Prestige

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Dieser Artikel behandelt die soziale Bedeutung des Wortes „Prestige“. Weitere Verbindungen mit diesem Wort finden sich unterPrestige (Begriffsklärung).

Prestige (IPA: [pʁɛsˈtiːʃ] oder [pʁɛsˈtiːʒə],[1]anhören/?) bezeichnet den Ruf (Leumund) einerPerson, einerGruppe von Personen, einerInstitution oder auch einer Sache (z. B. eines Gegenstandes, eines Ortes) in derÖffentlichkeit eines bestimmtenkulturellen Umfeldes. Umgangssprachlich wirdPrestige oft gleichgesetzt mit einem sehr guten Ruf (hoheReputation, sehr gutesImage). Das Wort ist eine Übernahme des französischen Wortesprestige (Ansehen bzw. Geltung) und rührt aus dem Lateinischen her (praestigium, Vorzeichen, sowiepraestigiae mit der Bedeutung Gaukelei, Blendwerk).

Das Prestige einesAkteurs (d. h. einer Person, Gruppe oder Institution) zählt zu den sogenannten kulturellen Ressourcen (soziales Kapital). Ein höheres Prestige ist mit einem höherenStatus verbunden und kann die Möglichkeit bieten, an Einfluss undMacht zu gewinnen. Prestige kann durch bestimmte Aktionen oder Umstände zunehmen (Prestigegewinn) oder abnehmen (Prestigeverlust). Ein Prestigegewinn kann beispielsweise erreicht werden durch herausragende Leistungen, aber auch durch den Erwerb und das Präsentieren vonStatussymbolen oder durchdemonstrativen Konsum. Mancheindigenen Völker Süd- und Nordamerikas kennen einRitual namensPotlatch, bei dem ausgiebig Wertvolles verbraucht, ja vernichtet wird, mit dessen Hilfe aber viel Prestige gewonnen werden kann. Ein Beispiel für Prestigeverlust ist das geringere Ansehen einer politischen Partei nach einer deutlichen Wahlniederlage.

Auch in industriellen und postindustriellen Gesellschaften haben Akteure die Tendenz, möglichst viel Prestige zu sammeln und ihren Status zu erhöhen. So hat beispielsweise der von einer Person ausgeübte Beruf einen großen Einfluss auf das Ansehen einer Person. Der BerufArzt oderAnwalt bringt mehr Prestige als der BerufMüllmann oderKassierer im Supermarkt (sieheBerufsprestige). Jedoch verzichten manche Menschen bewusst auf die Jagd nach mehr Erfolg und Prestige („Einfaches Leben“).

Der SoziologeHeinz Kluth unterschied inSozialprestige und sozialer Status bereits 1957, ob Ansehen auf tatsächlichen Leistungen oder auf anderen Faktoren beruht. Gestützt auf die Begriffe vonTalcott Parsons, nannte er das auf empirisch zugänglicher Leistung beruhende Ansehen „soziales Ansehen“ und ein auf diffusenZuschreibungen beruhendes Ansehen „Sozialprestige“.

Eine Form von Prestige ist auch derNimbus als Bezeichnung für ein besonderes Ansehen oder glanzvollenRuhm.[2]Gustave Le Bon definierte dies 1895 als „eine Art Zauber, den eine Persönlichkeit, ein Werk oder eine Idee auf uns ausübt“, dadurch „alle unsere kritischen Fähigkeiten“ lähme und „unsere Seelen mit Staunen und Ehrfurcht“ erfülle.[3]

Siehe auch

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Weblinks

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Wiktionary: Prestige – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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[1]

  1. abPrestige, das. duden.de, Cornelsen Verlag GmbH, Berlin, abgerufen am 23. Januar 2025. 
  2. Nimbus, der, duden.de.
  3. Gustave le Bon:Psychologie der Massen. Nach der Ausgabe Paris 1895 (Psychologie des foules) mit einer Einführung von Helmut Dingeley. Stuttgart 1950 (=Kröner Taschenbuch. Band 99), S. 109 f., 112 und 118 f.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4076334-1(lobid,OGND,AKS)
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