Shengtai

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Shengtai (chinesisch 聖胎 / 圣胎,Pinyinshèngtāi) bedeutet wörtlichHeiliger Embryo und bezeichnet im chinesischenDaoismus das eigentliche Ziel derinneren Alchemie (Neidan), die Heranbildung eines reinen Körpers innerhalb des physischen Körpers durch fortgesetzteMeditations- undSublimationstechniken. Dabei wird der Körper desAdepten mit dem Kessel der äußeren Alchemisten (Waidan) verglichen. In ihm werden die drei Weltsubstanzen oder Lebenskräfte Jing (,jīng – „Essenz, Körper“),Qi ( / ,jīng – „Lebensenergie, Seele“) und Shen (,shén – „Geist“), welche den chemischen Substanzen des Waidan entsprechen, fortwährend erzeugt, aufgefangen, umgewälzt und zurückgeführt, bis sich der Geist (Shen) zumHeiligen Embryo verdichtet hat. Dieser Embryo muss sodann ständig genährt und gefördert werden. Schließlich dehnt er sich aus und bildet eine Einheit mit dem Körper des Übenden.[1] Die umfangreich beschriebenen Meditationsübungen gleichen in vielen Teilen denen der indischen Alchemie.[2]

Der so entstandeneneue Mensch oderHeilige Embryo wird von den Daoisten auch als „Goldene Blüte“ bezeichnet, als Getreidekorn, Perle und schließlich als Perlenkind. DerHeilige Embryo gilt als die „unsterbliche Seele“, die auch den physischen Tod des Adepten übersteht und als reiner Körper die sterbliche Hülle verlassen wird. Der Übende ist dann zumHsien (,xiān,hsien), zum Unsterblichen geworden.[3][4]

Eine sekundäre Entsprechung stellt der Goldmensch (Chrysanthropos) desZosimus von Alexandria dar und die anderen „Menschlein“ (Homunculus) in den Retorten der abendländischen Alchemisten. Die Erscheinung des Homunculus wurde hier häufig nicht als Ziel, sondern nur als Nebenprodukt (Parergon) der Laborarbeiten verstanden. Denn jene, die nicht das „philosophische“, sondern nur das vulgäre Gold suchten, waren wie die chinesischen Anhänger des Waidan, nicht primär auf Erleuchtung und geistig-persönliche Vollendung aus, sondern auf Herstellung einer konkreten, Gewinn und Vorteil verschaffenden Medizin (Elixier), Wandlungssubstanz (Stein der Weisen) oder Droge der Unsterblichkeit (Changsheng Busiyao,長生不死藥 / 长生不死药,chángshēng bùsǐyào – „Lebenselixier“).

Siehe auch

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Einzelnachweise

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  1. Fischer-Schreiber, Erhard u. a.:Lexikon der östlichen Weisheitslehren, Barth Verlag, 1994.
  2. Rasayana,(„Weg oder Fahrzeug des Quecksilbers“) als alchimistischer Zweig imHatha Yoga undTantrismus. Siehe hierzu: Mircea Eliade:Yoga. Unsterblichkeit und Freiheit, 1985, Suhrkamp. Derselbe:Schmiede und Alchemisten, 1992, Herder.
  3. Mokusen Miyuki:Die Erfahrung der Goldenen Blüte, Bern 1984
  4. C. G. Jung:Gesammelte Werke. 13. Band, 1978:Studien über alchemistische Vorstellungen. Darin: Kommentar zuDas Geheimnis der goldenen Blüte von 1929/1965.
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