Sun Microsystems auf demLinuxtag 2004 in Karlsruhe
Sun wurde am 24. Februar 1982 von dem DeutschenAndreas von Bechtolsheim und den AmerikanernBill Joy,Vinod Khosla undScott McNealy gegründet, die offizielle Eintragung der Firma erfolgte jedoch erst am 16. Mai. Der Name Sun leitet sich vonStanfordUniversityNetwork ab, einem damaligen Projekt zur Vernetzung der Bibliotheksrechner an derStanford University.
Sun entwickelte 1984 mitNFS einNetzwerkdateisystem. Dieses wurde unter eineOpen-Source-Lizenz gestellt, wodurch es in der Unix-Welt einen großen Erfolg erzielte und auch heute noch sehr wichtig ist. Andere Projekte für den Unix-Bereich wieNeWS, gedacht als Alternative zumX Window System, hatten u. a. aufgrund des nichtöffentlichen Quellcodes kaum Erfolg.
Die frühen Computer der BaureihenSun-1,Sun2 undSun3 waren mit Prozessoren der68000er-Familie von Motorola (CISC-CPU) bestückt und liefen unter dem BetriebssystemSunOS, einemBSD-4.3-Abkömmling. Mit demSun-SPARC-Prozessor entwickelte Sun eine sehr leistungsfähigeRISC-CPU für die eigenen Workstations und Server derSun-4-Baureihe, auf denen die Betriebssysteme SunOS und späterSolaris liefen.
MitJava schuf Sun 1995 eine objektorientierte, systemunabhängige Programmierplattform, die schnell sehr viele Anhänger fand.
1999 kaufte Sun das UnternehmenStar Division mit dem Office-PaketStarOffice, das 2000 unter einer freien Lizenz (LGPL) alsOpenOffice.org veröffentlicht wurde und sehr schnell von Entwicklern aus der Open-Source-Gemeinde angenommen wurde. Im Mai 2005 übernahm Sun das SoftwareunternehmenTarantella. Im April 2006 schloss Sun Deutschland die Übernahmen vonStorageTek undSeeBeyond ab. Am 24. April 2006 teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit, dass der bisherige VorstandsvorsitzendeScott McNealy durchJonathan I. Schwartz ersetzt wird, der nach der Übernahme vonLighthouse Design 1996 zu Sun gekommen war.
Anfang 2008 übernahm Sun für rund eine Milliarde Dollar das UnternehmenMySQL AB, die bis dahin die Open-Source-DatenbankMySQL entwickelte und kommerziell vermarktete.[3] Kurz darauf folgte Innotek, der Hersteller der VirtualisierungslösungVirtualBox.[4]
Nach einem Bericht desThe Wall Street Journal vom März 2009 planteIBM, Sun Microsystems für 6,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen,[5] die Verhandlungen schlugen jedoch fehl.
Am 20. April 2009 kündigteOracle die Übernahme von Sun Microsystems für 7,4 Milliarden US-Dollar an.[6] Am 20. August 2009 gab Oracle bekannt, die Genehmigung zur Übernahme von Sun Microsystems erhalten zu haben. DasUS-Justizministerium genehmigte den Angaben zufolge die Übernahme durch Oracleohne Restriktionen.[7][8]Die EU-Kommission teilte nach einer ersten Prüfung am 10. November 2009 mit, dass siewettbewerbsrechtliche Probleme auf dem Markt für Datenbanken sehe. Sie äußerte deshalb Bedenken gegen die Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle.[9] Im Januar 2010 genehmigte die EU-Kommission die Übernahme allerdings ohne Auflagen.[10][11] Der Weltmarktführer für kommerzielle Datenbanken, Oracle, übernahm somit den führenden Anbieter für quelloffene Datenbanken (MySQL) sowie von Java.[12] Als direkte Auswirkung der Akquisition haben sich zahlreicheOpen-Source-Projekte von Oracle abgewendet.[13]
Für das im Juni 2009 beendeteGeschäftsjahr musste Sun einenVerlust von 2,2 Milliarden Dollar verbuchen. Zuvor wurden bereits innerhalb von drei Jahren 7600 Arbeitsplätze abgebaut, weitere 3000 Entlassungen wurden geplant, was auch europäische Niederlassungen betreffen sollte.[14]