Schauspielhaus Graz


DasSchauspielhaus Graz ist ein österreichischesSprechtheater. Es ist Teil derGrazer Stadtkrone und steht im ersten GemeindebezirkInnere Stadt.
Geschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]„Ein wohlgeordnetesSchauspiel sei eine wahre Schule derSitten,Höflichkeit und Sprache“, heißt es in einemAppell des GrafenOrsini und des Polizeipräsidenten an die steirischenStände im Jahr 1770. Nach längeren finanziell bedingten Komplikationen wurden die Bauarbeiten für ein neuesGrazer Theatergebäude am 24. Oktober 1774 in Angriff genommen. Nach einer Bauzeit von nicht ganz zwei Jahren wurde das neueTheater am 9. September 1776 eröffnet. Es handelte sich um ein landständisches Theater, das vom damaligen Grazer „landschaftlichen Maurermeister“ und späteren HofbaumeisterJoseph Hueber geplant und errichtet wurde. Die 10-achsige Hauptfront lag an der Hofgasse, die vier Eingangstüren lagen in den Achsen 3 und 4, sowie 7 und 8. Über jedem Türpaar lag ein Balkon.
Erster Direktor des neuen Hauses warJosef Jakobelli (Herbst 1776 bis Ostern 1778), Johann Baptist Mayer (Ostern 1778 bis Ostern 1779), Franz Guerrieri (1779–1780), Graf Podstatzky und General Anton de Gazinelli, Kalchegger (1780–1783; verpachtet 1781/82 anEmanuel Schikaneder, danach an Rößler und daraufhin an Mayer).[1]
Später folgtenJohann Nouseul (1783–1785),[2] Franz Guerrieri (1785–1786), Josef Berner (1786–1787),Roman Waizhofer (1787–1792),[3]Joseph Bellomo (1792–1797),[4]Karl Friedrich Domaratius (1797–1813),[5]Franz Hysel (1813–1818),[5] Andreas Hirsch (1818/19),[5] Graf Max von Thurn und Ignaz Freiherr von Born (1819/20),[5] Karl Friedrich Domaratius und Andreas Winter (1820–1822), Andreas Hirsch (1822/23) undJohann August Stöger und Johanna Liebich (1823–1833).[5][1] Die 1819 ernannte Direktion hatte ihr Amt aus finanziellen Gründen bereits nach wenigen Monaten im Jänner 1820 niedergelegt.[6] So stand das Theater von Jänner 1820 bis Ostern 1820 unter Städtischer Regie (Verordneter Meng).[1]
Das eben renovierte Theater brannte in den Morgenstunden desChristtag 1823[7] bis auf die Haupt- und Mittelmauern völlig aus,[8] wurde jedoch nach den Plänen des k.k. HofbauratsPeter von Nobile wieder aufgebaut.[7] Bis Ende Jänner 1824 wurde imLandhaus sowie in zweiLiebhabertheatern gespielt.[9] Von 29. Jänner 1824[10] bis 3. Oktober 1825[11] fanden die Vorstellungen in dem in derständischen Reitschule in der Reitschulgasse (heute: Mondscheingasse 3) neu eingerichtetenAushilfstheater statt.[12]Gleich nach dem Brand 1823 gingen die Stände daran, an der gleichen Stelle ein neues Theater zu errichten. Das kleine und das große Ballhaus wurden niedergerissen und dadurch ein freier Platz vor dem Theater gewonnen, der heutige Freiheitsplatz. Gleichzeitig wurde der sogenannte Suppansche Garten, der zwischen Theater und Karmeliterplatz lag und mit einer Stützmauer gegen das große Ballhaus grenzte, aufgelassen und die Hartiggasse als Verbindung vom Franzensplatz zum Karmeliterplatz geschaffen. Durch die Eröffnung des Franzensplatzes ergab sich die Entwicklung der Hauptfront des Theaters gegen diesen. Der Haupteingang in der Hofgasse blieb jedoch bestehen, weil das Parterremauerwerk relativ unbeschädigt geblieben war und der Verbindungsgang mit der Hofburg hier mündete, daher die Entwicklung der Vorräume unbedingt auf die Hofgassenseite verlegt werden musste. So blieb der Eingang an der Hauptfront stets nur ein Nebeneingang, da infolge der Lage des Bauplatzes die Längsachse von Bühne und Zuschauerraum senkrecht auf die Hofgasse zu stehen kommen musste.
