Springe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterSpringe (Begriffsklärung) aufgeführt.
WappenDeutschlandkarte
Springe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Springe hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten:52° 13′ N,9° 33′ O52.2166666666679.55107Koordinaten:52° 13′ N,9° 33′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis:Region Hannover
Höhe:107 m ü. NHN
Fläche:160,12 km2
Einwohner:29.897 (15. Jan. 2020)Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Noch nicht auf Metavorlage umgestellt
Postleitzahl:31832
Vorwahlen:05041, 05044, 05045
Kfz-Kennzeichen:H
Gemeindeschlüssel:03 2 41 017
LOCODE:DE SRE
NUTS:DE929
Stadtgliederung:12Ortsteile bzw.Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Auf dem Burghof 1
31832 Springe
Website:www.springe.de
Bürgermeister:Christian Springfeld (parteilos, vorherFDP)[1]
Lage der Stadt Springe in der Region Hannover
Karte
Karte
Verkehrsanbindung von Springe
Springe alsMerian-Stich um 1650

Springe ist eine Stadt mit rund 30.000 Einwohnern in derRegion Hannover.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

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Lage, Gewässer

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Die Stadt liegt an derDeisterpforte, einem flachenTalpass zwischen den südlichen Ausläufern desDeisters und demKleinen Deister. In der Deisterpforte entspringt der FlussHaller, der der Stadt Springe ihren mittelalterlichen NamenHallerspring gab.

Die beiden Quellen der Haller sind am Raher Berg in dem FlurstückAm Spielbrink auf der Höhe123,2 m ü. NN in einer Wassergewinnungsanlage der WasserversorgungsgesellschaftAvacon-Wasser, ehemalsPurena erschlossen; die Purena[2] war ein Beteiligungsunternehmen derE.ON Avacon. Die Hallerbrunnen fördern Quellwasser aus dem zum TeilverkarstetenKorallenoolith desMalm, das durch Zuflüsse aus den rund 15 m mächtigen quartären Lockergesteinen ergänzt wird. Das geförderte Wasser ist leicht alkalisch und weist erhöhteKarbonathärte auf. Die Quellen werden für die Trinkwasserversorgung der Stadt Springe genutzt; ihreSchüttung beträgt etwa 0,5 Millionen m³ pro Jahr.

Stadtgliederung

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Stand: 15. Januar 2020[3]

Nachbargemeinden

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Springe grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, anBarsinghausen,Wennigsen (Deister),Ronnenberg,Hemmingen undPattensen (Region Hannover), anNordstemmen undElze (Landkreis Hildesheim), sowie anSalzhemmendorf,Coppenbrügge undBad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont).

Geschichte

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Springe wurde 1013 erstmals als Hallerspringe urkundlich erwähnt. In einer Grenzbeschreibung desBistums Hildesheim, die als undatierte Abschrift überliefert ist, nach Form und Inhalt aber dem ausgehenden 10. Jahrhundert zugewiesen werden muss, wird Springe unter dem Namen Helereisprig erwähnt. Die Grafen vonHallermund errichteten nach dem Verlust ihrerBurg Hallermund amKleinen Deister an dieWelfen 1282 ein festes, burgähnliches Haus an der heutigen Stelle von Springe. Von diesem neuen Herrschaftssitz aus verwalteten sie ihre Grafschaft. Vermutlich entstand dadurch Springe als Neuanlage. Die Einrichtung des gräflichen Sitzes und die Befestigung des Ortes führten im 13. Jahrhundert zur Erlangung derStadtrechte. Während des Mittelalters war Springe Stammsitz der Grafen Hallermund und ihrer Nachfolger, einer Seitenlinie derGrafen von Kevernburg. Aus deren Herrschaftsgebiet ergab sich später dasAmt Springe und nach verschiedenen Umbenennungen und Erweiterungen im Jahre 1884 der Kreis Springe.

Mit dem Ausgang des 10. Jahrhunderts tauchen in Urkunden die ersten Ortsnamen der heute zu Springe gehörenden Stadtteile auf, und bis zum Jahre 1300 sind alle heute bestehenden Dörfer und Städte urkundlich erwähnt.

