Die 7 ist die niedrigsteGeneratorzahl in der Menge der natürlichenZahlen. Die zugehörigezyklische Zahl lautet „142857“. Man kann diese Eigenschaft dazu nutzen, das Ergebnis der Division natürlicher Zahlen durch 7 ohneTaschenrechner schnell zu berechnen.
Eine Regel für dieTeilbarkeit durch 7 führt zu einem einfachenAlgorithmus, um die restlose Teilbarkeit einer natürlichen Zahl durch 7 zu testen:
Man entferne die letzte Ziffer und
verdopple diese Ziffer und
subtrahiere sie von den restlichen Ziffern.
Ist die Differenz negativ, so lässt man dasMinuszeichen weg.
Hat das Ergebnis mehr als eine Ziffer, so wiederholt man die Schritte 1 bis 4.
Ergibt sich schließlich 7 oder 0, dann ist die Zahl durch 7 teilbar – und sonst nicht.
Das Beispiel zeigt, dass die 1547 restlos durch 7 teilbar ist; die Division ergibt 221 Rest 0:
1547 → 154 − (7 · 2) = 140
140 → 14 − (0 · 2) = 14
14 → 1 − (4 · 2) = −7
Die Dezimalzahl zum gemeinen Bruch „ein Siebentel“ lässt sich folgendermaßen ermitteln:
0.14+0.0028+0.000056+0.00000112+0.0000000224+0.000000000448+0.00000000000896+0.0000000000001792+0.000000000000003584+0.00000000000000007168+0.0000000000000000014336+0.000000000000000000028672+0.00000000000000000000057344+0.0000000000000000000000114688+0.000000000000000000000000229376 und so weiter≈ 0.142857142857142857142857
In derantiken Astronomie wurden sieben „Wandelsterne“ als helle Lichter am Firmament betrachtet, die nicht einfach der gleichmäßigen Rotation des Himmelsgewölbes folgen. In der Reihenfolge der zunehmenden Umlaufzeit waren dies:Mond,Merkur,Venus,Sonne,Mars,Jupiter undSaturn. Nach diesen sieben wurden ursprünglich die sieben Wochentage benannt.
Die biologische Klassifikation, auchTaxonomie genannt, basiert auf einem hierarchischen System. Dieses System unterteilt Lebewesen in sieben Hauptkategorien:Reich,Stamm, Klasse,Ordnung, Familie,Gattung und Art. Die klare und nachvollziehbare Einordnung von Organismen wird durch diese sieben Ebenen ermöglicht.
Die Zahl Sieben ist im Namen verschiedener Pflanzen vertreten. Bekannt ist derSieben-Söhne-des-Himmels-Strauch oderSieben-Glocken-Strauch (wissenschaftlicher Name:Heptacodium miconioides). Der Strauch, der aus China stammt, erhielt seinen Namen aufgrund der kleinen Blüten in den Blütenständen, die scheinbar zu siebt angeordnet sind. Die Bezeichnung leitet sich vom griechischen Wort „hepta“ für sieben und „codium“ für Kopf ab. Darüber hinaus ist die PflanzeSiebenstern (Lysimachia europaea) zu nennen, die ihren Namen von den meist sieben Blütenhüllblättern ableitet.
DerSiebenschläfer (wissenschaftlicher Name: Glis glis) ist ein nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche (Gliridae). Seine Gestalt erinnert anEichhörnchen undGrauhörnchen. Angeblich erhielt er seinen Namen wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafs, jedoch dauert diese Ruhephase oft von Anfang September bis Anfang Mai des nächsten Jahres und damit länger als sieben Monate.
Die Siebenpunkt-Marienkäfer werden von den Gärtnern alsNützlinge angesehen, weil sie große Mengen an Blattläusen vertilgen.
