Die Fragestellung thematisiert oft das Verhältnis zum gesamtenUniversum
DieFrage nach demSinn des Lebens hat die Einordnung der Existenz in einem größeren Kontext des Lebens bzw. Universums zum Thema. So geht es auf der individuellen Ebene um die Einordnung einzelner Handlungen oder Erfahrungen („welchen Sinn hat das für mich?“) im Kontext der individuellen Lebensweise, auf der sozial-ökologischen Ebene um die „Deutung des Verhältnisses, in dem der Mensch zu seiner Welt steht“,[1] im Kontext derbiologischen undsozio-kulturellen Evolution um die Einordnung/Sinngebung desHomo sapiens sowie im näheren Sinn um die Frage nach einer zweckgerichteten (teleologischen) Bedeutung desLebens imUniversum als solches.
In einem metaphysischen bzw. religiösen Kontext wird außerdem noch die Sinngebung des gesamten Universums („Warum ist überhaupt etwas und nicht nichts?“) bzw. das Verhältnis zu einem angenommenenSchöpfer als Sinnstifter thematisiert.
Kollektive Fragestellungen lauten z. B.: „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Warum sind wir hier auf Erden?“ oder „Wie sollen wir leben, um unseren Daseinszweck zu erfüllen?“ Hierbei wird diskutiert, ob dieser durch eine äußereInstitution vorgegeben ist, etwa ein göttliches Gebot, ob ein bestimmtes Verhalten derNatur entspringt, dass z. B. der Mensch dem Zweck derFortpflanzung oderArterhaltung folgt, oder ob er gefordert ist, autonom einselbstbestimmtes Leben zu führen und sich einen Lebensweg zu wählen, den er als sinnvoll erachtet.[2] Sinnvoll erscheint ein Leben diesbezüglich dann, wenn es einer idealenWertvorstellung entspricht.[3]
Im Vordergrund steht jeweils immer das Bedürfnis und die Fähigkeit des Menschen, sein individuelles und kollektives Leben nicht nur zu erleben, sondern als ein (nach Möglichkeit wertvolles)Ganzes zu begreifen, in dem dann das je Einzelne seinen Platz und damit den gewünschten Sinn hat.
Zumeist wird die Frage nach dem Sinn des Lebens so verstanden, dass nach einem bestimmtenZweck gefragt wird, dem das Leben dienen soll, oder nach einem bestimmtenZiel, das angestrebt werden soll. Genauso kann nach demWert, demNutzen oder derBedeutung des Lebens gefragt werden. Viele Missverständnisse bei den Versuchen, einen Lebenssinn zu bestimmen, haben ihre Ursache darin, dass versäumt wird, die BegriffeSinn,Zweck undLeben eindeutig und klar zudefinieren. Hinzu kommt, dass man bezweifeln kann, ob eine vernünftige Antwort überhaupt möglich ist.Günther Anders hat dazu geschrieben: „Warum setzen Sie eigentlich voraus, dass ein Leben, außer da zu sein, auch noch etwas haben müsste oder auch nur könnte – eben das, was Sie Sinn nennen?“[4]
Ein anderer Autor unterscheidet zuerst dieBegriffswelt:
„‚Sinn und Zweck‘, das wird oft zusammen gebraucht. Ziel ist fern, Zweck ist nah. Sinn ist tief, Zweck ist flach. Ziel ist erreichbar, Sinn nicht. Sex im Alter ist zwecklos, aber nicht sinnlos. Sinn ist ein Füllstand in einem Gefäß – ein ‚erfülltes Leben‘, sagt man.“
Eine Verständigung über das mit „Lebenssinn“ Gemeinte setzt zunächst eine sprachliche Klärung und Eingrenzung voraus.[6] „Sinn“ ist ein mehrdeutiger Begriff, er kann entweder alsteleologischer Sinn oder als reinsprachlicher Begriff („Sinn“ alsBedeutung einer Aussage) aufgefasst werden.[7] Auch der Begriff „Leben“ muss geklärt werden, denn es kann das „Leben“ als biologisches Phänomen – insbesondere eines Kollektivs höherer Lebewesen (vgl. hierzuAnthropisches Prinzip) – oder das „Leben“ eines einzelnen Individuums gemeint sein.
Der Mensch als gesellschaftliches Wesen ist mit der Erziehung, Ausbildung, dem Berufsleben usw. stets in Beziehung zu anderen Menschen und wird von klein auf zur Nützlichkeit, zurArbeit, zu sinnvollemHandeln, zu einem sinnvollen Leben angehalten, oftmals ohne dieses ausdrücklich als Sinn seines Lebens benannt zu bekommen.
Viele Menschen stellen sich die Frage nach dem Sinn des Lebens imAlltag in der Regel nicht, solange die eigene Lebensführung nicht zweifelhaft oder fragwürdig wird. Häufig kommt es zu einer existenziellen Sinnkrise, wenn Ereignisse nicht mehr in das vorhandene Sinnkonzept integriert werden können: z. B. durchEnttäuschungen,Unglücke oder die Anforderungen eines neuen Lebensabschnitts. Die Folge ist oftmals der Beginn oder die Wiederaufnahme der Reflexion über den Lebenssinn, zu denen dann auch Fragen wie die nach demGlück oder gar dem Sinn desLeidens gehören. Wenn eine Person einkritisches Ereignis bewältigt, das zu einem Sinnverlust geführt hatte, findet sie für es häufig auch einen Sinn (s.Sinnfindung).
Viele Menschen, die sich anPsychotherapeuten wenden, betrachten den Sinnverlust als Krankheit und äußern dieHoffnung, ihrem Leben einen neuen Sinn geben zu können.[8] Die Empfindung völliger Sinnlosigkeit des eigenen Daseins, zusammen mit einem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ und der inneren Leere, kann auch einSymptom einerDepression sein.[9]
Der österreichische Neurologe und PsychiaterViktor E. Frankl begründete in den späten 1920er Jahren dieLogotherapie und Existenzanalyse. Er ging davon aus, dass die primäre Motivationskraft des Menschen ein existenzielles Streben nach Sinn im Leben sei.
Eine grundsätzliche Schwierigkeit bei der Auseinandersetzung mit den Fragen nach Lebenssinn ist die prinzipielle Möglichkeit des menschlichen Verstandes, einen einmal angenommenen Standpunkt wiederum zu hinterfragen oder auch die Urteilsperspektive potenziell beliebig zu wechseln (vgl.Relativismus). Die Suche kann darum scheinbar endlos fortgesetzt werden (vgl.infiniter Regress), bzw. es entsteht der Eindruck, dass die Frage nicht – oder nicht endgültig – zu beantworten wäre (Thomas Nagel[10]). „Der Sinn des Lebens ist ein sinnvolles Wort; aber es läßt sich nichts Sinnvolles aussagen.“[11] Einige Sinnangebote erweisen sich aufgrund vonDogmatisierung oderImmunisierungsstrategien als mit Hilfe rationaler Argumente nur schwer oder gar nicht innerhalb ihres eigenen Systems kritisierbar. Ebenso lässt sich in manchenideologischen Lehren kaum eine oder keine immanente theoretische Lücke entdecken. Die Beurteilung solcher Sinnangebote kann aber mittels externer Maßstäbe erfolgen.
