| Hesselbacher Waldland | |||
|---|---|---|---|
| Alternative Namen | Schweinfurter Rhön Schlettach | ||
| Fläche | 255,3 km²[1] | ||
| Systematik nach | Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands | ||
| Haupteinheitengruppe | 13 → Mainfränkische Platten | ||
| Region 4. Ordnung (Haupteinheit) | 139 → Hesselbacher Waldland | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 50° 7′ 14″ N,10° 18′ 32″ O50.1206810.30896Koordinaten:50° 7′ 14″ N,10° 18′ 32″ O | ||
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| Kreis | Landkreis Schweinfurt,Landkreis Haßberge,Landkreis Bad Kissingen,Schweinfurt | ||
| Bundesland | Bayern | ||
DieSchweinfurter Rhön ist eine ca. 255 km² große[1] und bis auf421 m ü. NN[2] ansteigendeHochebene imunterfränkischenLandkreis Schweinfurt und imLandkreis Haßberge. Sie ist zumMain hin durch zahlreiche Täler eingeschnitten und hat hier den Charakter einesBerglandes. Sie liegt nordöstlich derkreisfreien StadtSchweinfurt.
Der NameSchweinfurter Rhön entstammt dem Volksmund und ist die geläufigste Bezeichnung für denNaturraumHesselbacher Waldland, der mit ihr identisch ist. DieLandschaft wurde in früherer Zeit auchSchlettach genannt. In neuerer Zeit wurde die GemeindeallianzSchweinfurter OberLand gegründet, die den Naturraum umfasst und im Norden etwas darüber hinaus greift.
In der Schweinfurter Rhön liegtBayerns größtesNationales Naturerbe.
Die Schweinfurter Rhön liegt etwa zu zwei Dritteln der Fläche imLandkreis Schweinfurt, das östliche Drittel gehört zumLandkreis Haßberge und ein kleiner Randstreifen im Nordwesten zumLandkreis Bad Kissingen. Ferner liegt die kreisfreie StadtSchweinfurt mit ihren nordöstlichen Gebieten in ihr. Die Schweinfurter Rhön wird im Süden vom Tal desMains, im Westen von den Tälern desMarienbachs und der oberenWern, im Norden vom Tal der oberenLauer und im Osten vomHaßgau begrenzt.
DieHaßberge liegen 6 Kilometer nordöstlich, die Vorrhön 12 Kilometer nordwestlich und dieHochrhön 25 Kilometer von der Schweinfurter Rhön entfernt.
Der höchste Punkt der Schweinfurter Rhön liegt mit421 m ü. NN 500 m nordöstlich vonHoppachshof.[2] Die Höhe der Schweinfurter Rhön wird in nahezu allen Veröffentlichungen etwas zu niedrig angegeben, so auch vomBundesamt für Naturschutz mit416 m ü. NN.[3] Der höchste Punkt im Landkreis Haßberge ist mit406 m ü. NN die Buchner Höhe nahe dem DorfBuch.[4] Der höchste Punkt im Landkreis Bad Kissingen liegt mit387 m ü. NN im WaldgebietJungholz, 3 km südwestlich vonMaßbach.[4]
In der Schweinfurter Rhön liegt die höchstgelegene Ortschaft des Landkreises SchweinfurtHoppachshof (403 m ü. NN).[5] Die höchstgelegenen Berge des Landkreises Schweinfurt liegen jedoch außerhalb der Schweinfurter Rhön, in denHaßbergen und imSteigerwald (sieheLandkreis Schweinfurt, Lage).
Die Hochebene der Schweinfurter Rhön liegt durchschnittlich etwa auf350 m ü. NN. Sie wird insbesondere im Südwesten durch eingeschnittene Täler stärker strukturiert, die fächerförmig zum östlich von Schweinfurt gelegenen Mainbogen(Schweinfurter Mainbogen) laufen (siehe:Lage, linke Abb.). Der maximaleReliefunterschied beträgt 150 Meter und liegt beiSchonungen, zwischen demSchweinfurter Becken, mit hier209 m ü. NN und demKreuzberg mit359 m ü. NN.[6]
Das Hesselbacher Waldland ist als eigenständigenaturräumliche Haupteinheit innerhalb derNaturräumlichen Haupteinheitengruppe der Mainfränkische Platten ausgewiesen und gliedert sich wie folgt:[7][8]
Das Hesselbacher Waldland wird im Süden von der Haupteinheit 136Schweinfurter Becken, im Westen und Nordwesten von denWern-Lauer-Platten (135) und im Norden und Osten vomGrabfeld (138) begrenzt.
Bei ansonsten gleicher Naturausstattung unterscheidet sich das Nördliche vom Südlichen Hesselbacher Waldland durch das weitgehende Fehlen tief eingesenkter Täler, wobei der zurLauer entwässernde, den Nordostrand bildendeMaßbach eine Ausnahme ist,[8] ebenso der zurNassach entwässerndeRiedbach im Osten. Der Südteil wird (von West nach Ost) vor allem durch das System desMarienbachs, desHöllenbachs, desMeerbachs, das System derSteinach und durch dieWässernach markant zertalt (siehe auch:Fließgewässer).
ImPliozän wurde durch tektonische Verbiegung eine von Nordwest nach Südost streichendeMulde gefaltet, die Naturräumliche HaupteinheitSchweinfurter Becken (136). Zeitgleich wurden parallel streichendeStörungen reaktiviert, insbesondere die Kissingen-Haßfurter Sattel- und Störungszone, in deren Kernraum die Schweinfurter Rhön bzw. dasHesselbacher Waldland (139) liegt. Der mitLössfetzen bedeckte Untergrund besteht ausMuschelkalk undLettenkeuper.[9]
Obwohl die Schweinfurter Rhön an das sommerheiße, trockene Schweinfurter Becken angrenzt, hat sie ein für unterfränkische Verhältnisse mitunter raues Klima, worauf auch der Name hinweist. Dies ermöglichte in der Nachkriegszeit sogar Wintersport im kleineren Umfang, mit einem Skilift inMarktsteinach.


