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Small Waterplane Area Twin Hull

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ForschungsschiffPlanet. Man sieht deutlich die schmalen Stege im Bereich der Wasserlinie
Grafik des SWATH-Prinzips

Dieenglische BezeichnungSmall Waterplane Area Twin Hull (SWATH), zu Deutsch etwaDoppelrumpf mit geringer Wasserlinienfläche bezeichnet eine spezielle Rumpfform von Schiffen, die besonders unempfindlich gegenSeegang ist. Sie wurde 1938 von ihremErfinderFrederick George Creed derbritischen Marine vorgestellt, wofür ihm 1946 imVereinigten Königreich einPatent zuerkannt wurde. Bei ihr befinden sich zwei torpedoförmige Auftriebskörper unter der Wasseroberfläche, auf denen, mittels schmaler Stege oder Stützen, die eine minimale Wasserlinienfläche bilden, eine über Wasser angeordnete Plattform ruht. Das SWATH-Schiff stellt eine Sonderform desKatamarans dar. Schiffe, die nach diesem Bauprinzip konstruiert sind, werden als SWATH bezeichnet. In Japan ist auch die Bezeichnungsemi-submerged catamaran (SSC) (deutsch: halb untergetauchter Katamaran) üblich. Weltweit wurden bis 2011 etwa 60 Schiffe, nach anderen Quellen 100 Schiffe, nach dem SWATH-Prinzip gebaut.

Allgemeines

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Das Verfahren, das diese Rumpfform zur Minimierung von Vertikalbewegungen im Seegang nutzt, ist denHalbtauchern (Bauform von Bohrplattformen) entlehnt. Soweit möglich wird ausgenutzt, dass die Wellenbewegung, die an der Wasseroberfläche am heftigsten ist, mit zunehmender Tiefe abnimmt.

Die erwünschte Eigenschaft dieser Bauweise, dass Seegang kleinstmögliche Tauchbewegungen verursacht, bewirkt gleichzeitig die unerwünschte Eigenschaft, dass Tauchauslenkungen nur sehr geringe Rückstellkräfte verursachen – das System verhält sich wie eine sehr weiche Feder. Dem begegnet man mit aktiv gesteuerten Flossen, die das System in Fahrt stabilisieren.

Wenn die beiden Propeller an den Auftriebskörpern angeordnet sind, reicht der Platz bei kleineren Einheiten nicht aus, um darinDieselmotoren unterzubringen. Stattdessen kommendieselelektrische Antriebe zum Einsatz, bei denen sich der Dieselmotor in der Plattform über Wasser befindet. Bei größeren Einheiten (ab 40 m) können die Dieselmotoren (zum BeispielMTU 4000) im Auftriebskörper untergebracht werden.

DieSea Shadow (IX-529), ein militärisches SWATH

Es ist geplant, die Schiffe der deutschenBundeszollverwaltung – die sogenanntenKontrolleinheiten See – langfristig durch große Boote vom SWATH-Typ zu ersetzen.

Vorteile und Nachteile

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Vorteile

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Der große Vorteil der SWATH-Schiffe ist, dass sie auch bei starkem Seegang sehr ruhig im Wasser liegen, was zum Beispiel dieSeekrankheit bei an Bord befindlichen Personen verhindern kann. SWATH ist daher die geeignete Bauform für Schiffe, auf denen die Besatzung auch bei starkem Seegang weiterarbeiten muss, oder Personen auf Plattformen oder andere Schiffe umsteigen müssen (zum BeispielLotsen). Auf Grund der ruhigen Lage ist diese Bauform sehr gut geeignet für Forschungsschiffe, die wegen der Aussetz- und Aufnahmearbeiten umfangreicher Messeinheiten und dem Einsatz bewegungsempfindlicher Geräte auf geringe Bewegungen angewiesen sind. Sie ermöglicht so Forschungsaktivitäten auch bei hohem Seegang. Bei rauer See ermöglicht das SWATH-Konzept größereGeschwindigkeiten als das Einrumpf-Konzept, da solch ein Schiff nichtstampft, das heißt nicht in die Wellen eintaucht.

Nachteile

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Dem Vorteil der ruhigen Fahrt bei starkem Seegang steht der Nachteil gegenüber, dass schon geringe Änderungen der Ladung zu starken Änderungen des Tiefganges bzw. geringe Änderungen der Schwerpunktlage zu einerKrängung des Schiffs führen. Bei starken Gewichtsveränderungen zwischen leerem und beladenem Zustand besteht deshalb die Gefahr, dass die Tauchkörper teilweise aus dem Wasser kommen oder das Schiff zu tief ins Wasser eintaucht. Dies muss durch Gewichtsausgleich korrigiert werden. Die SWATH-Schiffe haben einen für ihreTonnage relativ großen Tiefgang. Zudem bietet ein Schiff in herkömmlicher Bauweise erheblich mehrStauraum.

