St. Anton liegt im oberen Teil desStanzertales, rund 100 km westlich der LandeshauptstadtInnsbruck, an der Grenze zuVorarlberg zwischen denLechtaler Alpen im Norden und derVerwallgruppe im Süden an derRosanna. Der Hauptort liegt auf1284 m ü. A., das Gemeindegebiet erstreckt sich bis auf3148 m ü. A. (Kuchenspitze). Der Hausberg ist der Gampen[1] und der höchstgelegene, mit Aufstiegshilfen erreichbare Punkt ist der Gipfel derValluga mit2811 m ü. A.
Die Gemeinde hat eine Fläche von 165,81 km², damit ist St. Anton flächenmäßig größer als dasFürstentum Liechtenstein.
In der SpalteKatastralgemeinden sind sämtlicheKatastralgemeinden einer Gemeinde angeführt. In der Klammer ist die jeweilige Fläche in km² angegeben.
In der SpalteOrtschaften sind sämtliche von der Statistik Austria erfassten Siedlungen, die auch eine eigeneOrtschaftskennziffer aufweisen, angeführt. In der Hierarchieebene derselben Spalte, rechts eingerückt, werden nur Ansiedlungen, die mindestens aus mehreren Häusern bestehen, dargestellt.
Zu beachten ist, dass manche Orte unterschiedliche Schreibweisen haben können. So können sich Katastralgemeinden anders schreiben als gleichnamige Ortschaften bzw. Gemeinden.
St. Anton am Arlberg trägt innerhalb von 750 Jahren bereits den fünften Namen: Um 1275 alsVallis taberna bezeichnet, folgte über Jahrhunderte der NameStanzertal (1275 – ca. 1805), ehe für kurze Zeit der GemeindenameSt. Jakob als Standort der altenKuratie St. Jakob übernommen wurde (1805 – ca. 1811). Auch dieser Name dürfte nicht zufriedenstellend gewesen sein und man einigte sich auf den Gemeindenamen nach dem alten OrtsteilNasserein (1811 – 1927), der inmitten der beidenFraktionen St. Jakob und St. Anton gelegen ist, wohl auch deswegen, da sich das Postgasthaus in diesem Ortsteil bis 1824 befand.
Mit dem Bau der neuen Landstraße im Jahr 1824 wurden die beiden Ortsteile St. Jakob und Nasserein umfahren und der Ortsteil St. Anton gewann immer mehr an Bedeutung. Als in den Jahren 1880 bis 1884 dieArlbergbahn gebaut wurde, stand bereits bei der Planung fest, dass die BahnstationSt. Anton am Arlberg heißen werde, obwohl der Gemeindename nach wie vor Nasserein war. Im Jahre 1927 benannte sich die bisher Stanzertal genannte Gemeinde schließlich in St. Anton am Arlberg um.
Als 1363 Tirol und bald darauf auch Vorarlberg zumHabsburgerreich gekommen waren, setzte auf dem Fahrweg über den Arlberg verstärkter Verkehr ein. DemTransport von Handelswaren aller Art, insbesondere demSalztransport, und den militärischen Gütern samt Truppenbewegungen kam dabei größte Bedeutung zu. Die Dörfer dies- und jenseits des Arlbergs erblühten und neue Siedlungen entstanden. ImUntertanenverzeichnis von 1427 werden 88 „Familienväter mit Weib und Kindern“ genannt, imFeuerstättenverzeichnis jedoch nur 65 Feuerstätten. Dies lässt darauf schließen, dass viele Familien in Doppel- und Dreifachhäusern gewohnt haben. Sehr aufschlussreich sind auch die im Original erhaltenenDorfordnungen aus dem Jahre 1656 und 1802, die alle Gehöfte mit ihren Bewohnern samt Rechten und Pflichten nennen.
Nach dem Verkauf der Alpgebiete auf dem Arlberg (Alpe Stern genannt) samt sonstigerAlprechte im Jahr 1450 an die StadtLindau amBodensee verschaffte sich diese die Kontrolle über den Arlbergverkehr. Lindau förderte aber den Salztransport vonHall über den Fernpass und schädigte so den Salztransportverkehr über den Arlberg empfindlich.
Im Laufe des 15. Jahrhunderts verfiel die Straße über den Arlberg derart, dass er mit Wagen nicht mehr befahrbar war. Dieser Zustand hielt sich von ca. 1450 bis 1787 und wurde erst mit der Eröffnung derJosephinischen Straße über den Arlberg wieder behoben. Der dadurch wieder stark steigende Fuhrwerksverkehr erzwang mit derKunststraße 1824 den weiteren Ausbau, was die Umfahrung von St. Jakob und Nasserein zur Folge hatte.