DasBundesamt für Naturschutz rechnet die Schweinfurter Rhön dem Landschaftstyp 2.8Andere waldreiche Landschaft zu.[9] Der mittlere Bereich der Schweinfurter Rhön besteht aus einer Hochebene, mit kleinen Dörfern inRodungsinseln, in denenAckerbau betrieben wird. Der Süden zum Main und nach Schweinfurt hin wird von mehreren Tälern durchschnitten, besitzt den Charakter einesBerglands und ist fast vollständig bewaldet und reich an Quellen. Die Wiesengründe in den Tälern im Westen dieses Bereiches sind wichtige Kaltluftzufuhrgassen ins Schweinfurter Stadtgebiet.
Ein vonEichen dominierterLaubmischwald mitForstwirtschaft herrscht vor.[9] Die Schweinfurter Rhön ist völlig frei von Industrie und größerem Gewerbe. Sie ist in den Waldgebieten nahe Schweinfurts weithin unbesiedelt und steht im starken Kontrast zum großindustriellen Zentrum.

Im Nordwesten der Schweinfurter Rhön liegt ihr größtes zusammenhängendes WaldgebietBrönnhof. Es wurde im zentralen Bereich, in einerRodungsinsel, zunächst von derWehrmacht ab 1936 militärisch genutzt. DieUS-Heeresgarnison Schweinfurt nutzte das Areal ab den 1960er Jahren bis zu ihrer Auflösung 2014 alsStandortübungsplatz.
2016 wurde der Kernbereich des Brönnhofs zuBayerns größtemNationalen Naturerbe (NNE). Auf derSteppe im Zentrum des Brönnhofs grasen nun ganzjährigAngus-Rinder undWildpferde, die sich ausschließlich von Gras, Kräutern und Stauden ernähren.
In der Mitte der Rodungsinsel liegt dieWüstung Brönnhof – ein einstiger Hof, von dem der Name auf das gesamte restliche, unbesiedelte Gebiet übertragen wurde.
Schutzgebietsanteile:
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Naturdenkmäler (Auswahl)
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Siehe auch:Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Schweinfurt,Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Schweinfurt undListe der FFH-Gebiete im Landkreis Schweinfurt