In Österreich herrschteInflation und das Aufbringen der nötigen Gelder gestaltete sich schwierig. Die Mittel wurden aus dem Verkauf der letzten in Triest lagernden ständischen Kanonen an den König von Neapel, aus Einnahmen der „Rohitscher Sauerbrunnenoperationskassa“ und vorschussweise aus der ständischen Depositenkassa gedeckt.[13] Den Entwurf des Bauplanes übernahm Theaterdirektor Stöger. Stögers Pläne wurden allerdings dem HofbaumeisterPeter von Nobile nach Wien zur Korrektur übersendet. Dieser hatte nur wenige technische Änderungen anzubringen. Außer den beiden Genannten entwarf Professor Meißner in Wien die Beheizungsanlagen. Im Hinblick auf die geringere Feuergefahr war für das gesamte Gebäude als lufterwärmendes Heizsystem derMeißner’sche Apparat installiert worden.[10] Die Einrichtung der Maschinen übernahm der damals bekannte Wiener Theatermaschinist Adam Roller.
Die Überwachung des Baues lag in den Händen von Baron Mandell, dem ständischen Bauadjunkt Johann Nepomuk Edler von Ortenhoffer und dem ständischen Bauassistent Perschon.[14] Peter von Nobile erkundigte sich bei Baron Mandell regelmäßig nach dem Baufortschritt und erwähnte in einem Schreiben vom 18. Mai 1824:„Seine Majestät besahen alles mit der höchsteigenen Güte, zergliederten das System der Dekoration mit bewundernswürdiger Einsicht und erklärten sich für jene Zeichnung, welche den Charakter einer rationellen Einfachheit an sich trägt, und bemerkten hiebey, daß Ihnen (den Ständen) die Wahl zustehe.“[15]
Am 4. Oktober 1825, dem Namenstag von KaiserFranz I., konnte dasständische Theater (später:Landschaftliches Theater, danach:Landestheater) wieder eröffnet werden[16] (Adresse ab 1838: Franzensplatz; ab 1918 bzw. 1938: Freiheitsplatz 7). Am Eröffnungsabend wurden gegeben:Styria und die Kunst als gedichtetes Vorspiel vonKarl Gottfried von Leitner sowie, als Hauptstück, das Trauerspiel (in fünf Aufzügen)Weißröschen (auch:Turturell) vonJoseph Christian von Zedlitz.[17]
Berühmtester Schauspieler in dieser Ära des Neubeginns warJohann Nestroy, der in der GrazerElisabethstraße verstarb.
Spätere Direktoren warenJoseph Pellet (1833–1839),Ferdinand Funk (1839–1844),Karl Remmark (1844–1850),Franz Thomé (18501853),Adolf Schwarz (1853–1854),Anton Balvánsky (recte Metzger; 1854–1864),Eduard Kreibig (1864–1876; leitete parallel dazu von 1866 bis 1871 auch das am 28. März 1864 eröffneteGrazer Thalia-Theater),Robert Müller (1876–1878; vereinigte Leitung der beiden Theater),Carl Joseph von Bertalan (1878–1880),Moritz Alexander Krüger (1880–1884), C. J. von Bertalan (1884–1886) oder Moritz Alexander Krüger (April bis Mai 1886).[1] Von Mai bis August 1886 war das Theater geschlossen, während die Vorstellungen im städtischen Thalia-Theater damals vom Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs geleitet wurden.[1]
Im August 1886 wurde die interimistische Leitung vonAlfred Schreiber übernommen, ehe das Theater am 1. Juli 1887 in städtische Regie überging und inStadttheater umbenannt wurde.[1] Nachfolgende Direktoren waren etwaAndreas A. Amon,Heinrich Gottinger,Otto Purschian oderAlfred Cavar.[1]
Nach Eröffnung des neuenStadttheaters 1899 wurde das Haus inTheater am Franzensplatz umbenannt,[18] nach demErsten Weltkrieg inSchauspielhaus Graz.
