Stephanopogon
Stephanopogon | ||||||||||||
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![]() Stephanopogon spec. | ||||||||||||
Systematik | ||||||||||||
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Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
Stephanopogon | ||||||||||||
Entz, 1884 |
Stephanopogon ist eine aus sechs meeresbewohnenden Arten bestehendeProtisten-Gattung, deren systematische Position innerhalb derEukaryoten lange Zeit nicht klar war.
Merkmale
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Stephanopogon-Arten sind 20 bis 50Mikrometer groß,Alveolen undInfraciliatur fehlen. Es ist nur einZellkern vorhanden, dieser kann allerdings 2- bis 16-fach alsHomokaryot vorliegen. DerZellmund sitzt am Vorderende, dieCristae sind scheibenförmig. DieMikrotubuli derZellmembran sind längs ausgerichtet.
Die zahlreichen, in Reihen angeordneten, nicht flimmerndenGeißeln weisen jeweils nur einzelneKinetosome auf. Sie sind trompetenförmig in die Oberfläche der Zelle eingesenkt und werden durch strahlenförmig angeordnete Mikrotubuli gestützt.
Lebensweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Alle Arten leben bodennah (benthisch) im Meer bis in Tiefen von 100 Metern. Sie ernähren sich dort vonDiatomeen,Flagellaten undBakterien. Über ihre sexuelle Fortpflanzung ist nichts bekannt, eine Vermehrung per Zellteilung erfolgt nur imCystenstadium.
Systematik
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Ursprünglich wurde die Gattung aufgrund einiger morphologischer Ähnlichkeiten zu denWimperntierchen (Ciliata) gezählt, aufgrund des fehlenden zweiten Zellkerns als die scheinbar primitivsten Vertreter in einer Untergruppe Primociliata. Elektronenmikroskopische Untersuchungen zeigten jedoch das Fehlen noch weiterer wichtiger Merkmale derWimpertierchen auf (Alveolen und Infraciliatur), weshalb sie seit den frühen 1980er Jahren aus ihnen ausgegliedert und unter anderem als eigenesPhylumPseudociliata („Scheinwimpertierchen“) geführt wurden. Adl et al. hingegen stellten 2005 die Gattung als unklaren Rangesincertae sedis zu den Eukaryoten.
Voneinander unabhängige molekulargenetische Untersuchungen belegten 2008, dassStephanopogon das Schwestertaxon der GattungPercolomonas ist. Die aus den beiden Gattungen gebildeteKlade wiederum ist das Schwestertaxon derHeterolobosea. Cavalier-Smith zufolge stellen sie in ihrer Gesamtheit diePercolozoa als Schwester derEuglenozoa.[1][2]
Neuere Systematiken verstehen sie als Teil der Heterolobosea und platzieren sie dort innerhalb der GruppeTetramitia.[3]
Die Gattung umfasst sechs beschriebene Arten:[1]
- Stephanopogon apogon
- Stephanopogon mesnili
- Stephanopogon mobiliensis
- Stephanopogon paramesnili
- Stephanopogon colpoda
- Stephanopogon minuta
Nachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Klaus Hausmann, Norbert Hülsmann, Renate Radek:Protistology, 3. Auflage, 2003, S. 63,ISBN 3510652088
- Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Brugerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor:The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. The Journal of Eukaryotic Microbiology 52 (5), 2005; S. 444
Nachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abNaoji Yubuki, Brian S. Leander:Ultrastructure and molecular phylogeny of Stephanopogon minuta: An enigmatic microeukaryote from marine interstitial environments, In: European Journal of Protistology 44, 2008, S. 241–253
- ↑Thomas Cavalier-Smith, Sergey Nikolaev:The Zooflagellates Stephanopogon and Percolomonas are a Clade (Class Percolatea: Phylum Percolozoa) In: Journal of Eukaryotic Microbiology, 55(6), S. 501–509, 2008
- ↑Adl, S. M., Simpson, A. G. B., Lane, C. E., Lukeš, J., Bass, D., Bowser, S. S., Brown, M. W., Burki, F., Dunthorn, M., Hampl, V., Heiss, A., Hoppenrath, M., Lara, E., le Gall, L., Lynn, D. H., McManus, H., Mitchell, E. A. D., Mozley-Stanridge, S. E., Parfrey, L. W., Pawlowski, J., Rueckert, S., Shadwick, L., Schoch, C. L., Smirnov, A. and Spiegel, F. W.:The Revised Classification of Eukaryotes. Journal of Eukaryotic Microbiology, 59: 429–514, 2012,PDF Online