Ein Problem, das in einerunendlichen Rekursion münden kann, ist die Frage, warum die meisten Sinnsuchenden nie nach dem Sinn der Lebenssinn-Frage selbst fragen: Warum stellen sich viele Menschen überhaupt die Frage nach dem Sinn ihres Daseins? Warum drängt es viele Menschen so sehr, sie zu beantworten? Was ist eigentlich der Gewinn oder der Verlust, wenn sie beantwortet oder nicht beantwortet wird? So könnte auch eingewendet werden, dass es sinnlos sei, so viel Zeit und Arbeit auf die Lösung dieses „Rätsels“ zu verwenden. Auf der anderen Seite scheint die Erklärung für das Sich-Stellen dieser Frage auf der Hand zu liegen: Fragt man nach dem Sinn, dann deswegen,weil er verlorengegangen ist – ohne diese „Verlorenheit“ (Uneigentlichkeit nachHeidegger[12]) würde sich die Frage gar nicht erst stellen; es ist der Sinn einer jeden Frage, ihre Antwort zu finden.
Das Stellen der Frage nach dem Sinn des Lebens muss nicht zwingend eine positiv bestimmte Antwort nach sich ziehen. Verschiedenen psychologischen Ansätzen nach wählen viele Menschen den Weg derVerdrängung. Sie weichen einer Auseinandersetzung mit der Sinnfrage und letztlich auch mit sich selbst aus. So „funktionieren“ sie zwar im Alltag unauffällig weiter, doch haben sie, im Wortlaut derExistenzphilosophie, eine Existenzform derUneigentlichkeit (Martin Heidegger), d. h. eine nichtauthentische Lebensweise gewählt.
Eine andere Reaktion ist derZynismus. Davon spricht man, wenn Menschen zwar eine große Sinnleere in ihrem Leben empfinden, das Leiden daran jedoch unterdrücken. Ihr Leben wird dann nur noch vonSachzwängen und demSelbsterhaltungstrieb vorangetrieben (Peter Sloterdijk[13]).
Wenn kein Sinn (mehr) im Leben gefunden bzw. gesehen werden kann, ist dieVerzweiflung, so beiKierkegaard, eine mögliche Reaktion. In einer solchen Verfassung droht das Leben zu scheitern. Ihre Ausprägungen könnenDepressionen undSuizid sein, d. h. einechronische oderakute Lebensunfähigkeit, -verneinung oder -verweigerung.
Weiterhin gibt es (vor allem imExistentialismus) die Auffassung, das Leben habe keinen Sinn an sich (wasa priori weder als gut noch als schlecht bewertet werden könne), so z. B. beiAlbert Camus, für den das Leben grundsätzlichabsurd ist.[14] Wie Camus inDer Mythos des Sisyphos ausführt, widerspreche diese Vorstellung allerdings nicht notwendigerweise der Bejahung des Lebens und dem Glück des Menschen, das gerade in den nie endenden Anstrengungen gegen eine absurde Welt gefunden werden könne.
Theodor W. Adorno charakterisierte in seinem WerkNegative Dialektik die Frage nach dem Sinn des Lebens als eine der letzten, in denen die Kategorien derMetaphysik in der Welt nach demHolocaust weiterlebten. Ihr Anspruch aufObjektivität widerspreche aber nahezu jeder Antwort, die erst subjektiv zu erschaffen und zuaffirmieren wäre. Die Frage selbst sei Symptom einer objektiv sinnlosen Welt, in der Sinn für dassubjektiv-individuelle Leben fehle. „Was ohne Schmach Anspruch hätte auf den Namen Sinn, ist beim Offenen, nicht in sich Verschlossenen; die These, das Leben habe keinen, wäre als positive genauso töricht, wie ihr Gegenteil falsch ist; wahr ist jene nur als Schlag auf die beteuernde Phrase.“[15] Nicht durch einen Sinneswandel hin zur Erfüllung, sondern nur durch die objektive Abschaffung des die Versagung erzeugenden Prinzips könne das menschliche Dasein von seiner Leere kuriert werden.
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenssinn kann aber auch zu positiven Antworten führen:
NachViktor Frankl kann der Mensch seinem Leben prinzipiell in jeder Situation Sinn abgewinnen oder geben, solange er beiBewusstsein ist. Der ehemaligeKZ-Häftling zog aus demHolocaust andere Schlussfolgerungen als Adorno und paraphrasierteNietzsche: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“[16] Dies gilt selbst für Extremsituationen. „Was ist der Mensch? Er ist das Wesen, das immer entscheidet, was er ist. Er ist das Wesen, das die Gaskammern erfunden hat; aber zugleich ist er das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist, aufrecht und ein Gebet auf den Lippen.“[17]
Viktor Frankl sah selbst im Leiden und im Scheitern noch einen Sinn: „Ich sehe zunehmend ein, dass das Leben so unendlich sinnvoll ist, dass auch im Leiden und sogar im Scheitern noch ein Sinn liegen muss. Und der einzige Trost, der mir bleibt, ist darin gelegen, dass ich mit gutem Gewissen sagen kann, ich habe die Möglichkeiten, die sich mir boten, verwirklicht.“[18] Eine zentrale Aussage Frankls zur Frage nach dem Sinn lautet: „Nicht wir dürfen nach dem Sinn des Lebens fragen - das Leben ist es, das Fragen stellt, Fragen an uns richtet - wir sind die Befragten!“[19]
„Sinn geben würde auf Moralisieren hinauslaufen. Und die Moral im alten Sinn wird bald ausgespielt haben. Über kurz oder lang werden wir nämlich nicht mehr moralisieren, sondern die Moral ontologisieren – gut und böse werden nicht definiert werden im Sinne von etwas, das wir tun sollen beziehungsweise nicht tun dürfen, sondern gut wird uns dünken, was die Erfüllung des einem Seienden aufgetragenen und abverlangten Sinnes fördert, und für böse werden wir halten, was solche Sinnerfüllung hemmt. Sinn kann nicht gegeben, sondern muss gefunden werden.“
Ähnlich wie Frankl sahKarl Jaspers in der Freiheit und dem Bewusstsein der Verantwortung den entscheidenden Impuls, „der hier wie überall in der Aktivität des Daseins dieGrenzsituationen überwindet, der ein positives Bewußtsein von den Grenzsituationen schafft, der das Erleben von Sinn, von Halt, von Notwendigkeit gibt, der daraus Kräfte für konkrete Lebensaktionen schöpft, sie aber nie verbindlich und zureichend in gegenständlicher Form für andere aussprechen kann.“[21] Eine wirklich freieEntscheidung können die meisten aber nur dann treffen, wenn ihreGrundbedürfnisse erfüllt sind (Abraham Maslow).Hunger,Durst,Schmerz,Angst,Unfreiheit usw. können daher sehr schnell zu einem Verlust an wahrgenommenem Lebenssinn führen. Die Befriedigung der menschlichenBedürfnisse darf jedoch nicht mit der von diesen grundsätzlichunabhängigen Sinnsetzung bzw. -findung verwechselt werden.
