Der BegriffSuperstaat (engl.superstate) bezeichnet in derGeopolitik einen besonders großen (nach geographischer Fläche oder Anzahl der Einwohner) und mächtigenStaat, der aus der Vereinigung mehrerer kleinerer Staaten hervorgegangen ist.[1]
Im frühen 20. Jahrhundert hatte der Begriff „Superstaat“ eine ähnliche Definition wie heutigesupranationale Organisationen.
In einem Artikel von Edward A. Harriman aus dem Jahr 1927 über denVölkerbund wurde ein Superstaat lediglich als „eine Organisation, der ein Staat angehört und die den Mitgliedern selbst übergeordnet ist“ definiert, da „ein vollständiger Superstaat über legislative, exekutive und judikative Organe verfügt, die seine Gesetze erlassen, ausführen und auslegen“. Nach dieser Definition betrachtete Harriman den Völkerbund als „rudimentären Superstaat“ und dieVereinigten Staaten von Amerika als „Beispiel für einen vollständigen und perfekten Superstaat“.[2]
In den 1970er Jahren wurde der Begriff „Superstaat“ insbesondere in der wissenschaftlichen Literatur verwendet, um einen besonders reichen und mächtigen Staat zu bezeichnen, ähnlich wie der BegriffSupermacht. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff beispielsweise aufJapan angewandt,[3][4] da einige Wissenschaftler aufgrund desdortigen Wirtschaftswachstums der vorigen Jahrzehnte davon ausgingen, dass Japan in naher Zukunft die USA alswirtschaftlich stärkstes Land ablösen könnte,[3] was jedoch aufgrundwirtschaftlicher Stagnation nicht geschah.
In der gegenwärtigen politischen Debatte über die potentielle Zukunft derEuropäischen Union (EU) wird der Begriff „Superstaat“ von Anhängern desEuropäischen Föderalismus verwendet, um die Entwicklung zu bezeichnen, bei der sich dieLänder der EU von ihrem derzeitigen De-facto-Status[5] alsKonföderation zu einer vollwertigenFöderation, bekannt als dieVereinigten Staaten von Europa, entwickeln.[6]