Susan Hayward wurde im Jahr 1917 als jüngste Tochter von Ellen und Walter Marrenner inBrooklyn geboren. Sie hatte zwei ältere Geschwister, ihre Schwester Florence und ihren Bruder Walter Jr. Mit sieben Jahren wurde sie bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt, verbrachte Monate in Gips und musste später an Krücken wieder gehen lernen. Ihre Freizeit verbrachte Edythe Marrenner vor allem im Kino und träumte von einer Filmkarriere.
Sie begann ihre berufliche Laufbahn nach dem Abschluss derHigh School alsFotomodell fürZeitungswerbung undVersandhauskataloge. Bei einer Hutmodenschau wurde eine Mitarbeiterin des FilmproduzentenDavid O. Selznick auf sie aufmerksam. Selznick lud Marrenner daraufhin zu Probeaufnahmen für die Rolle der Scarlett O’Hara in der geplanten Verfilmung vonVom Winde verweht nach Hollywood ein. Obwohl sie rein äußerlich der Figur von Scarlett O’Hara nahekam, erhielt sie wegen mangelnder Erfahrung die begehrte Rolle nicht, jedoch ihren ersten Filmvertrag. In Anlehnung an den Namen des von ihm verehrten Schauspielers Leland Hayward gab Selznick ihr den KünstlernamenSusan Hayward.
Eine ihrer ersten Rollen spielte Susan Hayward 1938 an der Seite vonRonald Reagan in dem FilmdramaMädchen auf Bewährung; sie spielte in einer Nebenrolle die arrogante und vornehme Gloria Adams, die eine andere Frau beschuldigt, ihr ein Kleid gestohlen zu haben. Ein Jahr später war sie an der Seite vonGary Cooper undRay Milland inWilliam A. Wellmans AbenteuerklassikerDrei Fremdenlegionäre zu sehen.
Bekannt wurde sie 1942 durch eine Nebenrolle in demAbenteuerfilmPiraten im karibischen Meer an der Seite von Ray Milland,John Wayne undPaulette Goddard; sie bekleidete die Rolle der Drusilla Alston, die sich in einen sympathischen Seemann verliebt und sich in einem Korb an Bord eines Schiffes im Lagerraum versteckt. Das Schiff wird von den Piraten angegriffen und zieht auch Drusilla in die Tiefe. Es war das erste Mal, dass Hayward in einem Film stirbt. Anschließend drehte sie den AbenteuerfilmDie Feuerspringer von Montana mitFred MacMurray und Paulette Goddard sowie die FilmkomödieMeine Frau, die Hexe mitFredric March undVeronica Lake.
Zum Star wurde Susan Hayward 1947 durch die Rolle einer Alkoholikerin in dem DramaSmash-Up: The Story of a Woman, für die sie zum ersten Mal für denOscar nominiert wurde. Im gleichen Jahr spielte sie an der Seite vonRobert Cummings die Hauptrolle inBriefe aus dem Jenseits, der Verfilmung eines Romans vonHenry James. In diesem romantischenHorrorfilm, dessen Handlung inVenedig spielt, verkörperte Susan Hayward eine Frau, die sich nachts für ihre Großtante hält. 1949 drehte sie mitEdward G. RobinsonBlutsfeindschaft, ein Drama aus dem Milieu der in den Vereinigten Staaten lebenden Italiener.
Anfang der 1950er Jahre drehte Hayward zwei Filme mitGregory Peck: die BibelverfilmungDavid und Bathseba (1951) mit Gregory Peck als König David und Hayward als Bathseba, in die sich König David verliebt, obwohl sie die Frau seines Feldherrn ist; sowieSchnee am Kilimandscharo (1952), die Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte vonErnest Hemingway mit Peck als Schriftsteller, der auf einer Safari nach dem Sinn seines Lebens sucht. MitRobert Mitchum drehte Hayward 1952Arena der Cowboys, ein Drama aus dem Milieu der Rodeoreiter, und 1953 den AbenteuerfilmWeiße Frau am Kongo. InGefährtin seines Lebens, einem Film über die Ehe des späteren US-PräsidentenAndrew Jackson, spielte sie die geschiedene Rachel Donelson, währendCharlton Heston Andrew Jackson verkörperte.
In den 1960er Jahren drehte Susan Hayward mitDean Martin das DramaAda Dallas und mitJames Mason die KomödieEhekarussell. In dem DramaWohin die Liebe führt war sie 1964 als unglücklich verheiratete Frau zu sehen, die von ihrer Mutter, gespielt vonBette Davis, tyrannisiert und in den Tod getrieben wird.
Susan Hayward in Los Angeles (1971)
1968 trat Susan Hayward das einzige Mal auf einer Theaterbühne auf; sie spielte die Titelrolle in demMusicalMame. 1972 spielte sie eine ihrer letzten Rollen in dem WesternRevengers an der Seite vonWilliam Holden undErnest Borgnine.
Eine besondere Bedeutung in der Karriere und im Leben von Susan Hayward dürfte der FilmDas Glück in seinen Armen haben, den sie 1962 an der Seite vonMichael Craig drehte.Sie spielte darin eine an einem unheilbarenHirntumor erkrankte Lebedame, die nach einer die Krankheit nur aufschiebenden Operation durch eine Liebesbeziehung die wahren Werte des Lebens neu entdeckt. Ende des Jahres 1972 wurde bei der unter zunehmenden Kopfschmerzen leidenden Darstellerin tatsächlich ein solcher Tumor diagnostiziert. Im April 1973 unterzog sie sich einerChemotherapie, die den Krankheitsverlauf nur verzögern konnte. Gegen Ende des Jahres war sie bereits halbseitig gelähmt. Im April 1974 absolvierte sie dennoch anlässlich der Oscarverleihung einen letzten öffentlichen Auftritt und überreichte die Auszeichnung für diebeste Hauptdarstellerin.
Jahre später brachte man Haywards Tod mit den Dreharbeiten zuDer Eroberer in Verbindung, die 1955 inUtah unweit der Stätte der ersten amerikanischenKernwaffen-Versuche stattgefunden hatten. Als Beleg für einen ursächlichen Zusammenhang diente eine Häufung von anKrebs verstorbenen Mitwirkenden, darunterJohn Wayne,Agnes Moorehead,John Hoyt,Pedro Armendáriz und RegisseurDick Powell. Insgesamt erkrankten von 220 Crew-Mitgliedern des Films 91 an Krebs.[1]
Susan Hayward war von 1944 bis zur Scheidung 1954 mit ihrem SchauspielkollegenJess Barker verheiratet. Aus der Ehe stammen Zwillingssöhne. 1957 heiratete sie denZahnarzt Floyd Eaton Chalkley, der 1966 starb.