Klassifikation nachICD-10 | |
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I49.5 | Sick-Sinus-Syndrom |
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ICD-10 online (WHO-Version 2019) |
Der BegriffSick-Sinus-Syndrom (Synonyme:Sinusknotensyndrom,Sinusknotenerkrankung,Syndrom des kranken Sinusknotens) fasst verschiedeneHerzrhythmusstörungen zusammen, die auf Fehlfunktionen desSinusknotens und der Erregungsleitung auf Vorhofebene beruhen. Das Sick-Sinus-Syndrom betrifft meist Menschen ab dem 50. Lebensjahr und ist wahrscheinlich bei Männern und Frauen gleich häufig. In deutschen Krankenhäusern wurde es im Jahr 2017 als Indikation für 35 % der etwa 78.000Herzschrittmacherimplantationen genannt.[1]
Ursache des Sick-Sinus-Syndroms ist häufig eine unspezifische narbigeDegeneration imErregungsleitungssystem desHerzens oder eine mechanische Überdehnung der Vorhöfe. Bei Kindern wird es oft nach Operationen im Bereich des rechten Vorhofes bei angeborenen Herzfehlern beobachtet, insbesondere nach derFontan-Operation (was aber mit zunehmender Erfahrung abnimmt).
Der Begriffsick sinus syndrome wurde 1962 durch den US-amerikanischenKardiologenBernard Lown geprägt. Eine allgemein akzeptierte Definition des Sick-Sinus-Syndroms existiert bis heute nicht. Theoretisch kann die Diagnose gestellt werden, wenn mindestens einer der typischen Befunde imElektrokardiogramm nachgewiesen wurde:
Da diese zum Syndrom zählenden Rhythmusstörungen aber unterschiedlich behandelt werden, ist deren Bezeichnung mit dem gemeinsamen Begriff Sick-Sinus-Syndrom unüblich. Der Begriff wird in der Regel nur unter besonderen Umständen verwendet, insbesondere
Die häufigste Ursache des Sick-Sinus-Syndroms ist wahrscheinlich diearterielle Hypertonie, die zu einer chronischen Druckbelastung der Vorhöfe und dann auch zur Überdehnung der Muskelfasern führt.
Weitere Ursachen sind:
Die entscheidende Untersuchungsmethode zur Erkennung des Sick-Sinus-Syndroms ist dasLangzeit-EKG. Sinnvoll ist auch eineEchokardiografie.Seltener notwendig sind einAtropintest, ein Belastungs-EKG, eine Langzeitblutdruckmessung oder eineHerzkatheteruntersuchung.Eine spezielle, sehr aufwendige Untersuchungsmethode des Sick-Sinus-Syndroms ist die elektrophysiologische Untersuchung.
Grundsätzlich muss bei einemchronischen Sick-Sinus-Syndrom mitsymptomatischenBradykardien oderPausen von mehr als 3 Sekunden einHerzschrittmacher implantiert werden, wobei zumeist DDD-Systeme verwendet werden.
Neben der Behandlung der Grunderkrankung können nach Schrittmacher-ImplantationBetablocker,Dronedaron oderAmiodaron zum Erhalt des Sinusrhythmus sinnvoll sein.
In der Akutphase sollte wegen der Gefahr, Pausen oder symptomatische Bradykardien zu induzieren, eine negativchronotrope Medikation gänzlich unterbleiben. Bei symptomatischer Bradykardie oder beginnender Herzinsuffizienz wird in der akuten PhaseAtropin 0,5 mgintravenös, alternativ (außerhalb der Zulassung alsOff-Label-Use)Orciprenalin intravenös 1–3 Mikrogramm, angesetzt.Ist eine Vergrößerung des Vorhofes nachweisbar und liegt ein Vorhofflimmern vor, sollte eineAntikoagulation eingeleitet werden.Bei bradykarden Formen des Sick-Sinus-Syndroms ist die Implantation einesHerzschrittmachers sinnvoll.EineKatheterablation wird bislang beim Sick-Sinus-Syndrom nur selten durchgeführt.