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Sommer-Bohnenkraut

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Sommer-Bohnenkraut

Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung:Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie:Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie:Nepetoideae
Gattung:Bohnenkräuter (Satureja)
Art:Sommer-Bohnenkraut
Wissenschaftlicher Name
Satureja hortensis
L.

DasSommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis), auchGartenbohnenkraut,Echtes Bohnenkraut,Pfefferkraut,Gartensaturey,Saturei,Sodarei undKölle sowieWurst-,Beizkraut (österr.Beizkräutel) genannt,[1][2] ist eine Pflanzenart aus der GattungBohnenkräuter (Satureja) innerhalb der Familie derLippenblütengewächse (Lamiaceae).[3] Die angenehm würzig duftendeeinjährige Pflanze ist im mittleren und östlichenMittelmeerraum, in derSchwarzmeer- und derKaukasusregion sowie inKasachstan undXinjiang beheimatet. Sie wird seit derAntike alsHeil- undGewürzpflanze verwendet.

Beschreibung

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Illustration vonJacob Sturm
Oberster Teil des Stängels mit Blüten
Unter- und oberirdische Pflanzenteile

Vegetative Merkmale

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Das Sommer-Bohnenkraut ist eine buschig verzweigte,einjährige,krautige Pflanze. Es wird eine starkeHauptwurzel gebildet. Die oberirdischen Pflanzenteile sind feinflaumig behaart. Die aufrechten, vierkantigen, violett überlaufenen, in den unteren Partien verholzendenStängel sind bis 30 Zentimeter lang, bei manchenSorten bis 60 Zentimeter. DieLaubblätter sind sitzend. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 4 Zentimetern sowie einer Breite von etwa 0,5 Zentimetern linealisch bis lanzettlich, spitz zulaufend, ganzrandig und dunkelgrün, gelegentlich violett überhaucht, schwach behaart mit gewimpertem Rand und Öldrüsen.[4][5]

Generative Merkmale

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Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Der aufrechte,traubigeBlütenstand ist aus isoliertenScheinquirlen von jeweils zwei bis fünf (meist fünf) Blüten in den oberen Blattachseln zusammengesetzt. DieTragblätter sind länger als die Blüten.[4] Neben Pflanzenexemplaren mit zwittrigen gibt es auch welche mit rein weiblichen Blüten (Gynodiözie).[6]

DieBlüten sindzygomorph und fünfzählig mit doppelterBlütenhülle. Der 3 bis 4 Millimeter lange, feinflaumig behaarteKelch ist fast gleichmäßig fünfzähnig. Die fünf weißen, blass-rosafarbenen bis hellviolettenKronblätter sind verwachsen. Die zweilappige Krone ist im Schlund kahl und rot punktiert.[4] Die Kronoberlippe ist einfach und fast flach. Die Kronunterlippe ist dreigelappig mit vergrößertem Mittellappen.[7] Die vierStaubblätter sind in der Krone eingeschlossen, die beiden oberen sind kürzer als die seitlichen.[5]

DieKlausenfrucht zerfällt in vier Klausen. Die dunkelbraunen Klausen sind bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimetern rundlich bis eiförmig.[4] DasTausendkorngewicht beträgt 0,5 bis 0,8 g.[8]

Chromosomensatz

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DieChromosomengrundzahl ist x = 24; es liegtDiploidie mit einerChromosomenzahl von 2n = 48 vor.[9]

Ökologie

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Blütenökologisch besitzt das Sommer-Bohnenkrautvormännliche „eigentliche Lippenblumen“ mit verborgenemNektar. AlsBestäuber dienen vor allemBienen,Hummeln und andereWildbienen,Wespen,Wollschweber undSchwebfliegen.[8]

DieDiasporen sind die Klausen. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durchAmeisen (Myrmekochorie).[10][11]

Vorkommen

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Das Sommer-Bohnenkraut ist ursprünglich im mittleren und östlichenMittelmeerraum (Italien,Balkan), in derSchwarzmeer- undKaukasusregion sowie inKasachstan undXinjiang verbreitet. Das Sommer-Bohnenkraut besiedelt sonnige Felshänge bis in Höhenlagen von 1900 Metern,Schotterfluren,Küstendünen,Brachland undStraßenränder auf kalkhaltigen Böden.[12] In subtropischen Ländern „flüchtet“ das Sommer-Bohnenkraut gern aus Gartenkulturen und wird Teil der dortigenRuderalvegetation. Im russischen Teil derosteuropäischen Ebene, inPortugal,Spanien,Frankreich,Indien,Südafrika und TeilenNordamerikas gilt das Sommer-Bohnenkraut alseingebürgert.[13][4] In klimatisch günstigen GegendenMitteleuropas verwildert sie gelegentlich in der Nähe von Gärten, doch bleibt sie meist unbeständig.[10][11][14]

