

Swing state (englisch für „Wechselstaat“) ist ein Begriff zuWahlen in denVereinigten Staaten, der insbesondere beiPräsidentschaftswahlkämpfen verwendet wird. Der Begriff bezeichnet einen Staat, in dem keine der beiden großen Parteien (Demokraten oderRepublikaner) eine verlässliche Mehrheit hat und in dem die Mehrheit hin- und herwechseln kann.
Andere Begriffe für diese Situation sindtoss-up-state („Münzwurfstaat“),battleground state („Schlachtfeldstaat“) oderpurple state („lila Staat“ in Anspielung auf die Unterscheidung inrote Staaten und blaue Staaten).
DerPräsident der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk, sondern durch eine Wahlmännerversammlung, dasElectoral College, gewählt. JederBundesstaat und der Bundesdistrikt sendenWahlleute in das Electoral College, deren jeweilige Anzahl auch von der Größe der Bevölkerung abhängt. Der Kandidat, der dieeinfache Mehrheit der Wählerstimmen in einem Bundesstaat bzw. im Bundesdistrikt erreicht, erhält in den meisten Bundesstaaten und im Bundesdistriktalle Wahlleute des Staates. Wählerstimmen für unterlegene Kandidaten bleiben dabei ohne Gewicht („Winner-takes-all-Prinzip“). Einzige Ausnahmen sindNebraska undMaine, deren Wahlleute teilweise nach dem Sieger in den Kongresswahlbezirken bestimmt werden.
Einige Staaten gelten als Hochburgen jeweils einer der großen Parteien, weshalb sie nach den Parteifarben alsrote oder blaue Staaten bezeichnet werden. Die Republikaner dominierten seit den 2000er Jahren die eher konservativen Staaten desDeep South und die meisten der dünn besiedelten Staaten desMittleren Westens, während die Demokraten in den liberaleren Staaten derWestküste wieKalifornien sowie die dicht besiedelten Staaten imNordosten dominierten (sieheBlue Wall). Diese Staaten gelten als sicher für die jeweilige Partei und werden daher auch alssafe states („sichere Staaten“) bezeichnet.
Im Gegensatz dazu ist in denswing states das Ergebnis offen, weil hier grundsätzlich keine der beiden Parteien eine strukturelle Dominanz hat. Daher konzentrieren sich Präsidentschaftswahlkämpfe auf diese Staaten, auch wenn diese nur wenige Wahlleute stellen, da nur verhältnismäßig wenige Wechselwähler gewonnen werden müssen, um alle Wahlleute des Staates zu erhalten. Beispielsweise flossen imPräsidentschaftswahlkampf 2016 99 % aller Wahlkampfmittel in diese Staaten und es fanden 96 % aller Wahlkampfauftritte dort statt.[1]
DerCook Partisan Voting Index gibt an, wie Staaten im Vergleich zum nationalen Stimmenanteil bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen gewählt haben.
Die Staaten, in denen die Präsidentschaftswahlen auf der Kippe stehen bzw. standen, können sich von Wahl zu Wahl ändern. Waren z. B.Florida undOhio bei früheren Präsidentschaftswahlen umkämpft[2] gelten sie 2024 als republikanisch dominiert. Für dieUS-Präsidentschaftswahl 2024 gelten die folgenden sieben Staaten als Swing States (in Klammern die Zahl der Wahlleute):[3]
In diesen sieben Staaten betrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 der Vorsprung des siegreichen Kandidaten weniger als 3 Prozentpunkte.[4] In 10 Staaten lässt ein britisches Analyseteam seit Herbst 2023 kontinuierlich Umfragen durchführen. Befragt werden Wähler in den zuvor genannten sieben Bundesstaaten sowie in
Nach Umfragen im Sommer und Herbst 2024 wird ebenfalls ein offenes Rennen erwartet in den Staaten[5]