DasPeriodensystem der Elemente umfasst derzeit sieben Perioden, also Zeilen. Jede Periode repräsentiert eine bestimmte Anzahl vonElektronenschalen der Elemente. Die siebte Hauptgruppe (heutzutage Gruppe 17) umfasst dieHalogeneFluor,Chlor,Brom,Iod undAstat. Diese Elemente besitzen sieben Elektronen auf ihrer äußeren Schale. Ihnen fehlt somit nur ein Elektron zurEdelgaskonfiguration, weshalb sie als äußerst reaktionsfreudig einzustufen sind.Stickstoff (N) ist einchemisches Element mit derOrdnungszahl 7. Er spielt eine zentrale Rolle für Leben und Chemie. Stickstoff weist in der Regel siebenProtonen, siebenNeutronen und siebenElektronen auf.In derChemie wird derpH-Wert von genau sieben als neutraler Zustand definiert, da er weder alssauer noch alsbasisch klassifiziert werden kann, wie es beispielsweise bei reinem Wasser der Fall ist.
In der Geographie wird die Zahl sieben insbesondere für die sieben Kontinente der Erde verwendet:Nordamerika,Südamerika,Afrika,Europa,Asien,Australien undAntarktis. Darüber hinaus existieren die sieben Weltmeere, die traditionell die Ozeane der Erde aufteilen.
Die sieben Meere, ein Ausdruck, der in derAntike und imMittelalter verwendet wurde, um metaphorisch alle bekannten Meere zu bezeichnen. Als Ursprung werden abwechselnd die sieben Mündungen desPo oder die Gesamtheit des Mittelmeers, der Ägäis, derAdria, des Schwarzen Meeres, des Kaspischen Meeres, desRoten Meeres und des Persischen Golfs angegeben, mit einigen Abweichungen je nach Autor, die zusätzlich oder anstelle der zuvor genannten Meere auch dasAsowsche Meer, das Arabische Meer und denIndischen Ozean einschließen können.
Die FlaggeVenezuelas hatte sieben Sterne für die sieben Provinzen, die 1811 den Unabhängigkeitsvertrag unterzeichnet hatten. Seit dem 7. März 2006 hat sie acht Sterne.
Die wohl wichtigste Rolle der Zahl 7 in derPhysik liegt in ihrer strukturierenden Funktion. Dasinternationale Einheitensystem (SI) beruht auf genau sieben Grundeinheiten, die die fundamentalen Größenordnungen der gesamten physikalischen Messbarkeit abbilden. Aus diesen Basiseinheiten lassen sich alle weiteren Einheiten ableiten. Zu den sieben Basiseinheiten gehören derMeter für die Länge, dasKilogramm für die Masse, dieSekunde für die Zeit, dasAmpere für den elektrischen Strom, dasKelvin für die Temperatur, dasMol für die Stoffmenge und dieCandela für die Lichtstärke. Diese international abgestimmte Siebenheit bildet das Fundament, auf dem die gesamte Organisation physikalischer Größen und Messverfahren ruht.
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Die Sieben ist dieSumme von drei und vier, von Geist undSeele einerseits sowie Körper andererseits, also das Menschliche. (Der Zwölf kommt in ähnlicher Weise eine Bedeutung als Produkt der Multiplikation von drei und vier zu[3]). In der überkommenen christlichenZahlensymbolik desMittelalters steht dieDrei für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffene Seele und alle geistigen Dinge bzw. die spirituelle Sphäre. DieVier ist die Zahl derElemente und steht damit symbolisch für die materiellen (weltlichen) Dinge, die nach antiker Anschauung alle aus der Kombination der vier Elemente hervorgehen. In Gebäuden wurde dasSiebeneck oft beiGräbern undGrabkapellen für dieewige Ruhe verwendet.[4]
Die Zahl 7 wird oft als Glückszahl angesehen, in vielen Ländern Ostasiens (z. B.China oderThailand) ist die 7 jedoch eine Unglückszahl.
Über ihre Anzahligkeit hinaus hat die Sieben eine Sonderstellung: Die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen imMärchen vonSchneewittchen, diesieben Weltwunder, die sieben Tage einer Woche und die Erschaffung der Welt in sieben Tagen imSchöpfungsmythos derhebräischen Bibel sind nur wenige der vielen Begriffe, in denen die Sieben genannt wird. In einer Bibliothek erscheint die Sieben deutlich häufiger in Buchtiteln als die benachbarten Zahlen 6 und 8. Das Gleiche gilt in Lexika für Begriffe, die mit Zahlen beginnen.
