1 Erste Erwähnung Schweinfurts 2 Erste urkundliche Erwähnung Schweinfurts 3 Erster urkundlicher Nachweis Schweinfurts als Reichsstadt und somit erster Nachweis des Stadtrechts
Schweinfurt liegt in der Mitte des Einzugsgebiets desMains, umgeben von vielen Mittelgebirgen und Städten
Schweinfurt ist auf der Europakarte leicht lokalisierbar, beim Schnittpunkt des 50. Breitengrads mit dem10. Längengrad und am Beginn desMaindreiecks (siehe linke Karte). Der Main ist hier identisch mit demRhein-Main-Donau-Kanal (Europakanal).
Die Stadt gehört keinerMetropolregion an und ist mit ihren Hochschul- und Forschungseinrichtungen mit der 35 km südwestlich gelegenen UniversitätsstadtWürzburg eng vernetzt, mit der sie den gemeinsamen WirtschaftsraumMainfranken bildet. Schweinfurt liegt in derKulturlandschaftFranken. 20 km nordwestlich der Stadt liegt dasUNESCO-WelterbeBad Kissingen, 50 km östlich die UNESCO-WelterbestadtBamberg und 55 km nordöstlich dasRoyaleCoburg.
Zwischen der südwestlichen und nordöstlichen Hälfte des Stadtgebiets bestehen enorme Gegensätze. Der Südwesten liegt im Maintiefland desSchweinfurter Beckens. Hier befinden sich in kompakter Anordnung Großindustrie,Hauptbahnhof,Containerterminal,Hafen und die Ver- und Entsorgungseinrichtungen der Stadt. Im Nordosten liegen in den von Tälern durchschnittenen Ausläufern derSchweinfurter Rhön nur Wohngebiete.
Das Stadtgebiet wird von zwei Autobahnen gut und ohneLandschaftszerschneidungen erschlossen.A 70 undA 71 bilden eine Süd- undWesttangente entlang der Industrie- und Gewerbegebiete. Während die Wohnstadtteile im Nordosten ohne trennende Verkehrswege an das Wald- und Bergland anknüpfen (siehe: rechte und obere Karte:Der Osten). Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt im Maintiefland im Südwesten auf204 m ü. NN,[19] der höchste Punkt im Nordosten, in der Schweinfurter Rhön, auf353 m ü. NN.[20]
Durch den Fall desEisernen Vorhangs änderte sich diewirtschaftsgeographische Lage Schweinfurts grundlegend. Die bayerische Stadt entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Brückenkopf und Bindeglied zwischen West- und Ostdeutschland. DieAutobahn 71Erfurt–Schweinfurt wurde 2005 alsVerkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16 und teuerste Autobahn Deutschlands fertiggestellt.[21] Schweinfurt wurde zu einem Autobahnknoten in der deutschen Mitte.
BerlinCity West via A 70: 450 km, via A 71: 442 km Kilometerangaben: Entfernungen zwischen den Stadtzentren bei Fahrten über Autobahnen
AlleBundesautobahnen mit der 7 als erster Ziffer, mit Ausnahme des nördlichen Abschnitts derA 73, führen in Richtung Schweinfurt bzw. in Gegenrichtung. 5 km westlich desAutobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck schneidet der 50. Breitengrad (siehe oben:50°), der derMainlinie undA 70 entspricht, den10. Längengrad (siehe oben:10°), der identisch mit der Nord-Süd-Achse EuropasDänemark –Norditalien und derA 7 ist. Dies ist der einzige Konfluenzpunkt zwischen einem Haupt-Breiten- und einem Haupt-Längengrad Deutschlands (Konfluenzdenkmal).
DieTektonik des Stadtgebietes wird von der nordöstlich derInnenstadt von Nordwesten nach Südosten streichendenKissingen-Haßfurter Störungszone geprägt, die das Hebungsgebiet des Kissingen-HaßfurterSattels (Hesselbacher Waldland) von der Schweinfurter Mulde (Schweinfurter Becken) trennt.
Eine Erklärung des Namens Schweinfurt leitetSuuinfurtero (siehe:Etymologie) vonseichte Furt ab.[22] DieFurt wird nicht an der heutigenAltstadt, sondern an der Stadtwüstung „Altstadt“ vermutet (siehe:Suuinfurtero marcu, Furt).
DieWern fließt in einem Bogen (mit breitenFlussauen) durch den Nordwesten des Stadtgebiets.Marienbach undHöllenbach fließen aus der Schweinfurter Rhön durch die Stadt und münden hier in den Main. Unzählige Bagger-, Naturseen, Teiche und Mainbuchten liegen zu beiden Seiten der südlichen Stadtgrenze, mit vielen Bademöglichkeiten (siehe:Promenaden, Strände und Wälder). Die Wasserflächen der Stadt umfassen ca. 170 ha (2021)[23] (zum Vergleich:Schliersee 222 ha).
Hochwasser an den Mainmühlen an derMaxbrücke 1909
Mainaufwärts geben große Flussauen demHochwasser viel Raum zur Ausbreitung, bevor es die Stadt erreicht. Das nordmainische Schweinfurt ist deshalb hochwasserfrei, da hier zudem die niedrigsten Gebiete auf einem zehn bis 15 Meter hohen Sockel über dem Main liegen.
Die südmainischen Industriegebiete wurden durchDeiche vor Hochwasser geschützt. Über zehn Kilometer Deiche in Schweinfurt und Vororten wurden bis 2008 saniert und weiter erhöht. Die Deiche wurden im Kern mit einer 40 cm starken Betonwand versehen, die acht bis zehn Meter tief unterhalb der Wälle verankert wurde. Die Wartungswege auf der Deichkrone sind auch öffentliche Rad- und Fußwege.
Zudem durchziehen grüne Bänder die bergige, nördliche Stadthälfte. Die Fläche der neunKleingartenanlagen beträgt 40,5 Hektar.[25] 25.000 Stadtbäume befinden sich an Straßen und in Parks.[26]
Der erste Tiergarten der Stadt eröffnete 1869 als Privatzoo amTeilberg. Er wurde 1879 in dieWehranlagen verlegt (Tiergarten an der Pfinz) und 1944 von Fliegerbomben teilzerstört.Bernhard Grzimek entwarf einen nicht realisierten Ausbauplan des Zoos, der ab 1949 verfiel.[27] Im Jahre 1966 wurde im Stadtwald derWildpark an den Eichen eröffnet und seitdem ständig erweitert, heute mit 500 Tieren auf 18 Hektar.
In Schweinfurt wird seit über 1000 Jahren Weinbau betrieben.[28] Ein Kloster aus dem Elsass bestellte im 8. Jahrhundert Wein ausSuinuurde.[28] Im 19. Jahrhundert war Schweinfurt eine bedeutende Weinbau- und Weinhandelsstadt, 1802 mit etwa 320 Hektar Rebfläche. Große Bereiche des Stadtgebiets liegen auf einstigen Weinbergen. 1902 tauchte dieReblaus in Franken auf und traf den Schweinfurter Raum besonders hart.[29]
Seit den 1980er Jahren wird wieder an derPeterstirn in den historischenWeinlagenSchweinfurter Peterstirn undSchweinfurter Mainleite Weinbau betrieben, mit der LeitsorteSilvaner. Die Schweinfurter Weinberge sindgroßlagenfrei und gehören heute mit 3,54 Hektar bestockter Rebfläche (2017)[30] zum BereichVolkacher Mainschleife desFränkischen Weinbaugebietes. Der Weinbau hat für die örtliche Wirtschaft keine Bedeutung mehr, aber für die Kultur, die eigene Wahrnehmung und den Lebensstil der Bevölkerung (Gastronomie,Heckenwirtschaften,Weinfeste). Durch die Unterbrechung des Weinbaus Mitte des 20. Jahrhunderts blieben die Weinberge in und um Schweinfurt, im Gegensatz zumKitzinger undWürzburger Raum, vor der Zuordnung zu den umstrittenenGroßweinlagen, vor Massenwein und vor denFlurbereinigungen der 1970er Jahre verschont, bei denen die historischen Weinbergs-Strukturen zerstört wurden.
Holzlagerplatz im Stadtwald im Hesselbacher Waldland
DasHesselbacher Waldland erstreckt sich bis in das nordöstliche Stadtgebiet. In diesem Bereich besitzt es dichte Bewaldung, die nur von Tälern mit schmalen Wiesengründen durchschnitten wird. Trotz der enggezogenen Stadtgrenzen liegen hier relativ ausgedehnte Wälder (Stadtwald undHospitalstiftung).Laubwald dominiert.
Zudem gehört im Süden ein kleinerer Teil desSchwebheimer Waldes (WaldabteilungSpitalholz) zum Stadtgebiet, mit völlig anderem Charakter: Er liegt 100 Meter tiefer, im brettflachen Tiefland südlich des Mains, wird von Seen umgeben und lag bis zum Bau desMaindeichs im Jahr 1969 imÜberschwemmungsgebiet, war also bis dahinAuwald. Neben Laubwald kommen dort auf sandigen Böden undFlugsanddünen auchKiefern vor.
Main-Eisgang an derBöckleinsinsel im Jahre 2012Jährliche Niederschläge in Schweinfurt
Schweinfurt besitzt gemäßigtesKontinentalklima, das sonst inWestdeutschland nirgends vorkommt, aber inOstdeutschland weit verbreitet ist; Schweinfurter undBerliner Klima-Eckdaten sind nahezu identisch. Dieses Klima ist gekennzeichnet durch wenigNiederschlag, warme Sommer und kalte Winter, die infolge derKlimaerwärmung seltener wurden.
Der geringe jährliche Niederschlag von 602 mm folgt aus der Lage imWindschatten des LandrückensRhön–Spessart; vor der Klimaerwärmung lag er bei 570 mm, einem der niedrigsten Werte Westdeutschlands. Die höchsten Niederschlagsmengen weist der Sommer auf, insbesondere durch Hitzegewitter undStarkregen, weshalb das städtische Kanalnetz überdurchschnittlich stark dimensioniert wurde. Schweinfurt wurde 2015 mit 4,5 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer „Deutschlands Blitzhauptstadt“.[31] Mit 1665 Sonnenstunden (Mittelwert 2014–2018) liegt die Stadt im höheren Bereich.[32] Das Frühjahr zieht in Bayern als erstes im Maintal ein und ist hier sehr ausgeprägt (Baumblüte).
ImStadtklima wird derWärmeinsel-Effekt durch begünstigende topografische Faktoren abgemildert und ist wesentlich geringer als im benachbarten Würzburg. Schweinfurt liegt nicht in einemTalkessel, besitzt viel Stadtgrün und Gewässer und das Maintal verläuft parallel zurHauptwindrichtung West–Ost. Durch das Stadtgebiet verläuft eineKlimascheide (siehe:Promenaden, Strände und Wälder).
Schweinfurt ist trotz seiner Großindustrie eine historische undorganisch gewachsene Stadt. ImZweiten Weltkrieg wurde die Großindustrie zu 80 % und die Stadt zu 40 % zerstört.[33] Es gab, im Gegensatz zum benachbartenWürzburg, keinenFeuersturm. Die historischen Bauten blieben mehrheitlich erhalten und es war kein großflächigerWiederaufbau nötig. Die Altstadt überrascht mit sanierten Quartieren und Zeugnissenreichsstädtischer Vergangenheit.
Die Großindustrie liegt kompakt im Südwesten der Stadt, anHauptbahnhof und Main. Stadtbildprägend sind die Klinkerbauten der 1930er Jahre derNeuen Sachlichkeit, die nach den Kriegszerstörungen zu geschlossenen Straßenfronten teilrekonstruiert und ergänzt wurden (Bild siehe auch:Profanbauten undBundesrepublik Deutschland).
DasScheibenhochhaus der Deutschen Hauptverwaltung derSKF (1960–1962) von A. Kubitza imInternationalen Stil, am Main, wurde nach Vorbild desUNO-Hauptquartiers (1951) amEast River in New York geschaffen; auch die Leuchtreklame durch Fensterlicht. Die „UN“-Initialen waren nur einige Jahre zu sehen, während das SKF-Logo zu einem Wahrzeichen Schweinfurts wurde.[34]
DieRenaissance ist der prägende Stil bei öffentlichen Bauten der protestantischenReichsstadt. DieSchranne wurde 1560 als Kornspeicher errichtet. DasAlte Rathaus (1570–1572) gilt als Glanzleistung der profanen deutschen Renaissance. DasAlte Gymnasium (1582–1583) war von 1634 bis 1881 Domizil desGymnasium Gustavianum (Celtis-Gymnasium); dasZeughaus (1589–1591) war Waffenarsenal. Der Schrotturm (1611) ist ein vorgelagerter Treppenturm eines Renaissance-Bürgerhauses, der im 19. Jahrhundert um vier Geschosse zu einemSchrotturm erhöht wurde.[35]
Mehrere bekannte Architekten des 20. Jahrhunderts wirkten in Schweinfurt, so der hier geboreneTheodor Fischer mit der Wirsing-Villa (1909). Nachvollziehbar ist der Werdegang des Erbauers desStuttgarter HauptbahnhofsPaul Bonatz, von der Friedenschule (Späthistorismus 1908), der Hauptverwaltung derFichtel & Sachs AG (Neues Bauen 1931–1933) bis zur Tribüne desSachs-Stadions (Neues Bauen 1936). Das erste größere WerkRoderich Ficks, eines Lieblingsarchitekten Hitlers, ist dasErnst-Sachs-Bad (1931–1933, seit 2009 Kunsthalle). VonLudwig Gies, dem Schöpfer des Bundesadlers imBonner Bundeshaus, stammt derReichsadler am Eingang des Sachs-Stadions und vonErich Schelling dasStadttheater (1966), das alsherausragendes Beispiel eines Theaterbaus der deutschenNachkriegsmoderne unter Denkmalschutz gestellt wurde.