Steht die eigene Person im Zentrum der Suche nach dem Lebenssinn, so können Wünsche nach Befriedigung körperlicher, materieller, sozialer und geistiger Bedürfnisse dominieren. Der Sinn kann z. B. im Streben nachMacht,Besitz, Ansehen, sowieFortpflanzung, erfüllterPartnerschaft oderSelbstverwirklichung gesehen werden. Eine andere Ausprägung liegt vielleicht in der Suche nachErkenntnis oder persönlicherEntwicklung.
Eine weitere Ausrichtung des Lebenssinns entsteht durch die Bedeutungsgebung im Hinblick auf andere Menschen bis hin zur Menschheit oder allgemein derUmwelt. Konkret kann es sich dabei etwa umHilfe im weitesten Sinne handeln: die Weitergabe vonWissen undFähigkeiten, alltäglich gelebteMitmenschlichkeit oder auch um soziales oder politisches Engagement. Oftmals orientiert sich dasHandeln an einemIdeal (z. B.Liebe,Harmonie oderGerechtigkeit).Hermann Hesse formulierte hierzu: „Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe: das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“[22] Ähnlich ausgerichtet ist die Formulierung vonDag Hammarskjöld: „Wage das Ja – und Du erlebst Sinn. Wiederhole das Ja – und alles bekommt Sinn. Wenn alles Sinn hat, wie kannst Du anderes leben als ein Ja.“[23]
Wird die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht in menschlichen Belangen gesucht, so kann sie auch in philosophischen oderspirituellen Angelegenheiten gefunden werden. Fragen nach dem Sinn oder Ursprung allen Seins (Ontologie) spielen hier häufig eine Rolle, möglicherweise stehen die Suche nachErleuchtung oder das Streben nach derVereinigung mit dem Absoluten bzw.Gott im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck könnte etwaPhilosophie studiert, einer bestimmtenReligionsgemeinschaft beigetreten, ein spezieller spiritueller Weg beschritten oder einem geistigenVorbild nachgefolgt werden.
Die Auffassungen über den Sinn des Lebens, die in derGeschichte der Philosophie dargelegt und begründet wurden, können als repräsentativ für die nicht-religiösen Ansichten gelten. Einige der Antworten, die im Laufe der Zeit auf die Frage nach dem Lebenssinn gegeben wurden, sollen hier im Folgenden vorgestellt werden.
Schon die frühen Hochkulturen haben die Sinnfrage des Lebens in Mythen und Dichtung behandelt, beispielsweise im babylonischenGilgamesch-Epos aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Der sagenhafte sumerische König Gilgamesch gelangt auf der Suche nach dem Sinn des Lebens in die Unterwelt, um dazu seinen Vorfahr Utnapischtim (der dem biblischenNoah der Sintflut entspricht) zu befragen.
In derPhilosophie der Antike bestand der Sinn des Lebens in der Hauptsache in der Erlangung derGlückseligkeit(eudaimonía). Diese wurde gemeinhin als das höchste, erstrebenswerteste Gut angesehen. Unterschiede in den philosophischen Schulen ergaben sich vor allem aus derDefinition dessen, was unterGlück zu verstehen sei, und der Art und Weise, wie man glaubte, dass dieses erreicht werden könnte.[24]
NachPlaton (Politeia) besteht dieunsterbliche menschlicheSeele aus drei Teilen: derVernunft, demMut und denTrieben. Nur wenn diese drei Seelenteile im Gleichgewicht sind und sich nicht gegenseitig widersprechen, kann der Mensch glücklich sein. Dann erreicht er dieGerechtigkeit als höchste derKardinaltugenden. Der höchste Sinn liegt in der philosophischenReflexion: „Ein Leben ohne Selbstprüfung verdient nicht gelebt zu werden.“[25]
Sein SchülerAristoteles betrachtete die Glückseligkeit nicht als statischen Zustand, sondern als ein stetiges Tätigsein der Seele. Vollkommenes Glück kann der Mensch nur imkontemplativen Leben(bios theoretikos), d. h. imPhilosophieren bzw. im wissenschaftlichenForschen finden. Zugleich betonte er, dass das Glück auch von äußeren Faktoren abhängig sei.[26]
DieStoa identifizierte das Erreichen derTugend mit der Glückseligkeit. Nur derWeise, der im Einklang mit der Ordnung des Kosmos lebe, frei vonAffekten,Wünschen undLeidenschaften und gleichgültig gegenüber dem eigenen äußerenSchicksal, könne den Endzustand derApathie erreichen. Diese Unempfindlichkeit gegen die Wechselfälle des Lebens, diestoische Ruhe, bedeute das einzige Glück.
FürEpikur wiederum lag der Sinn des Lebens in der (vornehmlich nicht-sinnlichen)Lust, die im Ideal der Seelenruhe (Ataraxie) besteht. Die maßvolle Befriedigung derGrundbedürfnisse bildete für ihn die Basis der besonders erstrebenswerten geistig-seelischen innerenFreuden. Voraussetzungen für die Glückseligkeit waren die Überwindung vonAngst undSchmerz. Seine Empfehlung war auch ein Rückzug aus derÖffentlichkeit in einen kleinen Kreis vonFreunden.
Teilweise wurde die Sinnfrage auch in Bezug auf die Verehrung von Gottheiten beantwortet, unter anderem des Schöpfergottes imFrühchristentum.
DasMittelalter schließlich war die Zeit, in der in Europa dasChristentum dominierte, das in dieser Zeit dasMonopol auf die Sinnangebote besaß. Die Kirche lehrte, dass nur das Befolgen der sakralen Gebote dem Leben einen Sinn geben könne.[27] Imspäten Mittelalter verlagerte sich der Schwerpunkt von der eher kollektiven auf eine individuellere Form des Lebenssinns, der in der persönlichenNachfolge Christi und dermystischen Vereinigung mit Gott schon zu Lebzeiten gesucht wurde. Stark verkürzt kann man aus Sicht des Mittelalters als den Sinn des Lebens dasewige Leben, also die ewige und maximal mögliche Gemeinschaft mit Gott, angeben. „Die christlich-abendländische Metaphysik war eines der großen Gehäuse, in dem Menschen auf Erden ihre Platzanweisung und damit ihre Einfügung in einen größeren Sinnzusammenhang erhalten haben.“[28]
Auch zu Beginn derNeuzeit orientierten sich die meisten Menschen noch an der christlichen Lehre. Erst dieAufklärung begann die aufFrömmigkeit undTraditionen vertrauende,autoritätsgläubige Geisteshaltung kritisch zu hinterfragen. Der Mensch sollte sich wieder seineseigenenVerstandes bedienen(sapere aude!) und dieVerantwortung für sein eigenes Leben selbst übernehmen, statt sich auf weltliche oder kirchliche Institutionen zu verlassen.