Experimente derVerhaltensforschung aus den Vereinigten Staaten zeigen die Bevorzugung der Sieben: Die häufigste Antwort auf die Frage nach der Lieblingszahl oder bei der Frage nach einer beliebigen Zahl zwischen Eins und Neun ist die Zahl Sieben. Weil die Farbe „blau“ so häufig als Lieblingsfarbe genannt wird, wird dieses PhänomenBlue-Seven-Phänomen genannt. Untersuchungen aus anderen Ländern bestätigen dies allerdings nicht unbedingt. So wird etwa in Irland vor allem rot und die Acht genannt.
Beim Ermitteln einer ganzen Zufallszahl von zwei bis zwölf als Augensumme zweierSpielwürfel, zum Beispiel bei manchenBrettspielen wieBackgammon, kommt die Sieben auf lange Sicht am häufigsten vor, denn sie kann mit den sechs verschiedenen Kombinationen 1/6, 6/1, 2/5, 5/2, 3/4 und 4/3 dargestellt werden. Sie erscheint statistisch jeweils sechsmal so häufig wie die Zwei und die Zwölf (Zwei nur mit der Kombination 1/1 und die Zwölf nur mit der Kombination 6/6),jeweils dreimal so häufig wie die Drei und die Elf, jeweils doppelt so häufig wie die Vier und die Zehn, jeweils eineinhalbmal so häufig wie die Fünf und die Neun und jeweils 1,2-mal so häufig wie die Sechs und die Acht.
Eine Erklärung für die Sonderstellung liefert dieTiefenpsychologie. NachJosef Paneth ist die Sieben die erstePrimzahl im psychologischen Sinn[5], die Zahl desTabus. Sie spiele in der Bibel eine so wichtige Rolle, weil kein Volk wie das desAlten Testaments in solchem Maße durch Tabus eingeschränkt werde.
Bei manchen Autoren wird jedoch davon ausgegangen, dass die Sieben nicht aus dem Volksbewusstsein ihre Besonderheit erhielt.[6] Vielmehr wurden dieastronomischen Besonderheiten und ihre Wahrnehmung durch dieBabylonier weiter gepflegt. Aus den sieben sichtbaren „Wandelsternen“ entwickelte sich eine Sonderstellung, die in andere Kulturen, Völker und Religionen diffundierte.[6] Unter Hinzuziehung der einschlägigen Literatur wird hier versucht, die Entwicklung der Sonderstellung der Sieben und deren Weitergabe durch die Kulturen, Völker und Zeiten aufzuzeigen.[5][6] Der „bis in allerletzte Zeit fortwirkende Magnetismus der Symbol-Sieben“ wird auch durch Aussagen wie, Österreich wäre nicht in dieRhein-Union aufgenommen worden, wenn nicht ein Siebenter im Bunde gefehlt hätte, versucht zu belegen.[5]
Ungeklärt bleibt nach dieserDiffusionstheorie das Auftreten der Sonderstellung der Sieben in kleinen Völkerkreisen von Nord- und Mittelamerika. So lässt die Nahuatradition die sieben Stämme der Nahua in sieben Höhlen hervorgehen.[6]
Ein anderer weit verbreiteter Erklärungsversuch für die Sonderstellung der Sieben in vielen Kulturen ist das Vorhandensein von den sieben Öffnungen der menschlichen Wahrnehmungsorgane im menschlichen Schädel: zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, zwei Augen und ein Mund. Die volkstümliche Auffassung dersieben Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Orientierung und Gleichgewicht) korrespondiert damit. Zu den biologischen Faktoren gehört auch die Zahl der Zähne (7 je Gebisshälfte, oben und unten, sofern die Weisheitszähne – noch – nicht angelegt sind).
