
DieSchwentine ist mit 124 m Quellhöhe der höchste Fluss und mit 68 km[3] einer der längsten[4] FlüsseSchleswig-Holsteins. Sie entspringt 1,7 km südwestlich des höchsten Punktes des Bundeslandes, desBungsberges, auf einer Quellwiese nordöstlich des DorfesBergfeld (Kasseedorf) und durchfließt die gesamteHolsteinische Schweiz mit zahlreichen großen Seen. Der Fluss fließt durch die OrteEutin, BadMalente,Plön,Preetz,Schwentinental (Raisdorf undKlausdorf) und mündet inKiel zwischen den StadtteilenNeumühlen-Dietrichsdorf undWellingdorf in dieKieler Förde (Ostsee).
Für die Trinkwassergewinnung der Stadtwerke Kiel AG hat die Schwentine eine große Bedeutung: In der Nähe von Klausdorf befindet sich seit ca. 1900 das Wasserwerk Schwentinetal.
Obwohl das Schwentinetal auf der gesamten Länge einen außerordentlich naturbelassenen Eindruck macht, ist es eng mit derIndustrialisierung der StadtKiel verbunden. Zwei alsKulturdenkmale eingestufteWasserkraftwerke[5] inSchwentinental, OrtsteilRaisdorf, unterhalb desRosensee, wurden von dem WerftgründerBernhard Howaldt angelegt, und sind bis heute mit zusammen 2 MW Leistung, erzeugt durch 5 Turbinen, wobei die Größte 1 MW Nennleistung aufweist, in Betrieb.
Die großen Mühlenbetriebe in Kiel wie die Holsatiamühle[6] existieren heute nicht mehr. Die alte Howaldt-Werft (die imHDW-Konzern aufging), von der nur noch dieAlte Metallgießerei übrig geblieben ist, wurde als Industriemuseum wiederbelebt. Dank diverser Förderprogramme (z. B.URBAN II) verliert der Bereich Schwentinemündung nach und nach den Charakter einerIndustriebrache.
Abgesehen vom unmittelbaren Mündungsgebiet findet auf der Schwentine keine Frachtschifffahrt statt, umso mehr sind Ausflugsschiffe (5-Seen-Fahrt, Schwentinetalfahrt), Paddler und Ruderer anzutreffen.
In der Schwentinemündung sind fünf Bootsvereine mit Hafen ansässig: EWSK (Ellerbek Wellingdorfer Segelklub e.V), SVS (Segel-Verein Schwentinemünde), SFS (Schwentine-Fahrten-Segler Kiel), PTSK (Post und Telekom Sportverein Kiel), WSCE (Wassersportclub Ellerbek) und der 1. KBV (Erster Kieler Bootshafenverein).
DerAltarm der Schwentine zwischen Raisdorf und Klausdorf ist ein 1984 als Naturschutzgebiet ausgewiesenes Teilstück der Schwentine.[7] Es erhielt diesen Schutzstatus, da der Gewässerabschnitt aufgrund seiner steilen Uferhänge naturnah verblieben ist und Lebensraum für eine Reihe seltener Pflanzen und Tiere darstellt. Das Gebiet ist 19 Hektar groß. Zu ihm gehören neben dem Flusslauf auch ein Altarm sowie ein Nebenbach, Knicks, krautreiche Ufer- und Hangwälder sowie Kleingewässer.
Der kleine Fluss markierte im Früh- und Hochmittelalter die Grenze zwischen dem deutschen bzw. sächsischen Gebiet, das bei Kiel an die Ostsee stieß, und den slawisch besiedelten Gebieten (Wagrien) im heutigenOstholstein. Der Name wurde Ende des 11. Jahrhunderts als „flumen Zuentinam“ erstmals schriftlich erwähnt.[8] Auch Namensformen wieZwentina,Zuentina,Suentana sind historisch belegt. Hey G. führt diese auf dasslawischesvetina und dasaltslawische Adjektivsvętŭ mit der Bedeutung „die Heilige, Starke“ zurück. Bronisch bezieht diese zusätzliche Bedeutung auf die starke Strömung, die von allen Bächen in Wagrien nur die Schwentine hat.[9]
Die ursprünglicheQuelle der Schwentine ist nicht amBungsberg, sondern in der Nähe vonBornhöved zu finden. Die Quelle der heutigenAlten Schwentine ist aus Sicht von Historikern, Naturwissenschaftlern und Sprachforschern die ursprüngliche Quelle der Schwentine.
