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Schluff

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(Weitergeleitet vonSilt)
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterSchluff (Begriffsklärung) aufgeführt.
Schluffpartikel sind so feinkörnig, dass sie, wie Tonpartikel, auch bei geringen Turbulenzen lange inSuspension bleiben können. Sie finden sich daher unter anderem in typischenSchwemmland­sedimenten in relativ großer Entfernung zum eigentlichen Flussbett. Das Foto zeigt das mit schluffig-tonigem Material überzogene Innere eines Autos, das von einem Deichbruch desMississippi im Zusammenhang mit demHurrikan Katrina betroffen war.

UnterSchluff (geologisch auchSilt) versteht manFeinböden unterschiedlicher Abkunft sowie unverfestigteklastischeSedimente, derenmineralische Bestandteile überwiegend (d. h. mehr als die Hälfte) eineKorngröße von 2 bis 63 Mikrometer aufweisen. Schluff und Silt sind zugleich auch die Bezeichnungen für das entsprechende Korngrößenintervall, das eine Mittelstellung zwischen dem gröberenSand und dem feinerenTon einnimmt. Partikel in Schluffgröße sind in hohem Maße in denbindigen Böden bzw. Sedimenten enthalten, die alsLehm bezeichnet werden. Als Kurzbezeichnung für die Korngröße Schluff dient ein großes „U“. In denGeowissenschaften werden klastische Sedimentgesteine mit einer Dominanz von Korngrößen im SchluffbereichSchluff- oder Siltsteine genannt.

Korngrößenbestimmung im Gelände

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Schluffkörner sind so klein, dass sie weder mit dem bloßen Auge noch mit der Lupe einzeln auflösbar sind. Eine Unterscheidung zwischen Schluff- und Tonpartikeln ist daher optisch im Gelände nicht möglich. Allerdings gilt, dass aufgrund der speziellen Eigenschaften der jeweiligen Minerale Schluffpartikel in der Regel aus relativ harten Mineralen, meistQuarz, bestehen, während Tonpartikel aus den viel weicherenTonmineralen bestehen. Bei der provisorischen Untersuchung von schwach bis moderat verfestigten Sedimentgesteinen während dergeologischen undbodenkundlichen Gelände- und Feldarbeit kann daher eine Unterscheidung von Schluffstein oder schluffigem Tonstein und reinem Tonstein durch die Knirschprobe erfolgen. Hierbei wird ein sehr kleines Eckchen des betreffenden Gesteins abgebissen und gekaut. Ein charakteristisches Knirschen des Gesteins zwischen den Zähnen zeigt das Vorhandensein von Schluff im beprobten Gestein an.

Die Abgrenzung von schluffigen zu tonigenFeinböden bzw. unverfestigten Sedimenten erfolgt im Gelände mittelsFingerprobe. Anders als relativ reiner Ton ist feuchter Schluff oder schluffreicher Ton zwischen den Fingern nur mäßig formbar. Außerdem wird durch die größere Korngröße das Lichtdiffuser reflektiert, so dass das Material beim Verreiben zwischen den Fingerkuppen nicht fettig glänzt, wie es für relativ reinen Ton typisch ist.

Untergliederung der Korngröße Schluff

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Die Korngröße Schluff bzw. Silt ist durch die NormEN ISO 14688 definiert, die 2002 dieDIN 4022 abgelöst hat. Unterteilt wird hierbei in Fein-, Mittel- und Grobschluff.

Schluff
(Silt) (U/Si)
Feinschluff (fU/FSi)2 bis 6,3 µm
Mittelschluff (mU/MSi)6,3 bis 20 µm
Grobschluff (gU/CSi)20 bis 63 µm

Da bei der Korngrößenanalyse eines Sedimentes oder Bodens im Labor die Abtrennung der Silt- von der Tonfraktion sowie die Trennung der Unterfraktionen der Siltfraktionen aufgrund der geringen Korngrößen nicht durchSieben erfolgen kann, sondern durchSchlämmen erfolgen muss, werden Ton- und Siltpartikel in diesem Zusammenhang unter dem BegriffSchlämmkorn verstanden.

Die international zur Einteilung der Sedimente verwendeteWentworth-Skala basiert auf demLogarithmus zur Basis 2, die Klassifikation nach EN ISO bzw. DIN dagegen auf demdekadischen Logarithmus. Damit erreichen die letztgenannten Normen, dass auf einer logarithmischen Korngrößenskala die Abstände im wichtigen Bereich von 2 µm bis 20 mm gleich sind. Als Konsequenz weichen die Grenzen der Kornklassen der beiden Systeme voneinander ab. Nach der Wentworth-Skala hat der Silt eine Korngröße von 4 bis 63 µm (gerundet). Daher ist bei Verwendung von Literatur aus unterschiedlichen Quellen auf das jeweilig zugrunde liegende Bezugssystem zu achten.

Klassifikation schluffhaltiger Sedimente

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Alle klastischen Sedimente, deren Körner mehrheitlich im Größenbereich von Schluff bzw. Silt liegen, werden als Schluffe bzw. Silte bezeichnet. Je nachdem, welche der Schluff-Korngröße dominiert, kann analog zu den entsprechenden Korngrößenbezeichnungen zwischen Fein-, Mittel- und Grobschluffen unterschieden werden. Fein- und Mittelschluffe gehören gemeinsam mit den Tonsedimenten zu denPeliten, Grobschluffe werden gemeinsam mit den Sanden zu denPsammiten gerechnet. In Sedimenten mit hohem Ton- und Schluffanteil sind nomenklatorische Abstufungen wieSchluffton (Ton dominiert noch),Tonschluff (Schluff dominiert schon) undtoniger Schluff (Schluff dominiert deutlich) möglich.

Ein relativ stark verfestigtes klastisches Sedimentgestein, das überwiegend aus schluffigem Korn besteht, wird alsSchluffstein (Siltstein) bezeichnet. In der englischen Nomenklatur werden alle klastischen Sedimentgesteine, in denen Korngrößen unterhalb der von Feinsand dominieren, alsMudstones oderMudrocks („Schlamm[ge]steine“) zusammengefasst.

Feinkörnige, dichteKarbonatgesteine können als Kalkschluff, Dolomitschluff usw. klassifiziert werden, wobei zu beachten ist, dass Karbonatpartikel dieser Größenordnungen in aller Regel nicht klastisch sind, sondern im Ablagerungsraum („in situ“) durch Organismen erzeugt werden (Bioerosion,aktive Abscheidung von Kalziumkarbonat durchEinzeller),[1] wenngleich natürlich eine nachträgliche Umlagerung dieser Partikel stattfinden kann.

Weblinks

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Commons: Silt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Schluff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. siehe z. B. Amr A. El-Sammak:Nature and genesis of silt-size carbonate sediments; Northern Red Sea, Egypt. Carbonates and Evaporites. Bd. 16, Nr. 1, 2001, S. 37–45,doi:10.1007/BF03176225
Normdaten (Sachbegriff):GND:4179765-6 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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