1953 wurde das Haus aus baupolizeilichen Gründen geschlossen. Nach Umbauten unter Wahrung des historischen Baubestandes und mit einem Neubau des Bühnenhauses wurde es 1964 mit „Hamlet“ – die Hauptrolle verkörperteHelmuth Lohner – wiedereröffnet. Seither ist das Schauspielhaus dem Sprechtheater verpflichtet und fixer Bestandteil der steirischen Kulturszene. Die letzte große Erneuerung der gesamten Bühnentechnik geschah in den Sommerpausen 1999 und 2000. Sukzessive wurde in diesen Jahren auch das architektonisch erneuerte Foyer den Gegenwartsbedürfnissen angepasst. Neben Haus Eins (Hauptbühne) mit 540 Sitzplätzen werden auch Haus Zwei (ehemaligeProbebühne mit circa 100 Sitzplätzen) und Haus Drei (ehemaligeEbene 3 mit circa 50 Sitzplätzen) bespielt.[19] Im Schauspielhaus gibt es auch denRedoutensaal als Veranstaltungsort.
Von 2000 bis 2006 stand das Schauspielhaus Graz unter der Leitung von SchauspieldirektorMatthias Fontheim, ab der Saison 2004/05 war er Geschäftsführender Intendant. Matthias Fontheim wechselte anschließend an das Staatstheater Mainz. Ab der Spielzeit 2006/07 bis zur Spielzeit 2014/15 war die Theaterregisseurin und bisherige Generalintendantin desDüsseldorfer Schauspielhauses,Anna Badora, Intendantin in Graz. Unter Badora wurde das Schauspielhaus Graz 2008 als einziges österreichisches Theater in die U.T.E. (Union des Théâtres de l’Europe) aufgenommen.
Mit der Spielzeit 2015/16 übernahmIris Laufenberg als Geschäftsführende Intendantin die Leitung am Schauspielhaus Graz, ehe sie nach acht Jahren an dasDeutsche Theater Berlin wechselte. In dieser Zeit wurde das Schauspielhaus Graz Mitglied der ETC (European Theatre Convention).
Seit der Spielzeit 2023/24 istAndrea Vilter Geschäftsführende Intendantin des Schauspielhaus Graz. Als Chefdramaturgin fungiert Anna-Sophia Güther.
Architektur und Gestaltung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der dreigeschossige Baublock hat eine spätklassizistische Fassadengestaltung mit zweigeschossigenPfeilerarkaden und gusseiserne Masken derKomödie undTragödie neben einerLyra an der Seite zur Hofgasse. Die West-Seite zum Freiheitsplatz ist mit einemFrontispiz und einemAltan versehen. Zusätzlich gibt es eine Bauinschriftstafel, datiert mit 1776, und fünf Sandsteinreliefwappen des Landeshauptmanns und einiger Verordneter: für den damaligen Landeshauptmann Graf Herberstein den mittleren, größten Schild mit Sparren; rechts und links davon die Wappen des Grafen Anton Inzaghi (viergeteilt mit drei schreitenden Löwen und dem Doppeladler darüber) und des Grafen Karl von Trauttmannsdorff (mit der Rose im Herzschildchen); außen rechts das Wappen Josephs Edlen von Lendenfeld (mit den diagonal angeordneten Garben) und links schließlich mit zwei Ovalen, das Wappen des Stainzer Propstes Johann de Angelis. Diese steinernen Wappen sind nach dem letzten Umbau des Grazer Schauspielhauses im Jahr 1964 an der Freiheitsplatz-Seite des Bühnenhauses angebracht worden.[20]
Derklassizistische Zuschauerraum des Schauspielhauses hat den Typus einesLogentheaters.[21]
Im Wandelgang des Foyers ist einWandteppich (1964) nach einem Entwurf von Dina Kerciku zu sehen.
