| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Roßbach,Deutschland |
| Patrozinium | Elisabeth von Thüringen |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Johann Gottfried Werner |
| Fertigstellung | 1898 |
| Baubeschreibung | |
| Baustil | Neugotik |
| Koordinaten51° 10′ 17,8″ N,11° 46′ 37″ O51.171611.77695Koordinaten:51° 10′ 17,8″ N,11° 46′ 37″ O | |

Sankt Elisabeth ist dierömisch-katholischeKirche inRoßbach, einem Ortsteil der StadtNaumburg (Saale) imBurgenlandkreis inSachsen-Anhalt. Die nach derheiligenElisabeth von Thüringen benannte Kirche gehört heute alsJugendkirche zur benachbartenJugendbildungsstätteSt.-Michaels-Haus und steht auf dem Gebiet derPfarreiSt. Peter und Paul mit Sitz in Naumburg (Saale) imDekanat Merseburg desBistums Magdeburg. Das Kirchengebäude steht alsBaudenkmal unter der Erfassungsnummer094 81308 unterDenkmalschutz.
Die Kirche hat ihren Ursprung im 13. Jahrhundert,[1] die erste bekannte Erwähnung einer Kirche in Roßbach erfolgte im Jahre 1356.
Durch dieReformation wurden Roßbach und seine Kirche lutherisch. Nachdem dasKirchenschiff und der obere Teil des Kirchturms in den Jahren 1897/98 neugebaut worden waren, erfolgte 1898 die Wiedereinweihung des Gotteshauses als evangelische Kirche.[2]
Infolge derFlucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 ließen sich wieder Katholiken im Raum Roßbach nieder, sodass es am 1. Dezember 1946 zur Gründung einer katholischen Kirchengemeinde in Roßbach kam. Ihr Seelsorger nahm Wohnung im Haus Bergfrieden. Zuvor gehörten die Katholiken in Roßbach zur Pfarrei Naumburg. Pfarrer Sommer war Seelsorger für die Ordensschwestern im Haus Bergfrieden sowie die Roßbacher Katholiken. Erst später, als Roßbach bereits ein Ortsteil vonKleinjena war, wurde die Kirchengemeinde zurKuratieKleinjena Ot. Roßbach erhoben.
Die Kirche wurde nun für evangelische und katholische Gottesdienste genutzt, von 1970 bis 1982 wurde sie renoviert. 1978/79 übernahm die katholische Kirche die St.-Elisabeth-Kirche von der evangelischen Kirchengemeinde. Die Umgestaltung des Kircheninneren zum katholischenGotteshaus wurde durch den KünstlerWerner Nickel vorgenommen. Am 19. November 1982, dem Fest der heiligen Elisabeth, nahmWeihbischofTheodor Hubrich dieKirchweihe der St.-Elisabeth-Kirche vor. Er vertrat den erkranktenApostolischen AdministratorJohannes Braun, der die Weihe eigentlich vollziehen sollte.[3]
Am 1. März 2006 wurde der GemeindeverbundNaumburg – Bad Kösen – Freyburg – Laucha – Osterfeld errichtet,[4] zu dem auch Roßbach gehörte. Die KuratieKleinjena Ot. Roßbach war inzwischen aufgelöst und die St.-Elisabeth-Kirche der Kuratie Freyburg angeschlossen worden.[5]
Aus dem Gemeindeverbund entstand am 2. Mai 2010 die heutige PfarreiSt. Peter und Paul mit Sitz in Naumburg,[6] zu der neben der St.-Elisabeth-Kirche in Roßbach auch die KirchenChristkönig inBad Kösen undSt. Peter und Paul in Naumburg sowie dieChristkönigskapelle inEckartsberga gehören. Die damals ebenfalls zur PfarreiSt. Peter und Paul gehörenden Kapellen inFreyburg,Klosterhäseler,Laucha an der Unstrut undOsterfeld wurden inzwischenprofaniert.
Die St.-Elisabeth-Kirche wurde 2022 vomNaturschutzbund Deutschland alsLebensraum Kirchturm ausgezeichnet. Im Turm befinden sich Brutmöglichkeiten für Turmfalken.


DiegeosteteSaalkirche steht auf einem kreuzförmigenGrundriss. Der ArchitektJohann Gottfried Werner errichtete das Kirchenschiff im Baustil derNeugotik in den Jahren 1897/98. Der Unterteil des Turmes und derChor sind von einer Vorgängerkirche aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten. Das zentraleBuntglasfenster im Chorraum zeigtJesus Christus.
Im Westturm sorgt das restaurierte Turmuhrwerk von W. Kersten & Söhne (Dürrenberg, 1863) für die zuverlässige Anzeige der Uhrzeit.
Auf dem Grundstück Roßbach Nr. 48 erfolgte 1905 durchRentier Schunke der Bau einerVilla, demHaus Bergfrieden, dem heutigen Unterhaus der Jugendbildungsstätte. Auf dem Grundstück, am Hang oberhalb des Hauses Bergfrieden, stand bereits ein Anfang des 18. Jahrhunderts erbautes Jagdhaus, das heutige Oberhaus, welches auch als Weinberghaus bezeichnet wurde. 1915 verkaufte Herr Schunke das gesamte Anwesen anOberst Ralf Rando. Später wurde das Haus Bergfrieden noch erweitert.
Kurz vor Beginn desZweiten Weltkriegs vermachte der damalige, schon hochbetagte Besitzer das Anwesen denGrauen Schwestern von der hl. Elisabeth, die inHalle (Saale) amSt.-Elisabeth-Krankenhaus tätig waren. Er blieb im Haus wohnen und verstarb kurz vor dem Ende des Krieges.
Nachdem Anfang 1954 ein nächtlicherEinbruch in das Haus der Ordensschwestern erfolgt war, gaben diese das Anwesen in Roßbach auf. Noch im gleichen Jahr wurden die Immobilien durch das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg übernommen, das darin die religiöse Bildungsstätte der Jugend des Erzbischöflichen Kommissariats Magdeburg einrichtete. Noch 1954 wurde das Haus als Bildungsstätte eröffnet. Das alsLehmbau erbaute und inzwischen baufällige Oberhaus wurde in derDDR teilweise abgetragen und alsMassivbau neu errichtet.[7]