Im täglichen Sprachgebrauch versteht man unterSchadstoffen in derUmwelt vorhandene Stoffe oderStoffgemische, die schädlich fürMenschen,Tiere,Pflanzen oder andere Organismen sowie ganzeÖkosysteme sein können. Dabei kann die Schädigung durch Aufnahme durch Organismen oder Eintrag in ein Ökosystem oder seine Biomasse hervorgerufen werden. Als „schädlich“ wird ein Stoff in engerem Sinne wegen seiner Wirkung auf ein Ökosystem definiert (vonMikroorganismen bis hin zu Pflanze, Tier und Mensch).
Diese Festlegung zeigt jedoch auch die Schwierigkeit bei der Definition dieses Begriffes auf. Ein bestimmter, chemisch definierter Stoff (Substanz) ist nicht in jedem Fall der Kategorie Schadstoff (oder auch Giftstoff) eindeutig zuzuordnen oder aus ihr auszuschließen; vielmehr kommt es auch auf diechemische Konzentration, die Menge und die Umgebungssituation an. Die Wirkung eines Schadstoffes (wie auch einesGiftstoffes) auf ein Ökosystem muss daher unter Umständen durchFeldversuche,Langzeitexperimente und Schadstoff-Analysen in Form von qualitativenNachweisreaktionen und quantitativ-instrumentelle Messungen untersucht und dokumentiert werden.

Unter den Schadstoffen unterscheidet man prinzipiell zwei Gruppen:
Beide Gruppen könnenchemisch verschiedene Stoffe,organische oderanorganische, aber auch starke strukturelle Unterschiede aufweisen und sich ausPartikeln von verschiedener Größe zusammensetzen.
Daher werden Schadstoffe auch nach anderen Gesichtspunkten unterteilt:

Mögliche Schadstoffe wären hier:

Durch Autoverkehr, Bahnverkehr, Lastwagenverkehr, motorisierten Kraftradverkehr sowie Schiffsverkehr werden Schadstoffe freigesetzt. Dabei ist zwischen den beimVerbrennungsvorgang entstehendenAbgasen und demFeinstaub, der durchAbrieb derReifen, derFahrbahn sowie derBremsbeläge entsteht zu unterscheiden.
Die Schadstoffkonzentration in den Abgasen kann durch technische Verfahren reduziert werden. In derEuropäischen Union wird sie durch dieAbgasnorm reguliert. Seit 1. Januar 2020 gilt für neue Personenkraftfahrzeuge europaweit dieEuro-6-Norm.[3]
Die Feinstaubbelastung durch Abrieb lässt sich nur bedingt durch technische Maßnahmen verringern.
Flugzeuge verbreiten ihre Abgas-Schadstoffe in der oberenAtmosphäre.

Durch falsche Lagerung von Nahrungsmitteln können sich Mikroorganismen gut vermehren, so dass sie Schadstoffe wieAflatoxine,Patulin oderMutterkornalkaloide metabolisieren.
Aber auch ohne Einfluss von Lebewesen können sich in Lebensmitteln mit der Zeit Schadstoffe bilden, etwa durchUV-Strahlung.
Lösemittel in Klebern,Weichmacher in Plastik,Asbest in älteren Elektrogeräten,Flammschutzmittel in Kleidung undBiozide inPutzmörtel sind einige Beispiele für Produkte, Geräte und Baustoffe des Alltags, die Schadstoffe enthalten. Viele dünsten mit der Zeit aus oder können durch unsachgemäße Verwendung freigesetzt werden. Letztes ist beispielsweise der Fall, wenn Bambusware-Produkte mit heißen Getränken oder Speisen befüllt werden – dabei tritt gesundheitsgefährlichesMelamin undFormaldehyd aus.[4] Am Gesundheit- und Umweltschutz ausgerichtete Regularien, Grenzwerte bzw. Stoffverbote und Informationspflichten für Verbraucherinnen und Verbraucher finden sich im Stoff- oder Produktrecht; wenn Schadstoffe bei der Abfallbehandlung relevant sind, auch im Abfallrecht.[5] Werden schadstoffbelastete Produkte irgendwann zu Abfall, können Verwertungsstrategien zum Einsatz kommen, die enthaltene Schadstoffe lösen, Gefahrenpotenziale stark verringern oder gänzlich beseitigen.[6] Nicht recycelbare gefährliche Abfälle müssen durch Deponierung oder eine thermische Behandlung aus dem Kreislauf ausgeschleust werden.[7]
Generell gilt es zwischen den Schadstoffen im inhalierten Rauch (Hauptstromrauch) und den Schadstoffen des Rauchs an der Spitze der Zigarette (Nebenstromrauch) zu unterscheiden. Die Schadstoffe im Nebenstromrauch sind um ein Vielfaches stärker als im inhalierten und wieder ausgeatmeten Hauptstromrauch, da beim inhalierten Rauch dieVerbrennungstemperatur höher ist, der inhalierte Rauch normalerweise gefiltert wird und zusätzlich ein Teil der Schadstoffe in der Lunge der rauchenden Person hängen bleibt.
Je nach Menge der gerauchten Zigaretten ergeben sich in geschlossenen Räumen Schadstoffkonzentrationen, die auch für Nichtraucher schwere Folgen haben können. Der kleinste geschlossene Raum ist meist dasAuto, manchmal auch ein Zugabteil.
DieZigarettenindustrie und allgemein die Tabakindustrie hat seit 1977 in Deutschland das Recht, Raucherwaren (Lebensmittel-)Zusatzstoffe beizufügen. Diese Zusatzstoffe können bei derVerbrennung weiterekrebserregende Stoffe bilden.[8]


Es gibt auch Schadstoffe, die in der Natur entstehen. Die Bandbreite erstreckt sich dabei über Gifte verschiedener Pflanzen, über weitreichende Schadstoffquellen wieVulkane, die unter anderemSchwefeldioxid und großeStaubmengen emittieren. BeiWaldbränden entstehen ebenfalls unter anderem Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid,teerartige Stoffe undPhenole.
Weitere Beispiele:

Anorganische Schadstoffe: Elemente, molekulare und salzartige Verbindungen (aus chemischen Stoffklassen wieSchwermetalle,Salze,Säuren,Laugen und nach Ursprung):
Letztere können allerdings auch natürlichen Ursprungs sein, indem sie aus belastetemBoden oder beispielsweise aus vulkanischer Aktivität stammen und so in dieNahrungskette oder in dieLuft gelangen.
Organische Schadstoffe:Kohlenwasserstoffe (gesättigt und ungesättigt,Aliphaten undAromaten), substituierte Kohlenwasserstoffe wieFCKW,Carbonsäuren, Stickstoff-Basen undGiftstoffe (Toxine) und ähnliche – die ihrerseits wiederum alle oft in die Kategoriennatürlich undkünstlichklassifiziert unterteilt werden können
Zu ersteren könnte man auch Flugpartikel wiePollen oderKatzenhaare zählen, wenn sie bei manchen PersonenAllergien auslösen (potentielle Schadstoffe).
Schadstoffe existieren in der Regel in Form vonStoffgemischen. Bei festen Schadstoffen ist der Durchmesser der Partikel von Bedeutung, weil er für die Verbreitung,Verwirbelung und die eventuelleExpektoration aus derLunge entscheidend ist. Auch der Zusammenhalt der Teilchen und andere strukturelle Eigenschaften sind von Bedeutung.
Man kann von Aggregatzustand und Struktur her unterscheiden:
InDeutschland beschreibt dasStrafgesetzbuch (StGB) im 29. Abschnitt in den§ 324 bis§ 330Straftaten gegen die Umwelt. Danach ist es strafbar, Stoffe in einem Umfang freizusetzen, der geeignet ist
LautArt. 234 desSchweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) wird die Verunreinigung vonTrinkwasser mit gesundheitsschädlichen Stoffen mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet.