DasTeam Coast oderTeam Bianchi ist ein ehemaliges deutschesRadsportteam, das von dem gleichnamigen Bekleidungs-Unternehmen gesponsert wurde. Es wurde 1999 unter dem NamenLeonardo Coast gegründet und im Jahr 2003 aus finanziellen Gründen aufgelöst. Die durch den Radausstatter des Teams,FIV Edoardo Bianchi S.p.A., unterstützte NachfolgeformationTeam Bianchi (nicht zu verwechseln mitBianchi (Radsportteam 1905–1966)), wurde zum Jahresende 2003 ebenfalls aufgelöst.
Das Team Coast wurde 1999 gegründet und stieg unter der Leitung von GesellschafterGünther Dahms[1] 2001 in die Gruppe der weltbesten Teams, damalsGroupe Sportif I (GS I) genannt auf. Damals verpflichtete manAlex Zülle undFernando Escartín, beides Fahrer, die schon bei derTour de France auf dem Podium standen, deren Karrieren sich allerdings schon dem Ende neigten. Im ersten Jahr als GS-I-Team gelang außer einem Etappensieg bei der FrühjahrsfahrtParis–Nizza durch Zülle nicht ein einziger weiterer Sieg. 2002 stieß mitÁngel Casero derVuelta-Sieger von 2001 zum Team.In dem Jahr kam der sportliche Durchbruch. Schon im Spätwinter wurden Siege bei derKatar-Rundfahrt errungen, Alex Zülle gewann dieTour de Suisse,Aitor Garmendia wurde Zweiter derDeutschland Tour und derKatalonien-Rundfahrt und Ángel Casero wurde Sechster derVuelta a España.
Zur Saison 2003 wurde der Sieger derTour de France 1997,Jan Ullrich, verpflichtet, der nach seinerDopingsperre dasTeam Telekom verließ.[2] Ihm folgteRudy Pevenage alsSportlicher Leiter. Ullrich erzielte seinen ersten Sieg für das Team Coast beiRund um Köln nach einer langen Alleinfahrt.[3]
Allerdings hatte sich der Sponsor Coast offenbar mit der Verpflichtung des Tour-Siegers von 1997 übernommen und hatte Probleme, die Gehälter der Radprofis zu zahlen. Anfang März wurde das Team deshalb durch den Radsport-WeltverbandUCI gesperrt.[4] Als Folge verließen verschiedene Fahrer, darunter Alex Zülle die Mannschaft.[5] Im Mai 2003 sperrte die UCI das Team erneut wegen ausbleibender Gehälter.[6] Die Betreibergesellschaft des Teams RSM geriet in der Folge in Insolvenz[7] und das Team Coast wurde aufgelöst.
Die Teamstruktur des Team Coast wurde durch den ehemaligen niederländischen RadprofiJacques Hanegraaf über seine Firma Cycle BV aus der Insolvenzmasse übernommen. 19 der 22 Coastfahrer und ein Teil des sonstigen Personals wechselten zu diesem Nachfolgeteam. Sportlicher Leiter blieb Rudy Pevenage.[8][9] Das Team nannte sich nach dem bisherigen Radausstatter und nunmehrigen HauptsponsorTeam Bianchi. Die UCI erteilte dem neuen Team eine Lizenz und dieASO lud das Team zuTour de France 2003 ein.[10]
Die Tour de France verlief für das Team erfolgreich: Ullrich konnte das ersteEinzelzeitfahren gewinnen und lieferte sich mit dem AmerikanerLance Armstrong einen packenden Kampf um den Toursieg. Der Versuch des Teams, auf Basis dieser Erfolge weitere Sponsoren zu finden und so den Fortbestand des Teams zu sichern[11], gestaltete sich schwierig. Nachdem Ullrich im Oktober 2003 seine Rückkehr zum T-Mobile-Team bekanntgab,[12] erklärte Hanegraaf zwar, dass das Team auch 2004 weiterbestehen solle;[13] das Team wurde jedoch aufgelöst.