Die ökologischenZeigerwerte nachLandoltet al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[15]

Verwendung

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Getrocknete Blätter

Geschichte und Anbau

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Das Sommer-Bohnenkraut ist eine alte Kulturpflanze. Es wurde schon imantiken Italien kultiviert und alsKüchenkraut verwendet. Das im 3. oder 4. Jahrhundert erschienene KochbuchDe re coquinaria nenntsatureia (Bohnenkraut) in vielen seiner Rezepte. Im frühen Mittelalter brachten wahrscheinlichBenediktinermönche die Pflanze nach Mitteleuropa. In der LandgüterverordnungCapitulare de villisKarls des Großen wurde der Anbau von Bohnenkraut und weiteren 72 Gartenpflanzen auf den kaiserlichen Gütern vorgeschrieben. Im Mittelalter diente Bohnenkraut oft als Ersatz für den teurenPfeffer. Heute wird die Pflanze weltweit in warmen und warm-gemäßigten Ländern in Gärten und auf Feldern angebaut, in Europa vor allem inUngarn,Bulgarien undSerbien. Die Pflanze bevorzugt lockeren, stickstoffreichen, mäßig trockenen, kalkreichen Boden in warmenLagen.[10][11] Als etwas frostempfindlicherLichtkeimer wird sie ab Ende April direkt ins Freiland ausgesät. Geerntet wird kurz vor oder während der Blüte.[4]

Sommer-Bohnenkraut ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Es enthält insbesondere große Mengen an Vitamin B6 und Vitamin C, sowie Eisen, Calcium und Magnesium.

100 g Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) enthalten durchschnittlich:[16]
EnergieWasserFettKohlenhydrateEiweißEisenCalciumMagnesiumVitamin B6Vitamin C
1139kJ (272kcal)9,0 g5,91 g68,7 g6,73 g37,9 mg2130 mg377 mg1,81 mg50 mg

Gewürzpflanze

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Frisches und getrocknetes Bohnenkraut dient zum Würzen von Bohnengerichten, Hülsenfrüchten, Gemüsegerichten, Pilzen, Eierspeisen, Aufläufen, Füllungen, Marinaden, Salaten und Suppen. In der mediterranen Küche werden auch Fisch, Geflügel und andere Fleischgerichte mit Bohnenkraut gewürzt. Aufgrund der starken Würzkraft wird es sparsam verwendet und erst gegen Ende der Garzeit dazugegeben. Bohnenkraut hat einen würzig-aromatischen, pfeffrig-scharfen Geschmack und wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd. Das Kraut harmoniert gut mit anderen mediterranen Kräutern wieOregano,Rosmarin,Salbei undThymian und ist Bestandteil vielerGewürzmischungen, beispielsweise derfranzösischen MischungKräuter der Provence und verschiedenerbulgarischer Würzmittel mit dem NamenTschubritza.[4]

Heilpflanze

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Sommer-Bohnenkraut enthält neben 1,3 bis 4,2 %ätherischem Öl etwa 3,4 %Lamiaceen-Gerbstoffe (insbesondereRosmarinsäure), wie sie fürLippenblütler typisch sind, zudem verschiedeneFlavonoide,Triterpene undSterole. Die Hauptkomponenten des ätherischen Öls sind die flüchtigenTerpenoideCarvacrol (20–85 %),γ-Terpinen (10–40 %) undp-Cymol (5–30 %). Die Zusammensetzung des Öls ist stark vom Entwicklungsstand und der Herkunft der Pflanzen abhängig. So kann unter Umständen statt CarvacrolThymol oderα-Terpinen dominieren.[4] Besonders Carvacrol und Cymol verleihen dem Öl eineantibakterielle undentzündungshemmende Wirkung. Rosmarinsäure und die anderenGerbstoffe wirkenantioxidativ. Bohnenkraut wird dennoch nur noch seltenschulmedizinisch verwendet. In derVolksmedizin wird derTeeaufguss aus den Blättern und Blüten innerlich als appetitanregendes Getränk und als Mittel gegen Verdauungsstörungen wie Blähungen, Krämpfen und Durchfall eingesetzt, aber auch gegen Husten und Bronchialerkrankungen sowie äußerlich zum Gurgeln bei Halsentzündungen.[17][18]

Sonstige Verwendung

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Bohnenkrautextrakte werden in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Gewürzessenzen und zum Aromatisieren vonSüßigkeiten undBackwaren verwendet. Die antioxidative Wirkung der Rosmarinsäure und der Flavonoide lässt sich in Form einer 0,1- bis 0,4-prozentigen Lösung des ätherischen Öls nutzen, um die Haltbarkeit von rohem Fleisch zu erhöhen. Das Öl wird auch zurParfümierung vonCremes,Seifen undWaschmitteln eingesetzt.[4]