Die Entstehung und das Wachstum des Ortes hängen eng mit seiner verkehrsgünstigen Lage an derDeisterpforte zusammen. Hier ist die Grenze zwischen dem Flachland und dem Bergland, in das die Deisterpforte hineinführt. Außerdem liegt der Ort auf der Wegesmitte zwischen den wirtschaftlichen Schwerpunkten Hannover und Hameln. Diese günstige Lage entfaltete jedoch erst mit dem „Chaussee-Ausbau“ der heutigenB 217 im 18. Jahrhundert und mit der Fertigstellung derEisenbahnlinie Hannover-Altenbeken im Jahre 1872 ihre Wirkung.

Gegen Ende desZweiten Weltkrieges wurde Springe im April 1945 zum Kriegsschauplatz, nachdem US-amerikanische Truppen dieWeser überquert hatten und sich auf Hannover zubewegten. Das Stellvertretende Generalkommando XI in Hannover ordnete das Infanterie-Regiment „Deister“ unter Oberst von Osterott nach Springe ab. Der Stab quartierte sich im Forsthaus Morgenruhe ein. Westlich und östlich der Stadt wurdenFlakgeschütze postiert und eine bis zu 300 Meter langePanzersperre an der Engstelle derDeisterpforte angelegt. Am 7. April besetzten die AmerikanerEldagsen. Springes Bürgermeister Jürgens versuchte Oberst von Osterott erfolglos zur Aufgabe zu bewegen. Am 8. April war Springe von amerikanischen Einheiten eingeschlossen. Jagdbomber warfenSpreng- undBrandbomben, die die Domänengebäude trafen und elf Todesopfer forderten. Unterdessen näherten sich von Eldagsen und der Hamelner Straße Panzer der Stadt. Abwehrgefechte an der Panzersperre forderten einen deutschen Gefallenen und einen Verwundeten. Am Abend des 8. April 1945 war Springe vollständig besetzt.[4]

Eine stetige Entwicklung zu einer Mittelstadt setzte nach Beendigung des Ersten und besonders des Zweiten Weltkrieges ein (1933 = 3912 Einwohner). Bis zurKreisgebietsreform, die am 1. März 1974 in Kraft trat, war Springe die Kreisstadt desLandkreises Springe. Danach gehörte Springe zumLandkreis Hannover, der am 1. November 2001 in der heutigenRegion Hannover aufgegangen ist. Heute wohnen in der Kernstadt etwa 13.000 Einwohner.

Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Springe zumRegierungsbezirk Hannover, der wie die übrigen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.[5]

Eingemeindungen

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Die heutige Stadt Springe ist am 1. März 1974 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Alferde, Altenhagen I, Alvesrode, Bennigsen, Boitzum, Gestorf, Holtensen, Lüdersen, Mittelrode und Völksen sowie den Städten Springe und Eldagsen entstanden.[6] Durch die Gebietsreform verlor die Stadt Eldagsen ihre im 13. Jahrhundert verliehenen Stadtrechte und ist heute der viertgrößte Ortsteil der Stadt Springe. Nach Protesten der Eldagser Bevölkerung erhielt der Stadtteil seine städtischen Namensrechte zurück und trägt nun den offiziellen Titel „Stadt Eldagsen, Stadtteil der Stadt Springe“.

Religion

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Am 31. Dezember 2022 waren 41,5 % der 30.054 Einwohner evangelisch und 8,8 % römisch-katholisch. Eine einfache Mehrheit – 49,3 der Bevölkerung – gehörte einer anderen oder keiner rechtlich-körperschaftlich verfasstenGlaubensgemeinschaft an.[7][8]

Es gibt zweievangelisch-lutherische Kirchengemeinden, St. Andreas mit der historischenKirche im Stadtzentrum und St. Petrus mit der modernen Kirche im Nordwesten der Stadt. Die Kirchengemeinden gehören zum Kirchenkreis Laatzen-Springe mit Sitz in Pattensen, zu ihnen gehört auch der Waldkindergarten. DieLandeskirchliche Gemeinschaft Springe hat ihren Gemeinschaftsraum an der Burgstraße, ihre Anfänge gehen auf das Jahr 1907 zurück.

Diekatholischen Christen versammeln sich in derChrist-König-Kirche am Erzbischof-Joseph-Godehard-Platz.[9] Sie wurde 1980 errichtet, ausgeführt als turmloser Zentralbau, als Nachfolge für eine gleichnamige bereits 1951 errichtete Kirche. Ihre Pfarrgemeinde gehört zumDekanat Hannover.

