Unter dem englischen BegriffScam versteht man jede Art desBetrugs (nicht nur im juristischen Sinn), insbesondereInternetbetrug. Hierzu gehören auch Scam-E-Mails (dann meist in Form vonSpam). In der RegeltäuschenScammer ihre Opfer aktiv und nutzen geschickt deren Gutgläubigkeit aus, etwa indem sie sich als seriöse Anbieter darstellen (Social Engineering).
Es gibt viele Arten von Scams, die in sehr einfacher bis hin zu hochspezialisierten und aufwändiger Form vorkommen sowie verschiedene Adressaten haben. Dabei ändern die Scammer auch regelmäßig ihre Strategien, weshalb hier nur Beispiele wiedergegeben werden können.
Die im deutschen gebräuchlichste Bedeutung von „Scam“ bezieht sich auf eine spezielle Art des Online-Betrugs, die typischerweise so abläuft: Der Scammer (Betrüger) ruft eine Privatperson über Telefon an und gibt sich als Mitarbeiter eines Computerunternehmens aus. Alternativ wird das Opfer über eine Fake-E-Mail oder einPop-up auf unseriösen Webseiten dazu gebracht, selbst dort anzurufen. Er teilt daraufhin dieser Person mit, ihr Computer sei von einemVirus infiziert, und zwar so stark, dass er schon in der Hand von Betrügern sei. Man könne jedoch dabei helfen, den Computer zu säubern. Entsprechend eingeschüchtert erteilt die Privatperson dem Scammer (meist über eineFernwartungssoftware, die dafür installiert werden soll) Zugang zu ihrem PC. Im harmlosesten Fall verlangt der Scammer daraufhin Geld (teilweise in Form vonGeschenkgutscheinen oderKryptowährungen) für völlig unnötige Wartungs-Handlungen, die mit einfachen, aber spektakulär wirkenden Eingaben in derBefehlszeile inszeniert werden. Manche Betrüger installieren jedoch auch aktiv ein Schadprogramm (Ransomware) auf dem Computer und erpressen dann Geld, um es wieder zu entfernen.
DieGlobal Anti Scam Alliance fertigt jährlich einenGlobal State of Scam Report, wonach die Opfer weltweit bereits 47,8 Milliarden Dollar verloren haben. Die Anzahl von Berichten über Scam stieg von 139 Mio. im Jahre 2019 auf 266 Mio. im Jahre 2020.[3]
Insbesondere in Indien hat sich mittlerweile eine ganze Scam-Industrie entwickelt, die teils von professionell geführtenCallcentern aus agieren.Begonnen hatten die Kriminellen in Thailand und China, doch gingen diese Staaten gegen das Gewerbe vor. Die Banden arbeiteten darum vermehrt in schwach kontrollierten Regionen in Laos, Myanmar, Kambodscha und den Philippinen.[4] Mitarbeiter werden mit Tricks angelockt und dann regelrecht versklavt, indem ihnen ihre Papiere abgenommen werden. Im Februar 2025 konnten 7000 solche versklavte Mitarbeiter aus Asien, Afrika und dem Nahen Osten befreit werden.[5] Andere werden von ihren Familien mit Lösegeld freigekauft. Die Betreiber würden die lokale Bevölkerung dafür bezahlen, aus den Firmen Geflüchtete auszuliefern. Auch nach einer erfolgreichen Flucht bleibt immer noch das Problem der getätigten kriminellen Handlungen. Opfer und nicht Täter zu sein, ist ohne Papiere und mit gelöschten Smartphones schwer zu beweisen.[6]
Der nordirische Programmierer Jim Browning (Aliasname) untersuchte zahlreiche solcher Scams. Ihm gelang es in vielen Fällen, sich während der Betrugsaktion in die Rechner der Betrüger einzuloggen. Das führte gelegentlich zu polizeilichen Ermittlungen und Festnahmen.[7] Personen, die wie Browning bewusst mit Scammern interagieren, um sichZugang zu den Verbrecher-Netzwerken zu verschaffen oder schlichtweg deren Zeit zu stehlen, indem sie sich dumm stellen, heißen im EnglischenScam Baiter.