- Blick von der Bühne in den Zuschauerraum
- Zuschauerraum
- Foyer
- Detail des Foyers
Gegenwart
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Intendanz von Andrea Vilter
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Die [neue] künstlerische Leitung hat zum Start [ihrer Intendanz und] in die Spielzeit 2023/24 ein Drama einer weiblichen Autorin „ausgegraben“ und [...] dieses zur Uraufführung [gebracht]:Christiane Karoline Schlegels Stück »Von einem Frauenzimmer« [...]. Schlegel war Zeitgenossin vonGoethe undSchiller und hat einen Klassiker aus weiblicher Perspektive geschrieben.[22] Am 24. November 2024 wurde das Stück mit dem Preis „Beste Bundesländer-Aufführung“ bei der 25. NESTROY-Verleihung im Wiener Volkstheater ausgezeichnet.[23]
Andrea Vilter hat es sich [...] gezielt zur Aufgabe gemacht, die Forschung ins Theater zu holen. Auch ein unbekanntes Stück vonMaria Lazar, die seit 2019 am Burgtheater wiederentdeckt wird, steht [2024] auf dem Spielplan: Der Nebel von Dybern. Oder das MeToo-Gerichtsdrama Prima Facie vonSuzie Miller. Des WeiterenElfriede Jelineks Klimadoppel Sonne/Luft in Kooperation mit dem Festivalsteirischer herbst, ein neu kommentiertes Leonce und Lena-Drama vonGeorg Büchner, eine von Peter Handke inspirierte Bühnenbeschimpfung vonSivan Ben Yishai, eine Hommage anWerner Schwab,Nestroys Der Zerrissene oder die steirische Vampirkomödie Carmilla des IrenSheridan Le Fanu.[24]
20 Premieren in drei Spielstätten hat das Schauspielhaus Graz in der Saison 2024/25 im Programm. Auf dem Spielplan [...] finden sich Adaptionen von internationalen Bestsellern wie Tonio SchachingersEchtzeitalter bis hin zur Uraufführung von Thomas Köcks Chronik der laufenden Entgleisungen – Austria revisited.[25]
Die in Andrea Vilters erster Spielzeit erfolgreich gestartete Programmlinie »Kanonerweiterung« wird [2024/25] fortgesetzt und verstetigt. Auch in der neuen Saison kann das Schauspielhaus mit einer spannenden Wiederentdeckung aufwarten. Das zu Anfang des 20. Jahrhunderts viel gespielte und dann in Vergessenheit geratene Stück »Rutherford und Sohn« der britischen AutorinGitha Sowerby wird in einer eigenen Neuübersetzung zur österreichischen Erstaufführung gebracht. [...]
Im Sinne der Kanonverstetigung setzt das Schauspielhaus seine Beschäftigung mit der (u. a. in Graz) erfolgreich wiederentdeckten, bedeutenden österreichischen DramatikerinMaria Lazar fort und bringt ihre Antikriegs-Komödie »Die Hölle auf Erden« in einer Inszenierung vonKatrin Plötner zur Premiere.
Einen zeitgenössischen Zugriff auf den klassischen Dramenkanon nimmt [...] [das] Projekt »Immer noch hier«. [...]Eine weitere Klassikerposition, Lessings „Minna von Barnhelm“, übernimmt Ulrike Arnold, die sich in der laufenden Saison mit Johann Nestroys „Der Zerrissene“ als ebenso kluge wie originelle Komödienregisseurin präsentierte.[...][D]as rasant-witzige Cancel-Culture-Musical »Slippery Slope« vonYael Ronen und Shlomi Shaban [...] [und die] Inszenierung von Nestroys Klassiker »Der böse Geist Lumpazivagabundus« [setzen] den Schlusspunkt der Spielzeit [auf der großen Bühne]. [...]
Im Schauraum werden im Verlauf der [...] Spielzeit [2024/25] die beiden zeitgenössischen Theatertexte »Rabatt« vonNora Abdel-Maksoud [...] undRoland Schimmelpfennigs Antikenbearbeitung »Iokaste« [...] jeweils zu ihrer österreichischen Erstaufführung gebracht. [...] [D]as in Graz ansäßige Theaterkollektiv „Planetenparty Prinzip“ [wird] mit dem Projekt »Im Rückspiegel« Formen kollektiver Erinnerung performativ untersuchen.
