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Töttelstädt

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Töttelstädt
StadtErfurt
Ehemaliges Gemeindewappen von Töttelstädt
Koordinaten:51° 0′ N,10° 53′ O51.00805555555610.883611111111310Koordinaten:51° 0′ 29″ N,10° 53′ 1″ O
Höhe: 310 (290–330) m
Fläche:10,82 km²[1]
Einwohner:618 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte:57 Einwohner/km²
Eingemeindung:12. Oktober 1994
Postleitzahl:99090
Vorwahl:036208
Karte
Lage von Töttelstädt in Erfurt
Kirche St. Nikolai
Kirche St. Nikolai

Töttelstädt ist einOrtsteil derthüringischenLandeshauptstadtErfurt und liegt im Nordwesten der Stadt in RichtungGotha. Töttelstädt hat eineOrtsteilverfassung nach derThüringer Kommunalordnung mitOrtsteilrat undOrtsteilbürgermeister.

Geografie

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Töttelstädt liegt im südlichenThüringer Becken am Fuße derFahnerschen Höhe zwischenWitterda,Schaderode,Alach,Zimmernsupra undBienstädt (Aufzählung im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn aufgeführt). Durch den Ort fließt der Weißbach, der bei Bienstädt entspringt und inKühnhausen in dieGera mündet.

Geschichte

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In einer Schenkungsurkunde vom 18. Mai 874 wirdTullinestat nebst anderen 116 Orten in Thüringen als demStift Fulda zehntpflichtig erwähnt. Erzbischof Liubert zu Mainz sowie Abt Sigehard zu Fulda machten das Recht der Zehnterhebung für sich geltend. Den Streit darüber entschied KönigLudwig der Deutsche (840–876) am Hofe zuIngelheim zu Gunsten der Abtei Fulda.[2][3] Quelle dieser Urkunde ist der teils umstrittene, aber nicht minder wichtigeCodex Eberhardi, auch wenn zahlreiche Fälschungen und stellenweise Unzulässigkeiten sowie Anpassungen von Ortsnamen an die Schreibweise zur Zeit Eberhards dem zweibändigen Sammelwerk anhaften, das um 1160 vom Mönch Eberhard im Kloster Fulda erstellt wurde.[4][5][6]

Durch eine Urkunde aus dem Jahr 1104, in der ErzbischofRuthard von Mainz demSt. Petrikloster zu Erfurt alle seine Güter bestätigt, wird der OrtTutilstete – was auf eine alte Richtstätte hindeuten könnte – genannt. Eine weitere Nennung folgt in einer Urkunde aus dem Jahr 1143. Erwähnung findet der Ort im Laufe seiner Geschichte auch unter den NamenTudelstedt undTottelstedt.

Töttelstädt ist früher ein großer Ort gewesen und hatte zeitweise zwei Kirchen, aber die Pest (1610), Brandunglücke (1696, 1804, 1824) und Kriegswirren haben den Ort sehr verkleinert. Bei der Feuersbrunst 1824 brannten die Kirche, zwei Schulen und 79 Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden. Auf den Trümmern seiner Kirche stehend gab der PfarrerWilhelm Hey seiner Gemeinde Mut und Hoffnung auf den Wiederaufbau.

1263 waren dieGrafen von Gleichen als Schutzvögte des Erfurter Petersklosters Gerichtsherren von Töttelstädt. Diese Gerichtsbarkeit wurde ihnen von Markgraf Heinrich entzogen, von Landgraf Albrecht jedoch wieder eingeräumt. Töttelstädt gehörte zur Oberpflege derHerrschaft Tonna, welche ab 1677 als „Amt Tonna“ zum HerzogtumSachsen-Gotha-Altenburg gehörte. Am 1. Juli 1895 beschloss der Landtag, dass die Orte Töttelstädt und Bienstädt vom Amt Tonna losgelöst und dem Amtsgericht Gotha zugewiesen werden. ZuDDR-Zeiten gehörte Töttelstädt zumKreis Erfurt-Land. Nach der„Wende“ war der Ort für kurze Zeit demLandkreis Sömmerda zugeteilt worden, bis er am 12. Oktober 1994 zur Landeshauptstadt Erfurt eingemeindet wurde.[7]