Immanuel Kant kritisierte die herkömmlichen Vorstellungen vonGlück, da diese bedeuteten, dass jeder den unvorhersehbaren Schwankungen seiner eigenen wechselhaftenTriebe,Bedürfnisse,Gewohnheiten und Vorlieben ausgeliefert sei. Auch der Freiheit, der Unsterblichkeit und Gott könne man sich im Wege der Vernunft nicht nähern. Man könne sie allein postulieren. Kant forderte stattdessen, dass sich der Mensch freiwillig denGesetzen derMoral (kategorischer Imperativ) unterwirft. Dadurch könne einselbstbestimmtes (autonomes),vernünftiges Leben geführt werden, in dem sich immerhinZufriedenheit erreichen lasse. „Um der Sinnhaftigkeit der Sittlichkeit willen und um der Sinnhaftigkeit der Welt willen müssen wir Gott und Unsterblichkeit postulieren: Die ethische Bestimmung des Menschen fordert seine Weiterdauer.“[29]
Auch derDeterminismus hatte Auswirkungen auf die Debatte um den Sinn des Lebens. Deterministen behaupten, dass ein Zustand der Welt zusammen mit den Naturgesetzen jeden weiteren Zustand der Welt festlegt. Nicht wenige Philosophen waren und sind der Auffassung, dass dies einenfreien Willen unmöglich mache. Wenn der Weltverlauf schon feststehe, so könne man sich nicht mehr frei für eine Handlung entscheiden. Doch damit, so wurde weiter argumentiert, drohe auch der Sinn des Lebens zu einer Farce zu werden. Schließlich könne man sich einenSinn dann nicht mehr aus freier Entscheidung geben und für seine Erfüllung sorgen.
InArthur Schopenhauers philosophischer Konzeption ist das Leben durch das Prinzip des Willens geprägt. DieserWille sei kein individueller Wille, sondern einmetaphysisches Grundprinzip, das sich als Resultat des unbewussten und ziellosen Dranges des Willens in allen bekannten Erscheinungen manifestiere. Dies ist für ihn gleichbedeutend mitLeiden, da das Wollen des Menschen niemals dauerhaft zufriedenzustellen sei. Nur derästhetischeGenuss, die Versenkung inKunst undMusik könne den Menschen in einen Zustand der reinenAnschauung versetzen, in dem das Leiden aufgehoben ist.
Stark befördert wurde die Sinnfrage durch die sich im 19. Jahrhundert ausbreitendeReligionskritik. So fragteLudwig Feuerbach: „Verliert nicht das Leben gerade durch das Jenseits, in dem es erst einen Sinn finden soll, allen Sinn, allen Zweck?“[30] Aus der gleichen Perspektive problematisierteSøren Kierkegaard inEntweder – Oder die Bedeutung des Lebens für dieExistenz des Menschen.[31]
Einen völlig anderen Ansatz vertratFriedrich Nietzsche. Nach seiner Analyse lebte er in einer Zeit, die er als zerrissen betrachtete, geprägt vom inneren Verfall. Gott war für den Menschen kein Leitbild mehr (Gott ist tot). „Das verehrende Herz zerbrechen, als man am festesten gebunden ist. Der freie Geist. Unabhängigkeit, Zeit der Wüste. Kritik alles Verehrten.“[32] Diese Haltung ist derNihilismus, die Zeit der absoluten Wert- und Sinnlosigkeit. „Denken wir diesen Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale insNichts: ‚die ewige Wiederkehr‘. Das ist die extremste Form des Nihilismus: das Nichts (das ‚Sinnlose‘) ewig!“[33] Um diesem zu entkommen, sah Nietzsche die Aufgabe des Menschen darin, einenhöher entwickelten Menschentypus hervorzubringen: denÜbermenschen. Dieser soll hart und ohne jedesMitleid gegen sich selbst und andere sein. Sein Lebenszweck besteht darin, aus seinem Leben und aus derMenschheit einKunstwerk zu formen. Er forderte: „wozu Du da bist, das frage dich: und wenn Du es nicht erfahren kannst, nun so stecke Dir selber Ziele, hohe und edle Ziele und gehe an ihnen zu Grunde“[34] Ähnlich wieMax Stirner betrachtete er denEgoismus als ein Korrektiv zum Ethizismus von Kirche und Staat, die den Sinn des Lebens in einer höheren Ordnung verorten, dem sich der Einzelne unterzuordnen hat.[35]
In derLebensphilosophieWilhelm Diltheys, der die Geschichtlichkeit des Menschen betonte, kommt vor allem der Philosophie die Aufgabe zu, den Stand der geistigen Entwicklung zu reflektieren und damit dem Denken der jeweiligen Epoche einen Sinn zu geben. „Philosophie ist das Umfassendste, die allseitigste jener Funktionen, durch die der menschliche Geist zum Bewußtsein seiner Zwecke gelangt: Sinn des Lebens und Universums. Der immer rege Zusammenhang des menschlichen Geistes mit sich selbst. Das Letzte, das Höchste der menschlichen Kultur überhaupt.“[36]Lutz Geldsetzer merkt hierzu an: „So sieht Dilthey implizit in der Philosophie jedenfalls die ausschlaggebende Macht in der Geschichte, durch die und mittels derer der Mensch in der Kultur über sein erkennendes Verhältnis zur Welt, seine ‚Wertbestimmungen des Gefühls‘ und die Willenshandlungen in der ‚Führung des Lebens und der Leitung der Gesellschaft‘ Klarheit gewinnt und sich Rechenschaft abgibt.“[37]
DerExistenzialismus beschäftigte sich besonders intensiv mit der Problematik des Lebenssinns. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass es jedem Menschen aufgegeben ist, frei zu wählen und zu entscheiden, was er mit seinem Leben tun will.Jean-Paul Sartre formulierte hierzu: „Frei sein heißt zum Freisein verurteilt sein.“[38] Der Mensch ist in die Welt „hineingeworfen“ worden und müsse sich nun selbst definieren. Das bedeutet: Der Mensch sei nichts anderes als das, wozu er sich selbst macht. Er konzipiert ständig neueEntwürfe von sich, die er dann (nach)lebt. Diese totale Freiheit bedeute aber auch dieBürde einer vollständigenVerantwortung für sich und sein Handeln, denn das eigene Leben könne durch keine andere, höhere Instanz mehr entschuldigt werden.[39]