[...]Seit der Spielzeit 2023/24 verstärkt das Schauspielhaus Graz seine Bemühungen um Inklusion und Barrierefreiheit.[26]
Besonderheiten der Intendanzen von Anna Badora und Iris Laufenberg
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten][In den Jahren 2006–2023] [...] arbeiteten die RegisseureNikolaus Habjan,Alexander Eisenach,Anita Vulesica,Michael Schilhan,Suna Gürler,Helmut Köpping,Sandy Lopicic,Lily Sykes,Claudia Bauer,Volker Hesse,Bernadette Sonnenbichler,Stephan Rottkamp,Yael Ronen,Viktor Bodó,Peter Konwitschny,Theu Boermans,Cora Frost,Franz Wittenbrink undElmar Goerden [am Schauspielhaus Graz]. Schauspieler wieBarbara Petritsch,Margarethe Tiesel,Babett Arens,Johannes Silberschneider, Nikolaus Habjan,Michael Ostrowski,Gerhard Liebmann undPeter Simonischek traten auf.
2010[, unter der Intendanz von Anna Badora,] wurde das Haus für die ProduktionDie Stunde da wir nichts voneinander wussten zumBerliner Theatertreffen eingeladen. Das Schauspielhaus gastierte amTheater in der Josefstadt, inBukarest,Parma,Bozen,Budapest undMoskau.Die Stunde da wir nichts voneinander wussten wurde als beste ausländische Produktion 2010 mit dem russischen Theaterpreis „Goldene Maske“, prämiert.
Die ProduktionDer Fall Dorfrichter Adam (Regie:Boris Nikitin) wurde 2011 zumHeidelberger Stückemarkt eingeladen.[27] 2014 folgte eine Einladung nach Heidelberg fürYael RonensNiemandsland, das sie gemeinsam mit dem Ensemble entwickelte. Im Jahr 2014 war Boris Nikitins Grazer UraufführungSei nicht du selbst am Ersten Schweizer Theatertreffen undOliver Klucks Bearbeitung vonAndreas Altmanns BiografieDas Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend wurde 2015 bei den Autorentheatertagen in Berlin gezeigt.
In den neun Jahren Intendanz Badora kamen 175 Inszenierungen auf die Bühne, wovon 111 zeitgenössische Stücke (uraufgeführt / geschrieben nach 1945) waren.

Merlin oder Das wüste Land, die Eröffnungsproduktion der Intendanz Laufenberg, wurde 2016 zu denInternationalen Maifestspielen an dasHessische Staatstheater Wiesbaden eingeladen. Die InszenierungLupus in Fabula wurde 2016 zu den Autorentheatertagen Berlin und im Zuge des „NachSpielPreis“ zum Heidelberger Stückemarkt 2016 eingeladen. Bereits die erste Spielzeit von Iris Laufenberg brachte zwei Nominierungen für das Schauspielhaus Graz beim österreichischenNestroy-Theaterpreis. Für die Darstellung des Caliban inWilliam ShakespearesDer Sturm erhielt EnsemblemitgliedJulia Gräfner 2016 den Preis in der KategorieBester Nachwuchs. Weiters war die InszenierungKasimir und Karoline (Regie:Dominic Friedel) in der KategorieBeste Bundesländer-Aufführung nominiert. Den Nestroypreis 2017 in der Kategorie „Beste Bundesländer-Aufführung“ gewann die Produktion „Der Auftrag: Dantons Tod“ nach Heiner Müller und Georg Büchner in der Regie von Jan-Christoph Gockel. In der KategorieBestes Stück – Autorenpreis wurdeAyad Akhtar ebenfalls 2017 fürGeächtet am Schauspielhaus Graz ausgezeichnet.
2018 erfolgte die Einladung des StückesBöhm (Regie: Nikolaus Habjan, Autor:Paulus Hochgatterer) zu denBregenzer Festspielen[28]. Am 7. November 2018 hatte das Stück seine Deutschlandpremiere beimEuro-Scene-Festival inLeipzig. Im Februar 2019 gastierte die ProduktionBöhm mit zwei Vorstellungen amResidenztheater München[29].Böhm wurde zudem in der Kategorie „Beste Bundesländer-Aufführung“ für den Nestroypreis 2018 nominiert.