Der Ellertshäuser See wurde in den 1950er Jahren als Stausee angelegt und ist mit 33 Hektar das größte stehende GewässerUnterfrankens. Der See wird als Naherholungsgebiet genutzt und ist von Wald umgeben; nach Osten ist der Blick auf dieHaßberge frei. Weite Teile sind zum Baden, Tauchen, Segeln und Angeln freigegeben. Um den See führt ein 4,4 km langer Rundweg. Auf der Nordseite befinden sich Segelbootshäfen und ein Restaurant und im Osten unterhalb des Staudamms liegt ein Campingplatz.
Der 2,6 Hektar großeHausener Felsensee ist einGrundwassersee nördlich vonHausen, der nicht zugänglich und nur aus der Ferne einsehbar ist. Er wird an drei Seiten von steilen Abbruch-Felswänden umgeben und liegt in einem 1998 stillgelegtenKalksteinbruch amNaturschutzgebiet Hausener Talhänge.[10]

Die nachfolgenden Fließgewässer der Schweinfurter Rhön in Fettschrift münden direkt in den Main, die anderen sind Nebenbäche. Von West nach Ost sind das (ohne Landkreis Haßberge):
AufDittelbrunner Gemeindegebiet sind die ersten Funde aus derMittelsteinzeit 12.000 Jahre alt und seitdem ist eine Besiedlung durch nahezu alle vorgeschichtlichen Epochen hindurch nachgewiesen, über dieJungsteinzeit, dieUrnenfelderkultur und dieHallstattzeit bis hin zurLa-Tène-Zeit (sieheDittelbrunn, Vorgeschichte). InGreßhausen, mit heute nur ca. 115 Einwohnern, gibt es ebenfalls Funde aus der Jungsteinzeit und inMainberg zahlreiche Funde aus der Hallstattzeit.
Schonungen wurde vermutlich bereits im 5. Jahrhundert gegründet (sieheSchonungen, Geschichte),Altenmünster mit heute nur ca. 280 Einwohnern im 7. Jahrhundert. Auch die ersten urkundlichen Erwähnungen, auch von kleinen Dörfern und Weilern, reichen zum Teil weit zurück.Rannungen wurde im Jahre 772,Abersfeld 788,Jeusungen 791,Theres 802 und der heute wenige Einwohner zählende WeilerOttenhausen im Jahre 811 erstmals urkundlich erwähnt.
Im späten Mittelalter dehnte dieGrafschaft Henneberg ihr Gebiet über die westliche Schweinfurter Rhön bis nachMainberg vor die Tore Schweinfurts aus. Deshalb führen die drei heutigen Gemeinden auf dem Gebiet desAltlandkreises Schweinfurt, die GroßgemeindenSchonungen,Üchtelhausen undDittelbrunn, das Henneberger Wappen in ihrem Gemeindewappen.
1436/37 erwarb dieReichsstadt Schweinfurt vomDeutschen Orden für 18.000 Gulden die DörferZell,Weipoltshausen und die HöfeDeutschhof undThomashof. Das reichsstädtische Territorium wurde 1620[11] mitMadenhausen ergänzt. Das Gebiet der Reichsstadt erstreckte sich seitdem bis 1802 in einem Korridor quer durch die gesamte Schweinfurter Rhön bis an die Grenze des heutigenLandkreises Bad Kissingen. ImDreißigjährigen Krieg nächtigte der schwedische KönigGustav Adolf am 2. Oktober 1631 in Madenhausen, vor seinem Feldzug nach Schweinfurt.
Kurz vor demErsten Weltkrieg wurde im Schweinfurter Stadtwald, unmittelbar nördlich des heutigen StadtteilsDeutschhof, ein Truppenübungsplatz angelegt, der jedoch wegen des Kriegsausbruchs nie genutzt wurde. Auf den noch erhaltenen Schützengräben stehen große Bäume.
In der Schweinfurter Rhön liegen einigeWüstungen.Jeusungen wurde 791 erstmals urkundlich erwähnt undLauerbach im Jahre 1302, während zuWeipoltsdorf und der neuzeitlichen HofwüstungBrönnhof keine Erstdatierungen bekannt sind.
Das Gemeindegebiet Üchtelhausens befindet sich gänzlich in der Schweinfurter Rhön, elf weitere Kommunen liegen nur teilweise in ihr.