DasMuseum Georg Schäfer (1998–2000) vonVolker Staab gilt als einer der hervorragendsten modernen, deutschen Museumsbauten,[36] mit seiner Treppenhalle nach Vorbild derAlten Pinakothek in München. Die gegenüberliegende Stadtbücherei (2004–2007) ist ein Um- und Ausbau desEbracher Hofs (1431/1575), mit neuem unterirdischen Basisgeschoss (Bild siehe auch:Bibliotheken). Sie bildet mit dem Hauptzollamt (2005–2007) ein Bauensemble, das vomDeutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main 2008 zu den24 besten Bauwerken Deutschlands gekürt wurde,[37] in einerSymbiose von Tradition und Moderne.[38] Bei derKunsthalle Schweinfurt (2008/2009) mit 500 m² großer Halle wurde der Innenhof für einen weiteren Ausstellungsraum unterkellert, wobei Reste derNaturheilschanze von 1648 integriert wurden.[39] Das Technologiezentrum vonFresenius Medical Care (2019) imHafen-West stammt vonGunter Henn, dem Architekten der WolfsburgerAutostadt und derGläsernen Manufaktur in Dresden.[40]
Seit 2015 befindet sich im Stadtschreiberhaus amMartin-Luther-Platz ein Stadtmodell, das Schweinfurt um das Jahr 1800 zeigt. Es soll bis zurPeterstirn auf 4,80 Meter Länge erweitert werden, das dann das historische Stadtgebiet mit einer Ausdehnung von zwei Kilometern abbildet.[42]
Die Schweinfurter Geschichte bis zum Hochmittelalter ist wenig erforscht. Veröffentlichungen sind widersprüchlich und lassen wichtige Fragen offen. Es wurde der Vorwurf der Zerstörungarchäologischer Funde bei Bauarbeiten, unterbliebener fachmännischer Untersuchungen und mangelhafter Dokumentationen für den Zeitraum bis in die 1960er Jahre erhoben.[43] Schweinfurt hat keineUniversität, die wissenschaftliche Aufarbeitung blieb spärlich.
Die deutsche Mittellage Schweinfurts an derMainlinie bestimmte die Geschichte und Kultur der Stadt. Diefränkische Region war frei von äußeren Einflüssen. Sie stand nie unterrömischer,napoleonischer oderpreußischer Herrschaft, war nieslawisch besiedelt und ist von ihrem Wesen her nicht bayerisch.
Überregionale politische Bedeutung besaß Schweinfurt lediglich vor 1000 Jahren, überregionale wirtschaftliche Bedeutung besitzt die Stadt seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Wirtschaftliche Krisen wie Aufschwünge traten hier früher und stärker als anderswo in Deutschland auf – die Stadt wurde zumFrühindikator.
Während der jüngsten Vereisungsphase, derWürm-Eiszeit, die um 10.000 v. Chr. endete, lag das Gebiet Schweinfurts in der Mitte des eisfreien, ca. 250 km breiten Korridors, zwischen dem alpinen und dem skandinavischenEisschild. Erste historische Zeugnisse befinden sich im VorortDittelbrunn, wo einmittelsteinzeitlicher Fund (um 10.000 v. Chr.) belegt ist. Innerhalb des heutigen Stadtgebietes lassen sich Siedlungsspuren seit 7500 Jahren (Beginn derJungsteinzeit) nahezu lückenlos nachweisen: Von derBandkeramischen Kultur[45] (5500 bis 5000 v. Chr.) mit einemLanghaus amKiliansberg[46] und zwei Langhäusern an derEselshöhe,[47] über dieStichbandkeramik[45] (4900 bis 4500 v. Chr.), weiteren Epochen der Jungsteinzeit (bis 2200 v. Chr.),[45] derUrnenfelderzeit[45] (1300 bis 800 v. Chr.), derHallstattzeit[45] (800 bis 450 v. Chr.) amFischerrain,[48] bis zurLatènezeit[45] (JüngererEisenzeit, 450 v. Chr. bis Jahr 0) an Kiliansberg[49][50] und Fischerrain.[48]
Eine Besiedlung durchKelten um 500 v. Chr. undGermanen[51] ist am Biegenbach, zwischen dem StadtteilBergl undGeldersheim, nachgewiesen.[51] Die älteste namentlich bekannte Siedlung auf dem heutigen Stadtgebiet ist die am Nordrand vonBellevue gelegene WüstungAffeltrach, am Ufer derWern. Der Name leitet sich wohl vomalthochdeutschen Wort fürApfelbaum,aphaltar, her.[52] Wahrscheinlich wurde das Dorf bereits in vorchristlicher Zeit von Germanen gegründet.[53]
DieFranken besiegten dieThüringer 531 und überlagerten daraufhin die erste namentlich Schweinfurter Siedlung. Damit war dieChristianisierung verbunden, die inFranken Ende des 7. Jahrhunderts einsetzte (Kilianskirche).
Im Jahre 791 wurde Schweinfurt erstmals urkundlich imCodex Edelini desKlosters Weißenburg alsSuuinfurtero marcu erwähnt (siehe auch:Etymologie). Bereits vier Jahrzehnte zuvor waren an gleicher Stelle Besitzungen des Klosters erwähnt worden.[14] Jedoch gehen die Anfänge dieser dörflichen Siedlung, der sogenannten „Altstadt“, die einen halben Kilometer mainaufwärts derheutigen Altstadt lag, bereits auf das Jahr 650 zurück.[54]
DieMarkgrafen von Schweinfurt errichteten im 10. Jahrhundert ihreStammburg auf derPeterstirn, oberhalb des Mains und der „Altstadt“.[55] Bedeutung erlangte Schweinfurt bereits im Jahre 941 mit der NennungBertholds als erstes Glied der Markgrafen.[56] Er nahm eine wichtige Position im zentralen Reichsgebiet ein, demHerzogtum Franken. Berthold gab KönigOtto I. (regierte 936–973) gegen aufständische Stammesherzöge wertvolle Waffenhilfe. Als Dank erhielt Berthold von Otto die Grafschaften desVolkfelds- und desRadenzgaus sowie die Markgrafschaft desNordgaus, etwa die heutigeOberpfalz (siehe rechte Karte).[57] Dadurch waren er und ab 980 sein SohnHeinrich von Schweinfurt (genannt: „Hezilo“) die mächtigsten weltlichen Adeligen im heutigen Nordbayern, mit einer Kette von Burgen bis nachCham.[58]
Hezilo unterstützteHeinrich II. (regierte 1002–1024) bei der Königswahl und bekam dafür dieHerzogswürde vonBaiern zugesagt. Nach der Wahl löste Heinrich II. das Versprechen nicht ein. Darauf kam es 1003 zurSchweinfurter Fehde infolge der Hezilo seine dominierende Stellung verlor. Die Markgrafen mussten sich nun nahezu ganz auf ihren Stammsitz auf der Peterstirn zurückziehen. In Ostfranken war ein Machtvakuum entstanden, in dem Heinrich II. dasBistum Bamberg gründete, das 1007 von PapstJohannes XVIII. bestätigt wurde. Das Schweinfurter Adelsgeschlecht, mitJudith von Schweinfurt als sagenumwobener und bis heute in der Stadt populärer Figur, starb nachOtto von Schweinfurt im Mannesstamm aus.
Das wohl als Sühnestiftung wegen der Erhebung Hezilos gegen Heinrich II. von Hezilos Mutter Eila 1003 auf der Peterstirn gegründete Nonnenkloster (späterBenediktinerkloster) verwahrloste und gelangte 1112 mit der „Altstadt“ als Erbe in den Besitz desHochstifts Eichstätt.[55]
Die heutige Altstadt entstand im 12. Jahrhundert,[56] in der Zeit derStaufer,[49] wovonSt. Johannis als ältestes, erhaltenes Gebäude der Stadt zeugt, ursprünglich eineKirchenburg. Die Stadt wurde einen halben Kilometer westlich der „Altstadt“ und östlich des zunächst weiterhin eigenständigenFischerrains errichtet. Hierzu gibt es zwei Ansichten, die einer allmählichen Verlagerung der „Altstadt“ oder die einerGründungsstadt, in Konkurrenz zur „Altstadt“, durch KaiserFriedrich I. Barbarossa (regierte 1152–1190) alsCivitas Imperii (Reichsstadt), unter Verwendung von vorhandenemKrongut.[55] Die Stadtplanung nach den Prinzipien der Staufer und der klassische,mittelalterliche Stadtgrundriss mit Straßenkreuz sprechen für eine Gründungsstadt (siehe:Altstadt, Baugeschichte). Bis 1524 waren alle Bewohner aus der „Altstadt“ übergesiedelt, die danach verfiel.[59]
Im Kampf um die Vorherrschaft Mainfrankens zwischen denHennebergern und demBischof von Würzburg wurde die Stadt zwischen 1240 und 1250 zerstört(Erstes Stadtverderben). In einem Brief KönigWilhelms vom 9. Januar 1254[14] heißt es, Schweinfurt sei früher Reichsstadt gewesen („...Swinforde, que olim imperii civitas fuerat“). Es bleibt unklar, ob jemals der Stadt Rechte entzogen wurden oder ob nur auf die Zerstörung Bezug genommen wird. Jedoch ist dieser Brief der erste urkundliche Nachweis von Schweinfurt als Reichsstadt und somit auch als Ort mitStadtrecht.[14] Auch wird nicht ausgeschlossen, dass dasErste Stadtverderben noch in der „Altstadt“ stattfand, die dann bereits Reichsstadt gewesen sein müsste.[54] Von derAlten Reichsburg östlich der „Altstadt“ wird auch die Eigenart Schweinfurts als Reichsstadt abgeleitet.[54]
1282 wurde Schweinfurt vonRudolf von Habsburg (regierte 1273–1291) alsReichsstadt bestätigt.[59] Jedoch bereits 1309 verpfändete KönigHeinrich VII. Schweinfurt an den Grafen von Henneberg, worauf 1310 im Zürch dieHennebergische Reichsburg errichtet wurde. Im Jahre 1354 erwarb der Bischof von Würzburg eine Hälfte der Pfandschaft. In den Jahren 1361 und 1362 löste Schweinfurt selbst eine Hälfte der Pfandschuld ein und erhielt dafür von KaiserKarl IV. wertvollePrivilegien (Gerichtshoheit, Verpfändungsfreiheit u. a. m.). Schweinfurt war wiederreichsunmittelbar. In den Jahren 1385 und 1386 löste die Stadt die zweite Hälfte der Pfandschuld ein und trat demSchwäbischen Städtebund bei. Im Jahre 1397 erteilte KönigWenzel der Stadt wertvolle Privilegien zur Nutzung des Mains.[60]
Im Jahre 1436 wurdeOberndorf erworben.[55] Im Jahre 1437 konnten aufgrund guter wirtschaftlicher Entwicklung zudem die Besitzungen desDeutschen Ordens mit dem Dorf Altstadt, der Burg Peterstirn und den DörfernZell undWeipoltshausen mit allenvogteilichen Rechten erworben werden. Die Bürger dieser Orte erhielten keinBürgerrecht, sondern warenBeisassen.[55] Im Jahre 1437 begann die inzwischen notwendig gewordeneStadterweiterung.[61]
ImZweiten Markgrafenkrieg wurde Schweinfurt 1553 durch MarkgrafAlbrecht Alcibiades vonBrandenburg-Kulmbach erstmals besetzt.[60] Infolge des Kriegs wurde die Stadt 1554 geplündert und in Brand gesetzt. Dies ging alsZweites Stadtverderben in die Schweinfurter Geschichte ein. Der Wiederaufbau der Stadt zog sich bis 1615 hin. In dieser Form blieb die Altstadt bis ins frühe 19. Jahrhundert fast unverändert.[62]
Reichsstadt Schweinfurt (im Territorium von 1620–1802) und umgebende Gebiete
Nach dem Erwerb derExklaveMadenhausen im Jahre 1620 umfasste das Territorium derReichsstadt Schweinfurt 53 km²,[55] das von Südwesten bis nach Nordosten eine Ausdehnung von 17 Kilometern hatte.
ImDreißigjährigen Krieg (1618–1648) öffnete die Reichsstadt 1631 dem schwedischen KönigGustav II. Adolf (regierend 1611–1632) ihre Tore.[63] Die schwedische Zwischenregierung endete 1634, danach wurde Schweinfurt für über zwölf Jahre von kaiserlichen Truppen besetzt.[64] Im Jahre 1647 eroberten schwedische Truppen unter einigen Schäden die Stadt,[65] die ansonsten den Dreißigjährigen Krieg schadlos überstand. Der schwedische GeneralfeldmarschallCarl Gustaf Wrangel hatte in Schweinfurt 1647/48 sein Hauptquartier und baute dieStadtmauer in eine moderne Befestigungsanlage mit vorgelagertenSchanzen aus.
Gustav Adolf II. wollte in Schweinfurt, als protestantischen Gegenpol zurUniversität Würzburg, eine vomkatholischenDogmatismus befreite, allein derWissenschaft verpflichteteUniversität gründen. Zur Finanzierung nahm er im Dreißigjährigen Krieg demHochstift Würzburg 18 Ortschaften weg und schenkte sie 1632 der Reichsstadt. Das Vorhaben wurde durch seinen Tod in derSchlacht bei Lützen und durch das Ende der örtlichen schwedischen Herrschaft 1634 vereitelt, die 18 Orte mussten wieder zurückgegeben werden.
Die Chemische- und Farbenindustrie machte 1770 den Anfang der umfassenden Industrialisierung der Stadt, mit der Errichtung der Wolf’schenBleiweißmühle, die 1780 zur Bleiweißfabrik ausgebaut wurde.[66] 1777 nahm Johann Martin Schmidt die Produktion von Bleiweiß auf.[60] Danach entstanden fabrikähnliche Anlagen an derBellevue und im benachbartenNiederwerrn.[67][66]
DerReichsdeputationshauptschluss schlug Schweinfurt 1802 zuBayern. Infolgedessen verlor die Stadt ihreReichsfreiheit sowie die Hälfte ihres Territorium, da die zu ihr gehörenden Dörfer ausgegliedert wurden. Die kurze Zugehörigkeit zumGroßherzogtum Würzburg ab 1810 blieb eine folgenlose Episode. Durch denWiener Kongress fiel die Stadt 1814 endgültig an das 1806 gegründeteKönigreich Bayern. Nach der reichsstädtischen Misswirtschaft Ende des 18. Jahrhunderts[68] erwies sich dies ökonomisch und bezüglich einer zeitgemäßen Stadtentwicklung als vorteilhaft.