Im Mai 2019 wurde das Schauspielhaus Graz mit dem StückErinnya vonClemens J. Setz in der Regie von Claudia Bossard zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.[30] Es folgte am 29. Mai die Einladung zum 21. internationalen Figurentheaterfestival an dasStadttheater Fürth mit dem StückBöhm (Regie:Nikolaus Habjan, Autor: Paulus Hochgatterer)[31]. Das Film- und TheaterprojektDie Revolution frisst ihre Kinder! von Jan-Christoph Gockel und Ensemble wurde am 6. Juni 2019 im Rahmen der Autorentheatertage amDeutschen Theater in Berlin gezeigt.[32] Weiters wurde das Schauspielhaus Graz eingeladen, im Rahmen der langen Nacht der Autoren am 8. Juni 2019 die Uraufführung der Produktionruhig Blut von Eleonore Khuen-Belasi in der Inszenierung vonClara Weyde in den Kammerspielen am Deutschen Theater Berlin zu zeigen.[33] Schließlich wurde neuerlich die ProduktionDie Revolution frisst ihre Kinder! für Juni 2019 im Rahmen desAfricologne-Festivals nach Köln eingeladen.[34]
In der Spielzeit 2019/20 folgten Gastspieleinladungen mit der ProduktionBöhm an dasTheater am Kirchplatz TaK Liechtenstein, das WienerBurgtheater, zu denRuhrfestspielen Recklinghausen und zu den Internationalen Maifestspielen ans Staatstheater Wiesbaden sowie mit der ProduktionThe Who and the What (Regie: Jan Stephan Schmieding) an dasTheater Casino Zug. Das Film- und TheaterprojektDie Revolution frisst ihre Kinder! von Jan-Christoph Gockel und Ensemble wurde am 24. November 2019 imTheater an der Wien mit dem Nestroypreis 2019 in der KategorieBeste Bundesländer-Aufführung ausgezeichnet. Der zu diesem Stück entwickelte Film war im Wettbewerb um den Großen Diagonale-Preis in der Kategorie Spielfilm beim letztlich abgesagten FilmfestivalDiagonale 2020. Es folgten in dieser Spielzeit zahlreiche weitere Einladungen, die aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht mehr realisiert werden konnten. Unter anderem waren die ProduktionSchleifpunkt zu den Autorentheatertagen nach Berlin,Bookpink zu denMülheimer Theatertagen, die Produktionjedermann (stirbt) zumHeidelberger Stückemarkt, dieSterntagebücher zu denRuhrfestspielen Recklinghausen und die PerformanceIch, Tatortkommissarinnen an dieSophiensæle Berlin eingeladen.
Nestroy-Preis
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Das Schauspielhaus Graz war einige Male beimNestroy-Preis vertreten:
Jahr | Name | Inszenierung | Kategorie | Gewonnen | Nominierung |
---|---|---|---|---|---|
2001 | Dimiter Gotscheff | Das Pulverfass | Beste Regie | X | |
2001 | Monique Schwitter | Die Präsidentinnen | Bester Nachwuchs – weiblich | X | |
2003 | Matthias Fontheim | Das weite Land | Beste Regie | X | |
2003 | Monique Schwitter | Woyzeck undJanis Joplin | Beste Schauspielerin | X | |
2008 | Andrea Wenzl | Alice | Beste Schauspielerin | X | |
2008 | Viktor Bodó | Alice | Beste Ausstattung | X | |
2009 | Viktor Bodó | Die Stunde da wir nichts voneinander wußten | Beste Regie | X | |
2009 | Verena Lercher | Baumeister Solneß | Bester Nachwuchs | X | |
2009 | Peter Simonischek | Baumeister Solneß | Bester Schauspieler | X | |
2010 | Martina Stilp | Peepshow | Beste Schauspielerin | X | |
2010 | Raimund Orfeo Voigt | Verbrennungen | Bester Nachwuchs | X | |
2011 | Claudius Körber | Hamlet &Peer Gynt | Bester Nachwuchs | X | |
2011 | Viktor Bodó | Der Meister und Margarita | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2012 | Johannes Silberschneider | Geister in Princeton | Bester Schauspieler | X | |
2012 | Steffi Krautz | Geister in Princeton | Beste Schauspielerin | X | |
2012 | Daniel Kehlmann | Geister in Princeton | Bestes Stück – Autorenpreis | X | |
2012 | Anna Badora | Geister in Princeton | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2012 | Claudius Körber | Publikumspreis | X | ||
2013 | Yael Ronen | Hakoah Wien | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2014 | Birgit Stöger | Niemandsland | Beste Schauspielerin | X | |
