungen des jeweiligen Landes zum Technion gegründet. Mit großer Verzögerung, bedingt durch den Ersten Weltkrieg, nahm das Technion den Betrieb im Jahr 1924 auf. Der erste Jahrgang bestand aus 16 Studenten (darunter eine Frau), in den Fächern Bauingenieurwesen und Architektur, wo Baerwald unterrichtete.

In den 1930er Jahren nahm das Technion zahlreiche jüdische Studenten und Wissenschaftler auf, die vor den Nazis flohen. 1934 wurde die Fakultät für Industrietechnologie eröffnet, die später in mehrere unabhängige Fakultäten aufgeteilt wurde. Ende der 1930er Jahre waren über 400 Studenten am Technion eingeschrieben.

Im Jahr 1948, als der Staat Israel gegründet wurde, hatte das Technion 680 Studenten. 1948 und 1949 wurden die Fakultäten für Elektrotechnik, Maschinenbau und Luftfahrttechnik gegründet. Letztere wurde später inFakultät für Luft- und Raumfahrttechnik umbenannt.

Als der ursprüngliche Campus im Zentrum von Haifa zu klein wurde, wählte der damalige Premierminister David Ben Gurion einen 1,325 Quadratkilometer großen Bereich am Stadtrand von Haifa für den neuen Campus aus. Das Technion begann 1953 in den neuen Campus umzuziehen. In den fünfziger Jahren wurden die Fakultäten für Landwirtschaftstechnik, Chemie, Chemietechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Management sowie für Allgemeine Studien neu gegründet.

In den 1960er Jahren wurden weitere acht Fakultäten gegründet, darunter auch die Fakultät für Informatik und die Fakultät für Medizin. 1969 erhielt das Technion dieCampussynagoge Ohel Aharon. 1970 wurde, als bisher jüngste Fakultät, die Fakultät für Biologie gegründet.

Fakultäten

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Fakultät für Medizin
Fakultät für Informatik

Nach dem Gründungsjahr geordnet

  1. Architektur undStadtplanung (1924)
  2. Bauingenieurwesen undUmwelttechnik (1924)
  3. Elektrotechnik (1948)
  4. Maschinenbau (1948)
  5. Luft- und Raumfahrttechnik (1949)
  6. Landwirtschaftstechnik (1953)
  7. Chemieingenieurwesen (1954)
  8. Allgemeine Studien (1958)
  9. Chemie (1958)
  10. Wirtschaftsingenieurwesen und Management (1958)
  11. Mathematik (1960)
  12. Physik (1960)
  13. Nahrungsmittel- undBiotechnologie (1962)
  14. Pädagogik der Naturwissenschaften und Technik (1965)
  15. Materialwissenschaft (1967)
  16. Biomedizinische Technik (1969)
  17. Informatik (1969)
  18. Medizin (1969)
  19. Biologie (1970)
Der Wellenkanal des Israeli Coastal and Marine Engineering Research Institute

Außerdem gibt es 40 Forschungsinstitute.

Absolventen und Dozenten

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Siehe auch:Kategorie:Hochschullehrer (Technion, Haifa)

Kritik

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Im Oktober 2014 unterzeichneten 343britischeUniversitätsprofessoren und -lektoren (darunterPatrick Bateson von derUniversity of Cambridge,Ted Honderich vomUniversity College London,T. W. B. Kibble vomImperial College London undRichard Sennett von derLondon School of Economics) nach dem Vorbild des Boykotts gegenSüdafrika unter demApartheidregime einen Aufruf für einen akademischenBoykott israelischer Hochschulen, da diese an israelischen Verstößen gegeninternationales Recht beteiligt seien. Als Beispiel für diese Beteiligung wird das Technion hervorgehoben, das „unbemannteBulldozer als Waffen entwickelt hat, die eingesetzt werden, umpalästinensische Wohnhäuser zu zerstören“, und das besondere Techniken entwickelt habe, „umTunnels aufzuspüren, mit denen die Palästinenser die illegaleBelagerung desGazastreifens durchbrechen“.[7]

Der Boykottbewegung wurde in der Vergangenheit u. a. von derAnti-Defamation League und demSimon Wiesenthal CenterAntisemitismus vorgeworfen, weil sie nur israelische Institutionen angreife, während anderswo tatsächlichem oder vermeintlichem Bruch des Völkerrechts (beispielsweise durchChina inTibet) nicht mit ähnlichen Kampagnen begegnet werde.[8]

Literatur

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  • Yossi Ben-Artzi:Technion. In:Dan Diner (Hrsg.):Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 6:Ta–Z. Metzler, Stuttgart/Weimar 2015,ISBN 978-3-476-02506-7, S. 48–51.

Weblinks

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Commons: Technion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. https://www.jpost.com/Israel-News/Prof-Uri-Sivan-takes-office-as-President-of-Technion-603234
  2. https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/technion-israel-institute-technology
  3. List of IAU Members. In: iau-aiu.net. International Association of Universities, abgerufen am 2. August 2019 (englisch). 
  4. Zeev Sadmon:Die Gründung des Technions in Haifa im Lichte deutscher Politik, 1907–1920. Saur, München 1994,ISBN 3-598-23222-5, S. 63.
  5. University selects Hebrew as language of instruction (Memento vom 27. Februar 2015 imInternet Archive) auf israeled.org (2015)
  6. Marcel Müller: „Sprachenstreit“, In:Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK),Dan Diner (Hrsg.), Band 5, Metzler, Stuttgart/Weimar 2014, S. 555–557.
  7. Britische Wissenschaftler boykottieren israelische Institutionen,n-tv, 27. Oktober 2015;
    Peter Walker, Ian Black:UK academics boycott universities in Israel to fight for Palestinians’ rights,The Guardian, 27. Oktober 2015;
    A Commitment by UK Scholars to Human Rights in Palestine,commitment4p.com (Webseite des Boykott-Aufrufes);
    Kanya D’Almeida:Thousands of New Yorkers Protest Gaza Killings,Inter Press Service, 27. Juli 2014;
    Ilija Trovanović:Max Blumenthal Takes Aim at Cornell-Technion Project in Brooklyn Talk,Indypendent, 15. Mai 2014.
  8. The Algemeiner: Simon Wiesenthal Center Report: BDS “a Thinly-Veiled, Anti-Israel and Anti-Semitic ‘Poison Pill'”. Abgerufen am 14. Juni 2021 (amerikanisches Englisch). 
Universitäten inIsrael
Normdaten (Körperschaft):GND:38042-8 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |LCCN:n79065147 |VIAF:134791645

32.777535.021667Koordinaten:32° 46′ 39″ N,35° 1′ 18″ O

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