Eine weitere Erklärung könnte die Bedeutung der Sieben in der Wahrnehmung der Menschen sein und stammt aus dem Gebiet derKognitionspsychologie und wirdMillersche Zahl genannt. Schon vor über dreihundert Jahren entdeckteJohn Locke das sogenannte „seven phenomena“, als er das Auffassungsvermögen eines Erwachsenen untersuchte. Er stellte fest, dass Testpersonen, die eine größere Anzahl von Gegenständen einen kurzen Augenblick lang sehen, bei bis zu sieben Objekten eine Trefferquote von fast hundert Prozent haben. Bei mehr als sieben Gegenständen kommt es zu einem schlagartigen Abfall derQuote.[7] Wir sind z. B. in der Lage, nach nur einmaligem kurzen Sehen bis zu siebenZiffern kurze Zeit später zu wiederholen, aber nur äußerst selten mehr.[7]
Einige Autoren gehen davon aus, dass die Sonderstellung der Sieben auf der Beobachtung astronomischer Besonderheiten beruhe.[6] Sieben ist die Anzahl der schon frühzeitig mit bloßem Auge sichtbaren, scheinbar beweglichen Himmelskörper:Sonne undMond, dazu diePlanetenMerkur,Venus,Mars,Jupiter undSaturn. In frühen Gesellschaften wurde das Himmelsgeschehen als göttlich verstanden, diese Wandelgestirne wurden mit den Göttern gleichgesetzt. DieBenennung der sieben Wochentage weist noch heute in vielen Sprachen darauf hin (wie zum Beispiel:Sonntag (Sonne),Montag (Mond), englischSaturday (Saturn), französischLundi (Mond),Mardi (Mars),Mercredi (Merkur) oder lateinischDies Iovis (Tag des Jupiters)).
Die Babylonier sahen in diesen „Zeichen der Gesamtordnung des Kosmos“[8] ihre Bewegungen als „Äußerungen göttlicher Wesen“[6]. Aus diesen sieben „Wandelsternen“ entwickelten sie die Vorstellung von sieben Himmelssphären[9] und ordneten den sieben Planeten dann sieben Flüsse, sieben Farben, sieben Töne, siebenMetalle zu. Von Andrian wies darauf hin, dass in allen von ihm untersuchten Kulturen, Völkern und Gruppierungen immer die sieben „Planeten“ oder die sieben „Planetensphären“ als Wohnorte der Götter oder vonDämonen auftauchen.[6]
Als eine astronomische Ursache für die Sonderstellung der Sieben werden dieMondphasen genannt. Jederlunare Zyklus teilt sich in vier etwa siebentägige Wochen. In den orientalischen Gebieten war der Mond der höchste Gott[10] und seine periodische Zu- und Abnahme musste „dem weit mehr als wir die Natur beobachtenden Urmenschen auffallen“.[11]
Auch andere besondere astronomische Beobachtungen im Zusammenhang mit der Zahl sieben konnten seit jeher mit bloßem Auge durchgeführt werden. Entlang derEkliptik gibt es sieben helle astronomische Objekte mit einerscheinbaren Helligkeit von mindestens 1,5 Größenklassen, die regelmäßig vom Mond bedeckt und inKonjunktion mit allen Planeten beobachtet werden können.[12] Ferner haben die sehr bekanntenAsterismenGroßer Wagen,Orion sowie dasSiebengestirn jeweils sieben Hauptsterne.[13]
Mit Zahlen wurde imAltertum nicht nur gerechnet, sie hatten eine symbolische Bedeutung. Die Verbindungen der heiligen Zahl mit Abläufen im All und auf der Welt wurde für die Alten eindeutig belegt: 1+2+3+4+5+6+7=28. Durch die Addition der ersten sieben Zahlen erhält man 28, also die Anzahl von Tagen eines Mondzyklus. Für die Menschen des Altertums war obige Addition somit sogar der „mathematische Beweis“ für die Sonderstellung und die Bedeutsamkeit der Sieben im Weltgeschehen.[14] Die Sieben hat auch in derbabylonischen Mathematik, imSexagesimalsystem der Mesopotamier mit der Basiszahl 60 eine Sonderstellung. Die frühen Astronomen konnten das Sonnenjahr nur mit 360 statt mit 365,25 Tagen annehmen.[15] Nicht der Sieben, sondern dem Stammbruch ein Siebentel (1/7) gilt in diesem 60er-System die besondere Aufmerksamkeit. Ein Siebentel ist der einzige Stammbruch unter denen mit einemNenner zwischen 1 und 10, der nicht als endlicher Sexagesimalbruch darstellbar ist.