NachErich Fromm soll man sich derhumanistischen Alternative bewusst werden. DerHumanismus geht vom fühlenden, lebendigen, leidenden und denkenden Menschen als der zentralen Kategorie aus. „Bei diesem Bezugsrahmen besteht der Sinn des Lebens in der völligen Entwicklung der menschlichen Eigenkräfte, insbesondere in der vonVernunft undLiebe, im Transzendieren der Enge des eigenenIchs und in der Entwicklung der Fähigkeit, sich hingeben zu können, in der vollen Bejahung des Lebens und von allem Lebendigen im Unterschied zur Anbetung von allem Mechanischen und Toten.“[40] Überdas Unbewusste kann man den Kontakt zumganzen, universalen Menschsein gewinnen: „Haben wir aber mit dem ganzen Menschen in unsKontakt, dann gibt es nichts Fremdes mehr. Es gibt kein Verurteilen anderer mehr aus einem Gefühl der eigenen Überlegenheit […] Der Mensch steht heute vor der Wahl: Entweder wählt er das Leben und ist zur neuen Erfahrung von Humanismus fähig, oder die neue ‚eine Welt‘ wird nicht gelingen.“[41] „DieNächstenliebe ist derHauptschlüssel, mit dem sich die Tore zum persönlichen Wachstum öffnen lassen. DiePraxis der Liebe ist das menschlichste Tun, das den Menschen ganz zum Menschen macht und ihm zur Freude am Leben gegeben ist.“[42]
Der modernenanalytischen Sprachphilosophie, wie sie sich aufWittgenstein beziehen lässt, schien unklar, welchen Status Aussagen über das, was man tun oder nicht tun soll, haben können. „Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems. (Ist nicht dies der Grund, warum Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde, warum diese dann nicht sagen können, worin der Sinn bestand?)“ (TLP 6.521)[43] Er räumte aber ein, dass der Mensch im religiösen Glauben einen Sinn finden kann: „An einen Gott glauben, heißt sehen, daß es mit den Tatsachen der Welt noch nicht abgetan ist. An Gott glauben, heißt sehen, daß das Leben einen Sinn hat.“[44] Vor allemBertrand Russell betonte, dass man dem objektiven Naturprozess keinen Sinn entnehmen könne.[45] Damit geriet die Sinnfrage in einen Raum individueller Entscheidung außerhalb eines strenger zu fassenden philosophischen Projekts. Sie trennt aus dieser Perspektive daher den Bereich des Lebens von den Bereichen, in denen die Philosophie aus ihrer Sicht Antwort zu geben vermag.
DieLogotherapie vonViktor Frankl ist eine Methode der Psychotherapie, um Menschen von krankmachender Sinnleere zu befreien. Denn wenn der Mensch seinen Willen zum Sinn in der Lebenspraxis nicht zur Geltung bringen kann, entstehen bedrückende Sinn- und Wertlosigkeitsgefühle.
Die drohendeAuslöschung der Menschheit durch einen globalen Krieg, das mögliche Ende desFortschritts, die zunehmend sichtbar werdendeZerstörung der Umwelt, die warnendeVorhersage vomEnde des Wachstums und der Wegfall derWertesysteme (wie imHolocaust) in derwestlichen Hemisphäre haben im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem gesellschaftlichen Phänomen geführt, das häufig alsallgemeine Sinnkrise bezeichnet wurde. In ihrem Gefolge gewannen auchskeptische Positionen stark an Bedeutung. So vertrat etwaEmil Cioran eine existentielle Skepsis, die von einem „Dasein ohne Endergebnis“ ausgeht. Die Argumente desZweifels an jedem Lebenssinn drohen hier allerdings stets zur völligenVerzweiflung zu führen.
Obwohl dieNaturwissenschaften sich – dempositivistischen Verständnis gemäß – nicht mitmetaphysischen Sinnfragen beschäftigen, oder metaphysische Sinnfragen gar für sinnlos erklären, werden aus ihren Ergebnissen Folgerungen für die Beantwortungeschatologischer Fragen abgeleitet. So sieht beispielsweiseHoimar von Ditfurth den Sinn des Lebens untrennbar mit dem Sinn der kosmischenEvolution verknüpft.[46]
Der moderneHedonismus betont in der Nachfolge derUtilitaristen und klassischen Hedonisten dasErleben und Erstreben von sinnlicherLust. Der Lebenssinn liege in der Befriedigung vonBedürfnissen. Intensive, reizvolle und angenehme Lustempfindungen werden aktiv gesucht und nach Möglichkeit gesteigert. Die Verrechnung von Lust und Unlust soll dabei für dasIndividuum möglichst zu jedem Zeitpunkt ein positives Gesamtergebnis aufweisen.
Wieder an Aristoteles anknüpfend stelltMartha Nussbaum die Frage nach einem guten Leben in den Mittelpunkt ihres Denkens. Sie warnt vor der Zerbrechlichkeit des guten Lebens und hat in Zusammenarbeit mitAmartya Sen ein Konzept entworfen, in dem sie konkret zu bestimmen versucht, welches dieBefähigungen sind, die ein Mensch benötigt, um ein gutes Leben führen zu können.[47][48] Ähnlich bezieht sich auchAlasdair McIntyre auf dieTugendlehre des Aristoteles.[49]
In Anlehnung an Aristoteles und mehr noch an den PhilosophenThomas von Aquin argumentieren Vertreter desNeuthomismus bzw. derNeuscholastik wieHenry Deku. Demnach besteht der Sinn des Lebens im Glücklichwerden durch die Erkenntnis des Wahren und das Tun des Guten, und zwar letztlich zur Ehre Gottes.[50]
Die verschiedenen Religionen geben unterschiedliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, die hier – geordnet nach Verbreitung – nur kurz skizziert werden sollen. Die Abschnitte beschreiben jeweils die Sicht der entsprechenden Religion.
Diejüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des Volkes derJuden. In der Geschichte desJudentums entstanden eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien, deren Einhaltung von Juden mehr oder weniger erwartet wird, um in Einklang mit der jüdischen religiösen Gemeinschaft und ihrem Glauben zu sein.
DerSinn des Lebens im Judentum besteht in der Einhaltung der göttlichenGesetze, d. h. in der Ehrfurcht vor Gott und seinem Willen. Die Regeln und göttlichen Gebote („Mitzwa“) sind imTanach gesammelt, der inTalmud undMidraschim diskutiert und ausgelegt wird.
Ausdrücklich mit der Frage nach dem Sinns des Leben befasst sich das BuchKohelet (Prediger), das zu denKetuvim („Schriften“) im Tanach gehört, also Bestandteil der jüdischen Bibel ist und auch in das christliche alte Testament aufgenommen wurde. Ein erfahrener Weiser (Sohn Davids) blickt auf sein Leben zurück und stellt fest, dass er den Sinn weder in materiellen Gütern, noch im Erfolg und auch nicht in einem streng religiösen Leben gefunden hat. Auch das Schreiben von Büchern hilft nicht. Alle diese Dinge sind nichtig (eitel, absurd, ein Dunst). Das „Gute“, der Lebensgenuss ist eine Gabe Gottes, die allerdings unverfügbar und flüchtig ist. Der Prediger rät am Ende im 12. Abschnitt, sein Leben unter den Gesetzen Gottes zu genießen.