Etwa um 1860 nahm der Arlbergverkehr wieder rasch ab, da imAlpenvorland bereitsEisenbahnen entstanden waren und der Transport des Salzes nunmehr wieder über Bayern erfolgte. Für die Bevölkerung war der finanzielle Niedergang in allen Teilen des Dorfes spürbar. Viele Einheimische gingen nunmehr wieder als Maurer, Zimmerleute oder Handlanger ins Ausland, da sie von der klein strukturierten Landwirtschaft nicht leben konnten.
Ostportal des Arlberg-Eisenbahntunnels, wie es bis zum Neubau des St. Antoner Bahnhofs um die Jahrtausendwende bestand
1880 wurde mit dem Bau der Arlbergbahn und desArlbergtunnels begonnen. KaiserFranz Josef I. selbst besuchte 1881 die Tunnelbaustelle und begab sich ca. 1000 m in den Stollen hinein, um sich ein Bild der größten Baustelle der Monarchie machen zu können. Die Eröffnung 1884 bedeutete nicht nur eine einmalige technische Großleistung, sondern auch einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung für die Gebiete dies- und jenseits des Arlbergs. Der Bahnbau brachte Arbeit und auch die ersten Touristen kamen nunmehr mit der Eisenbahn nach St. Anton am Arlberg. Mit der Verlegung des Bahnhofs an den Südrand des Ortes wurde der Tunnel um über 400 m verlängert und endet nun direkt am Bahnhof.
Zunächst Segen, später Fluch der Arlberggemeinde St. Anton wurde der zunehmende Verkehr über den Arlbergpass. Ab Mitte der 1950er Jahre hatte der Verkehr derart stark zugenommen, dass die Gemeinde Gegenmaßnahmen ergreifen musste. Zunächst pendelten zwischen Langen am Arlberg und St. AntonAutotransportzüge als wintersichere Alternative zur Arlbergpaßstraße. Die damals mitten in St. Anton stehenden Züge blockierten aufgrund der längeren Be- und Entladezeiten aber entsprechend lange die dortigen Bahnübergänge.[3]
Arlberg-Straßentunnel - Mautstelle
Es entstand die Idee desArlberg-Straßentunnels in Verbindung mit derArlberg Schnellstraße. 1974 begannen schließlich die Arbeiten zu dem 13,91 Kilometer langen, wintersicheren und sondermautpflichtigen Tunnel zwischen St. Anton undLangen in Vorarlberg. Am 1. Dezember 1978 wurde dieser seiner Bestimmung übergeben. Diese Maßnahme führte zu einer starken Beruhigung des Durchgangsverkehrs durch St. Anton, sodass in der Folgezeit die Dorfstraße in weiten Teilen zur Fußgängerzone erklärt und die Kfz-Transporte durch den Bahntunnel eingestellt werden konnten.
Um 1815 begann auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Situation im Dorf das oft traurige Kapitel derSchwabenkinder. Unzählige Kinder armer Leute – zumeist Bergbauern undTagelöhner – wurden in Gruppen über den Sommer ins relativ reicheSchwaben geschickt und dort auf den Kindermärkten z. B. inRavensburg als billige Arbeitskräfte angeboten. Zumeist mussten sie sich als Hüterkinder und Mägde verdingen – erst 1914 sollte dies ein Ende nehmen.
Einflüsse der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges
So wurde auchRudolf Gomperz, welcher gemeinsam mitHannes Schneider St. Anton zu einem führenden Wintersportort gemacht hatte, als einer der letzten Juden von Tirol über Wien insVernichtungslager Maly Trostinez deportiert, wo er ermordet wurde. Des Weiteren wurden auch zwei Frauen des Ortes zurTötungsanstalt Hartheim beiLinz verschleppt und dort als „unwertes Leben“ ermordet.
Kurz vor Kriegsende glich das Dorf einem Heerlager: Vor den vorrückenden Amerikanern fliehendedeutsche Truppen stauten sich vor dem Arlbergpass, der wegen ungewöhnlich hoher Schneelage unpassierbar war. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner Anfang Mai 1945 gelang es den deutschen Truppen, weiterzuziehen, sodass der Ort weitgehend ohne Kampfhandlungen von den amerikanischen Truppen eingenommen werden konnte.