Die Sieben hatte nicht in jedem Fall die wichtigste und zentrale Rolle, die jeweilige Zuschreibung der Sieben als Glücks- oder Unglückszahl wechselte. In allen großenMythologien der babylonischen und folgend der griechischen und römischen Kultur findet sich die Zahl Sieben als „besondere“ Zahl. Sie hat eine besondere Stellung in ihrer Zahlensymbolik. Jedoch besitzt die Sieben im größten Teil vonAfrika undAmerika, inAustralien und sogar in einigen europäischen Völkern, z. B. bei den Albanern keine „mystische“ Rolle.Ferdinand von Andrian ging daher von einer ›Diffusion‹ der mystischen Sieben von den „ältesten Cultursitzen inMesopotamien“[6] durch die vielenVölkerwanderungen und Handelsbeziehungen in die verschiedenen Weltrichtungen aus, die auch orientalisches magisch-mystisches Kulturgut verbreitete. Er beschreibt, dass eine unmittelbare Übernahme der mystischen Sieben in vielen europäischen Gebieten nur sporadisch auftritt. Eine unmittelbare Übernahme von denEraniern war praktisch mangels Zusammentreffen nicht möglich, und das Christentum zog z. B. in viele slawische Gebiete erst ein, als die Stellung der Sieben durch dieNeun arg bedrängt wurde.[6]
DieHimmelsscheibe von Nebra: Schon die 7 goldene Punkte auf dieser ältesten bekannten Himmelsdarstellung (vor 3700–4100 Jahren in Mitteleuropa) werden als Verweis auf diePlejaden interpretiert.
NachJoseph Paneth haben die Babylonier die Sonderstellung der Zahl Sieben im 4. Jahrtausend vor Christus von denSumerern übernommen, die in Südmesopotamien lebten.[5] Die Existenz von sieben bösenDämonen, denŠebettu, die vom GottAn erschaffen wurden, der für die Sumerer die „Unendlichkeit des Himmels“ verkörperte, könnte dafür ein Hinweis sein.[16] In der Astrologie der Babylonier wurden die Šebettu mit den sieben kräftig leuchtenden Sternen derPlejaden identifiziert: Deren Symbol sind sieben Punkte.
Unter denSemiten waren nach Andrian die Babylonier die eifrigsten Verehrer der heiligen Sieben. Ihre mystische Auffassung der Sieben drang in das Volksbewusstsein derBabylonier undAssyrer.[6] Nach Silver soll unter dem sumerischen KönigLugulannemundu um 2500 vor Christus für die GöttinNintu in Adab einTempel mit je sieben Portalen und Türen erbaut worden sein, zu dessen Einweihung 49 Ochsen und Schafe, also 7-mal 7, geopfert wurden.[17] Diese Angaben stammen allerdings aus einem Buch über Glückszahlen.
Auch bei den Persern hat die Sieben eine wichtige Rolle, sie ist die Lieblingszahl der eranischen Heldensage.Herodot beschreibt einen arabischen Eid, bei dem sieben Steine mit Blut beschmiert werden.[7]
Die Zahl Sieben hatte spätestens im 22. Jahrhundert v. Chr. in der mesopotamischen Kultur eine mystische und religiöse Bedeutung. Dies lag wahrscheinlich daran, dass im sumerischenSexagesimalsystem die Division durch sieben die erste Division war, die zu sich unendlich wiederholenden Brüchen führte.[18]
Analog zu den sieben heiligen „Planeten“, in denen die Babylonier den Ausdruck göttlicher Äußerungen sahen, bildeten sie sieben Weltteile, sieben Flüsse, sieben Winde, sieben Metalle und sieben Farben. Weitere Beispiele für die Sieben in der babylonischen Kultur sind die siebenHimmel, die sieben kosmischen Türme mit sieben Stufen, die sieben Locken desGilgamesch, die sieben Zweige desLebensbaums, die sieben Hauptsterne am großen Himmelswagen, die sieben Namen des Mars, die sieben Sühneriten, die Schlange mit sieben Köpfen oder sieben Zungen, die sieben Tore derUnterwelt in der Höllenfahrt derIštar. Außerdem steigt die babylonische Flut sieben Tage und fällt sieben Tage. 1700 v. Chr. sollen in der Zeit des KönigsHammurapi in einem babylonischen Kalender der 7., 14., 21., 28. sowie der 19 (30+19=49) eines Monats als Unglückstage angesehen worden sein, an welchen der König bestimmte Dinge zu unterlassen hatte und Opfer bringen musste.[6] Hundert Jahre vorher soll unter KönigSargon die fünftägige Woche durch die siebentägige ersetzt worden sein.[6]
Im antiken Europa nahm die Sieben insbesondere imApollokult eine Sonderstellung ein, die Zahl war dem Gott geweiht.[19]
DiePythagoräer schrieben bestimmten Zahlen einzigartige spirituelle Eigenschaften zu. Die Zahl Sieben galt als besonders interessant, da sie aus der Vereinigung des Physischen (Zahl 4) mit dem Spirituellen (Zahl 3) bestand.[20] Die Sieben bildet ebenfalls die Summe aus Quadrat (4) und Dreieck (3). In der pythagoreischen Numerologie steht die Zahl 7 daher für Spiritualität.
