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Savanne

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Trockenklimate der Erde:
  • Wüstenklima
  • Savannen- oder Steppenklima
  • Tundrenklima
  • Eisklima
  • AlsSavanne (überspanischsabana aus einerkaribischen Sprache entlehnt) wird im Allgemeinen eintropischer odersubtropischerVegetationstyp bezeichnet, der aus einer geschlossenen Krautschicht und einer eher offenen Gehölzschicht mit mehr oder wenigerBäumen besteht. Nur aufVertisolen und sehr flachgründigen Böden sind (azonale) Savannen baumfrei.[1] Die Abgrenzung zuTrockenwäldern wird unterschiedlich gehandhabt.

    Außerdem ist Savanne ein Sammelbegriff für dieVegetationszone zwischen dem tropischen Regenwald und der Wüste.Savanne beziehungsweisesavana/sabana bedeutet „weite Ebene“. Die Savanne macht je nach Betrachtungsweise 13 bis 18 Prozent der gesamten Landoberfläche der Erde aus. Diese Zahlen liegen so weit auseinander, weil Grenzen in der Natur in aller Regel fließend sind und sich über viele hundert Kilometer erstrecken können. Daher sind künstliche Grenzziehungen erforderlich, um den Anteil zu berechnen. Diese Grenzziehungen hängen von der Ansicht des Betrachters ab und weichen deshalb von Autor zu Autor voneinander ab.

    Der Begriff Savanne

    Tarangire-Nationalpark inTansania, Bild einer typischen Trockensavanne
    Sertão inRio Grande do Norte, Nordosten Brasiliens
    Trockenkahle Baobabs imTarangire-Nationalpark, Tansania
    Grassavanne imForêt classée de Dindéresso,Burkina Faso
    Savanne, 3 km westlich vom OrtLaleia (Osttimor)

    Obwohl die Begriffe „Savanne“ und „Steppe“ zur Bezeichnung bestimmter Vegetationstypen eingeführt wurden, wurde die Bezeichnung ab den 1970er Jahren vonGeographen mehr für bestimmteKlimazonen verwendet.Carl Troll hat zunächst vorgeschlagen, in denTropen allehygrophilenPflanzengesellschaften als Savannen zu bezeichnen, ganz gleichgültig, was für eine Vegetation es ist. Da jedoch hygrophil undxerophil relative und schwer definierbare Begriffe sind, hat Eckehart Johannes Jäger dem Begriff der Savanne einen klimatischen Sinn gegeben, der nichts mehr mit der zonalen Vegetation zu tun hatte.

    Ökologie

    Die Savanne ist eineLandschaftszone der Tropen, die durch ihren offenen Bewuchs (Grasland) und vereinzelt stehende Bäume oder Baumgruppen charakterisiert ist. Sie treten im Übergangsbereich zwischen deraridenPassatwindzone und demtropischen Regenwaldklima auf. Entsprechend liegt die Vegetationszone der Savannen zwischen den VegetationszonenWüste undtropischem Wald. Savannen sind aufgrund dersommerlichen Regenzeitsommergrüne trockenkahle Pflanzengesellschaften.

    Wie Wissenschaftler der Universität Lund feststellten, haben die Savannen und Steppen der Erde neben den tropischen Regenwäldern eine große Bedeutung alsKohlenstoffsenken und damit für das globale Klima.[2] Das durch die jährlichePhotosyntheseleistung der Grasländer aus der Atmosphäre entnommene Kohlendioxid entspricht ungefähr einem Drittel der jährlichen anthropogenen Kohlendioxidemissionen. Zu einer Kohlenstoffsenke wird die Savanne natürlich nur, wenn es tatsächlich zu einer Nettoanreicherung von Kohlenstoff in der Biomasse oder im Boden der Savanne kommt. Dies wird vielerorts konterkariert durch die häufigen, überwiegend vom Menschen verursachtenFeuer.

    Faktoren der Entwicklungsdynamik

    Kontrollierte Savannen-Feuer machen Platz für jüngere Gräser und regulieren das Wachstum von Bäumen und Büschen

    Der dieVegetation beherrschendeFaktor ist hier der jahreszeitliche Wassermangel. Typische Werte liegen zwischen 500 und 1500 mmJahresniederschlag (das heißt 500 bis 1500 Liter Wasser pro Quadratmeter und Jahr). Die Vegetation zeigt eine ausgesprochene Aktivitätsperiode im Sommer. Die Produktivität steigt mit der Länge der Regenzeit von 7 Tonnen pro Hektar und Jahr in wüstennahen Regionen auf bis zu 20 Tonnen pro Hektar und Jahr in den äquatornahen teil-immergrünen Wäldern.[3]

    Wichtige Baumarten der Savanne stellt die GattungAcacia mit weltweit rund 900 Arten. Der trockenkahleBaobab hat zum Schutz gegen Wasserverlust einen weichholzigen, sehr dicken Stamm mit einem Umfang von teilweise mehr als 20 m. Solche Individuen sind dazu in der Lage, bis zu 100.000 Liter[3] Wasser zu speichern. In einigen Gebieten findet man auch baumförmige Blattsukkulenten, zum BeispielAloe dichotoma. In feuchteren, geschlosseneren Wäldern wie denMiombowäldern Zentralafrikas findet man die wichtige Gehölzfamilie derCaesalpiniaceae. Dazu zählt beispielsweise derMopanebaum (Colophospermum mopane).[3]

    Feuer sind wichtig im Ökosystem von Savannen. Sie führen zum Sterben von jungen Bäumen und begünstigen Gräser. Durch die Brände werden tote Pflanzenteile entfernt und Teile der Nährstoffe über die Asche dem Kreislauf zurückgegeben (Remineralisierung). Andere Nährstoffe (vor allemStickstoff undSchwefel) werden jedoch mit dem Rauch aus dem Ökosystem entfernt. Außerdem überführt der Brand Kohlenstoff aus der Biomasse in Kohlendioxid und führt zu einer Verringerung desStreueintrags in den Boden. Ferner ist nach dem Brand die Sonneneinstrahlung auf den Boden verstärkt, was eine Temperaturerhöhung im Oberboden und damit eine erhöhteMineralisierungsrate zur Folge hat. Beide Effekte zusammen (weniger Kohlenstoffinput, mehr Kohlenstoffoutput) bewirken eine Verringerung derHumusvorräte im Boden und eine Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre.