Systematik

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DieErstveröffentlichung vonSatureja hortensis erfolgte 1753 durchCarl von Linné inSpecies Plantarum, Tomus II, S. 568.[19][13] Derartspezifische Namensteilhortensis bedeutet „im Garten wachsend, Garten-“ und bezieht sich hier auf die traditionelle Nutzung des Bohnenkrauts (lateinisch auch kurzSatureja genannt) als Kulturpflanze. SynonymeSatureja hortensisL. sindSatureja officinarumCrantz,Satureja brachiataStokes,Satureja pachyphyllaK.Koch,Satureja filicaulisSchott exBoiss. (1879),Clinopodium pachyphyllum(K.Koch) Kuntze,Satureja litwinowiiSchmalh. exLipsky,Satureja altaicaBoriss.,Satureja zuvandicaD.A.Kapan.,Satureja laxiflora subsp. zuvandica(D.A.Kapan.) D.A.Kapan..[13]

Siehe auch

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Literatur

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  • Eberhard Teuscher:Gewürze und Küchenkräuter – Gewinnung, Inhaltsstoffe, Wirkungen, Verwendung. 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2018.ISBN 978-3-8047-3306-0. S. 122–126.
  • K. U. Heyland, H. Hanus, E. R. Keller:Ölfrüchte, Faserpflanzen, Arzneipflanzen und Sonderkulturen. In:Handbuch des Pflanzenbaues, Band 4, 2006, S. 355–359.
  • M. Pahlow:Das große Buch der Heilpflanzen.ISBN 3-8289-1839-5.

Weblinks

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Commons: Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Rudolph von Fischer-Benzon:Altdeutsche Gartenflora. Lipsius & Tischer, 1894, S. 135.
  2. Chemiker-Zeitung. 17, 1893, Sp. 653.
  3. R. Morales, G. López González, P. Sánchez Gómez:Satureja. In: Santiago Castroviejo, Ramón Morales, Alejandro Quintanar, Francisco José Cabezas, Antonio José Pujadas, Santos Cirujano (Hrsg.):Flora Ibérica. Plantas Vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. XII.Verbenaceae – Labiatae – Callitrichaceae. Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 2010,ISBN 978-84-00-09041-8,S. 415–416 (floraiberica.es [PDF]). 
  4. abcdefghiEberhard Teuscher:Gewürze und Küchenkräuter — Gewinnung, Inhaltsstoffe, Wirkungen, Verwendung. 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2018, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2018.ISBN 978-3-8047-3306-0. S. 122–126.
  5. abHerbert Weymar:Buch der Lippenblütler und Rauhblattgewächse. 2. Auflage, Neumann Verlag, Radebeul 1966. S. 117, S. 119.
  6. Frank Müller, Christiane M. Ritz, Erik Welk,Karsten Wesche (Hrsg.):Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22., neu überarbeitete Auflage. Springer Spektrum, Berlin 2021,ISBN 978-3-662-61010-7, S. 724.
  7. Thomas Meyer:DatenblattSatureja hortensis beiFlora von Deutschland (blumeninschwaben.de).
  8. abSommer-Bohnenkraut. In:BiolFlor, derDatenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  9. Eintrag in derChromosome Counts Database:(ccdb.tau.ac.il)
  10. abcRuprecht Düll,Herfried Kutzelnigg:Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011,ISBN 978-3-494-01424-1. 
  11. abcDietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler:Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage.Band 4:Nachtschattengewächse bis Korbblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000,ISBN 3-440-08048-X. 
  12. Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.):Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler.Band 5:Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008,ISBN 978-3-8274-0918-8,S. 501. 
  13. abcDatenblattSatureja hortensis beiPOWO =Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew:Kew Science.
  14. Satureja hortensis L., Echtes Bohnenkraut. auf FloraWeb.de
  15. Satureja hortensisL. In:Info Flora, demnationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 9. Januar 2023.
  16. Inhaltsstoffe und Vitamingehalt von Sommer-Bohnenkraut
  17. Peter und Ingrid Schönfelder:Der Kosmos-Heilpflanzenführer, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2010,ISBN 978-3-440-12159-7, S. 126.
  18. The Royal Horticultural Society:Kräuter - Die große Enzyklopädie, Dorling Kindersley Verlag, München 2015,ISBN 978-3-8310-2753-8, S. 362.
  19. Carl von Linné:Species Plantarum, Tomus II, 1753, S. 586.eingescannt beibiodiversitylibrary.org.
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