Im Jahre 1852 erfolgte mit der Eröffnung derLudwigs-Westbahn vonBamberg zumStadtbahnhof der Anschluss an das Eisenbahnnetz,[69] 1874 wurde 2,5 Kilometer weiter westlich derHauptbahnhof im damals noch selbständigenOberndorf alsCentralbahnhof errichtet. Die Gründung desDeutschen Reichs (1871) war aufgrund der bayerischenReservatrechte für die Entwicklung der Stadt von geringer Bedeutung, dieBayerische Eisenbahnverwaltung blieb bestehen. 1884 eröffneteLeonhard Tietz in derSpitalstraße seine zweite Filiale Deutschlands (Vorläufer der WarenhausketteKaufhof). Um dieJahrhundertwende begann der Aufschwung der örtlichen, metallverarbeitenden Industrie und es entstandenGründerzeitviertel. DieSchweinfurter Straßenbahn verband alsPferdebahn und erste kommunaleStraßenbahn Bayerns von 1895 bis 1921 den Hauptbahnhof mit dem Stadtzentrum. Die modernen Fahrrad-Komponenten wurden um 1900 in Schweinfurt erfunden, und damit das moderne Fahrrad (siehe Artikel-Einleitung).
Fritz Soldmann hält am 9. November 1918 zur Novemberrevolution amZeughausplatz eine AnspracheAdolf Hitler (links der Mitte) 1932 am Schützenplatz an der Deutschhöfer Straße
Bei der Ermordung des ersten bayerischen MinisterpräsidentenKurt Eisner im Februar 1919 entging dessen MitarbeiterBenno Merkle und spätere Schweinfurter Oberbürgermeister (MSPD, 1920–1933) knapp den Schüssen. Nach Ausrufung derMünchner Räterepublik im April 1919 durch den „Arbeiter- und Soldaten-Rat“ (ASR) wurde der Schweinfurter GewerkschafterFritz Soldmann „Volksbeauftragter des Inneren“ und forderte per Telegramm die Stadt auf, sich der Räterepublik anzuschließen. Auf derMaininsel Bleichrasen waren tausende Menschen bei der Ausrufung dabei. In der Stadt kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen mit einigen Toten. Die ASR nahm nachts einen Panzerzug unter Feuer und beschoss vomOberndorfer Wasserturm denHauptbahnhof. „Die Arbeiterhochburg am Main war einige Tage lang sowjetisch.“[70]
Im Jahre 1929 wurde die deutscheWälzlagerindustrie in einemKartell unter Führung der schwedischenSKF sowie vonErnst Sachs (Fichtel & Sachs AG) undGeorg Schäfer (Kugelfischer) neu geordnet, was sich für den Standort Schweinfurt als Weichenstellung erwies. Sachs verkaufte seine Wälzlagersparte (Werk 1 an der Schrammstraße, siehe oberes rechtes Bild) an die SKF, die bereits seit 1925 eine aggressive Expansionsstrategie verfolgte. SKF erwarb zudem die SchweinfurterFries & Höpflinger AG, die mit der erweiterten SKF zu den Vereinigten Kugellagerfabriken (VKF, ab 1953 SKF) verschmolzen wurde. VKF beherrschte 80 % des deutschen Marktes. Einziger verbliebener deutscher Konkurrent war Kugelfischer. Die deutsche Wälzlagerindustrie wurde nun komplett von Schweinfurt aus gesteuert.
Anfang der 1930er Jahre warAdolf Hitler in der von derSPD dominierten Arbeiterstadt nicht sehr beliebt. Zu seinem zweiten Besuch in der Stadt 1932 kamen nur etwa 9000 Menschen, während ihn zuvor inCoburg über 70.000 gehört hatten.[71]
„...die fünf Luxusautos, die ihn und seinen Stab enthielten, waren mit fürchterlichem Pfui und Niedergeschrei zugedeckt worden. […] Am Obertor fuhren die Begleitwagen des Hitlerautos dicht an den Bürgersteig heran und die Lümmel darin schlugen mit Reitpeitschen und Stahlruten auf die Passanten ein. Aus einem Wagen heraus fiel sogar ein Schuß, der aber sein Ziel verfehlte. […] Hitler sah Schweinfurt und Schweinfurt sah ihn. Beide werden voneinander nicht entzückt gewesen sein. Denn so „herzlich“ wie Hitler hier empfangen wurde, empfängt ihn nicht jede Stadt.“ (Fränkischer Volksfreund)[72]
Auf die wirtschaftlicheDepression folgte ab 1934 ein Wirtschaftsaufschwung.Er wurde zunächst vonArbeitsbeschaffungsprogrammen getragen und dann von derAufrüstung der Wehrmacht. Die Mitarbeiterzahl der metallverarbeitenden Unternehmen in Schweinfurt stieg bis 1939 auf 20.700 an. Weitläufige, moderne Industrie- und Wohnanlagen, dasWilly-Sachs-Stadion und Kasernen entstanden.
11. April 1945: Kriegsende in Schweinfurt. Einzug der Amerikaner. Ein US-Panzer im Westen der Stadt
Als derZweite Weltkrieg begann (1. September 1939), war Schweinfurt von einem Bauboom geprägt. Teile der Produktion wurden in andere Orte verlegt. DieWälzlagerindustrie war eineSchlüsselindustrie für den Panzerbau und den Flugzeugbau. LautAlbert Speer wäre bei Ausfall der Schweinfurter Industrie der Krieg in zwei Monaten zu Ende gewesen,[73] weshalb die Stadt die besteLuftverteidigung Deutschlands besaß. In 22 Luftangriffen[74] wurde die Stadt zu 40 % und das Industriegebiet zu 80 % zerstört, was alsDrittes Stadtverderben in die Geschichte einging. Es entstand keinFeuersturm. Beim ersten Angriff auf Schweinfurt, am 17. August 1943, wagten sich dieUnited States Army Air Forces (USAAF) im Rahmen derOperation Double Strike in eine von denBritischen Inseln weit entfernte Zone und erlitten bereits große Verluste[75] (siehe auch:Videos). Beim zweiten Großangriff am 14. Oktober 1943 erlitt sie die größte Luftniederlage ihrer Geschichte(Black Thursday). Unter den Bomberbesatzungen gab es 600 Todesopfer,[76] etwa halb so viele, wie unter der deutschen Zivilbevölkerung in allen Luftangriffen zusammen. Die Luftangriffe der USAAF auf deutsche Städte wurden daraufhin zwei Monate unterbrochen.[77]
Am 11. April 1945 marschierten US-Truppen in Schweinfurt ein. OberbürgermeisterLudwig Pösl organisierte keinen Widerstand und übergab die Stadtverwaltung an dieUS-Armee.[78] Zwei Kasernen wurden besetzt und schließlich dieUS-Heeresgarnison Schweinfurt gegründet.
Schweinfurt im Zweiten Weltkrieg
17. August 1943: eine Boeing-B-17-Formation beim ersten Angriff auf Schweinfurt
PrototypSachs 1 für ein nicht realisiertes City-Auto (1973–76)
Unter OberbürgermeisterGeorg Wichtermann (SPD, 1956–1974) regierte die SPD mit absoluter Mehrheit. Die Großindustrie boomte, Schweinfurt erlangte in Deutschland einen hohen Bekanntheitsgrad, ab 1960 wurdenGastarbeiter angeworben. Neue Wohnstadtteile entstanden und 1958 wurde das großzügig angelegte Sommerbad eröffnet. Mit dem „Sprung über den Main“ 1963 entstanden der neueHafen, die Industrie- und Gewerbe-StadtteileHafen-West undHafen-Ost, dieHahnenhügelbrücke und das Schweinfurter Kreuz (A 70 /B 286). 1971 wurde die heutigeTechnische Hochschule Würzburg-Schweinfurt eröffnet.
Erste seriengefertigteInlineskates der WeltSpeedy vonSKF (1978)
Einwohnerentwicklung Schweinfurts nach nebenstehender Tabelle (ohneZweitwohnsitze)
1939 hatte Schweinfurt 50.000 Einwohner. Anfang der 1960er Jahre rechnete man für das Jahr 2000 mit einem Zuwachs, ohneEingemeindungen, auf 95.000 Einwohner. Doch bereits um 1970 wurde der bisherige Höchststand mit nur 58.500 Einwohnern erreicht. Während danach nahezu alle anderen deutschen Städtedemografisch bedingte Einwohnerabnahmen durch Eingemeindungen ausgleichen konnten, gab es in Schweinfurt keine Eingemeindungen (Gründe siehe:Keine Eingemeindungen bei Gebietsreform), wodurch die Einwohnerzahl bis 1987 auf 52.000 absank. Danach stieg sie bis 1996 durch Zuzug vonSpätaussiedlern wieder auf rund 56.000 an. Da die Stadt Schweinfurt trotz hoher Nachfrage keine neuenBaugebiete auswies, sank die Einwohnerzahl 2014 auf einen Tiefstand seit 1950 von unter 52.000.
In den Einwohnerstatistiken sind die zwischen 1945 und 2014 stationierten Soldaten und Angehörigen derUS-Heeresgarnison Schweinfurt, mit zeitweise bis zu 12.000 Menschen, nicht enthalten. In einigen statistischen Bezirken im Westen der Stadt, mit hohenMigrantenanteilen, gab es in neuerer Zeit stärkeres Einwohnerwachstum.
Oberndorfer Wasserturm amBergl. Er wurde nie benutzt und nur gebaut, um die drohende Eingemeindung Oberndorfs zu verhindern
Nur ein Ort wurde nach Schweinfurteingemeindet.Oberndorf, das bereits von 1436 bis 1802 zurReichsstadt Schweinfurt gehörte, wurde 1919 eingemeindet, als es bereits mit der Stadt verschmolzen war.[85] Es kamen dadurch 8,18 km² mit 3.886 Einwohnern zur Stadt hinzu.[86] Den Ausschlag gab die örtliche Großindustrie, die zum größten Teil auf Oberndorfer Gemeindegebiet lag. Auch derHauptbahnhof und der westliche Teil derInnenstadt-West liegen auf OberndorferGemarkung. Oberndorf konnte die Wasserversorgung der Großfirmen nicht mehr gewährleisten. Um die drohende Eingemeindung abzuwenden, ließ das Dorf 1911/12 einen Wasserturm errichten. Das sehr harte Wasser lehnte die Großindustrie jedoch wegen hoher Verkalkungsgefahr ab.[87]
Bei derBayerischen Gebietsreform der 1970er Jahre stellte Schweinfurt einen Ausnahmefall dar. Im Gegensatz zu allen anderen vergleichbaren Städten wurden keine Vororte eingemeindet. Zeitzeugen aus CSU, SPD und der Stadtverwaltung nennen als Grund vordergründiges, politisches Denken. Die Eingliederung vonDittelbrunn,Niederwerrn undSennfeld war vorbereitet und wurde storniert. Recherchen desSchweinfurter Tagblatts stießen auf den damaligen StaatssekretärErwin Lauerbach alsStrippenzieher.[88][89]
Am 1. Mai 1978 mussteGrafenrheinfeld lediglich ein 2 km² großes, unbesiedeltes Gebiet an Schweinfurt als Raum für seine industrielle Entwicklung abtreten. Dort entstand der Industrie- und GewerbeparkMaintal.
Das großindustrielle Zentrum wurde zur flächenkleinstenkreisfreien Stadt Deutschlands, mit der Fläche des VorortsGrettstadt. Die Stadt- undKreisgrenze läuft willkürlich durch denHafen-Ost und zerschneidet dort Straßen und ein Grundstück.[90] In neuerer Zeit werden die Gebietsreform und deren Folgen für die Stadt wieder diskutiert.[89]
1 Der Anteil derDoppelstaatler bezieht sich nicht auf Personen mit zwei ausländischen Pässen, sondern nur auf Personen mit einem deutschen und einem ausländischen Pass.
Die Bevölkerung der einstmals rein protestantischen Stadt wurde durch fünf größere Zuzugswellen geprägt. Seit derGründerzeit zog die örtliche Großindustrie die umgebende, vorwiegend katholische Landbevölkerung als Arbeiter an. Nach dem Zweiten Weltkrieg bot die Stadt vielenVertriebenen, insbesondere aus demSudetenland, eine neue Heimat. Seit den 1960er Jahren warb die boomende Großindustrie vieleGastarbeiter an. In den 1980er Jahren kamen etwa 5000Russlanddeutsche alsSpätaussiedler und schließlich ab 2015Asylsuchende nach Schweinfurt. Durch die erste Zuzugswelle entstand der hohe katholische, durch die vierte der orthodoxe und durch die dritte und fünfte der relativ hohe muslimische Bevölkerungsanteil (siehe:Religionen). Dazu kamen bis 2014 noch 12.000 US-Amerikaner, die nicht statistisch erfasst wurden (siehe:Amerikaner in Schweinfurt). Bis 2014 besaß die Stadt eine in Deutschland beispiellos vielfältige, multikulturelle Bevölkerung (siehe auch:Subkulturelle Szene undDiskotheken).
Seit den 1970er Jahren zog, im Vergleich zu anderen Städten, überdurchschnittlich viel SchweinfurterBürgertum in die Vororte, aufgrund der eng gezogenen Stadtgrenzen (siehe:Keine Eingemeindungen bei Gebietsreform), was den Migrantenanteil in der Stadt weiter erhöhte. DerSpeckgürtel blieb dadurch komplett außen vor, mit weitreichenden, negativen Folgen für die städtischen Finanzen. In denGründerzeitvierteln kam es zu Entwicklungen, wie sonst meist nur in Metropolen, mitSegregation, vonEthnizität geprägtenKiezen und seit den 2010er Jahren an einigen Orten mitGentrifizierung.
In Schweinfurt wirdUnterostfränkisch gesprochen, das weit mehr Ähnlichkeit mit dem bis nach Frankreich (nördlichesElsaß) reichendemSüdfränkisch besitzt, als mit demBairischen. Ein auffälliger Unterschied desSchweinfurterischen zum Unterostfränkischen ist die Verkleinerungsform in der Pluralbildung, mit der Endunglich stattli; z. B.Häuslich stattHäusli (Häuschen). Heute ist der Schweinfurter Dialekt innerhalb der Stadt seltener zu hören und auch früher wurde er hier weniger ausgeprägt gesprochen, als im Umland als Sprache der einfacheren Leute, Arbeiter und Bauern.