Von 240 im Zweiten Weltkrieg eingerückten Soldaten aus St. Anton kamen 86 nicht mehr zurück.
Die alte Galzigbahn mit Blick auf St. Anton am Arlberg
1895 wurde durch den GastwirtCarl Schuler das erste Hotel erbaut, welches 1897 mit dem NamenHotel Post eröffnet werden konnte. Das Hotel Post verfügte über ca. 110 Betten,Zentralheizung, elektrisches Licht sowie Lese- und Billardzimmer, eine Kegelbahn und einenLawn-Tennisplatz. Weitere Hotels folgten bald. 1910 hatte St. Anton bereits über 328 Gästebetten, die bis zum Beginn desErsten Weltkriegs, der die touristische Entwicklung vorerst stoppte, auf 369 anstiegen.
Am 3. Jänner 1901 wurde im Hospiz in St. Christoph derSki-Club Arlberg gegründet und bald wurden erste Skirennen durchgeführt. 1907 kamHannes Schneider als Skilehrer in das Hotel Post nach St. Anton. Mit seinerArlbergtechnik revolutionierte er den modernen Skilauf. 1922 gründete er dieSkischule St. Anton. In den darauf folgenden Jahren folgte eine weitere Erhöhung der Bettenzahl, 1927 zählte man, dank des unermüdlichen Einsatz vonRudolf Gomperz (ab 1926 Leiter des Tourismusbüros), bereits 664 Fremdenbetten.
In den1930er Jahren drehteArnold Fanck einige Spielfilme in St. Anton, darunterDer weiße Rausch,Fuchsjagd im Engadin undWunder des Schneeschuhs, die nachhaltig die Entwicklung des Skilaufes nicht nur am Arlberg, sondern in den gesamten Alpen mit beeinflussten. 1934 zählte man in St. Anton 1.000 Gästebetten und ca. 55.000 Übernachtungen.
Die neue Galzigbahn
Mit dem Bau der Seilbahn auf denGalzig 1937, deren unermüdlicher Verfechter und WegbereiterRudolf Gomperz war, wurde der Grundstein für eine groß angelegte Seilbahnerschließung gelegt, die in den Nachkriegsjahren mit dem Bau der St. Christoph-, Valluga-, Gampen- und Kapallbahn ihre Fortführung fand. Zu Beginn desZweiten Weltkriegs konnten 1154 Betten gezählt werden, während des Krieges war St. Anton Fronturlaubsziel mehrerer Heeresverbände.
Erst 1947 kam derFremdenverkehr langsam wieder in Gang und setzte sich kontinuierlich mit großen Steigerungen fort. Die Zahl der Gästebetten stieg von 1700 (Jahr 1956) bis auf 5658 (Jahr 1975) bei nunmehr über 560.000 Übernachtungen. Weitere Seilbahnerschließungen erfolgten in den Jahren 1965 bis 1975, darunter eine komplette Neuerschließung mit dem Bau der Rendlbahn imMoostal.
Von 1975 bis 1985 setzte sich diese Entwicklung fort und St. Anton wurde mit demArlberg Tarif Verbund zu einem Großraum-Skigebiet, der den Gästen die Benutzung aller Liftanlagen am gesamten Arlberg ermöglichte. 1985 erhöhte sich die Bettenzahl auf 7.325 bei 815.000 Übernachtungen. 1995 konnte eine Bettenzahl von 8.500 bei 900.000 Übernachtungen erreicht werden. In den 1990er Jahren erfolgte auch die Ausweitung der Beschneiungsanlagen durch die Arlberger Bergbahnen, welche eine weitgehende Schneesicherheit auf allen Skibergen herstellte.
