Der Fund mehrererHügelgräber auf dem Gemeindegebiet belegt eine Besiedelung bereits seit derFrühgeschichte, die fortdauerte, denn Reste einergallorömischenVilla sind ebenfalls zu Tage getreten. ImMittelalter erlangte Simacourbe eine gewisse Bedeutung, denn bei derVolkszählung des Béarn im Jahre 1385 wurden 40 Haushalte gezählt. Das Dorf gehörte zurBailliage von Lembeye. Das Dorf wurde in den Schriften auch alscastelnau bezeichnet. Ein Castelnau (deutschNeuburg,okzitanischcastèl nòu, imVulgärlateincastellum novum) ist ein Dorf oder eine Stadt, die in der Nähe einer Erdhügelburg gegründet wurde. Dieser von Gräben umsäumte Erdhügel befand sich im heutigen Viertel Moncaubet. Das Dorf besaß einLaienkloster, das demVicomte von Béarn unterstand und seinen Abt zu einem Sitz in derStändeversammlung des Béarn berechtigte. Das Dorf entwickelte sich weiter und wurde im 18. Jahrhundert Sitz eines 44 Pfarrgemeinden umfassendenErzpriestertums desBistums Lescar. DieGrundherrschaft gehörte zurMarkgrafschaft von Gassion.[1][3]
Nach einem ersten Höchststand der Einwohnerzahl von rund 620 in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bis zu den 1970er Jahren auf 225 Einwohner. Seitdem ist ein Wachstumstrend zu verzeichnen, der bis heute andauert.
Jahr
1962
1968
1975
1982
1990
1999
2006
2009
2023
Einwohner
244
260
225
234
303
342
351
352
424
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Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz Quellen:EHESS/Cassini bis 1999,[5]INSEE ab 2006[6][7]
Pfarrkirche, geweiht demApostelPetrus. Im späten 11. Jahrhundert wurde der untere Teil derApsis errichtet, im frühen 12. Jahrhundert der obere Teil sowie daseinschiffigeLanghaus und dasEingangsportal. Trotz zahlreicher Änderungen im Laufe der Jahrhunderte konnten viele Elemente derromanischen Zeit erhalten bleiben. In denHugenottenkriegen wurde die Kirche wahrscheinlich in Brand gesteckt. Vermutlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden dasKreuzrippengewölbe und dieSeitenkapelle gebaut. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche weitgehend restauriert und 1853 bis 1854 derGlockenturm errichtet, wie Steinmetzzeichen belegen. Oberhalb derArchivolten des Eingangsportals trägt ein kreisförmiger Stein ein auf dem Kopf stehendesChristusmonogramm. Er ist vermutlich eine Wiederverwendung nach den Verwüstungen der Hugenottenkriege des 16. Jahrhunderts. Ein zackenförmigesOrnament umsäumt das Symbol, in dem die Wörter „Pax“, „Lux“, „Lex“ und „Rex“ (deutschFrieden, Licht, Recht, König) eingraviert sind. Die Apsis ist außen reich mit Ornamenten auf zwei Ebenen verziert, was einen Kontrast zur Sachlichkeit des Kircheninneren bildet. VieleAusstattungsgegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind als nationale Kulturgüter registriert. Die Pfarrkirche ist bereits seit dem 19. Mai 1925 alsMonument historique klassifiziert.[8][9][10][11]
Schloss Parage. Im Jahre 1754 wohnte Jacques de Lomagne Tarride, Grundherr vonBarinque und Escurès, in seinem Schloss in Simacourbe. Dies lässt darauf schließen, dass es kurz vorher als Ersatz des früheren Laienklosters und unter Wiederverwendung von Gebäuden errichtet worden war. Vom Laienkloster blieb ein Wappen auf demSturz der Eingangstür und das Dekor der Fenster erhalten. Der Kamin der früheren Küche stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Eingangshalle und Treppe aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Während derFranzösischen Revolution wurde das Schloss als „nationales Eigentum“ verkauft. Im 19. Jahrhundert gehörte es der Familie Parage, die ihm seinen heutigen Namen gab. 1873 richtete die Gemeinde das Rathaus, eine Mädchenschule und die Wohnräume des Lehrers in dem Anwesen ein. Auch heute noch birgt es die kommunale Schule. Das ausgedehnte, rechteckige Gebäude besitzt zwei Etagen und ein Dachgeschoss. Es wird flankiert von einem rundenTreppenturm. Die Fassade zeigt eine asymmetrische Anordnung, die die Wiederverwendung des früheren Wohntrakts beim Bau des Schlosses zeigt.[12][13]
Kapelle, geweihtMartin von Tours. Der romanische Bau im Ortsteil Moncaubet stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Kapelle restauriert, wobei ein Sturz, in dem die Jahreszahl „1735“ eingraviert wurde, aus dem 16. Jahrhundert stammt und bei der Restaurierung wiederverwendet wurde. Das Langhaus, das ein Haupt- und ein Seitenschiff birgt, besitzt einenGlockengiebel mit einer Glocke, die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert datiert und somit eine der ältesten erhaltene im Béarn ist. Die Kapelle birgt Ausstattungsgegenstände aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die als nationale Kulturgüter registriert sind. Bei der Aktualisierung des Eintrags im Jahr 1993 war die Kapelle in einem schlechten Zustand.[14]
Handel und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.