Unter jungen Leuten wird heute die Sprache in Schweinfurt neben medial geprägten Sprachgewohnheiten durch den hohen Migrantenanteil beeinflusst, wodurch sich hier die Umgangssprache in neuerer Zeit stark veränderte.
Die 2014 aufgelöste US-Heeresgarnison (USAG) Schweinfurt wurde infolge der Schließung vieler andereramerikanischer Militärstandorte in Deutschland Anfang des 21. Jahrhunderts zu einem der größten US-Standorte Europas, mit bis zu 12.000 Amerikanern (Soldaten und Zivilisten). Die USAG Schweinfurt baute im Laufe der Zeit eine zivile Infrastruktur auf, die der einer amerikanischen Kleinstadt entsprach (sog.Little America).
Jill Biden 2009 in Schweinfurt zum Amerikanischen Unabhängigkeitstag
Infolge der Aufhebung der Wehrpflicht 1973 bekam der US-Standort einen zivileren Charakter. Mit den Berufssoldaten kamen viele Familienangehörige und zivile Angestellte, sodass nun die Soldaten in der Minderheit waren. Zudem machte sich auch in Schweinfurt der soziale Wandel in den USA bemerkbar, hin zu einermultikulturelleren Gesellschaft, mit mehrAfroamerikanern,Latinos und Asiaten, man hörte auch Spanisch. Im Laufe der Zeit entstand eine deutsch-amerikanische Szene, zu erwähnen ist hier u. a. der Schweinfurter JazzmusikerEd Sperber (siehe auch:Subkulturelle Szene).
Die erste große Umstrukturierung derUS-Streitkräfte in Deutschland wurde 2014 mit der Auflösung des Standorts Schweinfurt abgeschlossen. Es leben auch heute noch amerikanische Staatsbürger in und um Schweinfurt(German Overseas), u. a. alsReserveoffiziere, Sportler und Rentner.[97]
Gemäß derVolkszählung 2011 waren (Stand 9. Mai 2011) 41,6 % der Einwohner katholisch, 28,8 % evangelisch und 29,6 % warenkonfessionslos, gehörten einer anderenGlaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[98] Der Anteil der Katholiken und Protestanten an der Gesamtbevölkerung ist seitdem beträchtlich gesunken. Mit Stand 31. Dezember 2024 waren 28 % der Einwohner katholisch, 18 % evangelisch und 54 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[99]
Evangelische HauptkircheSt. Johannis (erb. ab 1200)
Schweinfurt schloss sich 1542 derReformation an.Philipp I. vonHessen, führender Kopf desSchmalkaldischen Bundes und Vorkämpfer desProtestantismus, konnte als Schutzherr undReichsvogt gewonnen werden. Der von ihm gesandteJohann Sutel (gen.:Sutellius) hielt 1542 den ersten protestantischen Gottesdienst und verfasste eine Kirchenordnung. Katholiken waren bis zum Ende der Reichsstadtzeit vomBürgerrecht ausgeschlossen. Zur Zeit derGegenreformation (1587–1631) wanderten etwa 700 protestantische Glaubensflüchtlinge aus dem Hochstift Würzburg nach Schweinfurt aus. Das Stadtgebiet umfasst heute sechsPfarreien mit insgesamt achtKirchengemeinden.
Im 19. Jahrhundert stand am Schillerplatz ein Saalbau derFreien Christlichen Gemeinde, der spätestens ab 1868 als Konzerthalle genutzt wurde.[100] Bis in die 1970er Jahre gab es in Schweinfurt nur eine Gemeinde derEvangelisch-methodistischen Kirche und eineEvangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) sowie mehrere englischsprachige freikirchliche Gemeinden für Angehörige derUS-amerikanischen Garnison Schweinfurt. Seitdem entstanden weitere Gemeinden, sowohl mitpietistisch-evangelikaler als auchpfingstlich-charismatischer Prägung. Zum erstgenannten Kreis gehören die Baptisten, die Christliche Brüdergemeinde, die Freikirchliche Gemeinde Christen in Aktion und die Christliche Gemeinde Schweinfurt, zum zweiten Wort des Glaubens, die Biblische Gemeinde Schweinfurt und Kingdom Ministries. Einige Freikirchen sind in derEvangelischen Allianz vertreten.
Mit Einführung der Reformation waren alle Kirchen derReichsstadt evangelisch geworden. DerKatholizismus blieb daher bis heute beim alteingesessenen Bürgertum und in der historischen Selbstwahrnehmung bedeutungslos. Das bayerischeReligionsedikt von 1803 ermöglichte 1806 die Wiedergründung einer katholischen Pfarrei. Die katholische Gemeinde erhielt von der Stadt die Spitalkirche zum Heiligen Geist für ihre Gottesdienste. Sie wurde durch den stetigen Zuzug von katholischen Arbeiterfamilien aus dem Umland mit der Zeit zu klein und abgebrochen. 1902 wurde daneben als Nachfolgebau dieHeilig-Geist-Kirche fertiggestellt, die seitdem die Hauptkirche der Schweinfurter Katholiken ist. DasDekanat Schweinfurt-Stadt gehört zumBistum Würzburg und umfasst heute neun Pfarrgemeinden.
Mit dem 1212 genannten Abraham von Schweinfurt lässt sich der erstejüdische Bewohner der Stadt nachweisen.[101] Auch für die Folgezeit lassen sich jüdische Familien in der Stadt belegen, die sowohl von denRintfleisch-Verfolgungen von 1298 als auch vomPestpogrom von 1348/49 betroffen waren. 1368 erhielt die Stadt Schweinfurt von KaiserKarl IV. das Privileg, in ihren Mauern erneut Juden aufnehmen zu dürfen. In der Judengasse imEhemaligen Gewerbeviertel befand sich die Synagoge. Die mittelalterliche jüdische Gemeinde, die ihren Lebensunterhalt im Geldverleih und Handel bestritt, fand 1554/55 ihr Ende. Die Schweinfurter Bürger gingen gegen die Juden vor, weil sie bei ihnen stark verschuldet waren.[102] Erst in bayerischer Zeit durften sich nach 1814 wieder Juden ansiedeln. 1874 eröffneten sie in derSiebenbrückleinsgasse eine Synagoge und einen innerhalb desHauptfriedhofs gelegenenJüdischen Friedhof. Im Zuge desNovemberpogroms 1938 wurde die Synagoge geschändet und 1943 durch Fliegerbomben zerstört.[103]
Ab den 1960er Jahren erlangte derIslam Bedeutung in Schweinfurt, infolge der Zuwanderung türkischer Arbeitskräfte in das großindustrielle Zentrum. Es folgten Nachzüge von Familien, die inzwischen in der dritten Generation in ihrer neuen Heimat leben. In jüngerer Zeit kamenMigranten islamischen Glaubens aus aller Welt dazu. In der Stadt gibt es mittlerweile vierMoscheen, ursprünglich waren es nurHinterhofmoscheen. Die größte Moschee der Stadt ist die Zentral-Moschee (mitMinarett), der etwa 2500 Gläubige angehören.[104]
Schweinfurt war seit dem frühen 20. Jahrhundert eine Hochburg derSPD und in der Nachkriegszeit nebenMünchen undNürnberg eine der wenigen bayerischen Städte, in der die SPD ständig den Oberbürgermeister stellte. Im Schweinfurter Stadtrat besaß die SPD die absolute Mehrheit, bis in den 1990er Jahren dieCSU die Oberhand gewann und die Stadt über eineinhalb Jahrzehnte dominierte. Der Mitbegründer derWASG und zeitweilige Parteichef derLinkenKlaus Ernst trat 2005 als Direktkandidat imBundestagswahlkreis Schweinfurt an. Dort erreichte er bzw. die Linkspartei das beste bayerischeErst- undZweitstimmenergebnis.
Die fränkische Industriestadt ist ein Zentrum derGewerkschaften. DieIG Metall hat in Schweinfurt mit rund 22.000 Mitgliedern eine der größten Geschäftsstellen Bayerns.[105] 1995 wurde Klaus Ernst in Schweinfurt zum damaligen IG-Metall-Bevollmächtigten gewählt.
Der Stadtrat besteht aus 44 Mitgliedern. Der von den Wahlberechtigten in direkter Wahl gewählte OberbürgermeisterSebastian Remelé (CSU) ist das 45. Mitglied des Stadtrats. Seit 1990 zogen, wie vielerorts, neben etabliertenParteien auchWählergruppen in denStadtrat ein. In derKommunalwahl am 15. März 2020 wurde die Dominanz der CSU gebrochen und sie vereinbarte eine Zusammenarbeit mit denGrünen.
Der Bezirk North Lanarkshire entstand 1996 im Zuge einerschottischen Verwaltungs-Neugliederung. In ihm ging Schweinfurts älteste PartnerstadtMotherwell auf.[107]
Wappenbegründung: Das erste bekannteWappen bestand aus einem einköpfigen schwarzen Adler auf einem gelben oder goldenen Schild, derheraldisch nach rechts, das heißt vom Betrachter gesehen aus nach links, blickte.[109][110] Im15. Jahrhundert war der Adler silberfarben auf schwarzem Hintergrund, im Jahre 1608 wurden die Farben Silber auf Violett erwähnt. Später war es wieder ein schwarzer Adler auf goldenem Grund. Seit 1771 sind die Farben Silber auf Blau.[111]
Die bekannteste Darstellung des Wappens befand sich bis 1875 amMühltor. Da der Adler dem Betrachter den Kopf zuwandte, hielten ihn viele für eine Eule; ihm widmeteFriedrich Rückert inDer Besuch in der Stadt einige Verse.[109]
DasTheater der Stadt Schweinfurt wird alsBespieltheater ohne eigenes Ensemble betrieben. In jeder Spielzeit stehen etwa 150 Aufführungen mit auf dem Programm.[112] Die einzelnen Aufführungen finden entweder im großen Theatersaal mit Haupt- und Nebenbühne statt, mit 750 Sitzplätzen imSprechtheater, bzw. 695 Plätzen imMusiktheater oder imOberen Foyer mit 200 Plätzen. Zudem kann in der Hauptbühne ein Studiotheater mit 155 Plätzen eingerichtet werden. Die drei Spielstätten werden im Schnitt von mehr als 80.000 Menschen jährlich besucht, darunter befinden sich seit vielen Jahren konstant 6.600 Abonnenten. Publikum kommt auch aus den umliegenden Metropolregionen.[113][114]
DieKleinkunstbühne Schrotturmkeller befindet sich im Keller eines Renaissance-Hauses am Schrotturm imehemaligen Gewerbeviertel. Die Hans-Sachs-Gruppe pflegt das spätmittelalterlicheFastnachtsspiel und denRenaissancetanz.
In derDisharmonie (Kulturwerkstatt am Main) finden Theater-, Kabarett-, Musik- und Kunstveranstaltungen statt.
Zudem gibt es den Freundeskreis Puppentheater Schweinfurt.
DasMuseum Georg Schäfer (MGS) ist von nationaler Bedeutung und vergleichbar mit derAlten Nationalgalerie in Berlin und derNeuen Pinakothek in München. Es präsentiert die bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und die weltweit größte Sammlung von WerkenCarl Spitzwegs. Ferner werden Werke vonCaspar David Friedrich,Max Liebermann,Ferdinand Georg Waldmüller,Max Slevogt,Wilhelm Leibl und vielen anderen gezeigt. 2011 wurde das Museum von einer Jury aus Redakteuren der ZeitschriftMerian und Kulturschaffenden in die Liste der200 Höhepunkte deutscher Kultur-Reiseziele aufgenommen.[115] Das mehrfach ausgezeichnete Bauwerk gilt als einer der hervorragendsten modernen, deutschen Museumsbauten.
Berühmte Bilder Spitzwegs im MGS
Der Bücherwurm (um 1850)
Der abgefangene Liebesbrief (1855)
Der Kaktusfreund (vor 1858)
DieKunsthalle Schweinfurt ist ein Museum und Ausstellungshaus für moderne undzeitgenössische Kunst mit Dauerpräsentationen und Wechselausstellungen. Jährlich finden vier Ausstellungen statt.
Die Bläserphilharmonie Schweinfurt mit Profimusikern und erfahrenen Amateurmusikern bietet als große Besetzung mit vollem Schlagwerk die Möglichkeit, an Programmen zu arbeiten mitKlassischer Musik,Filmmusik und Bearbeitungen vonJazz- und Popstandards. Das Schweinfurter Kammerorchester besteht aus Laienmusikern.[122] Das Kreisblasorchester Schweinfurt ist eine Einrichtung desNordbayerischen Musikbunds.
DerThalia Chor entstand 1860, damals wurde auch geschauspielert. Sein heutiges Repertoire liegt im BereichPop,Rock,Musical,Gospel undSwing. DieSängerlust 1867 Schweinfurt hat traditionelles Liedgut sowieEvergreens und moderne Lieder im Repertoire. DerKonzertchor Schweinfurt gibt große Konzerte im Stadttheater und arbeitet mit renommiertenSymphonieorchestern und Solisten zusammen.Jungen Stimmen Schweinfurt wurde 2006 gegründet und hat geistliche und weltlicheChormusik aller Epochen und Stile im Programm.