Die nachfolgenden Orte sind nicht alphabetisch, sondern nach ihrer Bedeutung bezüglich der Schweinfurter Rhön geordnet.
Städte
Marktgemeinden
Gemeinden
Ballingshausen (Ortsteil von Stadtlauringen) wurde vomBundesamt für Naturschutz demGrabfeld (Haupteinheit 1381) zugeordnet.[3] Das Dorf liegt jedoch 70 Meter über der oberenLauer auf349 m ü. NN,[4] auf der Hochfläche der Schweinfurter Rhön.
Die Schweinfurter Rhön gehört größtenteils zur Interkommunalen Allianz Schweinfurter OberLand. Deren Gründungsmitglieder sind die drei GroßgemeindenÜchtelhausen,Schonungen und der MarktStadtlauringen, die alle imLandkreis Schweinfurt liegen. In den Jahren 2012 bzw. 2014 kamen drei Gemeinden aus dem nördlich anschließendenLandkreis Bad Kissingen, nämlichMaßbach,Thundorf in Unterfranken undRannungen hinzu.[12] Die Gemeindegebiete der neuen Mitglieder liegen nur teilweise in der Schweinfurter Rhön.
In der Schweinfurter Rhön gibt es 31 Windkraftanlagen (BayernAtlas, Topografische Karte, Stand 18. Februar 2023) (siehe auch:Lage, rechtes Foto (Vergrößerung) und PanoramafotoLandschaft). Auf dem Gemeindegebiet vonÜchtelhausen ist innerhalb eines Waldgebietes ein weitererWindpark angedacht.


Die Schweinfurter Rhön besitzt ein dichtes Netz von Rad-,Trail- und Wanderwegen. Die Hauptausgangspunkte liegen am nordöstlichen Schweinfurter Stadtrand und sind über mehrere Stadtbuslinien erreichbar:Hambach,Haardt,Hochfeld (Haltestelle Wildpark),Deutschhof,Hausen undSchonungen.
Besonders zu erwähnen sind der Wanderweg von Schweinfurt durch dasLandschaftsschutzgebiet Jeusinggrund, vorbei am Brönnhof (siehe:Nationales Naturerbe Brönnhof) nachMaßbach sowie der bekannte Wanderweg durch dasWässernachtal und schließlich der 143 km langeFriedrich-Rückert-Wanderweg, der von Rückerts Geburtshaus amSchweinfurter Marktplatz quer durch die Schweinfurter Rhön nachNeuses bei Coburg führt.
Der Wildpark an den Eichen, im Norden Schweinfurts, im Stadtwald, besitzt eine integrierte Freizeitanlage und einen Schaubauernhof. Er hat eine Fläche von 18 Hektar, 450 Tiere und gehört bei freiem Eintritt mit jährlich 600.000 Besuchern zu den meistbesuchten Erholungs- und FreizeiteinrichtungenBayerns.[13] Zwei größere Biergarten liegen im bzw. am Wildpark.
Der Golfclub Schweinfurt betreibt inLöffelsterz eine 18-Loch-Anlage, einen öffentlichen 6-Loch-Kurzplatz und eine öffentlicheDriving Range.[14]
Die GolfakademieHoppachshof liegt 4 Kilometer weiter nordwestlich, mit einem öffentlichen 3-Loch-Platz mit Driving Range.[15]
Siehe auch:Golfclub Schweinfurt, Anlage in Löffelsterz
Die Biergärten liegen mit Ausnahme von Rednershof und Ulrich alle am nordöstlichen Stadtrand Schweinfurts und sind durch Wanderwege miteinander verbunden; von West nach Ost:

Zudem gibt es einige Berghäuser und Berghütten, die nur an bestimmten Tagen geöffnet sind:

Drei berühmte Persönlichkeiten haben einen Bezug zu Randgebieten der Schweinfurter Rhön.Ludwig Erhards Vater stammt ausRannungen und ging in Schweinfurt in die Lehre; der frühere Kanzler ist Rannunger Ehrenbürger.Gunter Sachs wurde aufSchloss Mainberg geboren, wo er auch seine frühe Kindheit verbrachte. Die Eltern eines der erfolgreichsten KameraleuteHollywoods,Michael Ballhaus, gründeten dasTheater Schloss Maßbach.