Schiffe

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  • Duplus, ein Niederländisches Taucherbasischiff. Vermutlich das erste in der Praxis betriebene SWATH-Schiff. Stapellauf 1969, Abbruch 2004
  • CCGS Frederick G. Creed, einPatrouillenboot der Kanadischen Küstenwache; Stapellauf 1988
  • Sea Shadow, ein experimentelles Stealth-Schiff derU.S. Navy
  • Sea Fighter, ein experimentellesLittoral Combat Ship der U.S. Navy
  • China Star, früher dieRadisson Diamond, ein Luxus-Kreuzfahrtschiff für 350 Passagiere mit einerBRZ von 20295
    Radisson Diamond
  • ZollschiffeHelgoland und SchwesterschiffBorkum derBundeszollverwaltung/Wasserzoll, Bj. 2009, stationiert in Cuxhaven,[1]
  • R/V Kilo Moana, ein Forschungsschiff derUniversity of Hawaii
  • Cloud X, eine Passagierfähre zwischen Florida und den Bahamas
  • Bayou City undHouston, US-Lotsentender im Golf von Mexiko
  • Cěsis undViesite, Patrouillenboote P-06 und P-07 der Republik Lettland
  • Cetus and Perseus, Lotsentender derNetherlands Loodswezen
  • Döse, Duhnen, Groden, Wangeroog,Borkum (Lotsenversetzdienst in derDeutschen Bucht)
  • Elbe,Weser undHanse, (Lotsenstationsschiffe in der Deutschen Bucht)
  • Wandelaar, Lotsenstationsschiff vor der belgischen Küste, ähnlich den StationsschiffenElbe undWeser
  • Planet Typ 751, Waffen- und Sonarforschungsschiff derDeutschen Marine.
  • Nekton Pilot undNekton Rorqual, zwei kleine Kreuzfahrtschiffe für Sporttaucher der US-amerikanischen Firma Nekton Diving Cruises. Beide Schiffe verfügen überTrimmtanks in den Schwimmkörpern und können damit entweder für größere Stabilität als SWATH oder für schnellereMarschfahrt als Katamaran getrimmt werden.
  • Silver Cloud, eine 41-Meter-Yacht vonAbeking & Rasmussen (A&R)
  • Felicitas, Experimental-Yacht Baujahr 1999
  • Impeccable, Länge 85 m;Victorious (T-AGOS-19), Länge 72 m; Überwachungsschiffe der U.S. Navy
  • R/VWestern Flyer, ein Forschungsschiff desMonterey Bay Aquarium Research Institute. Das Schiff zeigte aber strukturelle Probleme.[2]
  • Natalia Bekker, ein Windpark-Tender im WindparkBARD Offshore 1.
  • Fob Swath 1–7, fünf Offshore-Versorger des ArbeitsschiffstypsSwath 25m der Bootswerft Danish Yachts in Kompositbauweise (CFK/Faserverbundwerkstoffe).Fob Swath 8–10 wurden von der norwegischen WerftOma Baatbyggeri in Aluminiumbauweise gebaut.[3]
  • Groenewind, 62 m Windpark-Unterstützungsschiff derDEME Group, verchartert an dieSiemens Gamesa Renewable Energy.
  • MCS SWATH 1 (2016 von Lung Teh Shipbuilding, 26 m),MCS SWATH 2 (2019 von Alicat Workboats, 26 m) undMCS SWATH 3 (2025 von Työvene OY, 26 m, zwei weitere sind in Bau): Offshore-Versorgungs- oder Crew-Transfer-Schiffe (CTV) der Maritime Craft Services (Clyde) Ltd.

Literatur

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Peter Andryszak: SWATH - Seefahrt ohne Schaukeln. Hamburg: Koehler 2013,ISBN 978-3-7822-1076-8

Weblinks

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Commons: SWATH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. www.zoll.de (Memento vom 15. Oktober 2015 imInternet Archive) "Zoll aktuell"05/09, S. 6 (PDF) - "Neues SWATH-Zollschiff: Die Zukunft hat begonnen". Aufgerufen am 30. Oktober 2009.
  2. [1] "Report über strukturelle Schwächen an der R/V Western Flyer" (PDF/engl.; 447 kB).
  3. VESSEL REVIEW - FOB SWATH 9 & FOB SWATH 10 – Norwegian-built fast crewboat pair for Danish operator. 26. Mai 2021, abgerufen am 12. November 2025 (englisch). 
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