DieEvangelisch-freikirchliche Gemeinde nutzt nach jahrzehntelangem Provisorium seit 1998 die selbst erbaute Kreuzkirche an der Jägerallee.[10] In den Jahren 2022–2023 wurde das Gebäude um weitere Gruppenräume und ein neues Foyer erweitert.

Seit 1931 gibt es eineneuapostolische Gemeinde, die sich in der 1967 eingeweihten Kirche an der Straße Im Sieke versammelt. Im Jahr 2005 erfolgte die Fusion mit den Gemeinden Springe-Altenhagen und Bad Münder, woraufhin die Kirche umgebaut und erweitert wurde. Die Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Hannover-Südwest.

DieGemeinschaft Christi ist seit 1947 in Springe vertreten und besitzt seit 1971 an der Straße Im Reite ein Kirchengebäude. Seit September 2005 befindet sich einKönigreichssaal derZeugen Jehovas in der Rathenaustraße im Industriegebiet.

Das Lutherheim, am nördlichen Ende der Jägerallee gelegen, ist eine christliche Tagungsstätte.

Weitere evangelische und katholische Kirchen befinden sich in zu Springe eingemeindeten Ortschaften.

  • St.-Andreas-Kirche
    St.-Andreas-Kirche
  • Christ-König-Kirche
  • Neuapostolische Kirche
    Neuapostolische Kirche
  • Gemeinschaft Christi
    Gemeinschaft Christi
  • Kreuzkirche Jägerallee
    Kreuzkirche Jägerallee
  • St. Marien in Lüdersen
    St. Marien in Lüdersen
  • Innenstadt
    Innenstadt
  • Springer Haus im Jahre 1900
    Springer Haus im Jahre 1900

Politik

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Kommunalwahl 2021[11]
Wahlbeteiligung: 62,85 % (2016: 57,1 %)
 %
30
20
10
0
28,2 %
21,0 %
16,0 %
9,1 %
3,7 %
2,9 %
12,2 %
5,8 %
2,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
−14
−2,4 %p
−14,0 %p
+6,0 %p
+2,0 %p
−4,9 %p
+1,1 %p
+12,2 %p
+3,4 %p
+2,4 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g Zukunft für Springe
h Freie Wählergemeinschaft Springe
i darunter Einzelbewerber Lampe: 1,4 %

Rat der Stadt

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Der Stadtrat der Stadt bzw.nach niedersächsischem Kommunalrecht selbständigen Gemeinde Springe setzt sich aus 36 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Sitzverteilung nach derKommunalwahl am 12. September 2021 sieht folgendermaßen aus (mit Vergleich zu den Wahlen2016[12],2011[13] und2006):

CDUSPDGrüneFDPLinkeAfDZfSFWS0EB0Gesamt
2021810631142136 Sitze
2016131132121134 Sitze
20111313711 –136 Sitze
200615163236 Sitze

Bürgermeister

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Bürgermeister ist Christian Springfeld (FDP). In der Stichwahl am 31. Januar 2016 konnte sich Springfeld mit 55,0 % durchsetzen. Seinen Dienst hat er am 12. Februar 2016 angetreten. Seine Vereidigung erfolgte in der Ratssitzung am 18. Februar 2016.

Bei der Wahl am 12. September wurde er mit einem Stimmenanteil von 55,64 % im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,78 %.

bisherige Amtsinhaber
  • bis 2002: Gerd Schwieger (SPD)
  • 2002–2015: Jörg-Roger Hische (parteilos)
  • 2015–2016: vakant; Gerd-Dieter Walter als Verwaltungschef
  • seit 2016: Christian Springfeld (FDP)

Jugend

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Es gibt Aktivitäten mehrerer Nachwuchsorganisationen der Parteien, hier sind unter anderem dieJunge Union oder dieJusos in Springe zu nennen. Daneben sind zahlreiche Jugendverbände wie beispielsweiseEvangelische Jugend,Jugendfeuerwehr,THW-Jugend,Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder,Deutsches Jugendrotkreuz,Sportjugend,Entschieden für Christus,Fridays for Future und die DeisterAntifa aktiv.