Einwohnerentwicklung

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Jahr18431910193919901995200020052010201220142020
Einwohner569[8]527[9]513[10]625[11]604661645633632[12]663[13]633[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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  • Die evangelischeFilialkircheSt. Nikolai ist eineChorturmkirche. Der eingezogene Turm und die südlichenVorhangbogenfenster sind Reste dergotischen Vorgängerkirche aus dem Jahr 1492. Am 26. Oktober 1725 wurde eine zweite Kirche in Anwesenheit von HerzogFriedrich II. eingeweiht. Sie fiel am 15. Juni 1824 einem Großbrand zum Opfer. 1825 wurde die Kirche wiederaufgebaut mit drei Glocken ausApolda (Ulrich) und mit einem fünfachsigenSchiff mitMansarddach versehen. Die Fassaden sind durchPutzlisenen gegliedert. An den Längsseiten befinden sich mittig angeordnete geohrte Portale. In dem einheitlichen Innenraum mit flacherPutztonne ist eine umlaufendeDoppelempore und einKanzelaltar von 1825.[15] Am 12. Juli 1984 wurde der hohe und spitze Kirchturm durch einen verheerenden Sturm abgehoben (Siehe auch:Kirche in Frienstedt). Der Turm wurde 1986 wieder errichtet, jedoch aus finanziellen Gründen und wegen Materialmangels nicht mehr so hoch wie ehedem. Die Orgel stammt aus derRatzmann-Werkstatt
  • Am ehemaligen Pfarrhaus gibt es eine Gedenktafel für den DichterWilhelm Hey, der hier von 1818 bis 1827 gewirkt hatte. Eine Straße in Töttelstedt wurde nach ihm benannt.
  • Etwa 1.650 m östlich der Ortslage liegt im Tal desWeißbachs dieGrundmühle im Weißbachtal, eine ehemalige Klostermühle, heute beliebtes Ausflugsziel mit kleiner Gaststätte. SieheKloster Orphal.

Wirtschaft

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Töttelstädt ist überwiegend von der Landwirtschaft geprägt. Neben einem großen Agrarunternehmen befinden sich im Ort auch noch einige kleinere Handwerksbetriebe, ein Lebensmittelgeschäft sowie drei Gaststätten.

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter des Ortes

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Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

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  • Ernst Heinrich Gebhard (1757–1813), Pomologischer Zeichner (Obstmaler) des „Teutschen Obstgärtners“ und Hersteller von Obstmodellen
  • Wilhelm Hey (1789–1854), Lied- und Fabeldichter, war von 1818 bis 1827 Pfarrer in Töttelstädt. Das Dorf ist einer der „Hey-Orte“ in Thüringen, wie Leina und Ichtershausen, wo er gelebt und gewirkt hatte.

Weblinks

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Commons: Töttelstädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abErfurter Statistik, Daten und Fakten 2025. (PDF; 397 kB) Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, abgerufen im Dezember 2025 (Bevölkerung der Stadtteile mit Stand 31. Dezember 2024). 
  2. Guido Reinhardt:Geschichte des Marktes Gräfentonna; Langensalza 1892.
  3. Wolfgang Kahl:Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer; Bad Langensalza: Rockstuhl, 2010; S. 287
  4. Wolfgang Kahl:Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer; Bad Langensalza: Rockstuhl, 2010; S. 402
  5. O.Dobenecker:Regesta Diplomatica Necnon Epistolaria Historiae Thuringiae, 1896, Band I, 246, S. 55
  6. Johann Wolf:Politische Geschichte des Eichsfeldes mit Urkunden erläutert, 2 Bände; Göttingen: Rosenbusch, 1792–1793
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands
  8. Johann Friedrich Kratzsch:Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten. Naumburg, 1843.
  9. Uli Schubert: Landratsamt Gotha. Töttelstädt. In: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Abgerufen am 31. Mai 2023 (Einwohner 1. Dezember 1910). 
  10. Michael Rademacher: Stadt und Landkreis Gotha. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 31. Mai 2023. 
  11. Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie: Umwelt regional.
  12. Stadtteil - Töttelstädt. (Memento vom 19. Dezember 2013 imInternet Archive) Bevölkerung mit Hauptwohnsitz am 31. Dezember 2012. In:Stadtverwaltung Erfurt.
  13. Stadtteil - Töttelstädt. (Memento vom 28. Januar 2015 imInternet Archive) Bevölkerung mit Hauptwohnsitz am 31. Dezember 2014. In:Stadtverwaltung Erfurt.
  14. Erfurter Statistik, Daten und Fakten 2021. (PDF; 607 kB) Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, 30. April 2021, abgerufen am 21. April 2023 (Bevölkerung der Stadtteile mit Stand 31. Dezember 2020). 
  15. Georg Dehio, bearbeitet von Stephanie Eißing u. a.:Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. 2. Auflage.Deutscher Kunstverlag, München 2003,ISBN 3-422-03095-6, S. 1233. (alsSt. Maria bezeichnet)
Stadtteile vonErfurt
Normdaten (Geografikum):GND:7570851-6 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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