Streuselkuchen

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Streuselkuchen
Schlesischer Streuselkuchen
(Schläscher Sträselkucha)
Schlesischer Apfel- und Mohn-Streuselkuchen
Rhabarber-Streuselkuchen

Streuselkuchen, meistsynonym:Riwwelkuchen, ist ein flacherBlechkuchen ausHefefeinteig mit einem Belag ausStreuseln, einer krümeligen Mischung ausZucker,Fett undMehl. Er war früher vor allem inSachsen undSchlesien bekannt, ist aber heute in ganz Deutschland beliebt. Er gehört typischerweise zu den ungefüllten Blechkuchen, es werden aber auch Streuselkuchen mit verschiedenartigen Unterlagen unter den Streuseln hergestellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

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Obwohl die Erfindung des Streuselkuchens oft der schlesischen Küche zugesprochen wird, gibt es für diese Annahme keine schriftlichen Belege. „Auch wenn sich heute nicht mehr genau sagen lässt, wo der Streuselkuchen erstmals gebacken wurde, so gehörte er im 19. Jahrhundert und später sowohl in Schlesien als auch in den angrenzendenpreußischen Provinzen zu den bekanntesten hausgebackenen Kuchen. Von dort aus verbreitete sich der Streuselkuchen weiter. Letzteres wird (…) unter anderem mit den Wanderbewegungen der Schlesier in andere Regionen erklärt.[1]

Der Streuselkuchen ist wohl inObersachsen aufgekommen, das älteste bekannte Zeugnis ist in der 1584 erschienenen „Nawe Zeitunge“ desKaspar Füger, wo zwei Bauern aus Meißen erzählen: „Wir essen … Christwecken oder Streusselen“.[2][3][4] DerSächsische Streuselkuchen ist unter den sächsischen Kuchen einer der bekanntesten.[5]

Spätestens im 19. Jahrhundert war er in Schlesien auf jeden Fall allgemein bekannt und verbreitet und wurde zu zahlreichen Gelegenheiten in den Privathaushalten gebacken, unter anderem zurKirmes. So berichtete der DichterEichendorff im August 1857 in einem Brief: „Heute ist das Kirchweihfest der Schloßkapelle, es gab daher einen großen Sträußelkuchen zum Frühstück.[6] Weitere Anlässe waren dasErntedankfest,Hochzeiten undTaufen. Der schlesische MundartdichterHermann Bauch (1856–1924) hat dem „Sträselkucha“ sogar ein eigenes Gedicht gewidmet.[7] Belegt ist der Streuselkuchen für das 19. Jahrhundert auch inOst- undWestpreußen.[8]

Spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts war der Streuselkuchen auch imRheinland allgemein bekannt, wo er häufig nachBeerdigungen gegessen wurde, weshalb er dort den Beinamen „Beerdigungskuchen“ erhielt.[8]

Impfälzischen undsüdhessischen Raum war für Streuselkuchen lange Zeit die Bezeichnung „Riwwelkuchen“ üblich,[9] die heute landesweit vor allem unterrusslanddeutschenAussiedlern und Spätaussiedlern geläufig ist.[10]

Zubereitung

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Zur Zubereitung von Streuselkuchen wird zunächst der Hefeteig auf einem Backblech ausgerollt und bereits eine Weile gehen gelassen. Dann werden die Streusel (aus Zucker, Fett und Mehl im Verhältnis 1:1:2)[11] auf den Teigboden gestreut, wobei man vorher den Teig anfeuchtet, damit sie besser haften. Schließlich wird der Kuchen mit zwei Drittel-Gare bei etwa 220 °C gebacken.[12] Zum Befeuchten des Teiges kommen zahlreiche Mittel in Frage, die auch zur Verfeinerung des Geschmacks beitragen: Wasser, Milch, Sahne,Vanillecreme,Eistreiche, Zucker- oderHonigwasser oderKonfitüre. Nach dem Backen kann der Kuchen noch mitPuderzucker bestreut oder mitZuckerguss versehen werden.