2014 | Johannes Silberschneider | Holzfällen | Bester Schauspieler | X | |
2014 | Krystian Lupa | Holzfällen | Beste Regie | X | |
2015 | Nikolaus Habjan | Das Missverständnis | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2016 | Dominic Friedel | Kasimir und Karoline | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2016 | Julia Gräfner | Der Sturm | Bester Nachwuchs weiblich | X | |
2017 | Jan-Christoph Gockel | Der Auftrag/Dantons Tod | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2017 | Ayad Akhtar | Geächtet | Bestes Stück – Autorenpreis | X | |
2018 | Nikolaus Habjan | Böhm | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2019 | Jan-Christoph Gockel | Die Revolution frisst ihre Kinder! | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2020 | Florian Köhler | Heldenplatz (Frau Zittel) | Bester Schauspieler | X | |
2020 | Claudia Bossard | Die Physiker | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2021 | Anita Vulesica | dritte republik (eine vermessung) | Beste Regie | X | |
2021 | Tom Feichtinger | Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360° | Corona-Spezialpreis | X | |
2021 | Anita Vulesica | dritte republik (eine vermessung) | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2022 | Anita Vulesica | Garland | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2023 | Frieder Langenberger | Bunbury. Ernst sein is everything! | Bester Schauspieler | X | |
2023 | Katrija Lehmann | Die kahle Sängerin | Beste Darstellung einer Nebenrolle | X | |
2023 | Claudia Bossard | Bunbury. Ernst sein is everything! | Beste Bundesländer-Aufführung | X | |
2024 | Simon Kirsch | Von einem Frauenzimmer | Bester Schauspieler | X | |
2024 | Mervan Ürkmez | Schwabgasse 94 – Eine Hommage an Werner Schwab | Bester Schauspieler | X | |
2024 | Anna Klimovitskaya | Von einem Frauenzimmer | Beste Darstellung einer Nebenrolle | X | |
2024 | Anne Lenk | Von einem Frauenzimmer | Beste Regie | X | |
2024 | Lukas Michelitsch | Die Party. Eine Einkreisung | Bester Nachwuchs – Regie | X | |
2024 | Mehmet & Kazim | Sonne / Luft | Beste Ausstattung | X | |
2024 | Anne Lenk | Von einem Frauenzimmer | Beste Bundesländer-Aufführung | X |
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 100 Jahre Grazer Schauspielhaus. Verlag Leykam, Graz 1925.
- Ein Schauspielhaus für Graz. Unter der Verwendung des Manuskripts „Theater in Graz“ aus dem Nachlaß vonRobert Baravalle. Leykam-Verlag, Graz 1976.
- Schauspielhaus Graz – Intendanz Anna Badora. Theater der Zeit, Berlin 2014,ISBN 978-3-95749-006-3.
- Wolfgang Suppan:Musiktheater in Graz. In:Blätter für Heimatkunde 54, 1980, S. 33–43
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abcdefgTheater und Musik. Chronik des landschaftlichen Theaters in Graz.. In: (Grazer) Tagespost, 15. Februar 1908, S. 17 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gpt
- ↑Christian Fastl:Nouseul, Ehepaar. In:Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff.,ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004,ISBN 3-7001-3045-7.
- ↑Barbara Boisits:Waizhofer, Roman. In:Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff.,ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006,ISBN 3-7001-3067-8.,
- ↑Christian Neuhuber: Der Theaterdirektor Joseph von Zambiasi, genannt Bellomo. In: HLK Blog. Historische Landeskommission Steiermark, abgerufen am 25. September 2022.
- ↑abcdeBeethovens Beziehungen zu Graz.. In: (Grazer) Tagespost, 3. Februar 1907, S. 13 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gpt
- ↑Theater in Grätz. In: Wiener Theaterzeitung, 2. März 1820, S. 3f (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/thz
- ↑abDas neue Theater in Grätz. In: Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, Musik, Mode und geselliges Leben, Nr. 237/1834 (XXVII. Jahrgang), 27. November 1834, S. 947 f. (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/thz
- ↑Robert Engele: „Das Theater brennt!“ In: austria-forum.org. Abgerufen am 13. November 2017.