„Ich glaube, dass es keine krassere HipHop-Szene als in Schweinfurt gab. Hier waren ja die ganzen Amis aus den Ghettos, die mit 17, 18 vor die Wahl gestellt wurden: Entweder du gehst in den Knast oder zum Militär. Die wurden dann in Schweinfurt stationiert und haben hier das Gleiche gemacht, was sie vorher in Amerika gemacht haben. Ich bin in einer sehr vitalen HipHop-Szene groß geworden, in einer Tiefe, die in wenigen Städten Deutschlands vorhanden ist. Die Kaserne in Schweinfurt galt als amerikanischer Staatsboden […] Die hatten die Releases gefühlt immer so zwei, drei Wochen vor allen anderen in Deutschland.“[123]
DerStattbahnhof ist ein Zentrum überregionaler Bedeutung für Konzerte von Bands aus aller Welt der MusikrichtungenPunk,Rockmusik undMetal. In der ZeitschriftVisions wurde der Stattbahnhof zu denBesten 50 Adressen der deutschen Clubszene gewählt. Bekannte Namen gastierten hier, wie dieToten Hosen,Pussy Riot oderTen Years After.[125]
Seit den 1980er Jahren gründeten sich zahlreiche Bands in Schweinfurt, dieAlben der Musikrichtungen Rock, Metal und Punk auf den Markt brachten.The Ghost Rockets (kurz TGR) ist eine Rock-Band; Alben:The Ghost Rockets (2009) undGoodbye Utopia (2014).Hatred (engl.:Der Hass) ist einePower- undThrash-Metal-Band, die es in die Enzyklopädie desRock Hard Magazins schaffte; Alben:Soulless (2004),Madhouse Symphonies (2008),Destruction Manual (2010) undWar of Words (2015).Vendetta ist eineThrash-Metal-Band; Alben:Go and Live… Stay and Die (1987),Brain Damage (1988),Hate (2007) undFeed the Extermination (2011).Kromlek war eine 2004 gegründete und 2012 aufgelöste Metal-Band; Alben:Strange Rumours… Distant Tremors (2007) undFinis Terrae (2011).Tagtraum ging aus der Punk-BandUntergang hervor, wurde 1992 gegründet und beschloss 2006 ihre Trennung; Alben:Trotz & Träume (1997),Feuer gratis (1998),Seelenpuzzle (1999),Augen auf und durch (2001) undKomm lass es echt sein (2003). Die Bandmitglieder spielen weiterhin in anderen Formationen, Jörg Holdinghausen u. a. beiWir sind Helden. 2019 wurde dieIndie-RockbandSondermarke gegründet. Daniel Schnorr (auch genannt:Jagi Lion King) veröffentlichte 2020 im BereichHip-Hop undRap sein erstes AlbumI'm Not Here for You.[126]
DDC aus Schweinfurt in der Frankenhalle in Nürnberg.Sternstundengala imBR Fernsehen
DDC auf Tournee
Die SchweinfurterDancefloor Destruction Crew (DDC), die 1999 gegründet wurde und heute überwiegend aus hauptberuflichen Tänzern besteht, gehört zu den bestenBreakdance-Gruppen der Welt und gewann zahlreiche nationale und internationale Titel. 2013 verband DDC mit dem Berliner Regisseur und Echo-PreisträgerChristoph Hagel klassische Musik mit Breakdance in ihrem TheaterstückBreakin' Mozart, das seitdem über 190 Mal im BerlinerWintergarten Varieté sowie in vielen anderen Städten aufgeführt wurde. Die FirmaDDC Entertainment UG & Co. KG wurde mit vier Sparten gegründet. DieDDC-Factory wurde zu einem nationalen Tanzzentrum.
2006 wurde die Dance Academy Schweinfurt für Hobbytänzer und für Berufsausbildungen zum Tänzer, Tanzpädagogen und DTHO-Hip-Hop-Tanzlehrer gegründet. Ihre FormationBlazin’ Heat tanzt in der Profi-League.[127]
Die SchweinfurterBürgervereine werden auchGemeinden (schweinfurterisch:Gemee) genannt und gelten als Institutionen. Der erste Vorsitzende der Bürgervereine wird umgangssprachlich „Stadtteilbürgermeister“ genannt. Eine andere Prägung besitzt der zuletzt gegründeteBürger- und Kulturverein Oberndorf.
Die Bürgervereine richten die Stadtteilkirchweihen aus (siehe:Kirchweihen), die es inBayern traditionell nur noch inFürth gibt und die in neuerer Zeit inNürnberg undErlangen eingeführt wurden.
Der Raum Schweinfurt ist für seine hohe Dichte an Festen bekannt, was auch die Lebensart der Bewohner unweit des Überlappungsbereichs vonWeinfranken mitBierfranken widerspiegelt (siehe auch:Kulturelle Prägung). Es gibt unzählige traditionelleKirchweihen(Kerm) und Weinfeste, wozu viele neuere Feste hinzukamen. An manchen Wochenenden finden in der Stadt und dem näheren Umland mehrere Feste und Kirchweihen gleichzeitig statt, worüber Festkalender einen Überblick geben.
Faschingsumzug der ESKAGE am Faschingsdienstag 2014
Die Unterfrankenschauufra war eine Regional- undVerbrauchermesse fürUnterfranken, die von 1975 bis 2020 stattfand. Eine zeitgemäße Messe, als Ersatz zur ufra, wurde bisher nicht realisiert.
In Schweinfurt wurde das Kneipenfestival erfunden, seit 1993 unter Namen und MarkeHonky Tonk, wozu an einem Tag in bis zu 40 Kneipen, vorwiegend in der Altstadt, bereits bis über 20.000 Besucher kamen. Das MusikfestivalNachsommer Schweinfurt, mit internationaler Besetzung, findet alljährlich drei Wochen im September innerhalb örtlicher Großfirmen statt. DasInternationale Varietéfestival ist Europas größtesVarietéfestival und findet etwa alle drei Jahre amSennfelder See statt, wofür ein Zelt aufgebaut wird. 2026 allerdings wird es in den Schlosspark nach Werneck umziehen.
Die für Schweinfurt charakteristischen Stadtteil-Kirchweihen richten die Bürgervereine aus (siehe:Bürgervereine). Hervorzuheben sind die Zürcher Kirchweih im Juni imZürch, dieSt Johannis-Kirchweih um denJohannistag (24. Juni) auf demMartin-Luther-Platz und die Altstadt-Kirchweih an der Stadtmauer amUnteren Wall Mitte Juli. Letztere fand zuvor imHöllental statt; ihr Name bezieht sich nicht auf die heutigeAltstadt (siehe:Dorf Altstadt). Die beiden größten traditionellen Feste finden außerhalb der engen Stadtgrenzen statt. DieSennfelder und Gochsheimer Friedensfeste (Kirchweihen) finden zeitgleich um den ersten Sonntag im September in den beidenehemals kaiserlich unmittelbaren und freien Reichsdörfern statt.
Am Faschingsdienstag findet ein Umzug statt (siehe:Fasching). Im April findet das erste Fest des Jahres im Freien statt, derVogelschuss, ein kleines Volksfest einer Schützengesellschaft. Im Mai lädtSchweinfurt@night zu einer Einkaufs- und Kulturnacht ein. Die bekannte Oldtimer-RallyeSachs Franken Classic, seit 2020Franken Classic, führt zu Pfingsten durch die Region um Schweinfurt, mit Start und Ziel im nahenBad Kissingen. DasWalpurgisgericht am Fronleichnam ist ein mittelalterliches Fest mit Handwerkermarkt im Friedrich-Pfister-Park inOberndorf. Am Freitag nach Fronleichnam beginnt dasSchweinfurter Volksfest. Im Mai findet das Frühlings- und im Juli das Sommerweinfest des Weinguts Dahms auf der sonst nicht zugänglichenPeterstirn und Anfang August, jedoch nicht jährlich, dasSchweinfurter Weinfest auf dem Marktplatz statt. Ende August bietet an zwei Tagen dasSchweinfurter Stadtfest auf mehreren Plätzen derSchweinfurter Altstadt „Genuss und Lebensqualität der Region“. DasMittelalterfest wird alle 3 Jahre im September an der Stadtmauer Am Unteren- und Oberen Wall abgehalten. Am selben Ort findet Ende September das Federweißer-FestGenussReichStadt Schweinfurt des Weinguts Dahms statt. Beim StraßenmusikfestivalPflasterklang im September treten an rund 20 Orten der Altstadt Musiker aller Stilrichtungen, Jongleure, Zauberer und Straßenmaler auf. DieNacht der Kultur lädt im Oktober zu Musik, Theater, Tanz, Lesungen, Kabarett und Kurzfilmen an Orte um den Marktplatz ein. Der Schweinfurter Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz beschränkt sich auf Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck. Traditionell kommt alljährlich dasNürnberger Christkind zu seiner ersten Auswärtsvisite mit seinem Prolog auf dem Rathausbalkon. Zwischen Weihnachten und Dreikönigstag steht dasSchweinfurter Winterdorf auf dem Marktplatz.
DerFaschingsdienstag ist, im Gegensatz zumRheinland, in Franken der Höhepunkt der Karnevalszeit. Manche Arbeitgeber geben ihn ihren Mitarbeitern als Brauchtumstag frei. Viele Geschäfte, insbesondere in der Schweinfurter Innenstadt, sind nachmittags geschlossen, durch die dann der traditionelle Faschingsumzug der Ersten Karnevalsgesellschaft (Schweinfurts) ESKAGE, mit jährlich etwa 25.000 Besuchern, führt.
Die drei Schweinfurter Faschingsgesellschaften ESKAGE,Schwarze Elf undAntöner Narrenelf präsentieren Sitzungsabende. DieSchwarze Elf ist überregional durch Fernsehauftritte bekannt, insbesondere beiFastnacht in Franken, allen voran mitPeter Kuhn. 2021 gestaltete dieSchwarze Elf eine eineinhalbstündige TV-Sendung „A bissle was geht immer“, einschließlich Moderation zur Hauptzeit im Rahmen der BR-SendereiheFranken Helau.
„Sein Markenzeichen: politisch, literarischer Karneval Mainzer Prägung, serviert mit fein geschliffenen Knittelversen […] Kuhn […] will nicht Teil sein der Comedysierung des Faschings.“[128]
Prägend für die örtliche Küche sind vieleDirektvermarkter aus den GemüsedörfernSennfeld undGochsheim, vor den Toren der Stadt, mit frischen Waren auf dem Schweinfurter Wochenmarkt. Die Stadt liegt in der Mitte desSlow FoodConviviums Mainfranken-Hohenlohe, das zu den größten Regionalgruppen von Slow Food Deutschland gehört.[129]
DieOriginal Schweinfurter Schlachtschüssel ist ein Gericht, das der Schweinfurter Metzgerwirt Georg Josua Schwanhäusser 1856 seinen Gästen erstmals servierte und ausschließlich in Wirtshäusern in und um die Stadt angeboten wird. Die Schlachtplatte (fränkisch:Schlachtschüssel) findet sich auf keiner Speisekarte und ist kein übliches Essen, sondern ein Fest in geselliger Runde, über mehrere Stunden, für einen größeren Personenkreis. Der Ablauf erfolgt nach einem überlieferten Zeremoniell, einschließlich traditioneller Belustigungen. Manchmal auch mit Musikbegleitung und Gesang. DasKesselfleisch wird auf bis zu fünf Meter langen Holzbrettern serviert, von denen auch gegessen wird. Dazu gibt es nur Schwarzbrot,Kren und Sauerkraut. Getrunken wirdFrankenwein, Weinschorle oderMost, Bier ist verpönt. Die deftige Tradition ist jetzt in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.
Kesselfleisch, das bei der Schweinfurter Schlachtschüssel oft nur als Beilage dient, gilt als kleine Schwester der Schlachtschüssel. Die Faschingsspezialität für Stadt und Region kann in Metzgereien für den Faschingsdienstag vorbestellt werden. Die mainfränkischenMeefischli (Mainfischlein), kleineWeißfischedie dreimal schwimmen, im Main, im Fett und dann im Wein, werden wie andere Fische traditionell nur in den Monaten mit dem Buchstaben r, also von September bis April, verzehrt.Blaue Zipfel sind saure Bratwürste imZwiebelsud, die vor allem im Winter, auch am Heiligabend, gegessen werden. DasSüße Kugellager, das Schweinfurter Pendant zuMozartkugeln, wird von Konditoreien derKugellagerstadt hergestellt: hochwertige Vollmilch- oder Bitterschokolade aus reinerKakaobutter wird mit einer abgestimmtenNougatcreme gefüllt.
Die Geschichte der Schweinfurter Krankenhäuser begann 1233, als KönigHeinrich VII., ein Urenkel vonBarbarossa, ein von ihm begonnenesSpital unter seinen Schutz stellte.[130]
DasLeopoldina-Krankenhaus (Volksmund:Leo) ist ein städtischesAkutkrankenhaus derSchwerpunktversorgung, mit 2000 Mitarbeitern, über 700 Planbetten, 15 bettenführenden Fachabteilungen, 6 Instituten und 12 Dialyseplätzen. 2019 wurde das „Leo“ im Klinikvergleich des NachrichtenmagazinsFocus als „Top regionales Krankenhaus“ ausgezeichnet.[131] Auf dem Campus befinden sich zudem ein Medizinisches Versorgungszentrum (Ärztehaus) sowie weitere Institute.
DasKrankenhaus St. Josef ist einkatholisches Krankenhaus mit über 700 Mitarbeitern, 260 Betten, 7 bettenführenden Fachabteilungen und einerPalliativstation. Ihm ist ebenfalls ein Ärztehaus mit sieben Fachpraxen angegliedert.
Schweinfurt entwickelte sich zu einem wichtigen Behördenstandort, mit Zuständigkeiten, die teilweise weit über die Region hinausgehen. In den 1990er Jahren wurde das Bayerische Landesamt für Statistik vonMünchen nach Schweinfurt teilverlagert; die Münchner Dienststelle wurde inzwischen geschlossen und als Ersatz eine Dienststelle inFürth eröffnet. Derzeit wird in Schweinfurt die größte Bearbeitungsstelle des Finanzamtes München aufgebaut, mit 300 Stellen im Endausbau.[132]
Finanzamt Schweinfurt, zuständig für: Stadt und Landkreis Schweinfurt; einzelne Zuständigkeiten für: Landkreis Haßberge, RäumeWürzburg,Kitzingen,Bamberg
Schweinfurt gehört zumGerichtsbezirk desOberlandesgerichts Bamberg. In den 1990er Jahren wurde das Bayerische Landessozialgericht von München nach Schweinfurt teilverlagert.
Wappen der Stadtpolizei Schweinfurt; im Zuge der bayerischen Polizeireform der 1970er Jahre aufgelöst
Polizeiinspektion (PI) Schweinfurt, zuständig für Stadt und Landkreis Schweinfurt, mit Ausnahme desAltlandkreises Gerolzhofen und bei schwerwiegenden Umweltdelikten für die Region Main-Rhön.
1652 gründeten vier Ärzte in Schweinfurt dieAcademia Naturae Curiosorum, die heutige Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina.[60] Sie wurde nach KaiserLeopold I. benannt und hat seit 1878 ihren Sitz inHalle (Saale). 2008 wurde sie zur Nationalen Akademie der Wissenschaften erhoben.