12,12 Was aber darüber ist, mein Sohn, da lasse dich verwarnen; des vielen Büchermachens nähme kein Ende und vieles Predigen ermüdet den Leib.
12,13 Der Inhalt der Rede als Ganzes verstanden: Gott fürchte und seine Gebote wahre, denn dies ist der ganze Mensch.
12,14 Denn jegliche Tat wird Gott bringen vor das Gericht über alles Verborgene, Gutes wie Böses.[51]
DerSinn des Lebens im Christentum ist es, diese Gemeinschaft mitGott und untereinander im Leben wie im bzw. nach demTod zu pflegen. Voraussetzung ist hierzu das Leben inLiebe, das die innere und äußerlicheUmkehr (Buße) und den Glauben an dieErlösung durchJesus Christus, wie sie in derBibel beschrieben wird, voraussetzt. Mit derWiedergeburt in derTaufe beginnt das von der Sünde und dem Tod erlöste Leben, das sich inGebeten und guten Werken fortsetzt.
Dietrich Bonhoeffer sah den Sinn des Lebens vor allem in der Nachfolge Christi:
„Wir meinen, weil dieser oder jener Mensch lebt, habe es auch für uns Sinn zu leben. In Wahrheit ist es aber so: Wenn die Erde gewürdigt wurde, den Menschen Jesus zu tragen, wenn ein Mensch wie Jesus gelebt hat, dann und nur dann hat es für uns Menschen einen Sinn zu leben […] Der unbiblische Begriff des Sinnes ist ja nur eine Übersetzung dessen, was die Bibel ‚Verheißung‘ nennt.“[52]
DerIslam wurde durchMohammed begründet, der als Sohn eines Händlers im heutigenSaudi-Arabien geboren wurde. Der Überlieferung nach erschien ihm derErzengel Gabriel und übermittelte ihm dieVerse desKorans. Der Islam sieht sich als Fortsetzung und Wiederkehr einiger Ursprungsreligionen (Judentum,Christentum) in korrekter und vollendeter Form.
DerSinn des Lebens im Islam besteht darin, Allah zu dienen und sein Wohlgefallen zu erreichen. Dies wird imKoran in derSure 51, Vers 56 so beschrieben: „Und die Menschen und dieDschinn habe ich erschaffen, nur damit sie mir dienen.“ Dazu dienen u. a. der festeGlaube anGott und seineVorsehung, die Überwindung schlechter Eigenschaften und falscher Ideen, verantwortliches Handeln, Eintreten gegen Ungerechtigkeit und das Vollbringen guter Taten.
ImKonfuzianismus besteht ein sinnvolles Leben nicht in einem egoistischen Streben nach Glück, sondern in einem tugendhaften Leben. Es geht nicht um Selbstverwirklichung, sondern um den harmonischen Zusammenhalt der Gesellschaft ausgehend von der Familie als kleinster Einheit innerhalb des Systems. Dabei stehen Mitmenschlichkeit (Ren) und Gerechtigkeit und Pflichtbewusstsein (Yi) im Vordergrund. Dazu kommen rituell gesittetes Verhalten (Li), Weisheit (Zhi) und Aufrichtigkeit/Vertrauen/Treue (Xin). Diese Tugenden tragen wesentlich zu einem gelingenden Miteinander bei. Wichtig sind die Beziehungen zu anderen Individuen und zur Gesellschaft – zur Familie, zu Freunden, zu Lehrern, zu Kollegen, denn der Mensch steht nicht allein im Leben.[53] Entsprechend steht dieGoldene Regel im Zentrum der konfuzianischen Lehre: „Was du selbst nicht wünschest, das tue nicht anderen an.“ (Lunyu), 15.23: Fragen der Religion, des Jenseits oder des Übernatürlichen spielen bei Konfuzius keine wesentliche Rolle. „Wer nicht den Menschen zu dienen versteht, wie kann der den Geistern dienen?“ (Lunyu 11,12) Es gibt das Bewusstsein einer in der menschlichen Natur angelegten Güte, die vom Himmel (Tian) als transzendentem Ursprung verliehen und in der Selbstkultivierung des einzelnen Menschen verwirklicht wird. Demgemäß besteht der Sinn des Lebens darin, mit allen Geschöpfen der Natur eine harmonische Einheit zu bilden.
DerHinduismus besteht aus verschiedenen Wegen ohne gemeinsame Gründerfigur oder allgemeingültige kanonisierteHeilige Schrift. Die einzelnen philosophischen Auffassungen haben teilweise verschiedene Konzepte hinsichtlich der Lehre von Leben, Tod und Erlösung. Ebenso unterschiedlich sind die Konzepte vomSinn des Lebens. Für viele bedeutet es ein Leben nach den traditionellen „vier Lebenszielen“, nämlich Artha (Wohlstand), Kama (Begierde),Dharma (Pflicht, Moral) und schließlich als letztes ZielMoksha, die Erlösung. Für die Anhänger dermonistischenAdvaita-Lehre bedeutet Moksha ein Aufgehen in das „kosmische Bewusstsein“, insBrahman. Für die Anhänger der Dvaita-Lehre hat die Gottesliebe (Bhakti) einen zentralen Stellenwert, Erlösung bedeutet für sie ewige Gemeinschaft mit Gott.
Der Begründer desBuddhismus,Siddhartha Gautama, lebte der Überlieferung nach vor etwa 2500 Jahren als reicherFürstensohn unbekümmert und von allen Unannehmlichkeiten ferngehalten in einem Palast. Er wehrte sich gegen diese Abschottung. Als er sie als junger Heranwachsender überwand und sich derRealität des unausweichlichen Leidens („Dukkha“) undTodes stellte, erkannte er die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. Er beschloss, nach einem Ausweg aus dem Leiden zu suchen, und fand seinen eigenen Weg durchMeditation. Im Ringen umErlösung erreichte er schließlich die oft ungenau als „Erleuchtung“ bezeichnete Einsicht (Bodhi „Erwachen“) in die Ursache des Leidens und deren Aufhebung.
DerSinn des Lebens im alten Buddhismus ist es, dem Kreislauf derReinkarnationen imSamsara durch das Eingehen in dasNirvana zu entkommen, in das völlige Verlöschen[54] – was das Verlöschen der Sinnfrage logisch einschließt. In der Lehre der Buddhisten wird alles Leben und Tun als schließlich zum Leiden führend entlarvt. Hierfür wird die Gier nach Leben, Macht und Lust als ursächlich erkannt. Nur die völlige Auslöschung dieser Gier kann zur Überwindung des Leidens[55] führen.
