| Sendmail | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Proofpoint, Inc. |
| Erscheinungsjahr | 1983 |
| Aktuelle Version | 8.18.2[1] (27. Dezember 2025) |
| Betriebssystem | Unix, Microsoft Windows, Unix-ähnliches System |
| Programmiersprache | C, Perl |
| Kategorie | Mail Transfer Agent |
| Lizenz | Sendmail-Lizenz |
| ftp.sendmail.org | |
Sendmail ist einMail Transfer Agent, dessen Geschichte bis in die frühen 1980er Jahre zurückreicht.
DiesesComputerprogramm hat so weite Verbreitung gefunden, dass viele andere Programme fürUnix davon ausgehen, Sendmail installiert und konfiguriert vorzufinden.[2] Dabei sind kurzzeitige Aufrufe wie perKommandozeile beabsichtigt und keine Nutzung alsDaemon.
In dieser Betriebsart für Sendmail ausgelegte Kommandos zu verarbeiten bezeichnet man bei anderen Mail Transfer Agents alsKompatibilität zu Sendmail, was eine häufig hervorgehobene Eigenschaft ist.
Sendmail istfreieOpen-Source-Software. Es verwendet eine eigene Lizenz, die das Erstellen von nichtkommerziellen proprietären abgeleiteten Werken erlaubt.[3]
Sendmail wurde mit der erstenBerkeley Software Distribution fürTCP/IP veröffentlicht.[4]Eric Allman hatte das Programm aus seinemHackdelivermail entwickelt, den er 1980 für das Anpassen von E-Mail-Adressen zwischen unterschiedlichen Rechnernetzen an derUniversity of California at Berkeley programmierte. Dassdelivermail nur imQuelltext konfigurierbar war, erwies sich bei der Einführung vonTCP,DNS undSMTP als sehr hinderlich und veranlasste die Weiterentwicklung zu Sendmail. Aufdelivermail 2 folgte so Sendmail 3.[5]
Im ersten kostenlosen Unix enthalten zu sein, war nicht der einzige Vorteil von Sendmail. Bei der älteren AlternativeMMDF musste sich erst eine Gruppe zurImplementierung von TCP/IP finden, die sich zwei Jahre hinzog.[6] Bei Sendmail erfolgten Änderungen weitaus schneller.
1987 entwickelte Lennart Lövstrand an derUniversität Linköping aus der Version 5 von Sendmail die AbspaltungIDA sendmail, aus der wiederumKJS undUIUC IDA hervorging.UIUC IDA wurde von Paul Pomes an derUniversity of Illinois und Neil Rickert an derNorthern Illinois University betreut, der das heutige Konzept der Konfiguration entwickelte. Hersteller von Unix wieSun Microsystems entwickelten eigene erweiterte Varianten.Hewlett-Packard ergänzte beispielsweise Unterstützung vonMIME. Konfigurationsdateien waren nicht zwischen unterschiedlichen Varianten austauschbar, und unterschiedliche Varianten mit gleichen Problemen erforderten unterschiedliche Lösungen.
1992 begann Allman mit dem Umschreiben von Sendmail in Version 8, die vieles von den Abspaltungen übernahm. 1999 war er Mitgründer des Unternehmens Sendmail Inc., das die Weiterentwicklung und Vermarktung von Sendmail übernahm. Die Version 8.10 aus dem Jahr 2000 war die erste von dem Unternehmen veröffentlichte und weitgehend von Greg Shapiro programmiert worden. Claus Aßmann ergänzte späterAuthentifizierung sowie Verschlüsselung und richtete die Weiterentwicklung neu aus.
2013 wurde Sendmail von dem US-Unternehmen Proofpoint übernommen.[7]
Sendmail 9 wurde während seiner Entwicklung insendmail X umbenannt und schließlich alsMeTA1 ausgegliedert.[8][9] Diese Software von Aßmann ist nicht mehrmonolithisch, sondernmodular.[10]
Das Konfigurieren von Sendmail ist komplex.[11] Selbst längst exotische Netzwerkprotokolle wieUUCP sind weiterhin mit mehreren Konfigurationsvarianten vorgesehen.[12] Grundlegende Änderungen waren bereits früh angedacht, unterblieben aber wegen der weiten Verbreitung, die zunächst nur vermeintlich gegeben war.[5]
Sicherheitslücken in Sendmail wurden auch schon im Abstand weniger Wochen bekannt.[13] Ende Mai 2006 wurde Sendmail ausNetBSD entfernt.[14] Dessen Entwickler waren überdrüssig, am Beheben von Sicherheitsproblemen gehindert zu sein, weil die meisten als vertraulich eingestuft wurden und Sendmail an sich sicherheitstechnisch problematisch sei.[15]
Weiterhin wird kritisiert, dass Sendmail noch 2019 veraltete, nichtöffentliche und zum Teil unsichere Software für die Verwaltung (CVS), Auslieferung (FTP) und Support (Usenet-Newsgroups) einsetzt.[7]