Auditorium Maximum derTHWS in Schweinfurt, mit Burschenschaft
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) entstand 1971 alsFachhochschule durch Zusammenschluss des Schweinfurter Balthasar-Neumann-Polytechnikums mit der Würzburger Höheren Wirtschaftsschule und Werkkunstschule. Sie wurde im Laufe der Zeit zur viertgrößten Fachhochschule Bayerns und 2023 inTechnische Hochschule umbenannt. Die THWS bietet in Schweinfurt unter anderem die neuen Studiengänge Robotik undWasserstofftechnik an.[135]
Campus Ledward. Zentrales Hörsaalgebäude für Wirtschaftsingenieurwesen (im Bau 2018)
DerCampus Ledward (früher:i-Campus) wird von der THWS auf dem Areal der einstigenLedward Barracks aufgebaut, mit neu eingeführten englischsprachigen Studiengängen in Schweinfurt (seit 2014 und Würzburg seit 2016), dieTWIN-Studiengänge genannt werden. Die Schweinfurter Abteilung der THWS hat sich aufMINT-Fächer spezialisiert, was im Campus Ledward in englischer Sprache fortgeführt wird.[136] Es gibt für diese Fächer somit ein Angebot in deutscher und englischer Sprache. Die zusätzlichen Projektei-Company undIndustrie on Campus sehen eine Zusammenarbeit mit Unternehmen und deren direkten Zugang zu Forschungseinrichtungen der Hochschule vor.[136]
Die sogenannten KI-Gigafactories sind Rechenzentren mit einem Strombedarf, der bisherige Anforderungen in Deutschland weit übersteigt. In Bayern ist, im Gegensatz zuMünchen oderGarching, nur im Raum Schweinfurt eine Netzanschluss-Leistung bis zu 300 Megawatt möglich (siehe:Stromleitungsknoten).[138] Europaweit sind fünf KI-Gigafabriken geplant, die dieEU mit Milliarden Euro fördert.[10]
DasFraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) eröffnete 2020 eine Außenstelle in Schweinfurt. Zentrales Forschungsfeld ist diekünstlicheIntelligenz (KI) und deren Einsatz für einenachhaltigoptimierteWertschöpfung (noW) mit der ArbeitsgruppeKI-noW in Schweinfurt.[140]
Das Institut für Medizintechnik Schweinfurt (IMES) der THWS praktiziert neben der Lehre ebenfalls den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Industrie sowie Krankenhäusern und Arztpraxen.
Das Leopoldina-Krankenhaus ist akademischesLehrkrankenhaus derJulius-Maximilians-Universität Würzburg. DieLeo Academie bietet Mitarbeitern und externen Teilnehmern Fort- und Weiterbildungsprogramme in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen an, mit Dozenten aus den eigenen Kliniken und externen Lehrkräften (siehe auch:Gesundheitswesen).
Schweinfurt ist eine Schulstadt. Die weiterführenden Schulen versorgen auch ein großes Umland und befinden sich insbesondere im Westen der Stadt, imMusikerviertel. Neun Schulen führen zur (Fach)Hochschulreife. Darunter gibt es acht staatlicheGrundschulen, dreiMittelschulen, eineMontessori-Schule (Grund- und Mittelschule), zweiRealschulen und zwei private Realschulen. Die fünfFörderschulen haben unterschiedliche Förderschwerpunkte.[141]
Neben Berufsschulen aller Fachrichtungen gibt es dieFachakademie für Sozialpädagogik und die BDS-AzubiAkademie[141] mit Betriebsunterricht bei Mitgliedsunternehmen desBDS. Die Musikschule Schweinfurt wurde 1872 gegründet und gehört heute zu den größten Bayerns.[142]
In Schweinfurt gibt es über 100 Stiftungen.[143] Die Stadt besitzt damit die meisten Stiftungen pro 100.000 Einwohner Deutschlands.[144]
DieHospitalstiftung Schweinfurt ist größte und älteste Stiftung, deren Anfänge vor dem Jahr 1364 gelegen haben müssen und die spätestens 1417 über ein Vermögen verfügt haben muss. Die stadtnahe Stiftung unterhält Altenheime und Altenwohnungen. Ihr gehören Waldungen beiSchwebheim undEuerdorf sowie dasGut Deutschhof, das 1977 nachGrettstadt ausgelagert wurde. Ihr Grundvermögen liegt bei 19 Millionen Euro.[144]
Die Stoer-Weimann'sche Stipendienstiftung – Schober'sche Linie wurde 1627 in Schweinfurt gegründet, zur Gewährung vonStipendien an würdige und bedürftige Studenten.[143]
Die Jürgen-Höller-Stiftung wurde 2013 vom bekannten MotivationstrainerJürgen Höller gegründet. Sie spendet Gelder für Schulprojekte in Afrika, die dieWelthungerhilfe vorschlägt, umsetzt und betreut.[146]
World Bicycle Relief ist eine internationale Hilfsorganisation, die ihre europäische Geschäftsstelle beim FahrradkomponentenherstellerSRAM in Schweinfurt hat.[147]
DieDeutsche Vereinigung Morbus Bechterew wurde 1980 mit Sitz in Schweinfurt gegründet. Mit über 16.000 Patienten- und Fördermitgliedern gehört sie zu den größten Patientenorganisationen Deutschlands.
Schweinfurt hat das fünfthöchsteBruttoinlandsprodukt pro Kopf (2022)[4] und mit 76,2 % die zweithöchste Einpendlerquote Deutschlands (2018).[148] In der Stadt waren 2017 insgesamt 52.898 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, fast so viele wie Schweinfurt Einwohner hat, davon 26.823 improduzierenden Gewerbe, ca. 17.750 imDienstleistungssektor und 8.311 inHandel,Verkehr undGastgewerbe.[149]
Auch im Kalenderjahr 2024 hatte dieRegion Schweinfurt eine hohe Wirtschaftskraft und eine niedrige Arbeitslosigkeit, die bei 3,5 % lag und damit fast beiVollbeschäftigung.[150]
4 viertgrößter Automobilzulieferer der Welt[8] g größter Konzern-Standort weltweit ist in Schweinfurt[7][152] E Sitz der Division E-Mobility ist in Schweinfurt I Sitz der Sparte Industrie ist in Schweinfurt
Schweinfurt wurde nichtdeindustriealisert. Nach ersten Schwierigkeiten in den 1970er Jahren mit Personalabbau in Folge eines japanischenDumping-Angriffs auf die Schweinfurter Wälzlagerindustrie geriet die Stadt um 1992 schließlich in Folge derGlobalisierung in eine schwere Krise, die jedoch ohne Werksschließungen überwunden wurde.
Seit den 1990er Jahren vollzog sich ein Wandel weg von billiger Massenproduktion und dominierender Automobilzulieferung hin zu weniger krisenanfälligenInvestitionsgütern, mit Hightech-Wälzlagern fürBergbau,Schiffbau,Luft- undRaumfahrt, die Bahn (Verkehrswende), Großlagern fürWindkraftanlagen und Spezialanfertigungen, wie z. B. demPendelrollenlager fürsLondon Eye von FAG Kugelfischer. Forschung und Entwicklung wurden immer wichtiger. Der Standort (SKF, Schaeffler) wurde zum Zentrum für Großlager und beiGezeitenkraftwerken wurde SKF zum Turbinenhersteller.[153] ImZF-Konzern, dem 2001 das Stammwerk von Fichtel & Sachs angegliedert wurde, ist Schweinfurt das Kompetenzzentrum für E-Mobilität, mit der Produktion von Elektromotoren fürAutomobile.[154] Der chinesische Wälzlagerhersteller C&U eröffnete sein neues Europa-Hauptquartier mit angeschlossener Fertigung imMaintal.[155] Dazu kamen neue Branchen, wie Lineartechnik (Ewellix) undMedizintechnik, mitFresenius Medical Care, mit der weltweit größten Produktion vonDialysegeräten in Schweinfurt.
DieGPSoverIP GmbH ist im Bereich Positionsübermittlung und dienetlands edv consulting GmbH im BereichSoftwareentwicklung undIT-Dienstleistungen tätig.[156]Apicon entwickelt und vertreibt Add-Ons (Programm zur Erweiterung bestehenderSoftware) mit einem modularen Aufbau fürSAP.[157]bb-net gilt als größter IT-Aufbereiter Europas.[158]
DieDeutsche Bahn Connect ist mit zwei ihrer insgesamt sechs deutschen DB Autohäuser in Schweinfurt ansässig, mit ihren beiden Sparten Gebrauchtwagenhandel und Premium.[160] Die Firma dronesecure betreibt die ersteDrohnenschule Deutschlands.[161]
Der VerlagVogt & Fritz ist ein weltweit tätiger Noten-Spezialverlag für zeitgenössische Musik. DerBuch- und Idee-Verlag und derRevista Verlag haben Schweinfurt und die Region als thematische Schwerpunkte.CatFish Publisher ist ein neu gegründeter Verlag für fantastische Geschichten, der sich zum Ziel setzte, Bücher auch in unterdrückte Sprachen zu übersetzen.[162]
Die beiden TageszeitungenSchweinfurter Tagblatt undVolkszeitung gehören zur WürzburgerMediengruppe Main-Post, die im Bereich derPrintmedien eine Monopolstellung inMainfranken besitzt und zurMediengruppe Pressedruck in Augsburg gehört.Anzeigenblätter werden von der Mediengruppe Main-Post (markt undmain Sonntag) und vom Schweinfurter SAZ-Verlag (Schweinfurter Anzeiger) herausgegeben.
Die Mediengruppe Main-Post hat eine Online-Ausgabe. SpezielleOnline-Zeitungen sindSchweinfurt City/swity.de, deren Artikel das NachrichtenmagazinFocus in seiner bayerischen Online-Ausgabe ungeprüft übernimmt, undSW1.News sowieinFranken.de mit einer Schweinfurter Ausgabe.
Das Studio Main-Rhön des Bayerischen Rundfunks in Schweinfurt produziert Beiträge aus der Region und sendet Live-Berichte für den BR und dieARD.[164]TV Mainfranken sendet täglich ein Programm für Schweinfurt und dieRegion Main-Rhön.
Radio Hashtag+ und TV Mainfranken sind auch über dasInternet empfangbar. AusschließlichesInternetfernsehen bietet SW-N.TV mit Beiträgen aus dem Stadtgebiet an.
2004 wurde das Konferenzzentrum Maininsel (KMI) auf derMaininsel Bleichrasen zusammen mit einem Viersterne-Hotel eröffnet. Hier finden insbesondere Tagungen von (über)regionalen Gesellschaften und Verbänden sowieVerbrauchermessen statt. 2019 gab es in Schweinfurt 23 Beherbergungsbetriebe, 1585 Gästebetten, 242.617 Übernachtungen (davon 40.371 Auslandsgäste)[165] und es arbeiteten in der Gastronomie rund 1700 Menschen.[166] Unter den Touristen sind Geschäftsreisende, Konferenz-Teilnehmer, Museums- und Radtouristen (Main-Radweg) und Urlauber auf dem Weg in den Süden. Schweinfurt liegt in einer Tourismus-Region, zwischen dem bayerischenStaatsbadBad Kissingen und derVolkacher Mainschleife. Zusammen kommt diese Region auf über 2 Millionen jährliche Übernachtungen und über 200 Beherbergungsbetriebe mit etwa 10.000 Gästebetten.[167][168] Bei großen Konferenzen in Schweinfurt kann zusätzlich auf Hotels in Bad Kissingen zurückgegriffen werden.
DasEinzugsgebiet des SchweinfurterEinzelhandels hat 759.000 Einwohner.[3] Schweinfurt liegt in der MitteMainfrankens; für seine knapp eine Million Einwohner ist die Stadt in maximal einer Stunde erreichbar. Schweinfurt besitzt eine sehr hoheEinzelhandelszentralität von 214 Punkten (z. Vgl.: Würzburg 189 Punkte; beide Werte für 2019).[169] DieVerkaufsfläche Schweinfurts beträgt 237.600 m² (2016). Davon entfallen 70.200 m² auf dieInnenstadt. Die Verkaufsflächendichte liegt bei hohen 4.500 m² pro 1.000 Einwohner (2016).[170]
In derInnenstadt liegt das größte und zweitgrößte innerstädtischeEinkaufszentrum Mainfrankens: DieStadtgalerie Schweinfurt (2009 eröffnet), eine 300 Meter lange Shopping-Mall mit 22.500 m² Verkaufsfläche, 100 Geschäften und 1.300 Parkplätzen und dasRückert-Centrum (1973 eröffnet) mit 21.000 m² Verkaufsfläche.[171] Im Osten, umMarkt und Rathaus, gibt es vorwiegend kleinere, teilweise inhabergeführte Geschäfte, während der Westen, umRoßmarkt undJägersbrunnen und die Stadtgalerie im äußeren Westen von Filialisten und Kaufhäusern geprägt werden.
ImHafen-Ost entstand ab den 1970er Jahren eine großeFachmarktagglomeration. Die Stadt lässt im Hafen jedoch kein innenstadtrelevantes Warenangebot zu. 2009 eröffneten im benachbartenMaintal zwei Möbelhäuser mit zusammen 34.900 m² Verkaufsfläche.[172]
In der Geburtsstadt des Fahrrads (siehe Artikel-Einleitung) sind auch heute z. T. namhafte (Zuliefer)Firmen der Branche ansässig:SRAM,Winora (zuAccell Group), R Raymon Bicycles und Pierer New Mobility Group.[173]
Schweinfurt ist Hauptsitz vonMaincor, einem Hersteller vonKunststoffrohren sowie Sitz von Mainplastik und Melaplast, dasMelamin-Laminate produziert. KLT Hummel Plastic produziert vor allem für die Automobilindustrie.
Stadt und näheres Umfeld wurden aufgrund der zentralen Lage in Deutschland und Europa (siehe:Lage) zum wichtigenLogistikstandort. Hier habenZF Friedrichshafen undSKF ihr deutsches bzw. europäisches Logistikzentrum.DB Schenker bietet an drei Standorten alle Bereiche der Logistik an.
