| Starostové a nezávislí | |
|---|---|
| Parteivorsitzender | Vít Rakušan |
| Gründung | 2009 |
| Ausrichtung | Regionalismus,BürgerlicherLiberalismus,Pro-europäische Politik |
| Farbe(n) | purpurrot, gelb |
| SitzeAbgeordnetenhaus | 22 / 200 (11,0 %) |
| SitzeSenat | 19 / 81 (23,5 %) |
| SitzeEU-Parlament | 2 / 21 (9,5 %) |
| EP-Fraktion | Fraktion der Europäischen Volkspartei |
| Website | starostove-nezavisli.cz |
Starostové a nezávislí, abgekürztSTAN (deutsch:Bürgermeister und Unabhängige), ist eine liberale politische Partei inTschechien. Die Ursprünge der Bewegung reichen bis ins Jahr 2004 zurück, in der heutigen, gesamtstaatlichen Form wurde sie im Jahr 2009 gegründet. Im Fokus der Tätigkeit liegen Fragen der Dezentralisierung. Vorsitzender war ab Februar 2009Petr Gazdík, seit April 2019 hatVít Rakušan den Vorsitz inne, der seit 2021 Innenminister in derRegierung Petr Fiala ist.
Bereits am 19. August 2004 ließ sich die Bewegung unter dem Namen „Nezávislí starostové pro kraj“ (abgekürzt NSK, Unabhängige Bürgermeister für die Region) beim Innenministerium der Tschechischen Republik registrieren,[1] wobei sich diese aus unzufriedenen Gemeindebürgermeistern, unabhängigen Kommunalpolitikern sowie politisch aktiven Bürgern zusammensetzte und sich so gut wie ausschließlich auf der Bezirks- bzw.Regionsebene betätigte, insbesondere in derRegion Zlín. In anderen Bezirken trat STAN zum Teil unter einigen leicht abweichenden Bezeichnungen auf. Bei den Bezirkswahlen im Herbst 2008 gelang es der Bewegung, in der Region Zlín knapp über 10 Prozent der Stimmen zu erreichen.[2][3][4]
Am 19. Februar 2009 trafen sich Vertreter der Bewegung aus 14 Bezirken bei Prag zu einer Versammlung, auf der die Bewegung unter der heutigen Bezeichnung „Starostové a nezávislí“ und auf der gesamtstaatlichen Ebene gegründet wurde. Obwohl der Schwerpunkt der Tätigkeit auf der lokalen Ebene der Bezirkspolitik blieb, war es die Absicht, sich auch auf der Ebene der Politik in der Tschechischen Republik zu etablieren.[3][4] Die Registrierung als „politische Bewegung“ erfolgte beim Innenministerium am 24. Februar 2009, als Vorsitzender wurdePetr Gazdík eingetragen.[1]
Vor den vorgezogenen und durch dasVerfassungsgericht schließlich gestoppten Parlamentswahlen 2009 ging die STAN ein Bündnis mit der ParteiTOP 09 ein,[5] das auch weiterhin forthielt und bei denParlamentswahlen 2010 zu einem erheblichen Erfolg führte: über die Kandidatenliste von TOP 09 (41 Mandate) wurden drei Stan-Repräsentanten in dastschechische Abgeordnetenhaus gewählt.[6] Das Wahlbündnis mit der TOP 09 wurde bei denAbgeordnetenhauswahlen 2013 wiederholt.
Im Vorfeld derAbgeordnetenhauswahlen 2017 verhandelte die STAN mit derKDU-ČSL über ein gemeinsames Wahlbündnis, das letztlich nicht zu Stande kam. Die STAN trat daher erstmals mit einer eigenen Liste an.

Im Oktober 2008 gelang es der STAN erstmals in die Politik vorzudringen. Bei den lokalen Wahlen war sie in 4 der insgesamt 14 Bezirke der Tschechischen Republik erfolgreich und errang dabei insgesamt 21 Mandate:[7]
Bei den Regionalwahlen 2010 erhielt die STAN 1.243 von insgesamt 62.178 Mandaten und wurde zur sechststärksten Kraft im Land.[8]
Bei derAbgeordnetenhauswahl 2010 kandidierten einige STAN-Mitglieder auf der Liste derTOP 09, drei von ihnen wurden gewählt.[6]
Bei der vorgezogenen Wahl desAbgeordnetenhauses 2013 kandidierten erneut STAN-Mitglieder auf der Liste von TOP 09, wobei fünf von ihnen gewählt wurden.[9]

2014 nahm die STAN an gleich drei Wahlen teil. In den kommunalen Städte- und Gemeindewahlen im Oktober setzten sich 3.073 Kandidaten durch (bei insgesamt 62.300 Mandaten), dies jedoch meist innerhalb verschiedener Wahlkoalitionen und auf deren Wahllisten.[9] Bei den zeitgleich stattfindendenWahlen zum Senat im Oktober konnte der Kandidat von STANZbyněk Linhart einen Erfolg verbuchen (33,34 % im ersten Wahlgang, 71,43 % im zweiten Wahlgang), ein weiterer,Jiří Vosecký, der zwar für die STAN kandidierte, obwohl er einer anderen Partei angehörte, wurde ebenfalls gewählt (20,14 % im ersten Wahlgang, 59,32 % im zweiten Wahlgang). Insgesamt wurden noch weitere 18 Kandidaten auf der gemeinsamen Wahlliste mit TOP 09 ins Rennen geschickt.[9][10] Bei der bereits im Mai stattgefundenenWahl des Europaparlaments errang die STAN in einer Wahlkoalition mit TOP 09 ein achtbares Ergebnis von knapp 16 %, gleichbedeutend mit 4 Mandaten für die Wahlliste, eins davon direkt für die STAN (von insgesamt 21 Mandaten für die Tschechische Republik).[9][11]
Bei derAbgeordnetenhauswahl in Tschechien 2017 am 20. und 21. Oktober 2017 erhielt die STAN 5,18 % der Stimmen und somit 6 Mandate.[12]
Bei derEuropawahl 2019, bei der die STAN wieder zusammen mit TOP 09 eine Koalition bildete, erhielten beide zusammen 11,65 % der Stimmen und 3 Mandate, wobei ein Mandat auf die STAN entfiel.[13]
Bei derAbgeordnetenhauswahl in Tschechien 2021 trat die STAN im Verbund mit derPiratenpartei an und konnte dabei ihren Sitzanteil stark ausbauen. Die STAN errang 33 Sitze im neuen Parlament (27 mehr als zuvor).
Bei derAbgeordnetenhauswahl in Tschechien 2025 trat die STAN wieder als Einzelpartei zur Wahl an und erhielt 11,23 % der Stimmen und somit 22 Mandate.[14]
In Wahlberichten derBöll- und derMercator-Stiftung wird Starostové a nezávislí zu den proeuropäisch-konservativen beziehungsweise den liberal-konservativen Parteien gezählt.[15][16]
Die Partei wurde im Jahr 2016 inTelepolis mit denFreien Wählern verglichen.[17]