- ↑Theater in Grätz. In: Der Aufmerksame, 3. Jänner 1824, S. 4 (unpaginiert). (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gra
- ↑abNeuigkeiten. (…) Aus Grätz. In: Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens, Nr. 139/1825 (XVIII. Jahrgang), 19. November 1825, S. 570 f. (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/thz
- ↑Spaziergänge und Ausflüge unserer Urgroßväter. II. In: Grazer Tagblatt. Organ der Deutschen Volkspartei für die Alpenländer, Morgen-Ausgabe. Nr. 293/1902 (XII. Jahrgang), 24. Oktober 1902, S. 1 f. (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gtb
- ↑Theater-Nachricht. In: Grätzer Zeitung, Nr. 35/1824, 1. März 1824, S. 19 (unpaginiert), linke Spalte. (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gra
- ↑100 Jahre Grazer Schauspielhaus. Verlag Leykam, Graz 1925, S. 69f.
- ↑100 Jahre Grazer Schauspielhaus. Verlag Leykam, Graz 1925, S. 71.
- ↑100 Jahre Grazer Schauspielhaus. Verlag Leykam, Graz 1925, S. 72.
- ↑Theater in Grätz. In: Grätzer Zeitung, Nr. 160/1825, 8. Oktober 1825, S. 4 (unpaginiert), linke Spalte. (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gra
- ↑Neuigkeiten. Aus Grätz. In: Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens, Nr. 140/1825 (XVIII. Jahrgang), 22. November 1825, S. 574 ff. (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/thz
- ↑Graz: Schauspielhaus. In: andreas-praefcke.de. Abgerufen am 5. Februar 2019 (englisch).
- ↑Das Schauspielhaus Graz. In: schauspielhaus-graz.com. Archiviert vom Original am 1. Juli 2017; abgerufen am 28. April 2019.
- ↑Walter Zitzenbacher:Ein Schauspielhaus für Graz. Unter der Verwendung des Manuskripts „Theater in Graz“ aus dem Nachlaß von Robert Baravalle. Leykam-Verlag, Graz 1976, S. 55 f.
- ↑Horst Schweigert:Dehio Graz. S. 56.
- ↑Pressemeldung Pressekonferenz, 23.05.2023 Website des Schauspielhaus Graz. Abgerufen am 15. September 2023
- ↑[1] Website des Wiener Bühnenvereins, abgerufen am 28. Januar 2025
- ↑[2] Website der Tageszeitung Der Standard. Abgerufen am 15. September 2023
- ↑[3] Website der Tageszeitung Der Standard. Abgerufen am 28. Januar 2025
- ↑Spielplanpräsentation 2024/25 am 28.05.2024 Website des Schauspielhaus Graz. Abgerufen am 28. Januar 2025
- ↑Boris Nikitin. In: goethe.de. Archiviert vom Original am 26. August 2014; abgerufen am 13. Oktober 2021.
- ↑Christa Dietrich: Es gibt nichts zu beschönigen. In: vn.at. 31. März 2018, abgerufen am 13. April 2018.
- ↑Robert Braunmüller: Nikolaus Habjan spielt „Böhm“. In: abendzeitung-muenchen.de. 5. Februar 2019, abgerufen am 5. Oktober 2019.
- ↑Festivaleinladung: „Erinnya“ zum Heidelberger Stückemarkt. In: schauspielhaus-graz.com. 22. Februar 2019, abgerufen am 19. Oktober 2019.
- ↑Schauspielhaus Graz / Nikolaus Habjan | Österreich: Böhm. In: figurentheaterfestival.de. 2019, abgerufen am 18. Oktober 2021.
- ↑Gastspiel Schauspielhaus Graz – Die Revolution frisst ihre Kinder! Ein Film- und Theaterprojekt von Jan-Christoph Gockel und Ensemble. In: deutschestheater.de. Abgerufen am 15. Juli 2020.
- ↑Koproduktion mit dem Schauspielhaus Graz – Ruhig Blut von Eleonore Khuen-Belasi. In: deutschestheater.de. Abgerufen am 15. Juli 2020.
- ↑Susanne Hengesbach: 5. Africologne-Festival im Agnesviertel – Philosoph Achille Mbembe kommt nach Köln. In: ksta.de. 30. April 2019, abgerufen am 27. November 2019.
47.072515.4416Koordinaten:47° 4′ 21″ N,15° 26′ 29,8″ O