Schwimmhaut

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Schwimmhäute zwischen den Zehen einesBlaufußtölpels (Sula nebouxii)
Schwimmhäute zwischen allen vier Zehen beimRosapelikan (Pelecanus onocrolatus)
DerWallace-Flugfrosch benutzt seine „Schwimmhäute“ eher zum Gleiten durch die Luft

EineSchwimmhaut ist dieHaut, die zwischen denZehen oderFingern schwimmenderTiere ausgebildet ist. Tiere mit Schwimmhäuten finden sich unter den Säugetieren, etwaRobben undBibern, unter den Vögeln, wie z. B.Pinguinen undEnten, aber auch bei denLurchen.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

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Die Schwimmhaut erhöht die Effizienz derSchwimmbewegungen, indem sie die Fläche der bewegtenFüße oderHände in der Art eines Paddels vergrößert.[1] Das ermöglicht eine bessere Übertragung der Muskelkraft auf dasWasser und fördert den Antrieb. Schwimmhäute sind elastisch, so dass die Fläche der bewegten Gliedmaßen bei Bewegung entgegen der Schwimmrichtung wieder verkleinert werden kann, um dann einen möglichst niedrigen Wasserwiderstand zu erreichen.

Schwimmhaut bei Säugetieren

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DerSüdafrikanische Seebär (Arctocephalus pusillus) hat Schwimmhäute und bildet dadurch Flossen aus.

Robben bilden an denVorderextremitäten undHinterextremitäten derbe Schwimmhäute zwischen den Fingern beziehungsweise Zehen aus. Diese werden auch alsFlossen bezeichnet. Weil Robben auf diesen Flossen auch gehen, heißen sieFlossenfüßer (Pinnepedia). Beim Schwimmen und Tauchen werden die vorderen Flossen angelegt, sie dienen beim Wenden als Seitensteuer. Die nach hinten ausgerichteten Hinterextremitäten bilden als Flossen das aktive Schwimmorgan.[2]

BeimBiber sind die fünf Zehen an den hinteren Extremitäten mit Schwimmhaut verbunden. Dies ist eine Anpassung an die vornehmlichaquatische Lebensweise der Tiere. Die kleinen Finger dienen nicht der Fortbewegung, sondern – wie bei der Verarbeitung von Schlamm in Biberburgen – der Manipulation.[3]

Schwimmhaut bei Vögeln

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Bei Enten,Gänsen,Schwänen,Möwen undSeeschwalben sind die drei nach vorn gerichteten Zehen mit Schwimmhäuten verbunden. BeiKormoranen undPelikanen verbindet die Haut alle vier Zehen.[1] Die Schwimmhäute von Vögeln fallen oft durch Signalfarben auf, die u. a. bei der Balz eine Rolle spielen. BeimBlaufußtölpel bevorzugen die Weibchen als Partner männliche Vögel mit kräftig blau gefärbten Füßen.

Bei Vögeln bilden die Vorderextremitäten die Flügel. Nur an den hinteren Extremitäten kommen bei im Wasser lebenden Vogelarten Schwimmhäute vor. Von Pinguinen werden die Füße mit ihrer kräftiger Schwimmhaut als Steuerruder eingesetzt. Sie dienen ihnen auch als Bremse.[4]

Schwimmlappen

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DasBlässhuhn verfügt über Zehen mit seitlichen Schwimmlappen. Diese funktionieren ähnlich wie Schwimmhäute. Nicht nur das Blässhuhn aus der Verwandtschaft derRallen verfügt über Schwimmlappen, sondern es gibt solche häutigen Erweiterungen auch beiBinsenrallen undLappentauchern.[5]

„Schwimmhaut“ beim Menschen

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Eine relativ häufige angeboreneFehlbildung beim Menschen ist die Verwachsung bzw. Nichttrennung von Fingern und/oder Zehen (Syndaktylie).[6] Die unübliche Verbindung zwischen den Gliedern kann durch eineHautverwachsung entstanden sein oder durch eine knöcherne Verbindung. Im Fall einer Hautverwachsung ähnelt das verbindende Hautstück einer Schwimmhaut.

Einzelnachweise

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  1. abMichael Wink:Ornithologie für Einsteiger. Springer, Berlin / Heidelberg 2014,ISBN 978-3-8274-2324-5,S. 196. 
  2. Hans Petzsch:Säugetiere. In:Urania Tierreich.Band 3. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1974,ISBN 3-499-28003-5,S. 320. 
  3. Josef H. Reichholf:Biber. In: Bernhard Grzimek (Hrsg.):Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere.Band 3. Kindler, München 1988,ISBN 3-463-42103-8,S. 104 ff. 
  4. Gottfried Mauersberger:Vögel. In:Urania Tierreich.Band 1. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1974,ISBN 3-499-28004-3,S. 27. 
  5. Michael Wink:Ornithologie für Einsteiger. Springer, Berlin / Heidelberg 2014,ISBN 978-3-8274-2324-5,S. 196. 
  6. Willibald Pschyrembel:Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 255. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1986,ISBN 3-11-007916-X,S. 1629. 
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