Im Verlauf der langen Entwicklung des Buddhismus entstand eine Vielzahl buddhistischer Schulen und Strömungen, die zum Teil sehr verschiedene Methoden als Wege zur Befreiung aus dem Kreislauf des Leidens anwenden. Allen buddhistischen Traditionen ist der sogenannte „Edle Achtfache Pfad“ gemein.
In den späteren Schulen desMahayana-Buddhismus wird vorrangig nicht die Erlösung der eigenen Person durch das Eingehen ins Nirvana angestrebt, sondern die Idealexistenz einesBodhisattva, der zunächst den anderen Lebewesen hilft, sich aus dem endlosen Kreislauf zu retten, um erst danach selbst ins Nirvana überzugehen.
DasRingsymbol repräsentiert die Verbindung der Menschheit zu Gott
DasBahaitum betont die Einheit der Menschheit.[56] Für Bahai besteht der Sinn des Lebens im geistigen Wachstum und dem Dienst an der Menschheit. Der Mensch wird als spirituelles Wesen betrachtet. Nach den Bahai-Lehren bietet das Leben des Menschen in dieser materiellen Welt erweiterte Wachstumsmöglichkeiten, um göttliche Eigenschaften und Tugenden zu entwickeln, und diePropheten wurden von Gott gesandt, um dies zu fördern.[57][58]
In dennaturphilosophischen Arbeiten Teilhard de Chardins um 1930 ist Leben im Kosmos ein schöpferischer Vorgang in Richtung immer höherer Organisiertheit, die von Gott bewirkt wird. Ziel dieser Entwicklung ist die absolute Liebe, die inJesus Christus vorweggenommen wurde. Die„RadialeEnergie“ der Evolution – und damit auch dieMenschheit – mündet schließlich im „Punkt Omega“. Der Sinn des Lebens jedes Einzelnen ist demnach die Teilhabe an der Entwicklung der „absoluten Liebe“.
DerKosmologe Frank J. Tipler veröffentlichte 1994 eine auf einer ähnlichen Vorstellung aufbauende Omegapunkt-Theorie, nach der der Sinn des Lebens darin besteht, die in der kosmischen Geschichte vollendete Gottheit zu schaffen. Nach dieser These ist Gott sowohl Ziel als auch Ursprung der Evolution des Universums. ImBig Crunch lässt Gott ausAgape das Universum und alle jemals existent gewesenen geliebten Lebewesen, nunmehr „geheilt“, als perfekteSimulation virtuellauferstehen. Die Partizipation an der Evolution der menschlichen Kultur im Universum sei demnach Sinn des einzelnen Lebens.
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Physische, soziale und psychische Systeme bilden Formen. Zur Formenbildung benötigen sie ein Medium. So wie für physische Systeme die Gegenstände, mit denen sich die Physik befasst, ein universales Medium zur Bildung von Formen sind, so ist Sinn das universale Medium, mit dem soziale und psychische Systeme Formen bilden können.
Im Medium Sinn gibt esmögliche Formen (die noch nicht aktualisiert wurden) undaktualisierte (tatsächlich verwirklichte) Formen. Soziale Systeme erleben diesen Unterschied und handeln, indem sie aus möglichen Formen wählen (selektieren) und sie zu aktualisierten Formen werden lassen. DieDifferenz zwischen möglichen und aktualisierten Formen ist überhaupt der Grund für das Erleben und Handeln sozialer Systeme. Und Sinn als Medium für Formen ist die Voraussetzung dazu, ermöglicht es dem System also überhaupt erst, an sich anzuschließen und damit fortzubestehen.
"Vom Sinn unseres Lebens" ist der Titel des Jugend-Buches in der DDR. Es ist das Buch mit der größten Auflagen-Anzahl gewesen.[59] In der DDR war der Staat bestrebt, dem Individualismus den Gemeinschaftssinn mit dem Slogan "Uns Vereint gleicher Sinn, gleicher Mut" desWeltjugendliedes von 1948 voran zu stellen.Der Sinn des Lebens in der DDR bestand neben der persönlichen Entwicklung und dem Bemühen um die Familie auch in dem Bemühen, der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, weil beides untrennbar verbunden wurde. Die staatliche Ideologie sprach von der Verwirklichung des Sozialismus und dem Aufbau einer klassenlosen Gesellschaft, was letztlich mit dem Ende der Sowjetunion und der Wende ein Ende fand.
Auf die ewige Grundfrage des Menschen gibt es viele weitere Antworten, dazu gehören auch folgende nicht ernst zu nehmende:
„42“ ist im RomanPer Anhalter durch die Galaxis vonDouglas Adams die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Allerdings sei unbekannt, wie diese Frage eigentlich laute.
„Der Sinn des Lebens ist, über den Sinn des Lebens nachzudenken“ aus dem ComicB.C. vonJohnny Hart
In „Der Sinn des Lebens“(The Meaning of Life), einemFilm derbritischenKomikergruppeMonty Python, gibt eine Fernsehansagerin den Sinn des Lebens bekannt: „Seien Sie nett zu Ihren Nachbarn, vermeiden Sie fettes Essen, lesen Sie ein paar gute Bücher, machen Sie Spaziergänge und versuchen Sie, in Frieden und Harmonie mit Menschen jeden Glaubens und jeder Nation zu leben.“
Jürgen August Alt:Wenn Sinn knapp wird. Über das gelingende Leben in einer entzauberten Welt. Campus, Frankfurt am Main / Wien 1997,ISBN 3-593-35684-8.(Diskussion verschiedener historischer und moderner Sinnangebote)
Viktor Frankl:Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk. 17. Auflage. Piper, München 2004,ISBN 3-492-20289-6(DieLogotherapie beschäftigt sich besonders mit der Sinnfrage).
Paul Tiedemann:Über den Sinn des Lebens. Die perspektivische Lebensform. WBG, Darmstadt 1993,ISBN 3-534-12030-2(Systematisierung verschiedener Typen von Sinnkonzepten).
Thomas Kriza:Die Frage nach dem Sinn des Lebens. Das zwiegespaltene Verhältnis des modernen Denkens zu den Sinnentwürfen der Vergangenheit (= Blaue Reihe). Meiner, Hamburg 2018,ISBN 978-3-7873-3326-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Friedrich Schleiermacher:Über den Wert des Lebens. (1792/93, posthum), G. Meckenstock (Hrsg.):Kritische Gesamtausgabe. Band I/1, de Gruyter, Berlin/New York, S. 391 ff.;William James:Is life worth living? In:The will to believe, and other essays in popular philosophy. Longmans, Green & Co., New York 1897.
↑Günther Anders:Die Antiquiertheit des Menschen. Band II, C. H. Beck, München 1980,ISBN 3-406-47645-7, Kapitel Die Antiquiertheit des Sinns, S. 369:Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution.