Das MineralölunternehmenErik Walther hat seinen Hauptsitz in Schweinfurt. Es betreibt rund 70 eigene Tankstellen in vier Bundesländern und verschifft dieMineralöle mit einer eigenenTankerflotte von denARA-Häfen (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) zum Schweinfurter Hauptsitz und anderen Tanklagern.
Hauptbahnhof (1874) um 1903. Empfangsgebäude 1943 zerstört und um 1950 weiter westlich, am Bahnhofsplatz, neu errichtetStadtbahnhof (1852) ältester Bahnhof SchweinfurtsStammstrecke entlang des Mains zwischen Hauptbahnhof und Stadtbahnhof, mit Tunnel, um 1900
Werntalbahn: Die Kreistage der LandkreiseSchweinfurt undMain-Spessart stimmten 2021 für eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Güterverkehrsstrecke.[176] Das Projekt musste jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben werden, da es 2023 von derBayerischen Eisenbahngesellschaft aufgrund eines eigenen Gutachtens abgesagt wurde.[177]
Untere Steigerwaldbahn: Die Strecke wurde stillgelegt, die Trasse aber nicht von Bahnbetriebszweckenfreigestellt. Wiederholt gab es Initiativen zur Reaktivierung.
Bei Schweinfurt bilden dieBundesautobahn 70 als Südtangente und dieBundesautobahn 71 als Westtangente eineTangente um die Stadt, mit insgesamt siebenAnschlussstellen für Stadt und Vororte, weshalb Schweinfurt nur 5 % Durchgangsverkehr besitzt.[179] Schweinfurt entwickelte sich zu einem Autobahnknoten (siehe:Neue Zentralität). Da dieBundesstraßen, mit Ausnahme derB 286 undB 303, nur noch lokale Bedeutung haben, wurden sie im Raum Schweinfurt abschnittsweise zuStaatsstraßen zurückgestuft.
Schweinfurt liegt an folgenden Fernstraßen: Alta (Nordkap)–Gela (Sizilien). Die europäische Nord-Süd-Achse, mit fast 5000 km Länge, verläuft auf der A 7 über dasAutobahnkreuz Schweinfurt/Werneck. Schweinfurt–Prag. Im Endausbau durchgehend als vierstreifige Schnellstraße angestrebt, durch Aufgabe derFichtelgebirgsautobahn nicht mehr möglich. Die Anschlussstelle (AS)Schweinfurt-Süd/Wiesentheid wurde später für die Stadt durch drei nähere Autobahnen bedeutungslos und inWiesentheid umbenannt. Dänische Grenze–österreichische Grenze. Ab Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck (A 7/A 70) bis zur A 3 derzeit sechsstreifiger Ausbau. Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck–Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach (A 70/A 9). Autobahndreieck Werntal bei Schweinfurt (A 70/A 71)–Autobahndreieck Südharz (A 71/A 38). Eisenach–Kleines Walsertal. Sie verläuft 2 km vor der Stadtgrenze als Westtangente; wurde zwischenMeiningen und A 70 herabgestuft. Riedstadt (Rhein)–Bamberg; wurde im Raum Schweinfurt herabgestuft. Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck–Arnstein. Auf neuer Trasse, ohne Ortsdurchfahrten, aber nichtkreuzungsfrei. imBundesverkehrswegeplan 2030.[180] Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck–A 3 (ASHelmstadt). Zunächst über bestehende B 26a, dann Neubau einer dreistreifigen, kreuzungsfreienKraftfahrstraße.[181] Enzlar–Bad Brückenau. Von der ASWiesentheid der A 3 bisNeuses am Sand zweistreifig und kreuzungsfrei. Neuses–Schwebheim teilweise dreistreifig und Schwebheim–Schweinfurt/Hafenkreuz durchgehend vierstreifig, mit zwei getrennten Fahrbahnen. A 7/AnschlussstelleWasserlosen–Schirnding. Zwischen A 70 bei Schweinfurt undCoburger Land auf neuer Trasse, ohne Ortsdurchfahrten, aber nicht kreuzungsfrei.
Schweinfurt liegt an der 3500 km langen Großschifffahrtsstraße, die über denRhein-Main-Donau-Kanal dieNordsee mit demSchwarzen Meer verbindet.[183] Jährlich passieren 6000 Frachtschiffe die Stadt, darunter bis zu 180 Meter langeSchubverbände, meist Container- oder Tankschiffe und 1000 bis zu 135 Meter langeFlusskreuzfahrtschiffe. Die Schweinfurter Personenschifffahrt führt von März bis Oktober auf dem Main Rundfahrten durch, auch in Verbindung mit Veranstaltungen mit gastronomischen Angeboten an Bord.
Militärflugplatz:Conn Barracks (seit 2014 ungenutzt). Er hatte unterschiedliche Bezeichnungen:Flugplatz Schweinfurt (1937–1945),Advanced Landing Ground ALG R-25 Schweinfurt (1945),Schweinfurt Air Base (1945–1947), danach nur noch Hubschrauberlandeplatz.
DasKernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) bei Schweinfurt wurde 2015 stillgelegt. 2024 wurden die beiden 143 m hohenKühltürme gesprengt.[184] Bis 2033 ist dernukleare Rückbau geplant. Danach beginnt der konventionelle Abriss der Gebäude, der um 2035 beendet sein soll. Die schwach- undmittelradioaktiven Stoffe werden in der Bereitstellungshalle (BeHa) gelagert und die hochradioaktiven Abfälle im 2006 erbauten Brennelementbehälterlager (BELLA), der eine Laufzeit von 40 Jahren besitzt. Wo danach die radioaktiven Abfälle hinkommen steht noch nicht fest, da es noch kein zentralesEndlager gibt. Die beiden Gebäude BeHa und BELLA werden das Einzige sein, was nach dem Abbruch vom KKG übrigbleibt.[185][186]
Zentraler deutsche LeitungsknotenGrafenrheinfeld bei Schweinfurt, in der unteren Kartenmitte. Stromleitungen und Leitungsvorhaben des Bundesbedarfsplanungsgesetzes, Stand 2013
Maintal mit Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke an denWehranlagen
Die Wasserversorgung Schweinfurts wird durch 42 Brunnen an denWehranlagen im Maintal und acht weitere Tiefbrunnen sichergestellt, die von den Stadtwerken Schweinfurt betrieben werden. Zunächst werden die tief liegenden Stadtteile (Niederdruckzone) über Hochbehälter beliefert. Von hier wird Trinkwasser in höher gelegene Stadtteile (Hochdruckzone I) gepumpt und schließlich weiter in die Hochbehälter der am höchsten gelegenen Stadtbereiche (Hochdruckzone II). Das Schweinfurter Trinkwasser (Härtebereich III) hat nur geringeNitratwerte und enthält vieleMineralien.[187]
Die Kläranlage Schweinfurt ist auf 250.000Einwohnerwerte ausgelegt und behandelt jährlich etwa 9.000.000 m³ Wasser.[188] Sie wird derzeit (2025) um eineVierte Reinigungsstufe zur Beseitigung vonSpurenstoffen erweitert. Zusätzlich läuft ein Forschungsprojekt, bei dem Abwasser darüber hinaus bis zur Wiederverwendbarkeit in der Bewässerung aufbereitet wird, um die Grund- und Oberflächenwasser-Ressourcen zu schonen.
Schweinfurt galt alsStadt des Sports. Diese Bezeichnung wird heute noch manchmal verwendet, obwohl die sportliche, insbesondere fußballerische Blütezeit der Stadt, mit internationaler Bedeutung, in den 1930er Jahren lag.
SportparkSachs-Stadion mit Riedel Bau Arena und umgebende Sportstätten außerhalb des Sportparks
Sachs-Stadion ist der Name für einen großen Sportpark. In ihm liegt die Riedel Bau Arena, einFußballstadion mitLeichtathletikanlage, mit einer Kapazität von 12.000 Zuschauern (ursprünglich 22.000 Zuschauer). Sportpark und Stadion wurden vonWilly Sachs, dem einstigen Alleininhaber der SchweinfurterFichtel & Sachs AG, der Stadt Schweinfurt gestiftet. Der große Komplex wurde 1936, eine Woche vor denOlympischen Spielen in Berlin, in Anwesenheit führendernationalsozialistischer Politiker alsWilly-Sachs-Stadion eröffnet. Wegen der Verstrickungen von Willy Sachs in denNationalsozialismus wurde der Sportpark 2021 inSachs-Stadion umbenannt.
Er ist, neben demBerliner Olympiastadion, die einzige, weiträumige Sportanlage aus den 1930er Jahren, die unterDenkmalschutz steht und die einzige größere Vorkriegsanlage, in die bis heute, abgesehen von technischen und temporären Einbauten, keine baulichen Eingriffe vorgenommen wurden. Die Haupttribüne wurde imBauhausstil vom Architekten desStuttgarter HauptbahnhofsPaul Bonatz entworfen. Das städtische Stadion ist seit seiner Eröffnung Heimstätte des1. FC Schweinfurt 05.
In Schweinfurt gibt es 76 Sportvereine und Betriebssportgemeinschaften (2020).[25] Wie vielerorts wurden auch hier herkömmliche Sportvereine, insbesondere mit Fußballabteilungen, infolge derdemografischen Entwicklung und aufkommenderTrendsportarten dezimiert oder mussten neu organisiert werden, auchTennisclubs infolge desGolfbooms.
Ellertshäuser See, rechts Segelclub Ellertshäuser See Schweinfurt (SCES)
Erste Europäische Fußballauswahl in London 1938. Der Herzog von Kent gratuliert Ander Kupfer, ganz links steht Albin Kitzinger – beide vom 1. FC Schweinfurt 05 und einzige Deutsche
Die größten Erfolge des FC 05 waren das Erreichen der Endrunden zurdeutschen Meisterschaft 1939 und 1942 sowie 1936 des Halbfinales imTschammerpokal (Vorläufer des DFB-Pokals). Der Verein brachte mehrere National- und Weltklassespieler hervor (siehe:Fußball). In den 1930er und Anfang der 1940er Jahre war der FC 05 nach dem1. FC Nürnberg die Nummer 2 im bayerischen Fußball. Von 1931 bis zur Einführung der1. Bundesliga 1963 spielte der FC 05 ohne Unterbrechung in der jeweils höchsten nationalen Spielklasse. Zweimal (1966 und 1975) misslang der Versuch in die 1. Bundesliga aufzusteigen. 1974 wurde der FC 05 Gründungsmitglied der2. Fußball-Bundesliga, in der Saison 2001/02 gehörte er zum dritten und bisher letzten Mal der 2. Liga an. In der Saison2024/25 stieg der FC 05 aus derRegionalliga Bayern in die3. Fußball-Liga auf.
Der einstige Lokalrivale VfR 07 spielte von 1939 bis 1941 ebenfalls in der höchsten Spielklasse, derGauliga Bayern, imStadion am Hutrasen. Der größte Erfolg des Vereins war 1940 das Erreichen der zweiten Hauptrunde des Tschammerpokals, in der er gegenRapid Wien ausschied.Robert Bernard vom VfR 07 absolvierte 1936 zwei Länderspiele in der deutschen Fußballnationalmannschaft. 2015 wurde der VfR 07 aufgelöst.
Das Eisstadion des Eislauf- und Rollschuhvereins ERV Schweinfurt heißtIcedome und hat eine Kapazität von etwa 3.000 Zuschauern.
Aus dem ERV ging der zweimaligeEisschnelllauf-Weltrekordinhaber im Großen Vierkampf und viermalige Weltmeister im RollschnelllaufGünter Traub hervor. Er trainierte von 1969 bis 1970 die US-amerikanische Nationalmannschaft im Eisschnelllauf.
Die größten Erfolge derEishockeymannschaft des ERV (seit 2003Mighty Dogs) waren zwei Spielzeiten in der2. Liga Süd von 1994 bis 1996 und die Meisterschaft in der Oberliga Süd/Ost 2003.
Öffentlicher 6-Loch-Golfplatz des Golf-Clubs Schweinfurt inLöffelsterz
Der Golfclub Schweinfurt gehört mit 1128 Mitgliedern (2023) zu den größeren Vereinen der Stadt. Er betreibt inLöffelsterz eine 18-Loch-Anlage, einen öffentlichen 6-Loch-Kurzplatz (keinePlatzreife nötig) und eine öffentlicheDriving Range.[191]
Die GolfakademieHoppachshof liegt 4 Kilometer weiter nordwestlich, mit einem öffentlichen 3-Loch-Platz mit Driving Range.
Regattastrecke auf dem Main mitAchter im Jahre 1932
Der Ruder-Club Franken unterhält eine 1000 Meter lange Regattastrecke auf dem Main. Sie ist neben der Olympiaanlage inOberschleißheim eine der beiden bayerischen Regattastrecken. In den geraden Jahren finden die bayerischen Meisterschaften im Rudern auf der Olympiaanlage statt und in den ungeraden Jahren in Schweinfurt, wo auch bereits die deutschen Sprintmeisterschaften und der Deutsche Rudertag ausgetragen wurden.[192]
An der Gutermann-Promenade befinden sich Anlegestellen für die Schweinfurter Personenschifffahrt (Rundfahrten), für die Vermietung von „Grillbooten“ (Grillen auf dem Boot) und für Sportboote. Die Mainlände ist Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe, daneben in derMainbastion (Gerberstieglein-Schanze) liegt derStadtstrand Schweinfurt. Zwischen Main undSennfelder Seenkranz ziehen sich dieWehranlagen 2 Kilometer hin, mit Bademöglichkeit, Sportclubs, Bootshäfen und Gastronomie. Im Süden der Stadt, amSchwebheimer Wald, liegt die Naherholungsanlage Baggersee, mit 26 Hektar großem Badesee, 1 Kilometer langem Strand, Rundweg, Bootsvermietung undWaldseilgarten. Drei weitere Badeseen liegen hier jenseits der engen Stadtgrenzen[196] (siehe auch:Gewässer).
Nordöstliches Stadtgebiet, mit Ausläufern derSchweinfurter Rhön, dem größten Naherholungsgebiet der Stadt. Legende:AT = Aussichtsturm/Terrasse,AS = Abenteuerspielplatz, WS = Wasserspielplatz,Whs = Wirtshaus mit Biergarten
Mainleite (südöstlicher Rand der linken Karte) mit Wander- und Radwegen, Aussichtspunkten und Einkehrmöglichkeiten
Eislauf ist auf der Natureisbahn an derLudwigsbrücke und im Icedome amSachs-Stadion möglich. Durch das Stadtgebiet läuft eineKlimascheide, mit dem wintermilden Main-Tiefland im Süden und der Schweinfurter Rhön, die nahe anVorrhön undHaßbergen liegt, im Norden, mit einer Rodelbahn vom Stadtwald ins Tal des Zellergrundbachs.
