Der Ort liegt im südlichenMaindreieck zwischenKitzingen undOchsenfurt. Sulzfeld a. Main ist über die A7, A3 sowie über die Bahnverbindung Kitzingen günstig erreichbar. Wander- und Fahrradwege in die Nachbargemeinden sind sehr gut ausgebaut. Durch Sulzfeld verläuft derFränkische Marienweg.
Es gibt nur dieGemarkung Sulzfeld a.Main.[5] Sie hat eine Fläche von 7,673 km² und ist in 2368Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3240,41 m² haben.[6][7]
Bis 2014 glaubte man, dass die erste urkundliche Erwähnung Sulzfelds aus dem Jahr 915 stammte. Das stellte sich jedoch als falsch heraus, weswegen eine für 2015 bereits geplante große 1100-Jahr-Feier vom Gemeinderat abgesagt wurde.[8] Ältester Nachweis für die Existenz von Sulzfeld ist nun eine kirchliche Urkundenfälschung aus dem Jahre 1007.[9] Am 8. August 1266 fand vor dem Ort die Cyriakus-Schlacht, eine der großen Ritterschlachten des Mittelalters, statt.
Auf seiner Reise nach den Niederlanden fuhrAlbrecht Dürer am 16. Juli 1520 mit einem Boot an Sulzfeld vorbei. Das berühmtePanorama der Stadt vonMatthäus Schiestl aus dem Jahre 1903 hält diese Szene in einer Farblithographie fest.
ImDreißigjährigen Krieg wurde Sulzfeld zweimal von den Schweden geplündert, so dass der Ort 1648 nur noch 59 Bürger und 7 Witwen zählte. 1796 wurde der Ort von französischen Revolutionstruppen gebrandschatzt. Der Besitz des Hochstifts, das zumFränkischen Reichskreis gehörte, kam nach derSäkularisation 1803 und den Wirren der Napoleonischen Kriege nach kurzer Zugehörigkeit zumGroßherzogtum Würzburg 1814 endgültig zumKönigreich Bayern.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1229 auf 1284 um 55 Einwohner bzw. um 4,5 %. 2013 hatte die Gemeinde 1348 Einwohner.Quelle: BayLfStat
Seit 1. Mai 2020 ist Matthias Dusel (Sulzfelder Kommunale Liste – SKL)Erster Bürgermeister; dieser wurde am 15. März 2020 mit 63,9 % der Stimmen gewählt.
Sein Vorgänger war mit einer Amtszeit von 36 Jahren (1. Mai 1984 bis 30. April 2020) Gerhard Schenkel (* 1955), nominiert von derSulzfelder Kommunalen Liste, an der CSU, Grüne, UFCW und unabhängige Persönlichkeiten beteiligt sind. Schenkel, der insgesamt sechsmal gewählt wurde, setzte sich zuletzt am 16. März 2014 mit 59,23 % der Stimmen gegen den Bewerber derWählergemeinschaft pro Sulzfeld durch.
Dem Gemeinderat gehören der Erste Bürgermeister und zwölf ordentliche Mitglieder an. SeitMai 2020 stellt dieSulzfelder Kommunale Liste (SKL/CSU/UFCW/GRÜNE/unabhängige Persönlichkeiten) sieben Gemeinderatsmitglieder und dieWählergemeinschaft pro Sulzfeld (WPS) fünf Gemeinderäte.[10] In der Amtszeit von Mai 2014 bis April 2020 stellten aufgrund derKommunalwahl am 16. März 2014 beide Gruppen jeweils sechs Gemeinderäte. Die WPS war im Frühjahr 2013 als parteilose Gruppierung erst gegründet worden.
Wappenbegründung: Erstmals dargestellt wurden die Figuren des heutigen Wappens auf einem Siegel des 17. Jahrhunderts. Die Farben Rot-Silber verweisen auf die Zugehörigkeit zum ehemaligen Hochstift Würzburg.
Das Dorf hat bis heute eine fast vollständig erhaltenemittelalterlicheBefestigungsanlage mit 21 Türmen. Es hat auch sein spätmittelalterliches Ortsbild weitgehend bewahrt. Bekannt ist Sulzfeld außerdem alsfränkischer Weinort; bekannte Lagen sind derSulzfelder Cyriakusberg und dasSulzfelder Maustal. Sulzfeld gilt außerdem als Geburtsort derMeterbratwurst, einer Variante der fränkischen Bratwurst. In einem örtlichen Gasthaus liegt der Verzehrrekord bei über sechs Meter. Der Wirt versichert: „Wer diesen Rekord bricht, der hat sämtliche Verzehrkosten frei“.
Den Mittelpunkt des Altortes bildet noch heute die katholische PfarrkircheSt. Sebastian. Das heutige Gotteshaus entstand zu verschiedenen Zeiten, der Turm wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn aufgestockt. Auf dem Gelände des Friedhofs entstand außerdem dieKreuzkapelle im 18. Jahrhundert.