Die Pythagoräer vertraten die Ansicht, die Zahlen seien mit geheimnisvollen Kräften ausgestattet, und glaubten, dass die personifizierten Zahlen das Weltgeschehen regeln. Die Zahl Sieben galt als Zahl der Lebensrhythmen.Philolaos, ein Schüler desPythagoras, schrieb im 5. Jahrhundert v. Chr. einen Hymnus auf die Zahl sieben.
Vor allem dieGermanen haben die Vorstellungen über die mystische Sieben übernommen, hauptsächlich die Südgermanen. So wurden inThüringen Frauen mit siebenunehelichen Kindern wieder zur „Jungfrau“.[6] Brian McConnell meint in einer Ausgabe desNew Law Journals, dass 1861 die 15-jährigeZuchthausstrafe inGroßbritannien nicht aus humanitären Gründen verkürzt worden sei, sondern da vierzehn ein Vielfaches von Sieben ist.
Die Zahl sieben hat in derjüdischen Tradition eine Sonderstellung. DieTorah beginnt mit derGeschichte der Schöpfung in sieben Tagen und enthält sehr viele Beispiele für die besondere Verwendung der Sieben. DerSabbat ist der siebte Tag der Woche, im siebten Jahr folgt jeweils dasSchmittahjahr, den sieben fetten Jahren folgen inJosefs Deutung des Traums des Pharaohs die sieben mageren Jahre (Gen 41 EU), der heilige Leuchter, dieMenora, hat sieben Arme, dieSchivʿah, in denen Familie und Freunde die ersten sieben Tage nach der Beisetzung um Tote Trauernde trösten und umsorgen, usw.
Für dieGnostiker hatte die Sieben eine besondere Bedeutung, da der Mensch nur durch einen Aufstieg durch die sieben feindlichen Sphären der Planeten der stofflichen Welt entkommen und in den Himmel zurückkehren könne.[21] ImChristentum hat die Sieben ebenfalls ihre Bedeutung; sie wird hier als Kombination der göttlichenTrinität (Drei) mit den vier irdischen Elementen gedeutet. VonJesus Christus überliefern die EvangelienSieben letzte Worte am Kreuz und siebenIch-bin-Worte. Bei der wundersamen Brotvermehrung sind es fünf Brote und zwei Fische, die 5000 Menschen sättigen (Mk 6,38 EU). ImMatthäus-Evangelium gibt Jesussieben Gleichnisse vom Himmelreich, imJohannes-Evangelium werden siebenWunder Jesu beschrieben. DasVaterunser besteht aus sieben Bitten.