Weinstubes' TürmleUnterer WallAlte KneipenmeileBauerngasse während der Altstadtsanierung 2018
DieNiederwerrner Straße um den mittleren Bereich (Allee mitVorgartenzone) war bis zur Schließung derUS-Heeresgarnison Schweinfurt 2014 ein deutsch-amerikanischer Boulevard, mit Eiscafés, Pizzerien (La Gondola seit 1959) und Nachtlokalen, die z. T. erhalten blieben.
Die 1990er Jahre waren die Blütezeit der Kneipenmeile in der nördlichenAltstadt, die sich von der Oberen Straße überKornmarkt und Bauerngasse bis zumZeughaus hinzog, mit im Kern über 100 Jahre alten Wirtshäusern. Hier wurde 1993 das KneipenfestivalHonky Tonk erfunden (siehe:Festivals).
Die Altstadt um das Rathaus entwickelte sich in neuerer Zeit zu einem gastronomischen Quartier, mit Restaurants und Trendlokalen gehobener Qualität.
In der Stadt gibt es 14 Kinosäle.[198] DasWeltbio Kino-Center aus den 1950er Jahren wurde zumSchachtelkino mit fünf Sälen umgebaut. Unweit davon eröffnete 2009 dieFilmwelt Schweinfurt, einMultiplex-Kino in 3-D, mit sieben Sälen und insgesamt 1010 Sitzplätzen,[199] wo auch Konzerte und Events live übertragen werde. Das KuK (KinoundKneipe) imMusikerviertel ist einProgrammkino mit zwei Sälen.
Die örtlicheDiskothekenszene hat sich seit dem Abzug der Amerikaner teilweise verändert. Die 2012 abgebrannte 90 m lange Großdiskothek Megadrom amHainig[200] zog alsHottestHip-Hop-Club of Germany samstagabends einafroamerikanisches und deutsch-amerikanisches Publikum aus dem süddeutschen Raum an (siehe auch:Subkulturelle Szene). Im einstigenMad (heuteClub Diamond) inOberndorf, mit damals ähnlichem Publikum, gastierte Ende der 1990er Jahre zweimalVIVA Club Rotation, moderiert vonDaisy Dee. DieRockfabrik, neben dem einstigen Megadrom, hat sich seit Beginn der Ära vonTechno und Großdiskotheken Anfang der 1990er Jahre bis heute unverändert gehalten. Die alsEastside bekannte Diskothek an derLudwigsbrücke eröffnete 2017 neu alsPure Club & Lounge mit diversen Musikrichtungen und Partys. Der einstigeSuzie Club imHafen-Ost verstand sich als Edeldiskothek und wird heute alsTante Suzie geführt.
In Bayern ist in Gemeinden ab 30.000 Einwohnern dieProstitution grundsätzlich erlaubt. Eine Ausweisung von sogenannten Toleranzzonen, mittels Erlass vonSperrbezirken für das gesamte restliche Stadtgebiet, gibt es in Schweinfurt nicht. Dies lehnte der Stadtrat wiederholt ab. Im Jahr 2019 verteilten sich 49 Etablissements (meist Terminwohnungen) über das Stadtgebiet, mit einem Schwerpunkt um denKornmarkt. Die zunehmende Verlagerung der Prostitution in Deutschland in die Illegalität, durch in Asien angeworbene Prostituierte, wurde auch in Schweinfurt seit den 2010er Jahren festgestellt. Bei Kontrollen von Polizei und Zoll wurden chinesischeSchleuserinnen aufgefunden, die über südeuropäische Länder chinesische Prostituierte einschleusten, die zur Erwerbsarbeit in Deutschland keine Erlaubnis hatten.[201][202]
Raketenflugzeug Me 163, mit demHeini Dittmar als erster Mensch 1941 die 1000-km/h-Marke überschritt
Die in Schweinfurt lebenden BrüderHeini undEdgar Dittmar wurden zu Flugpionieren, da 50 Kilometer nordwestlich der Stadt die alsWiege des Segelflugs bezeichneteWasserkuppe liegt. Beide stellten 1928 und 1934 Langstrecken- und Höhenweltrekorde imSegelflug auf. Heini gelang 1936 die erste Alpenüberquerung mit einem Segelflugzeug.[204] 1937 wurde er erster Segelflugweltmeister und 1941 überschritt er mit dem RaketenflugzeugMesserschmitt Me 163 als erster Mensch die 1000-km/h-Marke und erreichte 1944 eine Geschwindigkeit von 1130 km/h,[205] die erst 1953 mit einerHawker Hunter übertroffen wurde.
Der US-Amerikaner Harry Gelbfarb wurde 1951 zur Armee eingezogen und später in Schweinfurt stationiert. Nach seiner Armeezeit traf er in Kalifornien bekannte Bodybuilder und eröffnete danach 1956 in Schweinfurt das ersteBodybuilding-Studio Deutschlands. Im Jahre 1959 gründete er mit Mitgliedern seines Studios den ersten deutschen Bodybuilding-Verband (DKB). Im Jahre 1981 organisierte Gelbfarb in seinem Schweinfurter Studio die ersten deutschen Meisterschaften imKraftdreikampf der Frauen.
„Sie waren zu siebt, als Harry Gelbfarb im Jahr 1959 den ersten deutschen Bodybuilding-Verband gründete. Ein halbes Jahrhundert später sind es sieben Millionen Menschen, die in Fitnessstudios ihre Kraft mit Gewichten und Maschinen trainieren“.[206]
Um 1960 entwarf im Auftrag des damaligen Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen Lederindustrie und Chefs derLichtenfelser Firma Striwa der Grafiker Oskar von Lingen in einer SchweinfurterWerbeagentur dasGütesiegel fürEchtes Leder. Es ist seit Jahrzehnten weltweit gebräuchlich (englisch:Real leather oderGenuine leather, französisch:Cuir véritable)[208] und wurde später zum Vorbild vieler anderer Gütesiegel, z. B. fürEchte Baumwolle.
40 Jahre vor der Eröffnung desMuseums Georg Schäfer (MGS) beauftragte der Schweinfurter IndustrielleGeorg Schäfer den ArchitektenLudwig Mies van der Rohe zur Planung eines Museums für seine bedeutende Privatsammlung. Der Entwurf von 1960/61 sah einen gläsernen, stützenlosen, eingeschossigen Hallenraum mit einer Stahlkonstruktion vor und sollte imFichtelsgarten errichtet werden. Der damalige von der SPD dominierte Stadtrat lehnte das Geschenk des Industriellen für seine Heimatstadt wegen der zu übernehmenden Unterhaltskosten ab. Daraufhin verwirklichte Mies die Idee in den Jahren 1965 bis 1968 alsNeue Nationalgalerie inWest-Berlin, als einziges Bauwerk, das er in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg umsetzte. Die Bauleitung hatte sein Enkel Dirk Lohan, der mit einer Tochter Georg Schäfers verheiratet war.[209] 2017 gab es im MGS eine Ausstellung mitCollagen von Mies, als Leihgabe desMuseum of Modern Art inNew York City.[210]
Gunter Sachs wurde aufSchloss Mainberg bei Schweinfurt 1932 geboren und gehörte bis Mitte der 1980er Jahre dem Aufsichtsrat derSachs-Gruppe in Schweinfurt an. Er war in den 1960er und 1970er Jahren als Prototyp des Gentleman-Playboys bekannt. Nach seiner Liaison mit der persischen Ex-KaiserinSoraya im Jahre 1962 war er von 1966 bis 1969 mitBrigitte Bardot verheiratet. Als Fotograf und Kunstsammler führte er das Nachkriegsdeutschland aus seinerProvinzialität, machte diePop Art salonfähig und entdeckteAndy Warhol.
Am 20. Oktober 1985 bekam erstmals einLufthansa-Jet den Namen „Schweinfurt“, eineBoeing 737 mit demLuftfahrzeugkennzeichen D-ABME. Die aktuelle „Schweinfurt“ kam 1998 zur Flotte, einAirbus A 319 mit dem Kennzeichen D-AILY.[211]
Bruno Erhard:Schweinfurt, Gestern und Heute – in 55 Bildpaaren historischer und aktueller Fotografien. Sutton Verlag, München 2019,ISBN 978-3-89702-020-7.
Bernd Eusemann:Schweinfurt – die unterschätzte Schöne. Echter-Verlag, Würzburg 2021,ISBN 978-3-429-05464-9.
Thomas Horling, Uwe Müller, Erich Schneider:Schweinfurt: Kleine Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014,ISBN 978-3-7917-2609-0.
Martin Matl:Architekturführer Schweinfurt – Bauten nach 1945. Verlag AIV, Architekten- und Ingenieurverein, Schweinfurt 2014,ISBN 978-3-00-045006-8.
Andreas Mühlich, G. Hahn:Chronik der Stadt Schweinfurt. Nabu Press, Berlin 2011,ISBN 978-1-247-00419-8.
Uwe Müller:Schweinfurt – Über 200 Ansichten aus den Anfängen der Fotografie bis in die fünfziger Jahre. Sutton Verlag, München 2017,ISBN 978-3-89702-020-7.
Friedrich Stein:Geschichte der Stadt Schweinfurt nebst Chronik der Stadt Schweinfurt. Verlag Rückert-Buchhandlung, Schweinfurt 1992,ISBN 3-9802305-2-X.
Paul Ultsch:Damals in Schweinfurt – Band 1 – Als die Stadtmauer noch Begrenzung war. Buch- und Idee-Verlag, Schweinfurt 1980,ISBN 3-9800480-1-2.
Paul Ultsch:Damals in Schweinfurt – Band 2 – Entwicklung zur Industriestadt. Buch- und Idee-Verlag, Schweinfurt 1983,ISBN 3-9800480-2-0.
Wolfgang Wüst:Schweinfurt und das Heilige Römische Reich deutscher Nation. In:Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte. Band 85, 2016, S. 22–44,ISSN0342-4316.
↑Die Einwohnerzahl der Kommunen in einem Ring von zehn Kilometer um die Stadtmitte beträgt einschließlich Schweinfurt 124.384 Einwohner (31. Dezember 2023). Den Zehn-Kilometer-Ring verwendete dieUniversität Würzburg als Grundlage für einewirtschaftsgeorafische Studie: Kilian Beck: Hebesatzpolitik und Beitragsplanung/Die Wettbewerbssituation der Stadt Schweinfurt.
↑Philip Beeley:Eine Geschichte zweier Städte. Der Streit über die wahren Ursprünge der Royal Society. In: Richard Toellner, Uwe Müller, Benno Parthier, Wieland Berg (Hrsg.):Die Gründung der Leopoldina – Academia Naturae Curiosorum – im historischen Kontext. Johann Laurentius Bausch zum 400. Geburtstag.Nr.49. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008,S.135–162.; Claude Debru:Die Gründung der Pariser Akademie der Wissenschaften im politischen und wissenschaftlichen Kontext. In: Richard Toellner, Uwe Müller, Benno Parthier, Wieland Berg (Hrsg.):Die Gründung der Leopoldina – Academia Naturae Curiosorum – im historischen Kontext. Johann Laurentius Bausch zum 400. Geburtstag.Nr.49. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008,S.163–173.
↑abcdSchweinfurt|Stadt|Kultur|Themen. Publikation desSchweinfurter Tagblatts und Sonderausgabe für dasHandelsblatt und derZeit:Mikro-Schauplatz der deutschen Geschichte, 20. Mai 2009, S. 4 f.
↑Angaben der Stadt Schweinfurt. Die hier noch nicht enthaltenen Flächen der neu entstandenen Baggerseen wurden imBayernAtlas gemessen und hinzugerechnet
↑abDirk Rosenstock:Das vor-städtische Schweinfurt. In:Frankenland. Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege.Nr.36, 1991,ISSN0015-9905,S.94f. (uni-wuerzburg.de [PDF; abgerufen am 17. Februar 2025]).
↑Rudolf Endres:Die Rolle der Grafen von Schweinfurt in der Besiedlung Nordostbayerns. Jahrbuch für fränkische Landesforschung 1972, S. 7 und F. Stein:Das Markgräfliche Haus von Schweinfurt. S. 27 ff.
↑Paul Ultsch:Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt 1982,ISBN 3-9800480-1-2, S. 10 ff.
↑Unterfränkische Geschichte. Band 3. Echter Verlag, Würzburg 1995.
↑Heinrich Christian Beck:Chronik der Stadt Schweinfurt. Schweinfurt 1836–1841, Band 1, Abteil. 2, Spalten 23–27.
↑Heinrich Christian Beck:Chronik der Stadt Schweinfurt. Schweinfurt 1836–1841, Band 1, Abteil. 2, Spalte 38–39.
↑Paul Ultsch:Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt 1982,ISBN 3-9800480-1-2, S. 10.
↑abPaul Ultsch:Damals in Schweinfurt. Band 1:Als die Stadtmauer noch Begrenzung war. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt 1982,ISBN 3-9800480-1-2, S. 80.
↑dailymotion.com: The History Channel/11-The Schweinfurt Raid
↑Michael Bucher, Rolf Schamberger, Karl-Heinz Weppert:Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben? Druck- und Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995,ISBN 3-926879-23-8, S. 42 f.
↑Wilhelm Böhm:Schweinfurt soll solange wie möglich gehalten werden. Veröffentlichungen des Historischen Vereins Schweinfurt e. V., Neue Folge, Band 3, Schweinfurt 1996, S. 131f.
↑Ron Mihalko,Forst: Geschichte der U.S. Kasernen in Schweinfurt
↑Die Einpendlerquote eines Ortes ist der prozentuale Anteil seiner Einpendler im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl
↑Angaben:Bayerisches Landesamt für Statistik, Stand 30. Juni 2017. Die Zahl der Dienstleistungsarbeitsplätze konnte nur annähernd entnommen werden, wegen fehlender exakter Angaben, auf Grund von Geheimhaltungsvorschriften