Seclin (niederländisch:Sikelin[1]) ist einefranzösische Stadt mit 13.261 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartement Nord in derRegionHauts-de-France. Sie gehört zumArrondissement Lille und zumKanton Faches-Thumesnil.
Die Stadt Seclin liegt sieben Kilometer südlich vonLille. Durch das Stadtgebiet von Seclin führen dieAutoroute A1 und die Eisenbahn-HochgeschwindigkeitsstreckeLGV Nord. Umgeben wird Seclin von den NachbargemeindenWattignies im Norden,Templemars im Nordosten,Avelin im Osten,Attiches im Südosten,Phalempin im Süden,Chemy im Südwesten,Gondecourt im Westen sowieHouplin-Ancoisne undNoyelles-lès-Seclin im Nordwesten.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2011 | 2021 |
| Einwohner | 9424 | 9372 | 9924 | 13.056 | 12.281 | 12.089 | 12.333 | 12.834 |
| Quellen: Cassini und INSEE |
In der Umgebung von Seclin gibt es viele Orte, die an den Ersten Weltkrieg erinnern, unter anderem große Soldatenfriedhöfe und Monumente.[2]Bei Seclin gibt es eine gut erhaltene Festung, dasFort de Seclin.
Auf Anraten des Generals und MilitäringenieursSéré de Rivières wurden ab 1871 – nach demDeutsch-Französischen Krieg, den Frankreich schnell verlor – zwischen Nizza und Dünkirchen 400 Festungen erbaut. Diese neue Verteidigungsstruktur sollte Frankreich als Abschreckung gegen mögliche Angriffsbestrebungen des Deutschen Reiches dienen.
Die Festung von Lille gehörte zusammen mit derFestung von Maubeuge zu den wichtigsten Punkten des Verteidigungssystems an der französisch-belgischen Grenze. Lille und ihre Zitadelle war von sechs Festungen, 13 Verbindungsbauten und zwei Geschützhäusern umgeben. Auch das Fort von Seclin gehörte zu diesem Bollwerk.
88 km[3] südöstlich von Lille liegt die Festung Maubeuge.DieArmee des Deutschen Kaiserreichs – sie war am 4. August 1914 gemäß demSchlieffen-Plan im neutralen Belgien einmarschiert – erreichte die Festung am 28. August 1914 und begann sofort,sie zu belagern. Am 8. September 1914kapitulierteMaubeuge. Die Festung bestand aus Mauerwerk; dieses konnte den modernenArtilleriegranaten (Hohlladung, diebeim Aufprall explodiert) nicht standhalten:
Um 1890 kamenBrisanzgranaten auf; diese waren mit einem brisanten Sprengstoff gefüllt. Sie hatten erhebliche Auswirkungen auf die Kriegsführung, da klassische Festungsanlagen mit Wällen aus Mauerwerk und Erde den neuen Granaten nicht widerstehen konnten.
Aus diesem Grund erklärten die FranzosenLille am 1. August 1914 zuroffenen Stadt.
„Die französische Armee verzichtete darauf, eine Stadt mit veralteten und seit 1910 deklassierten Festungsanlagen zu verteidigen. Deutsche und französische Soldaten zogen hier nacheinander durch, ohne dass es zu irgendwelchen Kampfhandlungen kam.“
Am 3. Oktober 1914 entschlossen die Franzosen sich dann aber doch zur Verteidigung von Lille. Die Stadt wurde von den Deutschen daraufhin – insbesondere um das Bahnhofsviertel herum – so stark beschossen, dass sie am 13. Oktober kapitulieren musste. Die noch intakten Festungen wie das Fort von Seclin dienten den deutschen Besatzern als Kasernen oder Munitionsdepots.[4]
1996 erwarb eine Familie das Fort, um es zu restaurieren und zu erhalten. Heute beherbergt es ein Artilleriemuseum mit vielen deutschen, britischen und französischen Ausstellungsstücken.[5]
- Arthur Ramette (1897–1988), Politiker
- Georges Verriest (1909–1985), Fußballspieler und -funktionär
- Marcel Duriez (1940–2023), Hürdenläufer
- Pascal Potié (* 1964), Radrennfahrer
- Steeve Briois (* 1972), Politiker
- Sarah Pitkowski (* 1975), Tennisspielerin
- Sébastien Enjolras (1976–1997), Rennfahrer
- Candie Herbert (* 1977), Fußballspielerin
- Jean-François Bédénik (* 1978), Fußballspieler
- André Ayew (* 1989), Fußballspieler
- Adrien Fourmaux (* 1995), Rallyefahrer
- Le Patrimoine des Communes du Nord. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001,ISBN 2-84234-119-8, S. 1480–1484.
- ↑De Nederlanden in Frankrijk, Jozef van Overstraeten, 1969
- ↑www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com
- ↑Landweg, etwa 80 km Luftlinie
- ↑http://www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com:/ Seclin – Das Fort de Seclin
- ↑www.fortseclin.com