Städtepartnerschaften

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Partnerschaften gibt es mit

Wappen

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Das Springer Stadtwappen stellt nach neuerer Deutung die drei Quellen derHaller dar, die unweit Springes am Fuße des Kleinen Deisters, in der Deisterpforte, entspringt. In den drei Winkeln des Wappens sieht man je eine fünfblättrige Rose, das Schild- und Siegelzeichen der ab dem 12. Jahrhundert bestehenden Grafschaft Hallermund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Siehe auch:Liste der Bodendenkmale in Springe
Jagdschloss Springe am Saupark

Am Rande desSauparks steht dasJagdschloss Springe. Es entstand in den Jahren 1836 bis 1842[14] nach Plänen des HofbaumeistersGeorg Ludwig Friedrich Laves zunächst als eingeschossiger Bau und wurde später aufgestockt. Bis 1912 folgten weitere Forst- und Jagdgebäude, darunter rechts und links des Schlosses zweiKavaliershäuser. Das Jagdschloss war der Ausgangspunkt für herrschaftliche Jagden deshannoverschen Königshauses. 1965 gelangten die Bauten in den Besitz derniedersächsischenLandesforstverwaltung. Um 1990 wurde das Erdgeschoss aufwendig renoviert, wobei in zwei prunkvollen Sälen der klassizistische Stil wiederhergestellt wurde. Heute kann das Schloss besichtigt werden. Teile des Gebäudes können für Veranstaltungen gemietet werden. Als Niederlassung des Springer Standesamtes sind auch Trauungen möglich. Im Erdgeschoss beherbergt das Schloss ein Jagdmuseum. In den Obergeschossen ist eine Ausbildungsstätte der Landesjägerschaft Niedersachsen untergebracht.

Baudenkmäler

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Hauptartikel:Liste der Baudenkmale in Springe
Siehe auch:Alter Friedhof (Springe)

Parks

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Märzenbecher im Elmschebruch zwischen demSaupark undEldagsen.
Hauptartikel:Saupark Springe

Der Saupark ist ein etwa 14 km² großes Waldgebiet, das größtenteils auf den HöhenzügenKleiner Deister undNesselberg liegt. Das Gebiet wurde seit Mitte des 17. Jahrhunderts von den hannoverschen Königen alsJagdrevier genutzt und zu diesem Zweck 1840 mit einer 16 km langenKalksteinmauer umzogen. Der Park ist ein umschlossenesWildgehege, in dem viele Wildtierarten leben. Der Waldbestand des Sauparks ist ein alter Laubmischwald ausBuchen undEichen. Daneben überwiegen bei den Nadelhölzern dieFichten. Auch gibt es eineKastanienallee. Diese wird Kaiserallee genannt, da der frühere Kaiser mit seiner Kutsche vom Bahnhof in sein Jagdschloss fuhr. Neben Felswänden, Höhlen,Hügelgräbern,Quellen und Wildwiesen gibt es hier noch zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten.

Im nordöstlichen Teil des Sauparks liegt das 90 ha großeWisentgehege Springe, in dem Besucher nebenWisenten etwa 100 heimische Wildtierarten beobachten können.

Burgen

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Das Rathaus befindet sich im ehemaligen Amtshaus, das aus derBurg Springe entstanden ist.

Im Bereich des heutigen Stadtgebiets liegen die Reste von dreifrühgeschichtlichenWallburgen. Die älteste ist dieBarenburg im Osterwald oberhalb desKlosters Wülfinghausen bei Eldagsen. Nahe dem OrtsteilAltenhagen I liegen auf einem Ausläufer des HöhenzugesNesselberg die Reste derKukesburg, einer früherenRingwallanlage. Die Verteidigungsanlage entstand zu verschiedenen Zeiten, wobei die älteste Bauphase im3. Jahrhundert v. Chr. vermutet wird. Als drittes ist dieBennigser Burg an der Ostseite des Deisters zu nennen. Diese Burgen waren nie dauerhaft bewohnt, sondern dienten der Bevölkerung in Zeiten der Gefahr alsFliehburg.

An der Ostseite desKleinen Deisters innerhalb des Sauparks liegt auf einer vorgeschobenen Bergkuppe die 1435geschleifteBurg Hallermund, von der noch einige Steinreste vorhanden sind.

Naturschutz

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Zigeunerwäldchen

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Südwestecke vom Naturschutzgebiet „Zigeunerwäldchen“
Hauptartikel:Zigeunerwäldchen

DasZigeunerwäldchen (offizielle Schreibweise:Ziegeunerwäldchen, z. B. in der Verordnung zum Naturschutzgebiet),[15][16] ist einNaturschutzgebiet in derniedersächsischen Stadt Springe in derRegion Hannover. Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 115 ist 15 Hektar groß. Es ist größtenteils vomLandschaftsschutzgebiet „Hallerniederung“ umgeben. Das Gebiet steht seit dem 18. Dezember 1986 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist die Region Hannover. Das Naturschutzgebiet liegt zwischen den Springer StadtteilenStadt Eldagsen undGestorf am Fuße desAbrahams. Es stellt ein Teilstück derNiederung derHaller, einemNebenfluss derLeine, unter Schutz. Der größtenteils naturnahe Waldrest ist heute ungenutzt, jedoch noch durch frühere Nutzung beeinflusst.Weiden und ein hoher Anteil anBaumpilzen prägen den Waldbestand, in dem sich recht viel liegendes und stehendesTotholz befindet. AufsumpfigenLichtungen wachsen ausgedehnteRöhrichtbestände undGroßseggenrieder. Im Westen und Süden sindGrünlandbereiche in das Naturschutzgebiet einbezogen. Das Naturschutzgebiet grenzt größtenteils anackerbaulich genutzte Flächen. DieNiedersächsische Landgesellschaft erwarb das Naturschutzgebiet Zigeunerwäldchen für einen Flächenpool. Es wurde auf den VereinBiotop-Management-Initiative e. V. übertragen.

NABU-Stiftung SpringeNaturlandschaft Deister und Haller

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Seit 2012 hat derNabu-Ortsverein Springe eine eigene Stiftung, die mit einem Stiftungskapital von 25.000 Euro und 16 Grundstücken gegründet wurde. Ziel der Stiftung ist es den Naturschutz in Springe nachhaltig zu gestalten. Das Herzstück der Projekte ist das Zigeunerwäldchen. Der Nabu hat das Grundstück 1983 gekauft; 1986 wurde es zum Naturschutzgebiet. Die Erträge aus dem Kapital werden für die Pflege der bestehenden Grundstücke und zum Erwerb neuer Flächen genutzt. Dabei versuchen die Ehrenamtlichen so viele Pflegemaßnahmen wie möglich in Eigenleistung zu bewältigen. Ein Ziel der Stiftung ist die Renaturierung der Haller und die Bildung eines Seitenarms der Haller, der die Stromgeschwindigkeit drosselt und dadurch Lebensraum für weitere Tier- und Pflanzenarten schafft. Ein Ziel der Nabu-Mitglieder ist es, die an das Zigeunerwäldchen angrenzenden Flächen zu erwerben, um mit Hecken und Grünzügen Verbindungen zumHallerburger Holz, dem Jeinser Holz, Stude und Horn an derB 3 zu bilden.[17]

Google Impact Challenge 2016

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Im Rahmen des „Google Impact Challenge 2016“ erhielt die NABU-Stiftung Springe einen Preis in Höhe von 10.000 €, um in einem Projekt eine interaktive Landkarte der Naturlandschaft Deister und Haller zu erstellen.[18] Ziel war es, die vielen betreuten Naturschutzprojekte wie die Nistkästen oder das Naturschutzgebiet Zigeunerwäldchen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, ohne dass die Natur durch zu viele Besucher gestört wird. Besucher können sich so frei durch die Landschaft bewegen und zu bestimmten Punkten interaktive Inhalte wie Fotos und Texte abrufen. Auch alle brütenden Tierarten werden vorgestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Nachtwächterfigur als Wegweiser in der Altstadt

Unternehmen

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  • Die FirmaPaulmann Licht hat ihren Sitz in Springe, Stadtteil Völksen.
  • DasDeutsche Rote Kreuz betreibt in Springe denBlutspendedienst für weite Teile Norddeutschlands.
  • Binos entwickelte in Springe Maschinenanlagen zur Herstellung von Faserplatten. Im April 2019 wurde dieInsolvenz bekannt.[19]
  • Derzu Klampen Verlag hat seit 2003 seinen Hauptsitz in Springe.
  • Die FirmaOctapharma betreibt in Springe eine Produktionsniederlassung zur Herstellung von Arzneimitteln zur Blutgerinnung.