Am 13. März 1988 gegen 6:50 Uhr ging eine Lawine aus den Einzugsgebieten des Wolfsgruben- und Stockibach ab und verschüttete Teile des Ortsteils Nasserein. Ein Haus wurde völlig zerstört und 29 weitere beschädigt. Fünf schwedische Urlauber und zwei einheimische Frauen starben, 23 weitere Personen wurden verletzt. DieB197 und dieArlbergbahn wurden unter bis zu 5 m Schnee begraben; St. Anton war drei Tage lang von der Außenwelt abgeschnitten. Bereits im folgenden Sommer begannen die Arbeiten an Lawinenverbauungen, die erst 2014 vollständig abgeschlossen waren.[4][5][6]
1996 beimFIS-Kongress inChristchurch/Neuseeland erhielt St. Anton den Zuschlag zur Durchführung derAlpinen Skiweltmeisterschaften 2001. Die Weltmeisterschaft selbst wurde dann zu einem großen sportlichen Ereignis mit mehr als 350.000 Zuschauern vor Ort. Mittelbar oder unmittelbar im Zusammenhang mit der WM entstanden zahlreiche Neubauprojekte im Ort. Das multifunktionale KongresszentrumARLBERG-well.com, das Zielstadion „FIS Alpine Ski WM 2001“ und dieNassereinbahn waren direkte WM-Projekte, darüber hinaus haben viele Hoteliers den Anlass genutzt, um die Bettenzahlen durch Erweiterungen aufzustocken oder ihre Gästehäuser zu renovieren. Als Großprojekt im Zusammenhang mit den Alpinen Skiweltmeisterschaften stand außerdem die Verlegung des Bahnhofes und des Streckenverlaufes.
Blick vom Ostportal des Arlbergtunnels auf den neuen Bahnhof von St. Anton am Arlberg
Im Zusammenhang mit den Alpinen Skiweltmeisterschaften 2001 wurde die Arlbergbahnlinie auf dem Gemeindegebiet verlegt und am Südrand des Ortes und südlich der Rosanna einneuer Bahnhof errichtet. Innerhalb von 36 Monaten wurde das zwei MilliardenSchilling teure Projekt realisiert und am 10. September 2000 wurde der offizielle Fahrbetrieb auf der neuen Strecke aufgenommen. Durch die Bahnverlegung wurde die über Jahrzehnte andauernde Teilung des Ortes durch die Bahnlinie aufgehoben und es entstanden neue Freiflächen mitten im Ort, die z. T. mit einem Park begrünt wurden. Auch ging dieLärmbelästigung durch die nunmehr teilweise eingehauste Bahntrasse erheblich zurück. Das alte Bahnhofsgebäude steht unterDenkmalschutz und bleibt erhalten.
Schäden an der Arlbergstraße im östlichen Bereich von St. Anton nach dem Alpenhochwasser 2005
BeimHochwasser im August 2005 wurde mit 186 m³/s am PegelStrengen der bislang höchste Durchfluss der Rosanna gemessen. An mehreren Stellen trat die Rosanna über die Ufer und zerstörte u. a. dieArlbergstraße B 197 in St. Anton. ZwischenFlirsch und Strengen wurde der Bahndamm derArlbergbahn unterspült, in Strengen auch Teile derB171, so dass das obere Stanzer Tal und damit St. Anton für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten waren. Telefon-, Mobilfunk- und Internetverbindungen waren ebenfalls unterbrochen. Die zu der Zeit im Bau befindliche Südröhre desStrenger Tunnels wurde innerhalb weniger Tage provisorisch für den Verkehr hergerichtet, um wieder eine behelfsmäßige Straßenverbindung zu schaffen. Im Gegensatz zum Paznaun kam es jedoch aufgrund der Talform des Stanzer Tals zu keinen großräumigeren Überflutungen.[7]
Am 13. März 2020 wurde St. Anton im Zuge derCOVID-19-Pandemie in Österreich für zunächst zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Ausländische Gäste wurden zuvor zur Ausreise aufgefordert. Teilweise flüchteten Gäste zu Fuß aus St. Anton.[8]
St. Anton am 9. September 2024, drei Wochen nach dem Unwetter: Der kleine Durchlass rechts vorn für den Steißbach verklauste, die Mure floss daraufhin unter der Rendlbahn hindurch und über den Busbahnhof ins Ortszentrum.
