

DieSociété Industrielle de Mécanique et Carrosserie Automobile (SIMCA) war einfranzösischer Automobilhersteller. Das Unternehmen wurde 1934 gegründet, umFiat-Fahrzeuge in Lizenz in Frankreich herzustellen. Nach demZweiten Weltkrieg kamen eigene Modelle hinzu. Später übernahm SimcaAutomobiles Talbot, und es begann eine Zusammenarbeit mitChrysler, die 1971 in eine Übernahme durch den US-amerikanischen Hersteller mündete. Nach der Übernahme 1978 durchPeugeot wurde die Marke Simca aufgegeben.
SIMCA wurde 1934 vonHenri Théodore Pigozzi gegründet und fertigte ab 1935 inNanterre bei Paris Fiat-Fahrzeuge inLizenz: Zunächst denFiat 500 Topolino, der in Frankreich alsSimca 5 vertrieben wurde, dann bis 1950 weitere Modelle,Simca 8 undSimca 6. Fiat erhielt für die Lizenzen Anteile an Simca.Während desZweiten Weltkriegs baute Simca im Auftrag der deutschen Besatzungsmacht unter anderem Teile für dasNSU-Kettenkrad.
1952 übernahm Simca die Traktorenproduktion vonMAP. 1954 übernahm Simca vonFord Frankreich dasAutomobilwerk Poissy bei Paris und baute dieses bis 1957 zur damals modernsten Automobilfabrik in Europa um. Ford erhielt beim Verkauf der französischen Tochtergesellschaft mitsamt ihren französischen Modellen im Gegenzug 15 % der Simca-Aktien. Die bisherigen Ford-Modelle Vedette und Comète liefen von da an unter dem NamenSimca Vedette undSimca Comète Monte Carlo weiter vom Band. Der LKWFord Cargo F798WM wurde ab 1955 zumSimca Cargo (Matford F917WS). Der Simca Comète Monte Carlo wurde bereits ein Jahr später eingestellt, die Vedette – auch als Chambord, Marly und Présidence angeboten – wurde bis 1961 in Frankreich als großes Simca-Modell der Luxusklasse gefertigt. InBrasilien lief die Modellreihe anschließend bis zum Ende der 1960er Jahre vom Band. Durch den Kauf des Werkes Poissy und die zusätzliche Produktion der ehemaligen Ford-Modelle verdrängte Simca Peugeot vom dritten Platz der französischen Automobilhersteller und nahm nachRenault einen Platz nebenCitroën ein. Die Lastwagenfabrik wurde in Zusammenarbeit mitUnic betrieben.
In den 1950er Jahren brachte Simca eigene Baureihen wieSimca Aronde (1951) undSimca Ariane (1957) heraus, ihnen folgten derSimca 1000 (1961) mitHeckantrieb, ab 1963 die1300/1500er Baureihen, sowie derSimca 1100 (1967), der erste Simca mit quer eingebautemFrontmotor undFrontantrieb.
1958 kaufteChrysler USA die noch von Ford USA gehaltenen 15 % der Simca-Aktien auf. Ebenso übernahm ChryslerUnic und gliederte diese als Nutzfahrzeugsparte von Simca ein, somit wurden die LKW-Modelle aus Frankreich nur noch als Unic vertrieben. Simca-Chrysler übernahm 1959Talbot-Lago. Im selben Jahr gründeten Simca und Fiat einJoint-Venture mit dermarokkanischen Regierung: dieSociété Marocaine de Construction Automobile.[1] In Marokko sollten insgesamt mehr als 50.000 Einheiten der Baureihen 1000, 1100 und 1300/1500 produziert werden.[2] Bis 1971 vergrößerte Chrysler seinen Anteil an Simca auf knapp 100 %, die man größtenteils von Fiat übernahm. Das Unternehmen nannte sich nun offiziellChrysler Europe, der Markenname Simca wurde jedoch beibehalten.
1978 wurde Simca an Peugeot verkauft. Peugeot führte die Modellreihen noch bis 1986 unter dem MarkennamenTalbot fort. Aus dem Simca-Chrysler-Nachlass gingen zahlreiche neue Modelle hervor, u. a. derPeugeot 309, welcher als Peugeot-Projekt als Nachfolger desTalbot Horizon gedacht war und in der Vorserien-Version von der Presse den Namen Arizona bekam. In Zusammenarbeit mitMatra und den Erfahrungen von Chrysler auf diesem Gebiet (Chrysler Voyager) war eineGroßraumlimousine entwickelt worden, die jedoch nicht von Peugeot übernommen wurde. Hieraus entstand derRenault Espace.







Vielfach nutzten auch andere Automobilunternehmen Motoren, Fahrwerkskomponenten und/oder Karosserien von Simca für grundlegend überarbeitete oder eigene Fahrzeugmodelle. In enger Kooperation mit Simca nutzte der französische HerstellerGordini in seinen Anfängen von 1935 bis 1951 umfassend Simca-Technik für Sportwagen bis hin zu Grand-Prix-Rennwagen, zum Teil auch noch nach dem Ende der offiziellen Partnerschaft. Im ebenfalls französischenSymetric-Arbel fand zwischen 1951 und 1958 ein Simca-Motor Verwendung, der die Elektromotoren für den Antrieb speiste.
Im Jahr 1963 präsentierte dieCarrozzeria Sibona-Basano ausTurin denSimca Cerbiatto, einen zweisitzigen Spider auf Basis des Simca 1000, sowie denSimca Mistral 1500, ein 2 + 2-sitziges Cabriolet auf Basis des Simca 1300/1500, die jedoch vermutlich nur Einzelstücke blieben. Der italienische AutomobilherstellerAbarth baute von 1963 bis 1965 mit der grundlegend überarbeiteten Technik und der Serienkarosserie des Simca 1000 in größerer Serie denSimca Abarth 1150 / 1150 S / 1150 SS / 1150 Corsa. Von 1962 bis 1966 entstanden auf der modifizierten Bodengruppe inklusive Fahrwerkskomponenten des Simca 1000 die RennsportcoupésAbarth Simca 1300 GT / 1600 GT / 2000 GT in vermutlich größeren zweistelligen Stückzahlen mit Leichtmetallkarosserien derCarrozzeria Beccaris und derCarrozzeria Sibona-Basano. Mit der gleichen Simca-Basis entstanden ferner die RennsportcoupésAbarth 1300OT / 1600OT / 2000OT mit Kunststoffkarosserien vonSibona-Basano, von denen 1965/1966 insgesamt 50 Exemplare gebaut worden sein sollen.
Auch der französische HerstellerChappe et Gessalin nutzte die Bodengruppe und den Antrieb des Simca 1000 für seine sportlichen Coupés und CabrioletsCG Spider 1000 / Sport 1000 / 1200 S von 1966 bis 1974. Ein weiteres Beispiel für die Nutzung der Bodengruppe und des Antriebs des Simca 1000 stellt der 1970 präsentierte Beach BuggyShake vonBertone dar.