Liste der von der Schwentine durchflossenen Seen (Reihenfolge flussabwärts; siehe auchListe von Seen in Schleswig-Holstein):
| Name | Fläche (km²) | Höhe (m ü.NN) | Umfang (km) | Lage | Koordinate | Größte Tiefe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mühlenteich (Kasseedorf) | !554.1630375510.723272554° 10′ N,010° 43′ O54.16303710.723272 | |||||
| Stendorfer See | 0,54 | 32,6 | 3,75 | westlich Kasseedorf, Holsteinische Schweiz | !554.1630005510.703000554° 10′ N,010° 42′ O54.16310.703 | 8 |
| Sibbersdorfer See | 0,60 | 26,8 | 3,8 | nördlich des Großen Eutiner Sees | !554.1566675510.645833554° 09′ N,010° 39′ O54.15666666666710.645833333333 | 7 |
| Großer Eutiner See | 2,2 | 27 | ca. 11 | östlich von Eutin | !554.1433335510.637500554° 09′ N,010° 38′ O54.14333333333310.6375 | 16 |
| Kellersee | 5,5 | 24 | 15,5 | 5 km nördlich von Eutin | !554.1722225510.594444554° 10′ N,010° 36′ O54.17222222222210.594444444444 | 25,8 |
| Dieksee | 3,7 | 22 | 11,5 | westlich von Malente | !554.1661115510.520833554° 10′ N,010° 31′ O54.16611111111110.520833333333 | 38,1 |
| Langensee | !554.1627785510.483889554° 10′ N,010° 29′ O54.16277810.483889 | |||||
| Behler See | 2,77 | 22 | ca. 9 | 4 km nordöstlich von Plön | !554.1647225510.469444554° 10′ N,010° 28′ O54.16472222222210.469444444444 | 43 |
| Höftsee | !554.1563895510.456389554° 09′ N,010° 27′ O54.15638910.456389 | |||||
| Großer Plöner See | 28,4 | 21 | 49,6 | südlich Plön | !554.1302785510.414167554° 08′ N,010° 25′ O54.13027777777810.414166666667 | 56,2 |
| Stadtsee | !554.1608325510.409441554° 10′ N,010° 25′ O54.16083210.409441 | |||||
| Schwanensee | See im StadtgebietPlöns zwischen demTrentsee und demGroßen Plöner See | !554.1603265510.415858554° 10′ N,010° 25′ O54.16032610.415858 | ||||
| Kleiner Plöner See | 2,39 | 20 | ca. 11 | nordwestlich von Plön | !554.1602785510.391111554° 10′ N,010° 23′ O54.16027777777810.391111111111 | 31 |
| Kronsee | 0,23 | 20 | !554.1823295510.316011554° 11′ N,010° 19′ O54.18232910.316011 | 8 | ||
| Fuhlensee | 0,144 | 19,6 | !554.1894405510.315000554° 11′ N,010° 19′ O54.1894410.315 | 5,3 | ||
| Lanker See | 3,7 | 19 | ca. 15 | südlich von Preetz | !554.2077785510.292500554° 12′ N,010° 18′ O54.20777777777810.2925 | 21 |
| Kirchsee | 0,10 | 20 | !554.2311115510.284722554° 14′ N,010° 17′ O54.23111110.284722 | 6 | ||
| Rosensee, ein Stausee | 0,29 | 18 | !554.2854205510.256510554° 17′ N,010° 15′ O54.2854210.25651 | 5,4 |