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Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15] Gesamt = 43
Simacourbe ist erreichbar über dieRoutes départementales 104, 143, 207, 227, 543 und 943 (ehemaligeRoute nationale 643) und ist mit einer Linie des BusnetzesTransports 64 überPau mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.
Im Jahr2024 führte dieTour de France auf der13. Etappe durch Séméacq-Blachon. Auf der D943 wurde mit der Côte de Simacourbe (316 m) eineBergwertung der 4. Kategorie abgenommen. Diese wies auf einer Länge von 1,8 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von 6,4 % auf.[18] Der NorwegerTobias Halland Johannessen gewann die Bergwertung.[19]
Jean Lafourcade-Camarau (1818–1880). Geboren in Simacourbe, verließ er 1834 den elterlichen Bauernhof, um zuerst inParis, später inBrasilien einen Reichtum mitImmobiliengeschäften zu machen. Er kehrte nach Simacourbe zurück, kaufte den Bauernhof zurück, den sein Vater in der Zwischenzeit hatte verkaufen müssen, und wurde Bürgermeister der Gemeinde. Er betrieb in Pau weiterhin Immobiliengeschäfte, indem er Häuser kaufte und sie in Luxushotels umwandelte. Er ließ zwischen 1867 und 1872 dasHôtel de Gassion in Pau errichten, das bald bis zumErsten Weltkrieg als Zentrum der Aristokratie galt.[20]
Paul Castaibert
Paul Castaibert, geboren am 11. November 1883 in Simacourbe, gestorben am 19. Mai 1951 inMontevideo,Uruguay, war Pionier des Flugwesens inArgentinien und Begründer des Flugzeugbaus in Argentinien. Als er 1908 dieFliegerschule derBrüder Wright in Pau besuchte, entschied er sich, nach Argentinien auszuwandern. Er richtete 1910 inBuenos Aires zunächst eineGarage für die Reparatur von Autos ein, aus der ein Jahr später ein Taxiunternehmen mit sechs Autos erwuchs. Gleichzeitig mietete er einen kleinenHangar mit der FirmenbezeichnungConstruction et Réparation d´Aéroplanes. Dort arbeitete Paul Castaibert als Konstrukteur von Flugzeugen und Fluglehrer auf seinen Maschinen. Bereits im ersten Jahr baute er sein erstes Modell910-1°. Sein drittes Modell,910-3°, war das erste, das in eine kleine Serie ging. Ende 1916 schloss und verkaufte Paul Castaibert seine Firmen in Argentinien und übersiedelte nach Montevideo. Dort nahm er als Fluglehrer am Aufbau der Luftwaffe von Uruguay teil. Nachdem der Leiter der Militärschule und Freund, Juan Manuel Boiso Lanza, am 10. August 1918 am Steuer eines seiner Flugzeuge tödlich verunglückte, gab Paul Castaibert alle Aktivitäten der Fliegerei auf und verkaufte bis an sein Lebensende nur noch Autos.[21]