Medien

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In Springe erscheinen zwei Tageszeitungen. Im Ort ansässig ist seit 1875 dieNeue Deister-Zeitung des Verlags J. C. Erhardt GmbH. Sie beliefert auch denDeister-Anzeiger derHannoverschen Allgemeinen Zeitung und derNeuen Presse. Der Deister-Anzeiger gehört zurVerlagsgesellschaft Madsack.

Öffentliche Einrichtungen

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  • Sitz des DRK-Rettungsdienstes in der Region Hannover
  • Hallenbad Springe
  • Freibäder in Altenhagen I, Bennigsen und Eldagsen
  • Tennisanlagen, Minigolf, Bouleplätze, Beach-Volleyball, Skateanlage
  • Wisentgehege Springe

Bildung und Soziales

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Museum auf dem Burghof
  • Stadtbibliothek Springe
  • Museum auf dem Burghof
  • Fußballmuseum Springe (Sportsammlung Saloga e. V.)
  • berufsbildende Schulen Springe
  • Otto-Hahn-Gymnasium
  • Integrierte Gesamtschule (IGS) Springe[20]
  • Peter-Härtling-Schule (Förderschule, Schwerpunkt Lernen)
  • Janusz-Korczak-Schule (Förderschule, Schwerpunkt Geistige Entwicklung)
  • Grundschulen in den Ortsteilen Springe (2), Altenhagen I, Völksen, Bennigsen, Gestorf, Eldagsen
  • 16 Kindertagesstätten für Kinder von 0–14 Jahren (Krippe, KiGa, Hort, Familiengruppen) mitWaldkindergarten
  • Bildungszentrum des Einzelhandels Niedersachsen (BZE)
  • Studienzentrum Springe derSRH FernHochschule Riedlingen
  • Bildungs- und Tagungszentrum Heimvolkshochschule Springe (vom Land Niedersachsen anerkannteHeimvolkshochschule)
  • Energie- und Umweltzentrum am Deister
  • Gehegeschule im Wisentgehege
  • Jägerlehrhof Jagdschloss Springe
  • Lehrgangswerk Haas (Steuerfachschule)
  • Musikschule Springe
  • Norddeutsche Kältefachschule
  • Volkshochschule Calenberger Land

Verkehr

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Springe liegt an derBundesstraße 217.

Im Stadtgebiet liegen die BahnhöfeSpringe,Völksen/Eldagsen undBennigsen. Sie befinden sich an derBahnstrecke Hannover–Altenbeken und werden von derS-Bahnlinie 5PaderbornHamelnHannover HbfHannover Flughafen bedient. Tariflich liegen diese Stationen in der Zone C desGroßraum-Verkehr Hannover.

LinieVerlaufTakt
S 5Paderborn Hbf –Altenbeken –Steinheim (Westf) –Schieder –Lügde –Bad Pyrmont –Emmerthal –Hameln –Bad Münder (Deister) –Springe –Völksen/Eldagsen –Bennigsen –Holtensen/Linderte –Weetzen –Hannover-Linden/Fischerhof –Hannover Bismarckstraße –Hannover Hbf –Hannover-Nordstadt – Hannover-Ledeburg – Hannover-Vinnhorst –Langenhagen Mitte –Langenhagen Pferdemarkt –Hannover Flughafen
Stand: Fahrplanwechsel Juni 2022
60 min
30/60 min(Bad Pyrmont–Hameln)
30 min(Hameln–Hannover Hbf werktags)
30 min(Hannover Hbf–Flughafen)

DieRegioBus Hannover betreibt in Springe dieStadtbuslinie 301 sowie mehrere Linien, die über das Stadtgebiet hinaus führen.

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Stadt

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Glühlampendenkmal fürHeinrich Göbel oberhalb von Springe
Angebliches Geburtshaus Heinrich Göbels

Personen, die vor Ort gewirkt haben

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Literatur

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  • Martin Zeiller:Hallerspring. In:Matthäus Merian (Hrsg.):Topographia Ducatus Brunswick et Lüneburg (= Topographia Germaniae.Band 15). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654,S. 97–98 (Volltext [Wikisource]). 
  • Fr. Brinckmann:Das Lager bei Nordstemmen während der Concentrirung des 10. Bundes-Armee-Corps im Jahre 1858. Bilder und Humoresken aus dem Lagerleben. Schlüter’sche Hofbuchdruckerei, Hannover 1858 (hege-elze.de).
  • Wilhelm Hartmann:Geschichte der Stadt Springe am Deister. Springe am Deister 1954.
  • Günter Haupt:Springe in alten Ansichten. Mit Abbildungen von Springe, Saupark und Eldagsen. Europäische Bibliothek, Zaltbommel (Niederlande) 1978.
  • Hans-Christian Rohde:Wir sind Deutsche mit jüdischer Religion. Geschichte der Juden in Eldagsen und Springe, Bennigsen, Gestorf, Völksen (=Hallermunter Schriften. Band 2), Museum auf dem Burghof e. V., Springe 1999.
  • Eike Rehren:Gedemütigt und ausgebeutet. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Stadt und Landkreis Springe 1939–1945. In:Hallermunter Schriften. 3. Museum auf dem Burghof e. V., Springe 2009.ISBN 978-3-00-028749-7.
  • Helmut Busse:40 Jahre Museum in Springe. 1969–2009. Geschichte und Geschichten in einer Zeittafel. Einst Kornspeicher – heute kultureller Mittelpunkt. Museum auf dem Burghof, Springe 1999.
  • Hans-Cord Sarnighausen:Kurhannoversche Amtsjuristen von 1692 bis 1866 in Springe. In:Springer Jahrbuch 2014 für die Stadt und den Altkreis Springe. Hrsg.: Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe e. V., Springe 2014, S. 69–89.
  • Karl Schaper (Hrsg.), Wilhelm Netzel (Bearb.):Kleine Geschichte der Stadt Springe. Springe 2012.

Weblinks

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Commons: Springe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Springe – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. Ergebnis Bewerber Springe (vorläufiges Ergebnis). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. April 2018; abgerufen am 31. Januar 2016. 
  2. avacon-wasser.de:Unsere Standorte, abgerufen am 20. April 2023.
  3. Stadt Springe: Stadtteile der Stadt Springe. Abgerufen am 18. August 2020. 
  4. Heinz Meyer:DAMALS – Der Zweite Weltkrieg zwischen Teutoburger Wald, Weser und Leine, Preußisch Oldendorf 1980,ISBN 3-87725-094-7, S. 293–297.
  5. Matthias Blazek:Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. Stuttgart 2004,ISBN 3-89821-357-9.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.):Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983,ISBN 3-17-003263-1,S. 203. 
  7. Region Hannover (Hrsg.)Region Hannover Kurzinformationen 12/2023 Bevölkerung nach Religionszugehörigkeit; PDF, abgerufen am 13. Januar 2024.
  8. Katholisch in der Region Hannover Tabelle 1: Bevölkerung am Ort des Hauptwohnsitzes nach katholischer und protestantischer Religionszugehörigkeit (Stand: 30. Juni 2018)
  9. Niedersächsisches Landesamt für Statistik-Online. Abgerufen am 3. Januar 2007. 
  10. EFG-Springe
  11. Stadtratswahl Stadt Springe 12. September 2021, Amtliches Endergebnis
  12. WRS Softwareentwicklung GmbH: Gemeindewahl 2016. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. Oktober 2017; abgerufen am 22. April 2017. 
  13. Hannoversche Allgemeine (Memento vom 8. Juli 2017 imInternet Archive), 12. September 2011
  14. Jagdschloss Springe, landesforsten.de, 12. Februar 2007.
  15. Naturschutzgebiet „Ziegeunerwäldchen“ beim NLWKN, abgerufen am 20. April 2023.
  16. Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Ziegeunerwäldchen" beim NLWKN, abgerufen am 20. April 2023.
  17. Nabu-Stiftung betreibt Naturschutz vor Ort.
  18. NABU Stiftung Springe
  19. Hannoversche Allgemeine vom 26. April 2019, abgerufen am 15. September 2020
  20. Stadt Springe: Schulen im Stadtgebiet Springe. Abgerufen am 18. Januar 2020. 
Normdaten (Geografikum):GND:4056551-8(lobid,OGND,AKS) |LCCN:n88141762 |VIAF:245643109
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