Schmand


Schmand, auchSchmant oderSchmetten, ist ein stichfestesMilchprodukt ausSahne – es handelt sich umsaure Sahne mit erhöhtem Fettanteil von mindestens 20 %. In der Schweiz, Österreich und Südtirol ist Schmand unbekannt; das am ehesten entsprechende Produkt istSauerhalbrahm mit standardmäßig 15 % Fett, undSauerrahm mit 35 % Fett (Synonym für „saure Sahne“).
In einigen Regionen steht „Schmand“ auch für süßeKaffeesahne.
Lebensmittelrecht
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Schmand wird auch alssaure Sahne oderSauerrahm mit 20–29 %Fett angeboten, in russischen Supermärkten nicht stichfest, sondern cremig und oft mit einem Fettgehalt von 20 %, 30 % und 42 %.
Diese Variante des Schmands ähnelt eher einerCrème fraîche.
Dem Schmand dürfen nach deutschemLebensmittelrechtStabilisatoren undVerdickungsmittel zugesetzt werden.
Herstellung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Schmand wird durchGärung der Sahne nach Zugabe verschiedenermesophilerMilchsäurebakterien (Lactococcus lactis, Lactococcus lactis subsp. cremoris, Ln. cremoris und Lc. diacetylactis) hergestellt. Die Bakterien erzeugen dabeiMilchsäure, die wiederum die Sahne sauer macht und gleichzeitig verdickt.
Verwendung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]In der Küche wird Schmand zur Anreicherung und zum Eindicken vonSuppen undSaucen sowie zurDessertzubereitung verwendet (Schmandkuchen). Schmand kann auch zumGarnieren oder einfach als Beigabe zu den verschiedenen Gerichten gereicht werden. Hauptsächlich inThüringen,Hessen undSüdniedersachsen wird aus Schmand Schmandkuchen hergestellt. Er besteht ausHefeteig und einem Belag aus Früchten oder Quark, der wiederum von einer Schicht Schmand,Pudding oderBrei bedeckt sein kann. Die Rezepte unterscheiden sich von Dorf zu Dorf und werden oft von Generation zu Generation weitergegeben. Schmand kann auch als Tomatensaucenersatz auf Pizzen verwendet werden, oftmals wird er in Kombination mit Lachs serviert.
Etymologie und Rechtschreibung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Das WortSchmetten ist mit dem gotischen germanischen Wortsmeitan (streichen, schmieren, idg.smei) verwandt und besteht imtschechischen alssmetana für „Milchrahm“, vergleiche auchrussischсметана (smetana) undpolnischśmietana,[1] und dieslawischen Verbwurzelsъmetati für „verschleudern“ her,[2] was auf die Gewinnung der Rahmschicht aus der Milch Bezug nimmt.
Die Bezeichnung Schmetten bildet auch den Ursprung des WortesSchmetterling, da diesem früher die Zuneigung zu Milchprodukten nachgesagt wurde (vergleiche auchenglischbutterfly oder landschaftlichMolkendieb).
Das WortSchmand/Schmant stammt – wenn nicht von Schmetten abgeleitet – wohl vonmittelniederdeutschsmand, das – wie auch englischsmooth –westgermanisch *smanþi für „weich“ fortsetzt.[3]
In der Praxis wird seit langem fast ausschließlich die SchreibungSchmand verwendet. Der Duden der deutschen Rechtschreibung nahm sie jedoch erst in der 21. Auflage (1996) als Alternative zuSchmant auf. Danach fehlte bis zum Erscheinen der 25. Auflage im Jahr 2009 die Variante auf-d erneut.