Häufig wird als Fett Butter verwendet, man spricht dann auch von Butterstreuseln und Butterstreuselkuchen. Nach den Leitsätzen desDeutschen Lebensmittelbuchs muss Butterstreuselkuchen in Teig und Streuseln zusammengenommen mindestens 30 Teile Butter oder entsprechende MengenButterreinfett bzw. Butterfett auf 100 Teile Getreidemahlerzeugnisse und/oder Stärke enthalten. Andere Fette darf er nicht enthalten.[13]

Eine Abwandlung wird durch Unterlagen erzielt:

Streuselkuchen vor dem Gericht der Europäischen Union

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DerZentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hatte 2011 Klage beimEuG in Luxemburg eingereicht, da die EU-Kommission die polnische Bezeichnung „Kołocz śląski“ als geschützte geografische Angabe eingetragen hatte. Mit Erfolg: die Bezeichnung „Schlesischer Streuselkuchen“ war in der deutschen Fassung des EU-Amtsblatts ein redaktioneller Übersetzungsfehler gewesen („Kołocz śląski“ oder „Kołacz śląski“ bedeutet schlichtschlesischer Kuchen). DasEuG entschied mit dem Urteil vom 7. Oktober 2015, dassSchlesische Streuselkuchen nicht von der geschützten geografischen Angabe „Kołocz śląski“ oder „Kołacz śląski“ erfasst sind, und von den deutschen Bäckern hergestellt und vermarktet werden dürfen.[15]

Weblinks

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Commons: Streuselkuchen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Rezept für Streuselkuchen
Wiktionary: Streuselkuchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Irene Krauß:Chronik bildschöner Backwerke. Stuttgart 1999, S. 79
  2. Hermann Teuchert:Die Sprachreste der niederländischen Siedlungen des 12. Jahrhunderts. Böhlau Verlag, 1972,ISBN 978-3-412-95672-1,S. 297. 
  3. Tilman Allert:Kulinaristik: Forschung, Lehre, Praxis. LIT Verlag Münster, 2008,ISBN 978-3-8258-1081-8,S. 291 (google.de). 
  4. Streussel. In:Jacob Grimm,Wilhelm Grimm (Hrsg.):Deutsches Wörterbuch.Band 19:Stob–Strollen – (X, 3. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1957 (woerterbuchnetz.de). 
  5. Details. Abgerufen am 4. Januar 2019. 
  6. Sämtliche Werke des Freiherrn Joseph von Eichendorff. Historisch-kritische Ausgabe. In Verbindung mit Philipp August Becker herausgegeben von Wilhelm Kosch und August Sauer. 12. Band:Briefe von Eichendorff. – Briefe des Freiherrn Joseph von Eichendorff. Herausgegeben von Wilhelm Kosch. Regensburg, S. 243
  7. Streuselkuchen. In: mein-skerbersdorf.de. Abgerufen am 1. Januar 2017. 
  8. abIrene Krauß:Chronik bildschöner Backwerke. Stuttgart 1999, S. 76 ff.
  9. Riwwelkuche als hessischer Dialekt (Hanauer Gegend). Abgerufen am 16. Oktober 2024. 
  10. Riwwel gUG. Abgerufen am 16. Oktober 2024. 
  11. IREKS-Arkady-Institut für Bäckereiwissenschaft (Hrsg.):IREKS-ABC der Bäckerei. 4. Auflage. Institut für Bäckereiwissenschaft, Kulmbach 1985
  12. abClaus Schünemann, Günter Treu:Technologie der Backwarenherstellung. Fachkundliches Lehrbuch für Bäcker und Bäckerinnen. 10. Auflage. Gildebuchverlag, Alfeld (Leine) 2009,ISBN 978-3-7734-0150-2,S. 271–273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  13. Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze für Feine Backwaren, Abschnitt II 12
  14. Franz Maier-Bruck:Das große Sacher Kochbuch. Wiener Verlag, 1975,S. 532. 
  15. Bäcker dürfen Schlesischen Streuselkuchen backen. In: dhz.net. Abgerufen am 23. Dezember 2018. 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Streuselkuchen&oldid=249475791
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