Der Pilger besuchte an einem einzigen Tag alle siebenrömischen Pilgerkirchen für einen besonderen Sündenablass. Im frühen Christentum soll der KirchenvaterTertullian Gott als einen siebenfältigen Geist bezeichnet haben, der als einziger in den Dunkelheiten leuchtete, immer heilig: „septemplex spiritus, qui in tenebris unus lucebat, sanctus semper“.[10]
Die siebensieben Schmerzen Mariens stellen bedeutende Ereignisse im Leben Marias dar und betonen ihr tiefes Mitleiden mit dem Schicksal und der Passion ihres SohnesJesus Christus. Sie sind Teil der katholischen Spiritualität und werden liturgisch am 15. September gefeiert. Zu den besonderen Andachtsformen zählen der Sieben-Schmerzen-Rosenkranz sowie Wallfahrtswege, auf denen die sieben Schmerzen dargestellt werden.
Mariä Verkündigung, Mariä Heimsuchung, Geburt Jesu, Anbetung der Könige, Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel, Auferstehung Jesu, Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung.
Wenigstens zwei Glaubensgemeinschaften tragen die Sieben als Zahl desSabbats im offiziellen Namen: DieSiebenten-Tags-Adventisten und dieSiebenten-Tags-Baptisten. Hier bezieht sich Sieben auf den Sabbat (Samstag), den nach aus demJudentum abgeleiteten siebenten Tag der Woche, an dem diese Kirchen ihrenGottesdienst abhalten.
ImBuddhismus gibt es „sieben Glieder des Erwachens“ (Bojjhanga). Diese sollen bei konsequenter Anwendung nach eine Befreiung des Geistes bewirken. Das erfordert das Üben der vier Grundlagen derAchtsamkeit und die Grundlagen derVipassana-Meditation. Sie bilden eine Unterabteilung der37 erforderlichen Dinge zum Erwachen (Bodhipakkhiyadhamma).
Auch imIslam findet sich die Sieben. So ist die Anzahl der Wörter im islamischen Glaubensbekenntnis (Schahada) Sieben. DerSiebente Himmel ist fürMuslime der Ort der letzten Verklärung, den ProphetMohammed erreichte. BeimHaddsch, derPilgerreise nachMekka, wird dieKaaba siebenmal entgegen dem Uhrzeigersinn umschritten. Davon lässt sich ein Prinzip der Zirkularwallfahrten ableiten, bei denen sieben Gräber islamischerSufi-Heiliger in einer bestimmten Reihenfolge aufgesucht werden. Ein Beispiel für einen derartigen Heiligenkult sind dieSieben Heiligen von Marrakesch. Der Kult der Sieben Heiligen (sabʿatu riǧāl) wird auf die in den drei abrahamitischenWeltreligionen heilige Zahl Sieben zurückgeführt. Als Heiligenlegende stehen dieSieben Schläfer von Ephesus im Christentum und Islam am Beginn einer Tradition von abergläubischen und magischen Vorstellungen. In Marokko werden erstmals sieben Heilige in einem Werk desSufimystikers und HagiographenYusuf at-Talili († um 1230) erwähnt.
In den Praktiken desYoga und derhinduistischen Philosophie spielen die siebenChakren eine bedeutende Rolle. Sie werden Hauptenergiezentren im menschlichen Körper angesehen, die verschiedene Bewusstseinsebenen und spirituelle Zustände repräsentieren. Die Arbeit mit den sieben Chakren wird als Methode zur Förderung von geistiger und körperlicher Harmonie eingesetzt.
Die sieben heiligen hinduistischen Orte sindAyodhya, der Geburtsort des Gottes Rama,Dvaraka, Hauptstadt von Krishna,Haridwar, ein Quellplateau des Ganges,Kanchipuram mit dem Großen Tempel von Shiva,Mathura, der Geburtsort des Gottes Krishna, sowieUjjain undVaranasi.[23]
Auch im heutigenIndien ist die Sieben eine bevorzugte Zahl. Es werden die „sieben Kühe der höchsten Himmelsräume“ verehrt, und erst in der siebenten Generation wird eine Abänderung der Kaste nach „oben“ oder „unten“ erreicht.[6]
Diese Siebenzahl wird oft als Synonym für die Unendlichkeit interpretiert.
