His Majesty’s Armed Forces ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für die Streitkräfte Tongas, sieheHis Majesty’s Armed Forces (Tonga).
In diesem Artikel fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Geschichte,Nuklearwaffenarsenal, Kriegsverbrechen, allgemeine Informationen, wie genaue Befehls- und Organisationsstrukturen / Gliederung etc. Insgesamt für eine weltweit bedeutendeStreitkraft einfach nicht ausführlich genug! (vgl.Französische Streitkräfte)
Das Vereinigte Königreich hat eine jahrhundertelangekoloniale undimperiale Tradition mit der Stationierung von Soldaten auf allen Kontinenten der Welt.Großbritannien war zeitweise das größteWeltreich und umfasste ein Viertel der weltweiten Landmasse und Bevölkerung und war im 19. Jahrhundert die führendeSeemacht. In den Streitkräften desEmpire dienten regelmäßig auch viele Männer aus denbritischen Kolonien.
Bis 1940 waren verschiedene Ministerien getrennt für militärische Angelegenheiten und für die Teilstreitkräfte zuständig. Dasbritische Verteidigungsministerium von heute entwickelte sich aus einem Provisorium im Zweiten Weltkrieg, das erst 1964 institutionalisiert wurde. Es vereinigte die Kompetenzen derAdmiralty, desWar Office und desAir Ministry.
Die nationale Rechnungsprüfungsbehörde (National Audit Office) gab am 3. November 2006 einen Bericht heraus, demzufolge das Militär chronisch mit 2 bis 3 % unterbelegt sei. Das Operationstempo sei tendenziell zu hoch. Das Verteidigungsministerium entgegnete, es gebe Engpässe, wies eine Überdehnung der Streitkräfte aber von sich.[7]
Am 31. Oktober 2005 ratifizierte das britische Unterhaus denArmed Forces Act. Das Gesetz, das am 8. November durch die Unterschrift der Königin rechtskräftig wurde, fasste die Gesetzesbücher aller Streitkräfte zusammen und führte neue Gesetze ein.[8]
Verbände der Streitkräfte wurden auch nach dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig in Kampfeinsätze geschickt. Von 1968 bis 2015 fielen dabei jedes Jahr Soldaten; 2016 gab es keine Gefallenen.[9]
Die britischen Streitkräfte sind mit dem Schutz desbritischen Mutterlandes sowie derÜberseegebiete, der Durchsetzung britischerSicherheitsinteressen und der Teilnahme an multinationalenFriedensmissionen beauftragt.Per definitionem betrachten sich die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs als der internationalen Gemeinschaft verpflichtet.[10]
Die britische Regierung bezeichnet die Einbindung in dieStrukturen derNATO als existenziell für ihre Verteidigungspolitik.[11]
Die Strategie wurde in den folgenden Jahren kontinuierlich weitergeschrieben und die diversen Regierungen veröffentlichten ihre jeweiligen SDR in den Jahren 2010, 2015, 2021 und zuletzt 2025.
Die Kooperation mit den Partnern im euroatlantischen Raum stützt sich insbesondere auf die Mitgliedschaft in derNATO. Hinzu kommen ausgewählte vertiefte bilaterale Partnerschaften mit ausgewählten Verbündeten. Hierzu zählenFrankreich ("Lancaster House Vertrag" von 2010),Deutschland ("Trinity House Vertrag" von 2024 und "Kensington-Vertrag" von 2025) oderNorwegen ("Lunna House Vertrag" von 2025[12])
DemWestminster-System und britischer Rechtstradition zufolge ist der britische Premierminister, derzeitKeir Starmer, Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die alltägliche Ausgestaltung der Verteidigungspolitik übernimmt der Verteidigungsminister (Secretary of State for Defence), der ihn in Fragen der Verteidigung berät und ihn über den Zustand der Streitkräfte informiert. DasVerteidigungsministerium gliedert sich nicht, wie in den USA, nach Ressorts für die Teilstreitkräfte, sondern begreift die Streitkräfte als politische Einheit, mit deren Verwaltung einzelner organisatorischer Aspekte fünfStaatssekretäre (offiziell: je nach RessortMinister oderUnder Secretary) beauftragt sind.[13]
Der Verteidigungsminister wird vom fünfköpfigenGeneralstab des Vereinigten Königreiches (Chiefs of Staff) beraten, in dem alle Teilstreitkräfte vertreten sind. Der Generalstab leitet Anweisungen und Befehle der Politik über die militärischen Kommandostränge an die Adressaten weiter.
Die drei Stabschefs der Teilstreitkräfte, der Vorsitzende sowie sein Stellvertreter bilden den Generalstab der Streitkräfte des Vereinigten Königreiches,Chiefs of Staff genannt.
Die größte Teilstreitkraft ist dieBritish Army. Sie wird bei Bedarf von der „Army Reserve“ unterstützt.Sie hatte 2010 eine Sollstärke von 102.000 Soldaten und inzwischen (Stand 2023) von 82.000 Soldaten.[16] Sie hatte 2024 213Kampfpanzer vom TypChallenger 2 und 238 Artilleriegeschütze.[17] Der Challenger 2 wurde 1994 bis 2002 ausgeliefert. Seine Kanone ist veraltet; die im Leopard 2 A6 eingebaute120-mm-Glattrohrkanone L/55 ist wesentlich durchschlagskräftiger.