    In der Savanne gibt es wie in allen anderen Klimazonen Tierarten, die sich der Vegetation dieses Lebensraumes angepasst haben, und andererseits Tierarten, die die angepassten Arten als Beute schlagen oder als Aas verzehren. Zu den großen Herbivoren (Pflanzenfressern) der Savannen zählenGnu,Gazelle,Zebra,Elefant,Känguru undGiraffe. Die weitaus häufigsten pflanzenfressenden Tierarten, also vor allemAmeisen undTermiten, kommen aber aus derKlasse derInsekten. Die wichtigsten Carnivoren (Fleischfresser) sindGepard,Löwe und auchPuma.

    Das Konkurrenzgefüge zwischen Gräsern und Bäumen wird auch durch diese großen Pflanzenfresser beeinflusst: Elefanten brechen Äste an Bäumen ab, um an das Laub zu gelangen, schälen die Rinde und schlagen oder treten Bäume aus anderen Gründen um. Durch das Absterben der Baumschicht wird der Waldbestand aufgelichtet, was die Wachstumsbedingungen für Gräser verbessert, die von Büffeln, Zebras und Gazellen geweidet werden. Bei besonders intensiver Beweidung verbessern sich wiederum die Bedingungen für das Aufkommen von jungen Bäumen. Insbesondere die dornenbewehrten und somit verbissresistenten Akazien können sich dann ausbreiten.[3] Mit dieser Dynamik gelten die Savannenlandschaften als Modell für dieMegaherbivorenhypothese.

    Das ökologische Gleichgewicht wird durch menschliche Aktivität schwer belastet. Hier sind insbesondere dieÜberweidung und die Zerstörung der Grasnarbe durch Tritte zu nennen, die derErosion Vorschub leisten. Hinzu kommt die Brennholzgewinnung und dieSchneitelung zur Tierfuttergewinnung. Diese Aktivität wird verstärkt durch den Bevölkerungszuwachs. Eine Abtragung deshumosen Oberbodens wird forciert,Entwaldung setzt ein und Wüste breitet sich aus (Desertifikation).[3]

    Arten von Savannen

    Idealtypische Klimadiagramme
    Feuchtsavannenklimate
    Trockensavannenklimate
    Dornsavannenklimate

    Es gibt drei verschiedene Arten von Savannen:Feucht-,Trocken- undDornstrauchsavanne.

    Die Feuchtsavannen sind am nächsten amÄquator angesiedelt, während die sehr trockenen Dornstrauchsavannen meist nahe denWendekreisen und somit nahe von Wüsten angesiedelt sind.[4]

    FeuchtsavanneTrockensavanneDornstrauchsavanne
    LageAfrika, Asien, Australien, Indien, SüdamerikaAfrika, Asien, AustralienAfrika, Asien, Mexiko, Südamerika
    Klima7–8humide Monate4,5–7humide Monate2–4humide Monate
    Ø Jahresniederschlag1000–1500 mm500–1000 mm250–500 mm
    Vegetationbis zu 6 m hohe immergrüne Gräser, leicht geschlossener Feuchtsavannenwald,Galeriewälder an Flüssen,Regenfeldbaubrusthohe Gräser, leichter Baumbestandbis zu 30 cm hohe Gräser,Dornwald

    Merkmale der Anpassung an die Trockenheit sind zum Beispiel Laubabwurf in der Trockenzeit, verminderter Baumwuchs und vermehrter Wuchs wasserspeichernder Pflanzen.

    Lage und Verbreitung

    Savannen sind insbesondere inAfrika stark verbreitet, besonders bekannt ist dieSerengeti. Es gibt sie auch inIndien,Australien und im nördlichen TeilSüdamerikas. In Afrika zieht sich ein Savannengürtel halbkreisförmig durch den Kontinent, beginnend in derSudan- undSahelzone Westafrikas über die ostafrikanischen Savannen bis zum südafrikanischenVeld.

    Savannen sind als tropischer und subtropischer Vegetationstyp zu unterscheiden von den aridenGraslandschaften (Steppen) der gemäßigten Breiten, beispielsweise den Steppenlandschaften Osteuropas und Zentralasiens, denPrärien in Nordamerika und der subtropischenPampa in Südamerika.

    Literatur

    Weblinks

    Commons: Savanne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wiktionary: Savanne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

    1. Jörg S. Pfadenhauer und Frank A. Klötzli:Vegetation der Erde. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014,ISBN 978-3-642-41949-2. S. 277, 280.
    2. Viktiga savanner. In:Sveriges Natur, Nr. 106 – 415, Mitgliedszeitschrift des schwedischen Naturschutzvereins, Stockholm, September 2015,ISSN 0039-6974, S. 16.
    3. abcdeAnton Fischer:Forstliche Vegetationskunde. Blackwell, Berlin, Wien u. a. 1995, S. 93–95,ISBN 3-8263-3061-7.
    4. Merkmale und Verbreitung der Savanne in Afrika. Abgerufen am 13. August 2019. 
    Normdaten (Sachbegriff):GND:4130737-9 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
    Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Savanne&oldid=263951757
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