Im deutschsprachigen Raum ist es keine uralte Zahlenmystik, sondern es ist Alltagsgebrauch, wenn man nach seinenSiebensachen gefragt wird oder ob man die sieben Sinne beisammen habe. Nach Endres steht hierfür direkt das Mithramysterium, aus dem die Bibel Elemente übernommen hat. Die Frage wurde den frisch geweihten Mythen gestellt, diese mussten bei der Zeremonie durch sieben Tore gehen und jeweils ein Kleidungsstück ausziehen und später wieder anziehen. Wenn mehrere Einweihungen stattfanden, war es jedoch nicht leicht, seine eigenen Siebensachen zu finden.[10]
Andrian war der Meinung, dass der Gebrauch der Sieben als Import aus der Fremde nachgewiesen werden kann.[6] So entwickelt sich die Sieben im Zahlenaberglauben von der kosmischen Zahl, zur magischen Zahl und letztendlich zur Gebrauchs- oder Lieblingszahl.
Auch in vielen Märchen, Sprichwörtern,Bauernweisheiten und Redewendungen findet sich bis heute die magische Sieben auffällig oft. In Märchen finden sich die berühmtenSiebenmeilenstiefel, die sieben Raben und die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen in Schneewittchen.Das tapfere Schneiderlein erledigt sieben auf einen Streich, und beiWilhelm Busch erledigenMax und Moritz sieben Streiche.Sindbad der Seefahrer des arabischen Kulturkreises musste auf sieben Reisen Abenteuer bestehen.
„Wenn es amSiebenschläfer (27. Juni) regnet, sind sieben Wochen mit Regen gesegnet.“
–Bauernregel
Als „siebengescheit“ werdenBesserwisser bezeichnet. Anders wirkt die „böse Sieben“ bei Ereignissen, in der Ehe ist „Das verflixte 7. Jahr“ gefährdet.
Die Zuordnung der sieben Wochentage zu den sieben „Planeten“ des alten Babylon ist auch in heutigen Sprachen erkennbar: Sonne zum Sonntag, Mond zum Montag, der Mars inMardi (fr: Dienstag), der Merkur inMercredi (fr: Mittwoch), der Jupiter inGiovedì (it: Donnerstag), die Venus inVendredi (fr: Freitag) und der Saturn inSaturday (en: Samstag).[24]
Es wurde mitunter ergänzt, um die „heilige Anzahl der Sieben“ zu erfüllen. Um „sieben Meere“ zu erhalten, wurde der Pazifik und der Atlantik in Nord- und Südteilen gezählt.[7] Die „Sieben Farben“ Newtons wurden nach Giora wohl für die „heilige Anzahl“ durch Indigo ergänzt.[7] Gebräuchlich sind die „sieben Meere“ und die „sieben Farben“ bis heute.
Überdurchschnittlich oft lassen sich Autobesitzer Wunschkennzeichen mit Zahlenkombinationen der 7 geben.
InÄgypten spielt die Sieben eine geringere Rolle, aber die Hauptgötter,Ra undOsiris, sind von sieben Gottheiten umgeben.
DasNilhochwasser zeigt nach neueren Erkenntnissen auch einen siebenjährigenZyklus auf. Darauf könnten diesieben fetten und sieben dürren Jahre in Ägypten Bezug nehmen, von denen in der Bibel berichtet wird.[25]
Die Zahl Sieben ist die häufigste Zahl in denBuddhalegenden.[6] Auch inChina besitzt die Sieben eine Sonderrolle.[10]
DerTanz der sieben Schleier ist der Tanz, den Salome vor KönigHerodes Antipas in der modernen Bühne, Literatur und bildenden Kunst aufführt.[26] Er ist eine Weiterentwicklung der neutestamentlichen Geschichte vom Fest des Herodes und der HinrichtungJohannes des Täufers, in derSalome vor dem König tanzt, ohne dass der Tanz jedoch einen Namen erhält.
In„Die Suche nach dem Gral“ (ein christlicher Ritterroman, um 1230) befreit der RitterGalahad die sieben Jungfrauen aus der Burg der Jungfrauen, indem er die sieben Ritterbrüder, die sie gefangen hielten, im Turnier besiegt. Diese Burg steht für dieHölle, die von den siebenTodsünden bewacht wird, so wie die sieben Jungfrauen sieben reine Seelen symbolisieren.
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