Steißbein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springenZur Suche springen
Kreuzbein und Steißbein (Ansicht von rechts)
Klassifikation nachICD-10
S32.2Fraktur des Os coccygis
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
Vorlage:Infobox ICD/Wartung{{{21BEZEICHNUNG}}}
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

DasSteißbein,Schweifbein, Schwanzbein, Os caudae (zu lat. cauda),Kuckucksbein/-knochen, Os cuculi (zu lat. cuculus),Os coccygis, Os coccygeum oderKokzyx (zulat. coccyx, griech. κόκκυξ) desMenschen ist derkaudale (‚schwanzwärtig gelegene‘, untere) Abschnitt derWirbelsäule und folgt auf dasKreuzbein (Os sacrum). Es dient verschiedenenBändern undMuskeln desBeckens, insbesondere desBeckenbodens und derHüftgelenke, als Ansatzpunkt. Typischerweise durch einen Sturz auf dasGesäß oder einen kräftigen Tritt kann das Steißbeinluxieren oderbrechen. Beide Verletzungen sind sehr schmerzhaft.

Inhaltsverzeichnis

Anatomie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Das Steißbein besteht aus meist vier, variierend 2 bis 8 Steißwirbeln,[1] die bei den meisten Menschen aber durchSynostose zu einem einheitlichen Knochen verschmolzen sind. Auch die typischen Merkmale von Wirbeln sind weitestgehend zurückgebildet. Das Steißbein wird alsRudiment derSchwanzwirbel derWirbeltiere angesehen, die sich im Laufe dermenschlichen Entwicklung zurückgebildet haben.[2]

DasKreuzbein-Steißbein-Gelenk kann auch alsSynchondrose (Knorpelhaft) ausgebildet sein und ab einem Alter von 30 Jahren verknöchern.[3]

Erkrankungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Steißbeinbruch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Steißbeinfraktur

Steißbeinbrüche (Steißbeinfrakturen, in der Regel Querfrakturen) entstehen durchTraumata wie Tritte, Sturz auf das Gesäß oder bei Schwergeburten. Symptome eines Steißbeinbruchs sind neben den starken Schmerzen insbesondere beim Sitzen gegebenenfalls ein sichtbaresHämatom oder sogar rektale Blutungen. Bei der Untersuchung tritt ein Druckschmerz in derGesäßfalte auf. Anders als bei der bloßen Prellung des Steißbeins und ebenso wie bei einer seltenen Steißbeinluxation kann bei einer rektalen Untersuchung eine schmerzhafte Beweglichkeit undKrepitation des Steißbeines festgestellt werden. Die Diagnose kann durch eine seitliche Röntgenaufnahme des Beckens gesichert werden. Die Behandlung erfolgt mittelsAnalgetika und Ruhigstellung. Zur Entlastung kann auch einRingkissen verwendet werden. Auch Abführmittel zur Erleichterung des Stuhlgangs können angezeigt sein. Eine operative Versorgung kann bei anhaltender schmerzhafter Instabilität (Kokzygodynie) oder Verletzungen des Mastdarms erforderlich sein. In diesem äußerst seltenen Falle erfolgt einechirurgische Entfernung desdistalen Knochenfragments.[4]

Steißbeinluxation

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die Verlagerung (Luxation) des Steißbeins kann nach Sturz, Tritt, bei der Geburt oder selten auch durch langanhaltende Fehlbelastungen wie das Fahrradfahren mit einem falschen Sattel auftreten. Das auslösende Ereignis kann schon lange zurückliegen, manchmal schon in der Kindheit, und die Symptome können infolge von Kompensationsmechanismen erst Jahre später auftreten. Betroffene haben bis zur richtigen Diagnose oft einen langen Leidensweg hinter sich. Die Behandlung erfolgt durch Einführung des Zeigefingers in denMastdarm. Der Therapeut greift das Steißbein mit dem Zeigefinger von innen und dem Daumen von außen und zieht es vom Kreuzbein dorsal (rückenwärts) weg, während das Kreuzbein leicht kaudal (in Richtung Füße) gezogen wird.[5]

Weitere Krankheiten

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DasSteißbeinteratom ist ein Tumor, der bei Embryos und Kleinkindern auftreten kann.[6]

DerSinus pilonidalis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesäßfalte in der Steißbeinregion. Die Erkrankung steht allerdings in keinem kausalen Zusammenhang zum Steißbein, so dass der deutsche Name „Steißbeinfistel“ vermieden werden sollte.[7]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Wiktionary: Steißbein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Steißbein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Martin Wiesmann, Jennifer Linn, Hartmut Brückmann:Atlas Klinische Neuroradiologie: Wirbelsäule und Spinalkanal. Springer-Verlag, 2013,ISBN 978-3-642-38109-6,S. 38 (google.com). 
  2. Anton Waldeyer:Anatomie des Menschen. Gruyter Verlag, 2002,ISBN 978-3110165616, S. 637.
  3. Walther Graumann:CompactLehrbuch Anatomie. Band 2, Schattauer Verlag, 2004,ISBN 978-3-7945-2062-6, S. 216.
  4. Mark D. Bracker:The 5 Minute Sports Medicine Consult. Lippincott Williams & Wilkins, 2001,ISBN 978-0-7817-3045-7,S. 90. 
  5. Henrik Simon:Lehrbuch Chiropraktik. Georg Thieme, Stuttgart 2014,ISBN 978-3-8304-7694-8,S. 145–146. 
  6. W. Schuster, D. Färber (Herausgeber):Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer 1996, Band II, S. 399 f.,ISBN 3-540-60224-0.
  7. LeitlinieSinus pilonidalis der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)
Normdaten (Sachbegriff):GND:4183078-7(lobid,OGND,AKS)
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Steißbein&oldid=254280186
Kategorien: