Schallblase

Schallblasen sind sackartige, unterschiedlich voluminöse Ausstülpungen derMundbodenhaut bei den Männchen vielerFroschlurche (Anura). In derPaarungszeit dienen sie alsResonanzraum zurVerstärkung derPaarungsrufe („Quaken“), um Weibchen anzulocken.
Die elastische Wand der Schallblase besteht aus einer innerenSchleimhautschicht, einer in Ruheposition mehr oder weniger faltigen Körperhaut sowie dazwischen einer Aussackung des MundbodenmuskelsMusculus subhyoideus. In einem quasi geschlossenen System aus Schallblase,Kehlkopf undLunge erfolgt die Lautbildung beim Strömen der Luft durch den Kehlkopf, wodurch dieStimmbänder in Schwingungen versetzt werden. Die Schallblase erhöht dieLautstärke und damit dieakustische Reichweite der durch den Ruf erzeugtenSchallwellen.
Meist handelt es sich um eine einzelnesubgulare (kehlständige) Schallblase, die das Tier sehr voluminös aufpumpen kann. Europäische Beispiele sindEuropäischer Laubfrosch,Kreuzkröte undWechselkröte. Bei manchen amerikanischen Laubfröschen treten subgulare Schallblasen mit angedeutet zweigeteilter (bilobater) bis paariger Ausprägung auf. MännlicheWasserfrösche haben paarige, laterale (seitliche) Schallblasen, d. h. sie haben eine Schallblase unter jedem Mundwinkel, die bei Nichtgebrauch eingestülpt wird.
Einigen Froschlurchen fehlt eine Schallblase, andere verfügen nur über innere Schallblasen, daher sind ihre Rufe wesentlich leiser, so etwa beiErdkröte undGrasfrosch. In der Regel handelt es sich dabei um sogenannte „Traditionslaicher“ (k-Strategen), die stets ortstreu zu demselbenLaichgewässer zurückkehren, so dass die Partnerfindung über größere Entfernungen mittels akustischer Signale eine geringere Rolle spielt. Innere Schallblasen werden weniger stark aufgebläht und sind, im Gegensatz zu Arten mit äußerer Kehlschallblase, in Ruheposition nicht durch Hautfalten gekennzeichnet.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Klaus Kabisch:Wörterbuch der Herpetologie. Gustav Fischer Verlag, Jena 1990,ISBN 3-334-00307-8, S. 380.