Intensiver Regen (an derZAMG-Wetterstation auf demGalzig fielen innerhalb von zwei Stunden 88 mm Regen[9]) führte zum Abgang einer 50000 m³ umfassendenMure aus dem im südöstlichen Galzighang liegenden Jungbrunnentobel sowie zu enormen Abflussfrachten aus dem Steißbachtal.[10] Die Geschiebemassen und das Wildholzverklausten einen Durchlass, so dass die Mure sich einen Weg über Straßen und Plätze suchte.[11] Der westliche Bereich des Ortszentrums westlich und nordwestlich des Bahnhofs und im Bereich der Talstation der Rendlbahn wurde teils meterhoch zugeschüttet, mehrere geparkte Fahrzeuge wurden weggespült und weitere vom Schlamm eingeschlossen[10] sowie 35 Häuser beschädigt.[12] Für die Einheimischen, die die Auswirkungen der Naturgewalten durchaus gewohnt sind, ist dieser Murenabgang ein Ereignis in einer bisher unbekannten Größenordnung.[11] Bis zu 350 Einsatzkräfte und ein Großaufgebot von jeweils bis zu 30 Baggern, LKW und Radladern waren danach zur Schadensbeseitigung eingesetzt.[13] Nachdem das Unwetter auch die Arlbergpassstraße etwa 400 m westlich der Landesgrenze Vorarlberg/Tirol teilweise wegriss und der Arlberg-Straßentunnel ohnehin den ganzen Sommer über wegen Bauarbeiten planmäßig gesperrt ist, war St. Anton bis zur provisorischen Reparatur der Passstraße von Vorarlberg auf dem Straßenweg eine Woche lang nicht direkt erreichbar.[14]
Innerhalb der Gemeinde bestehen die beiden katholischenPfarreien St. Anton und St. Jakob, deren Kirchengebäude sehenswert sind.
DieKirche von St. Anton wurde 1698 zu Ehren der hll. Jungfrau, Franziskus und des Ortspatrons Antonius von Padua geweiht. Die Kirche wurde 1932 vonClemens Holzmeister erweitert und gilt als besonders gelungenes Beispiel früher Denkmalpflege, die Altsubstanz mit moderner Architektur vereint. Außen weitgehend barock wirkend, ist das Interieur in Architektur, Malerei und Ausstattung von Moderne geprägt.
DerSt. Antoner Friedhof liegt abseits unterhalb des Dorfs, und steht ebenfalls unter Denkmalschutz.
DieSt. Jakober Kirche, dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht. Die Vorgängerkirche war die älteste Kirche im oberen Stanzertal (1275 erwähnt). Die heutige Kirche wurde 1773–1778 erbaut. Der trutzige Turmhelm von 1888 war das Wahrzeichen des Orts und wurde nach einem Brand 1943 neu konstruiert. Das Innere ist ein bedeutendes, geschlossenes Barockensemble. Insbesondere die Kanzel ist in künstlerischer Hinsicht besonders wertvoll. Die Fassade ist von einem großen Christophorus-Gemälde geziert. Auch der Friedhof der Kirche ist bemerkenswert.Museum St. Anton am Arlberg
St. Anton ist bekannt für seine Diskos, Pubs und Bars auf der Dorfstraße und an den Hängen entlang der Talabfahrten. Bekannt sind z. B. dasKrazy Kanguruh, dieKaminstube, derMooserwirt und dasTAPS an den Pisten, und im Ort dieBar Cuba, dasBobo’s, derQClub (bis 2021Horny B), dieMurrmel Bar, dasPiccadilly, derPostkeller und dieRosanna Lounge (bis 2021Scotty’s). Durch den hohen Anteil internationaler Gäste (über 50 % sind nicht-deutschsprachig) ist die „Kneipensprache“ teilweise Englisch.
DerTourismus dominiert die nahezu monostrukturierte Wirtschaft am gesamten Arlberggebiet. Es gibt zwar noch mehrere Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe, die jedoch vorwiegend in Abhängigkeit vom Ski-Tourismus stehen. DieArlberger Bergbahnen erschließt, als der größte Liftbetreiber im Tarifverbund mit 31 Seilbahn- und Liftanlagen – mit einer stündlichen Gesamtförderleistung von 58.405 Personen, das SkigebietSki Arlberg.
Mit circa 10.000 Gästebetten in Hotels und Beherbergungsbetrieben werden pro Wintersaison ca. eine Million Übernachtungen erreicht.Während die Sommersaison bis in die 1970er Jahre durch den TitelHöhenluftkurort auch von Bedeutung war, jedoch durch den Beginn des immer leistungsfähigeren Fernreisetourismus erheblich zurückging, ist seit Anfang der 90er Jahre wieder ein Trend zum Sommertourismus in St. Anton auffällig. Sportarten wieMountainbiking oderNordic Walking locken immer mehr sportbegeisterte Urlauber in der schneearmen Zeit an den Arlberg. Hotels, Gaststätten und die Bergbahnen haben sich darauf eingestellt und bieten mittlerweile spezielle Aktiv-Pakete für Sommergäste an.
Seit 2002 besteht ein Freibad mit Wellnesscenter, um Touristen auch in den Sommermonaten anzuziehen. 2008 wurde weiters die alte Tennishalle erneuert, die nun eine Bowling-/Kegelbahn, eine Mehrzweckhalle (Tennis, Volleyball, Fußball) sowie einen Squash-Platz und einen Luftgewehrschießstand enthält. Herzstück der neuen Halle ist der Kletterbereich.
Dennoch bleibt der Ski-Tourismus weiterhin die Haupteinnahmequelle des Ortes.
305 km präpariertePisten mit folgenden Schwierigkeitsgraden: 131 km leicht, 123 km mittel, 51 km schwer
200 km naturbelassene, aber gesicherte Tiefschneerouten
10 Skiwanderrouten
ein Hallenbad mit Außenbereich (neben zahlreichen Hotelhallenbädern) und Fitnesscenter
ein multifunktionales Sportzentrum
eine beleuchtete, 4,3 km langeRodelbahn (ab der Bergstation der Nassereinbahn) mit einem Höhenunterschied von über 500 m.
Skihütten (teilweise auch im Sommer bewirtschaftet) gibt es im gesamten Skigebiet. Hier eine Auswahl:Rodelhütte (an der Rodelbahn), Hospiz-Alm (St. Christoph), Heustadl, Sennhütte,Ulmer Hütte (DAV-Hütte), Kaminstube, Mooserwirt, u. v. m.
DieLandwirtschaft ist in der Gemeinde von jeher klein strukturiert und seit vielen Jahren stark rückläufig. Aktuell gibt es noch 41 Nebenerwerbsbetriebe, die zumeist im Ortsteil St. Jakob gelegen sind. Auch dieAlmen (Alpen genannt) werden noch bewirtschaftet. Neben der Rinder- und Schafhaltung werden in den letzten Jahren vermehrt wieder Pferde (Haflinger) gehalten.
St. Anton verfügt über zwei Kindergärten, zwei Volksschulen und eine Hauptschule/Neue Mittelschule.
Im Ortsteil St. Christoph ist die Bundesskiakademie St. Christoph am Arlberg (Ski Austria Academy, früher Bundessportheim). Hier werden neben Skilehrern und Sportstudenten auchLeistungssportler im alpinen Bereich ausgebildet. Zahlreiche erfolgreiche Schisportler haben diese Schule besucht.
St. Anton wird vom dort ansässigen UnternehmenEWA, das drei Wasserkraftwerke mit insgesamt 52 GWh Jahresproduktion betreibt, hinsichtlich Stromversorgung als autark bezeichnet.[15]
Bei der Direktwahl des Bürgermeisters parallel zur Gemeinderatswahl 2016 wurde der bisherige Bürgermeister Helmut Mall als einziger antretender Kandidat wiedergewählt.[18] Im Jahr 2022 setzte er sich mit 74 Prozent gegen seinen Gegenkandidaten durch.[16]
Blasonierung:InSilber über blau gewelltemSchildfuß drei grüne Berge, der rechte und linke erhöht und mit silbernen Spitzen, der mittlere mit einem sich nach oben verjüngendemPfahl, darüber mit den Fängen auf dem rechten und linken Berg aufstützend, derTiroler Adler. Die Farben der Gemeindefahne sind Weiß-Rot.
Seit 1927 haben alle Tiroler Gemeinden das Recht, ein Wappen zu führen (bis dahin war das den Städten und Märkten vorbehalten). St. Anton war die erste Gemeinde, die nach dem neuen Gesetz ein Wappen verliehen bekam. Es wurde im Zuge der Namensänderung 1927 verliehen und symbolisiert die Passlage am „Tor zu Tirol“ von Westen. Der silberne Pfahl steht dabei für die Arlbergstraße, der gewellte Schildfuß für die Rosanna.[19]
Karl Fahrner (1929–1996), österreichischer Skirennläufer
Hans Thöni (* 1931), Baumeister und Heimatforscher
Ernst Falch (* 1939), österreichischer Skirennläufer
Max von Tilzer (* 1939), österreichischer Biologe und emeritierter Professor für aquatische Ökologie an der Universität Konstanz und früherer Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung
Karl Gabl (* 1946), österreichischer Meteorologe und Bergsteiger
Gertrud Gabl (1948–1976), österreichische Skirennläuferin und Weltcupsiegerin
Andreas Öttl (* 1974), Solotrompeter im Orchester der Bayerischen Staatsoper, Universitätsprofessor für Trompete an der Universität Mozarteum Salzburg[22]