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Schmied

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu Personen mit diesem Familiennamen sieheSchmied (Familienname). Zur Tierart sieheKolbenfinger-Laubfrosch.
Schmiedevorführung auf demWeihnachtsmarkt Hannover
Eine Illustration vonTheodor Kittelsen zuJohan Herman Wessels GeschichteDer Schmied und der Bäcker

Schmied ist dieBerufs- undHandwerksbezeichnung für Personen, dieMetall durchSchmieden (Freiform- oderGesenkschmieden) bearbeiten. Schmiede können in handwerklichen oder industriellen Unternehmen arbeiten. Das Schmieden gehört zumFertigungsverfahren derUmformtechnik. Die Werkstatt eines handwerklich tätigen Schmieds ist dieSchmiede.

Berufsbeschreibung (Deutschland)

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Auch heute ist eine Ausbildung in diesemHandwerk möglich. Allerdings hat sich die Bezeichnung des ehemalsKunstschmied genannten Berufs geändert. Heute heißt der AusbildungsberufMetallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung. Dennoch bezeichnen sich – aus dem kulturellen Selbstverständnis heraus – die neu ausgebildeten jungen „Metallbauer“ häufig selbst alsSchmied,Kunstschmied oderMetallgestalter.

Geschichte

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Schmied inLoi-Huno,Osttimor
Frau in Männerdomäne: Schmiedin inSierra Leone

Schmied ist ein seit derBronzezeit praktiziertes Handwerk. Den Schmieden haftet seit dem Altertum immer etwas Magisches und Mystisches an. Siehe hierzu:Schmied in der Kultur.

Schmiede wurden vor allem alsWaffenschmied, Werkzeug- und Gerätehersteller geschätzt und gesucht. Gute Schmiede warben sich die Territorialherren auch gegenseitig ab. Im ländlichen Raum war der Schmied noch im späten 20. Jahrhundert ein unverzichtbarer Handwerker mit breitem Spektrum, zum Beispiel als Beschlagschmied für Wagen und Ackergeräte, alsHufschmied, Kunstschmied, Schlosser und Werkzeughersteller. Eine Spezialisierung gab es schon früh, besonders in den Städten mit ihrenZünften und in bestimmten ländlichen Regionen (z. B. Remscheid, Solingen, Schmalkalden, im Sauerland, im Siegerland und im Lahn-Dill-Gebiet). Dort etablierten sich Spezialisten wie Waffenschmiede,Messerschmiede,Nagelschmiede,Harnischmacher undKupferschmiede. Daraus entwickelten sich alsbald bedeutendeManufakturen.

Das Schmiedehandwerk lebt neben der guten Ausbildung vor allem von der eigenen Praxis; das ist seit dem Beginn der Eisenherstellung durch das Volk derHethiter vor etwa 3800 Jahren und inMitteleuropa seit derEisenzeit vor etwa 2800 Jahren so geblieben. Der Berufserfahrung, die sich an der Qualität derWerkstücke zeigte, kam eine besondere Bedeutung zu. In früheren Zeiten war die Bedeutung der Haltbarkeit und Zuverlässigkeit viel größer als heute, was den Einsatz von Gebrauchsgegenständen ebenso wie Waffen und unterschiedlichenWerkzeugen angeht. Erschwernisse wie schwankende Rohstoffqualität und fehlendes metallurgisches Fachwissen (worüber wir heute verfügen) konnten meist durch Erfahrung ausgeglichen werden.

Als der Handel immer größere Gebiete bediente, spezialisierten sich Schmiedemeister. Mit der Gründung von Manufakturen verfeinerte sich die Spezialisierung immer weiter. Ein Schmied erledigte dort in vielen Fällen nur noch wenige Handgriffe. Die damit erlernte Routine erlaubte zwar eine gleichbleibende Qualität, ging aber auf Kosten der handwerklichen Breite. Dass Schmiedemeister nicht mehrselbständig arbeiteten, ist einPhänomen derIndustrialisierung. Schmiede hatten sich bei einem Brand gemäß Anordnungen zur Brandverhütung des 18. Jahrhunderts imKurfürstentum Trier und in weiterenKurfürstentümern desHeiligen Römischen Reiches mit ihrem Werkzeug zur Brandstelle zu begeben, um dort fachmännisch zu helfen.[1]

