DasSelbstbild bezeichnet in derPsychologie dieVorstellung, die jemand von sich selbst hat bzw. macht. Der Begriff des Selbstbildes deckt sich teilweise mit dem Begriff der personalenIdentität, bezieht sich aber stärker als dieser aufpsychische undstimmungsmäßige Aspekte und unterliegt stärkeren Wandlungen und Schwankungen. Das Selbstbild beruht aufSelbstwahrnehmung; dasFremdbild ist das Bild einer Person, wie es andere von außenwahrnehmen.
Das Selbstbild misst sich amIdealbild, also daran, wie jemand gerne sein möchte. Selbstbild und Idealbild werden imSelbstkonzept (auch: Selbstkonstruktion) zusammengefasst. Im Allgemeinen gilt, dass jeder Mensch ein im Grunde stabiles und positiv kongruentes Selbstbild anstrebt. Am Selbstkonzept wird daher oft gearbeitet, es wird teils nur mit hohem psychischen Aufwand aufrechterhalten oder verändert.
Neben äußeren Einflüssen und Erwartungen ist es das Selbstbild, das in einem gewissen Grade dasDenken,Fühlen undVerhalten einer Person steuert.[1] Die Übereinstimmung von Selbstbild und Wunschbild sowie die von Selbstbild und Fremdbild sind wesentliche Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit, die psychische Gesundheit und einem angemessenen Umgang mit Dritten. Je klarer das Selbstbild ist und je besser es mit den Fremdbildern übereinstimmt, desto eindeutiger kann der Unterschied zum Wunschbild gesehen werden. Daraus können dann persönliche Entwicklungsschritte abgeleitet werden.
Das Selbstbild einer Person kann von ihrer (mehr oder weniger realistischen) Vorstellung darüber beeinflusst werden, wie sie von anderen wahrgenommen wird. Umgekehrt wird das Bild, das Fremde von einer Person haben, von deren Selbstbild bzw. Selbstkonzept beeinflusst, welches verbal kommuniziert oder in Form vonMimik oderHabitus nach außen getragen wird. Das Selbstbild wird auch stark durch die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen beeinflusst, die ein eher positives oder negatives Selbstbild haben, z. B. infolge von Privilegierung oder Diskriminierung.
Feedback ermöglicht dem Empfänger, sein Selbstbild mit Fremdbildern zu vergleichen und es gegebenenfalls zu korrigieren. Ein positives Selbstbild wird gefördert durch einewertschätzende Umgebung. Besonders die Reaktionen von Interaktionspartnern aufSelbstenthüllung,Selbstdarstellung und Selbstoffenbarung einer Person können deren Selbstbild und Selbsterleben stark beeinflussen.
Das Selbstbild setzt sich aus verschiedenen Dimensionen zusammen:
Zur kognitiven Dimension des Selbstbildes gehören sowohl die Selbstwahrnehmung der eigenen Person als biographisch geprägter und im Fortgang der Zeit und der verschiedenen gemachtenErfahrungen dennoch mit sich selbst identischer Person (Identität) wie auch das Wissen um den eigenenCharakter, die eigenenWerte,Ideale undWünsche, Talente und Begabungen, den erreichtensozialen Status, aber auch den eigenen Körper und seine Wirkung auf andere. Das Selbstbild ist aber immer auch mit emotional-affektiven Elementen sowie wertenden Elementen verknüpft, sofern ein Mensch sich selbst, aufgrund seiner Selbstwahrnehmung, mehr oder weniger Selbstliebe und Selbstachtung entgegenbringt und darüber hinaus auch zurSelbstkritik fähig ist. Die auf einem jeweiligen Selbstbild beruhende emotionale und rationale Einstellung zu sich selbst wirkt wiederum auf das eigene Handeln und die eigeneMotivation und damit auch auf das Selbstbild zurück.
Zu psychologisch-psychotherapeutischen Zwecken lässt sich das Selbstbild eines Individuums in verschiedenen Kategorien betrachten und klassifizieren: