Die Bevölkerung spricht nebenFranzösisch teilweise noch die frankoprovenzalische Sprache (Arpitanisch). Die Einwohner Savoyens werden Savoyarden genannt.
Im Jahr 354 wurde das Land alsSapaudia (keltisch für ‚Waldland‘) bezeichnet. 443 wurden hier von den Römern dieBurgunden angesiedelt, nachdem ihr Reich amRhein von denHunnen zerstört worden war.
Die neuen Herren nannten sich seit 1125Grafen von Savoyen und entledigten sich bald ihres kirchlichen Lehnsherren. Nach dem ErwerbPinerolos undChambérys 1232 wurde Letzteres zur Hauptstadt Savoyens gemacht. 1268/1269 eroberte Savoyen dasWaadtland.
1310/1313 wurde Savoyen zumReichsfürstentum erhoben, 1349 ging die südlich gelegeneDauphiné an Frankreich, woraufhin KaiserKarl IV. 1361 Savoyen vom alten Königreich Burgund (Arelat) ablöste und reichsunmittelbar sowie den Grafen 1365 zumReichsvikar für Arelat machte.
DaFranz I. 1536 Savoyen imDritten Italienischen Krieg besetzte und das Stammland somit bis zumZweiten Vertrag von Cateau-Cambrésis 1559 zur französischen Krone gehörte, verlegten die Herzöge ihre Hauptstadt von Chambéry nachTurin. Gleichzeitig (1534/36) gingen erhebliche Teile des Landes beidseits des Genfersees an dieEidgenossen verloren: das Waadtland fiel anBern, und auch Freiburg und Wallis konnten sich vergrößern. Durch den Vertrag von Lausanne kehrten 1564 Chablais, Genevois und Gex gegen Verzicht auf die Waadt an Savoyen zurück und im Vertrag von Thonon 1569 gab das Wallis Evian und Abondance zurück. Mit weiteren Bündnissen von 1509, 1512, 1570, 1571 und 1577 regelte Savoyen seine Beziehungen mit verschiedenen eidgenössischen Orten. Am 17. Januar 1601 wurden die Gebiete im äußersten Westen (Bresse,Bugey,Valromey und Gex) mit demVertrag von Lyon an Frankreich abgetreten, 1631, am Ende desMantuanischen Erbfolgekriegs, auch die FestungPinerolo; im Gegenzug bekam Savoyen Teile derMarkgrafschaft Montferrat zugesprochen.
ImFrieden von Utrecht 1713 mussteSpanien das Königreich Sizilien und Teile desHerzogtums Mailand an das Herrscherhaus von Savoyen abtreten, das seither den Königstitel führte. Sizilien wurde 1720 gegenSardinien getauscht, das Herzogtum Savoyen mit Sardinien zumKönigreich Sardinien vereinigt. 1738 wurdenNovara undTortona und 1748 weitere Gebiete erworben.
Am 22. September 1792 rückten französischeRevolutionstruppen ohne Kriegserklärung in das Gebiet ein. Zwischen 1796 und 1815 war Savoyen Teil Frankreichs und bildete zunächst das Département Mont-Blanc. 1798 wurde es in die Départements Mont-Blanc undLéman geteilt. 1801 schied das Land auch völkerrechtlich aus dem römisch-deutschen Reich aus.
Karte zur Gründung des Kantons Genf und den Zollfreizonen in Hochsavoyen
Nach demWiener Kongress kam es durch denZweiten Pariser Frieden zurück zum Königreich Sardinien. Der nördliche Teil Savoyens wurde neutralisiert und sollte im Kriegsfall durch die Schweiz besetzt werden. Das Königreich Sardinien gewährte der Schweiz 1816/29 zwei Zollfreizonen. Die eine Zone im Grenzgebiet von Genf umfasste die Provinz Carouge und einige kleinere Gebiete östlich und nördlich anschließend an den Kanton Genf, die andere beiSt-Gingolph das unmittelbare Grenzgebiet am Genfer See zum Kanton Wallis.
Karte Savoyens mit dem Projekt eines Anschlusses der Provinzen Chablais und Faucigny an die Schweiz
Italien im Jahr 1494. Zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Savoyen gehörten dasPiemont und die westlich der Rhone gelegenen GebieteBresse,Bugey,Valromey undGex
Die italienischen Staaten im Jahr 1796. Das Königreich Sardinien ist in Personalunion mit Savoyen-Piemont verbunden