Einzelne Regionen erlangten aufgrund ihrer Schmiedeerzeugnisse weltweit Bekanntheit, so ab demfrühen Mittelalter imVorderen Orient mitDamaskus als berühmtem Zentrum oder ab demSpätmittelalter im deutschen Raum die StadtSolingen mitBlankwaffen und Messern. InFrankreich waren das vor allemThiers undNogent, inEnglandSheffield, das lange mit Solingen konkurrierte. Bis weit ins 19. Jahrhundert fertigten Messerschmiede in relativ kleinen Betrieben ihre Schneidwaren. Solingen ist ein Paradebeispiel für die Manufakturfertigung. Es gab dort noch im 20. Jahrhundert für jeden einzelnen Arbeitsgang einen eigenen Handwerksberuf mitMeistern undGesellen. Die Spezialisierung der Ausbildungsberufe wurde mit abnehmender Zahl derAuszubildenden mehrfach reduziert.

Dennoch gibt es nach wie vor Schmiede im nationalen und internationalen Raum, die neben fundiertem historischem Fachwissen wieTreiben,Feuerschweißen,Spalten,Lochen[2] oder auchStilkunde die modernen Techniken derMetallbearbeitung beherrschen. Ein guter Schmied stellt somit in Bezug aufkreative Metallgestaltung heute – wie früher – fast einUniversalgenie dar.

Spezialisierungen

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Zunftzeichen der Schmiede mit Hammer, Zange und derFeuerschlange Aspis
Statue vor der alten Schmiede in Kehdingbruch (Landkreis Cuxhaven)
nach Material und Objektartnach Fertigung und Objektsartnach Umfeld

Historische Abbildungen aus dem 16. Jahrhundert von Jost Amman

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Siehe auch:Jost Amman

Mythen und Legenden

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Berühmte Schmiede

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Schmiedemuseen

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Schmiedevorführung imVolkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof

Siehe auch

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Literatur

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  • Hermann Hundeshagen:Der Schmied am Amboss. Ein praktisches Lehrbuch für alle Schmiede. Volk und Wissen, Berlin (DDR) 1957; Nachdruck: Manuela Kinzel Verlag, Göppingen 2019,ISBN 978-3-95544-120-3.
  • Walter Melzer (Hrsg.):Schmiedehandwerk in Mittelalter und Neuzeit. Beiträge des 6. Kolloquiums des Arbeitskreises zur archäologischen Erforschung des mittelalterlichen Handwerks. Westfälische Verlagsbuchhandlung Mocker & Jahn, Soest 2004,ISBN 3-87902-304-2 (=Soester Beiträge zur Archäologie, Band 5);soest.de (PDF; 10 MB).
  • Hanno Trurnit:Eierstock & Winkler oder „… solange es heiß ist“. Geschichte(n) bayerischer Schmiedefamilien. Trurnit & Partner, Ottobrunn 2012,ISBN 978-3-9813382-1-8.

Weblinks

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Commons: Schmied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Schmiedestücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Schmied – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise und Anmerkungen

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  1. Franz-Josef Sehr:Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.):Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2022. Limburg 2021,ISBN 978-3-927006-59-1,S. 223–228. 
  2. Hermann Hundeshagen:Der Schmied am Amboß. Ein praktisches Lehrbuch für alle Schmiede. Abb. und Erläuterung „Lochen mit Lochdorn“ siehe S. 121,ISBN 3-88746-430-3;Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. näberschmied, m. In:Jacob Grimm,Wilhelm Grimm (Hrsg.):Deutsches Wörterbuch.Band 13:N, O, P, Q – (VII). S. Hirzel, Leipzig 1889,Sp. 8 (woerterbuchnetz.de). 
    Wilhelm Wackernagel:Ueber den Ursprung und die Entwickelung der Sprache. Academische Festrede, gehalten am 8. November 1866, bei der Jahresfeier der Universität Basel. In: Ders.:Kleinere Schriften. Erster Band. Beiträge zur deutschen Alterthumskunde und Kunstgeschichte. Leipzig 1872, S. 50, Anm. 114;Textarchiv – Internet Archive.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4052907-1 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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