In der Sulzfelder Altstadt hat sich eine Vielzahl an denkmalgeschützten Häusern und Höfen erhalten. Besondere Bedeutung für die Geschichte des Ortes hat das sogenanntefürstbischöfliche Kellereihaus aus dem 16. Jahrhundert. Mit seinen markanten Treppengiebeln überragt es den Ortskern in der Kettengasse 5. Mittelpunkt des Ortes ist das Renaissance-Rathaus mit der charakteristischenMariensäule vor der Fassade. Viele ältere Baulichkeiten sind in der Langengasse zu finden. Das HausLangengasse 5 und das AnwesenPapiusgasse 7 sind noch dem 15. Jahrhundert zuzurechnen.
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand in Sulzfeld am Main eineFährverbindung über den Main. Erstmals erwähnt wurde die Fähre bereits im 14. Jahrhundert. Allerdings war das Fährschiff immer der Konkurrenz zur nahenFähre in Marktsteft ausgesetzt. In der Frühen Neuzeit gab man deshalb zeitweise die Fähre auf. Erst 1955 erwarb die Gemeinde Sulzfeld am Main die Fährrechte von Marktsteft.
Der Ort wurde 2009 Bezirks- und Landessieger beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ und mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Beim Bundesentscheid erreichte der Ort 2010 unter den 30 schönsten Ortschaften Deutschlands die Silbermedaille.
In Sulzfeld haben sich eine Vielzahl sogenannterHausfiguren erhalten. Besonders im 18. Jahrhundert fanden diese Figuren an den Hausfassaden im Altort Aufstellung. Als älteste Figur in Sulzfeld gilt dieMadonna mit Kind, die von Künstlern aus der Riemenschneiderschule am Ausgang des Mittelalters geschaffen wurde. Das wertvolle Original wird in der Sebastianskirche aufbewahrt, am Haus selbst ist eine Replik zu finden.
Die ehemalige fürstbischöfliche Kellerei diente zur Aufbewahrung des Weins
Sulzfeld ist heute bedeutender Weinbauort imAnbaugebiet Franken. Insgesamt dreiWeinlagen existiert um das Dorf, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter den Namen Sulzfelder Cyriakusberg, Sulzfelder Maustal und Sulzfelder Sonnenberg vermarktet. Sulzfeld am Main ist Teil desBereichs MainSüden, bis 2017 waren die Winzer im BereichMaindreieck zusammengefasst. Die Muschelkalkböden mit Keuperbeimischungen um Sulzfeld eignen sich ebenso für den Anbau von Wein, wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.
Bereits seit demFrühmittelalter betreiben die Menschen um Sulzfeld Weinbau. Diefränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zurSelbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus.
Bereits während des Mittelalters stieg Sulzfeld zu einer der wichtigsten Weinbaugemeinden desHochstifts Würzburg auf, was seinen Niederschlag auch in der Errichtung der Ortsbefestigung und einer repräsentativen Kellerei zur Lagerung des Getränks fand. Der Überfall der Schweden imDreißigjährigen Krieg 1631 begann während derWeinlese, sodass nahezu die gesamte Ernte vernichtet wurde. In der Folge verarmte das Dorf, weil es großenteils vom Weinexport lebte.[13]
Der Weinbau erlebte nach derSäkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie derReblaus den Anbau. In Sulzfeld wurden aus den Vollerwerbs-, „Feierabend“-Winzer. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und dieFlurbereinigung der 1970er Jahre.[14]
Zusammen mit dem Kulturtourismus, der insbesondere den vollständig erhaltenen Altort zum Ziel hat, bildet der Weinbau heute in Sulzfeld einen wichtigen Wirtschaftszweig. So haben mehrereWeingüter im Ort ihren Sitz, darunter das mehrfach prämierteWeingut Zehnthof Luckert. Daneben wurde die Sulzfelder Weinlage Maustal vomVerband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zurGroßen Lage erklärt. Ein Rebsortenwanderweg zieht sich durch die Weinberge um Sulzfeld. Die jahrhundertealte Weinkultur prägt den Ort das ganze Jahr über. Mittelpunkt bildet dasStraßenweinfest Anfang August; es wird seit über 50 Jahren gefeiert.[15]
Johann Hartmann (* um 1550; † 1622), Amtskeller in Miltenberg
Johann Bonifaz Schetzler († 1572), Ratsschreiber und fürstbischöflicher Sekretär, vollendet die vonLorenz Fries begonnene „Hohe Registratur“, 1552 Belehnung mit Gut Dipach, 1568 Stadelschwarzach
Hans Ambrosi, Bernhard Breuer:Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.
Hans Bauer:Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In:Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980.Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.
Franz Zach:Sulzfeld am Main. In: Landrat und Kreistag des Landkreises Kitzingen (Hg.):Landkreis Kitzingen. Münsterschwarzach 1984. S. 541–544.
↑Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 7. Januar 2026.
↑Ambrosi, Hans (u. a.):Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.
↑Wolfgang Wegner:Finck (Vinck), Johannes. In:Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage,Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.):Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005,ISBN 3-11-015714-4, S. 401.