Von den drei Teilstreitkräften ist die Royal Navy seit derStrategic Defence Review 1998 am stärksten von Einsparungen betroffen. So wurde unter anderem die Anzahl der Fregatten und Zerstörer von 35 auf 25 und der Minenjagdboote von 25 auf 16 reduziert. Auch die U-Boot-Flottille wird mittelfristig von elf auf siebenJagd-U-Boote verkleinert. Mehrjährige Verzögerungen bei mehreren Rüstungsprojekten, darunter den Flugzeugträgern derQueen-Elizabeth-Klasse und den U-Booten derAstute-Klasse, führen zudem dazu, dass einige Schiffe deutlich über ihr geplantes Einsatzalter hinaus eingesetzt werden müssen. Lediglich die Kapazitäten der amphibischen Einheiten wurden mit insgesamt sieben neuen Landungsschiffen seit 1997 erhöht. Trotz der Einsparungen sollen die U-Boote derVanguard-Klasse ab 2028 durch die U-Boote derDreadnought-Klasse ergänzt bzw. ersetzt werden.
Besondere Beachtung in der Öffentlichkeit fand, im Zusammenhang mit der Sparpolitik, die Außerdienststellung derInvincible 2005. Kritiker warfen der Regierung vor, durch die vorzeitige Außerdienststellung des 2003 runderneuerten Flugzeugträgers die hohen Kosten für denIrak-Krieg ausgleichen zu wollen.
Im Haushaltsjahr 2025/26 betrug das Budget desVereinigten Königreiches £59,8 Mrd.GBP. In der Frühjahrserklärung 2025 kündigte die Regierung eine weitere Erhöhung des Verteidigungshaushaltes 2025/26 auf £62,2 Mrd. GBP an.[3]
Das UK gab im Jahr 2024 laut einer Berechnung desSIPRI umgerechnet$ 81,8 Mrd. (Kaufkraftparität undWechselkurse des Jahres 2024) für seine Streitkräfte aus. Damit hatte das UK den sechstgrößten Verteidigungshaushalt der Welt. Gegenüber 2015 war dies eine 23-prozentige Realsteigerung.[21] Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt nach NATO-Definition im Jahr 2025 betrug 2,4 %.[4]
Bei der Berechnung der tatsächlich getätigten Verteidigungsausgaben unternahm das Verteidigungsministerium zur Jahrtausendwende eine zweischrittige Umstellung seiner Bilanzierungspraxis. Bis zumHaushaltsjahr 1998–99 bilanzierte es nach demRückstellungsprinzip, bis es im April 1999 die Umstellung auf dieRechnungsabgrenzung in einem hauseigenen Verfahren namensResource Accounting and Budgeting vorbereitete. Diesen Schritt erachtete das Verteidigungsministerium wegen seinerSubstanzlastigkeit als notwendig.[26]
Die Streitkräfte unterhalten zudem etlicheMilitärbasen im Ausland. Hierzu gehörten mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 20.000 Soldaten. Nach dem Abzug im Jahr 2019 verbleiben noch etwa 750 britische Soldaten in Deutschland, darunter insbesondere Verbindungsoffiziere, Spezialisten auf den NATO-Übungsplätzen, in einem Depot in Mönchengladbach und Flusspioniere inMinden.[27][28] sowie im Raum Sennelager stationiert bleiben und derTruppenübungsplatz Senne weiter genutzt wird.[29] Zwei britische Hoheitsgebiete aufZypern mit etwa 7.000 Soldaten wurden aufgelöst. Außer denUSA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als das Vereinigte Königreich.Im Dezember 2010 waren 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunteretwa 9.500 imKrieg in Afghanistan. Im Dezember 2007 waren etwa 4.500 britische Soldaten imIrak.
Rund 9.100 britische Soldaten waren 2023 außerhalb Großbritanniens und aufGibraltar stationiert.[30]
Strategy Unit, Ministry of Defence:Strategic Defence Review. The Stationery Office, London 1998,ISBN 0-10-139992-8 (mod.uk [PDF]).
Strategy Unit, Ministry of Defence:SDR: A New Chapter (Cm 5566) Volume 1 – Introduction. The Stationery Office, London 2002,ISBN 0-10-155662-4 (mod.uk [PDF]).
Strategy Unit, Ministry of Defence:SDR: A New Chapter (Cm 5566) Volume 2 – Supporting Information and Analysis. The Stationery Office, London 2002,ISBN 0-10-155663-2 (mod.uk [PDF]).
Heyman, Charles:The Armed Forces of the United Kingdom 2007–2008. Pen & Sword Military, 2006,ISBN 1-84415-644-3.
↑Niklaus Nuspliger:Grossbritannien: Boris Johnson rüstet die Atomwaffen auf. In:Neue Zürcher Zeitung. 6. April 2021,ISSN0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 13. Februar 2024]).
↑Peter Leighton-Langer:X steht für unbekannt. Deutsche und Österreicher in den britischen Streitkräften im Zweiten Weltkrieg. BERLIN Verlag Arno Spitz, Berlin 1999,ISBN 3-87061-865-5.
↑Xiao Liang, Dr Nan Tian, Dr Diego Lopes da Silva, Lorenzo Scarazzato, Zubaida Karim, Jade Guiberteau Ricard: TRENDS IN WORLD MILITARY EXPENDITURE, 2024. SIPRI, April 2025, abgerufen am 14. Juli 2025 (englisch).