↑Jürgen Beetz:Eine phantastische Reise durch Wissenschaft und Philosophie: Don Quijote und Sancho Pansa im Gespräch, Kapitel 13: Diskurs über den Sinn des Lebens. Alibri, Aschaffenburg 2012, S. 234. Er vermutet, dass das Leben oder das Universum überhaupt keine Eigenschaft mit der Bezeichnung "Sinn" habe, so wenig, wie ein Atom eine Eigenschaft mit der Bezeichnung "Farbe" hat (S. 232).
↑Christoph Fehige, Georg Meggle, Ulla Wessels:Vorab. In: dies. (Hrsg.):Der Sinn des Lebens. 5. Auflage. Dtv, München 2002, S. 14.
↑Fredrik Agell:Die Frage nach dem Sinn des Lebens: Über Erkenntnis und Kunst im Denken Nietzsches. Wilhelm Fink, München 2006, S. 135.
↑Harry Stroeken:Psychotherapie und der Sinn des Lebens. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 30.
↑Peter Sloterdijk: „In dem Augenblick, in dem unser Bewußtsein reif wird, die Idee des Guten als eines Zieles fallenzulassen und sich dem, was schon da ist, hinzugeben, wird eine Entspannung möglich, in der das Auftürmen von Mitteln zu Gunsten imaginärer, immerferner Ziele sich von selbst erübrigt. Nur vom Kynismus her läßt sich der Zynismus eindämmen, nicht von der Moral aus.“ In:Kritik der zynischen Vernunft. Band 1, Suhrkamp, Frankfurt 1983, S. 367.
↑Albert Camus:Das Absurde entsteht aus dieser Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftwidrig schweigt. In:Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde. Rowohlt, Hamburg 1959, S. 56.
↑Theodor W. Adorno:Negative Dialektik. Suhrkamp, Frankfurt 1966, S. 370.
↑Viktor Frankl:Psychotherapie für den Laien. Rundfunkvorträge über Seelenheilkunde. 4. Auflage. Freiburg 1973, S. 67.
↑Viktor E. Frankl:Es kommt der Tag, da bist du frei. Kösel-Verlag, München 2015,ISBN 978-3-466-37138-9,S.49.
↑Viktor E. Frankl:Es kommt der Tag, da bist Du frei. Kösel-Verlag, München 2015,ISBN 978-3-466-37138-9,S.116.
↑Viktor Frankl:Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk. 19. Auflage. Piper, München 2006,ISBN 978-3-492-20289-3, S. 155.|
↑Hermann Hesse in einem Brief vom 16. Juni 1956 an Marianne Wedel, abgedruckt in: Hermann Hesse:Lieben, das ist Glück. Gedanken aus seinen Werken und Briefen. Liebe, Glück, Humor und Musik. Zusammengestellt von Volker Michels, Suhrkamp, Frankfurt 2008, S. 7.
↑Dag Hammarskjöld:Zeichen am Weg, zitiert nach: Reinhard Lettmann:Wage das Ja zu dir selbst, zum Mitmenschen, zu Gott. Butzon & Bercker, Kevelaer 1994.
↑Wilhelm Schmid:Das schöne Leben. Was es heißt, den „Sinn des Lebens“ zu finden. In:der blaue reiter, Ausgabe 8.
↑Micha H. Werner:Einführung in die Ethik. 1. Auflage. J.B. Metzler,ISBN 978-3-476-05293-3,S.37ff.
↑Aaron J. Gurjewitsch:Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen. Beck, München 1997, S. 102;Robert Spaemann spricht von einer mittelalterlichen „theologischen Teleologie“:Naturteleologie und Handlung. Hermann Krings zum 65. Geburtstag mit Dank. In:Zeitschrift für philosophische Forschung. Bd. 32, H. 4 (Okt. – Dec., 1978), S. 481–493.
↑Helmut Gollwitzer:Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Christian Kaiser Verlag, 10. Auflage München 1985, S. 90.
↑Helmut Gollwitzer:Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Christian Kaiser Verlag, 10. Auflage München 1985, S. 94–95.
↑Ludwig Feuerbach:Die Unsterblichkeitsfrage vom Standpunkte der Anthropologie. (1846) In: W. Schuffenhauer (Hrsg.):Gesammelte Werke. Band 10, S. 282.
↑Søren Kierkegaard:Entweder/Oder. Ein Lebensfragment. (1843), II. Abschnitt:Das Gleichgewicht zwischen dem Ästhetischen und dem Ethischen in der Herausarbeitung der Persönlichkeit, dtv, München 1975.
↑Jean-Claude Wolf:Egoismus und Moral. Paulusverlag, Freiburg/Schweiz 2007, S. 34.
↑Wilhelm Dilthey:Allgemeine Geschichte der Philosophie. Vorlesungen 1900–1905. hrsg. und eingeleitet von Hans-Ulrich Lessing
↑Lutz Geldsetzer:Die Philosophie der Philosophiegeschichte im 19. Jahrhundert. Zur Wissenschaftstheorie der Philosophiegeschichtsschreibung und -betrachtung. Hain, Meisenhain am Glan 1968, S. 110.
↑Hans-Martin Schönherr-Mann:Sartre: Philosophie als Lebensform. Beck, München 2005, S. 31ff.
↑Erich Fromm:Humanismus als reale Utopie. Ullstein, Berlin 2005, S. 65–66.
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↑Ludwig Wittgenstein:Logisch-philosophische Abhandlung, Tractatus logico-philosophicus. Kritische Edition. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998.
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↑Bertrand Russell:A free man’s worship. (1903), In:Mysticism and Logic. Longmans Green, New York / London 1918.
↑Sinngemäß aus seinem Buch „Innenansichten eines Artgenossen“:„Der Ausgang der kosmischen Geschichte allein wird ihre Rechtfertigung bilden. Da diese- als unüberbietbarer gigantischer Leerlauf gedacht- die am wenigstenplausible Annahme von allen darstellt, muss es dem Menschen genügen zu wissen, dass sein Dasein Sinn im Rahmen dieses Ganzen hat. Das ist mehr als mancher zu hoffen wagte.“
↑Martha Nussbaum, Amartya Sen:The Quality of Life. Clarendon Press, Oxford 1993.
↑Martha Nussbaum:Die Grenzen der Gerechtigkeit. Behinderung, Nationalität und Spezieszugehörigkeit. Suhrkamp, Berlin 2010.
↑Alasdair McIntyre:Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.
↑Vgl. Henry Deku:Wahrheit und Unwahrheit der Tradition, St. Ottilien 1986, Seite 255 f.
↑Dietrich Bonhoeffer:Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Hrsg. von Eberhard Bethge. Gesammelte Werke Bd. 8. Kaiser, Gütersloh 1998, S. 426.
↑Wolfgang Bauer: Geschichte der chinesischen Philosophie, C. H. Beck, München 2001, S. 58