
Salmson ist einfranzösischesMaschinenbauunternehmen, das ab 1912 bis 1957 auf dem Gebiet derFlugzeug- undAutomobilproduktion tätig war. Ab den 1960er Jahren produzierte es nur nochPumpen.
Émile Salmson (1858–1917) gründete 1890 das Unternehmen alsÉmile Salmson Ing. inParis als Werkstatt, in welcherDampfkompressoren undZentrifugalpumpen für dieEisenbahn und dasMilitär hergestellt wurden. Nachdem die beiden Ingenieure Canton und Unné in das Unternehmen eingetreten waren, wurde dieses inÉmile Salmson & Cie. umbenannt, das ab 1896 mitBenzin betriebeneAufzüge undMotoren produzierte.
Das Unternehmen gehörte zu den ersten, die sich bereits vor demErsten Weltkrieg auf die Produktion vonFlugmotoren spezialisierten und bis zumZweiten Weltkrieg weiter produzierten. Nach dem Ersten Weltkrieg suchte das Unternehmen nach anderen Produktionszweigen und begann mit der Herstellung vonKarosserien, bis es komplette Automobile herstellte. 1957 endete die Ära der Autofabrikation.
Die Produktion von Pumpen kehrte in den Mittelpunkt zurück. Die Produktionsstätten wurden 1961 nachMayenne verlegt. 1962 wurde das Unternehmen vonITT-Lockheed Martin übernommen. 1976 gelangte es unter die Kontrolle vonThomson.[1]Chatou wurde Sitz des Unternehmens. 1984 wurde der PumpenherstellerPompes Salmson von seinem deutschen KonkurrentenWILO SE übernommen.

Das Unternehmen wurde nachBoulogne-Billancourt bei Paris verlegt. Dort produzierte Salmson als Motorenspezialist erstmals komplette Flugzeuge, während des Ersten Weltkrieges hauptsächlichJagdflugzeuge. Salmson Flugzeuge fanden seit 1911 auch Verwendung für dieLuftpost nachIndien. Die Flugzeugherstellung wurde nachVilleurbanne beiLyon verlegt. Für Flugzeuge baute SalmsonSternmotoren. 1931 wurden zwei Weltrekorde vonMaryse Bastié beim Flug vonLe Bourget nachMoskau mit einem Salmson-Flugzeug aufgestellt.

Flugmotoren:
Flugzeugmodelle:

In Billancourt wurden unter der Leitung vonÉmile Petit Autos hergestellt. Da das Unternehmen keinen Experten für die Konstruktion von Autos hatte, begann man mit derLizenzfertigung britischerG.N.Cyclecars,[2] die 1919 auf demPariser Automobilsalon vorgestellt wurden.[3] 1922 wurde die Fahrzeugfertigung als separates Unternehmen unter dem NamenSociété des Moteurs Salmson ausgegliedert.
Der erste Salmson-Wagen wurde von einem Vierzylindermotor angetrieben.


Automodelle:
Zur Teilnahme anMotorsportveranstaltungen stellte Salmson 1924 das ModellGrand Sport mit einem Vierzylindermotor mit 1086 cm³Hubraum vor, der bereits 40 PS entwickelte. Aufgrund der Rennsporterfolge fiel die Entscheidung zur Serienfabrikation des Modells Grand Sport, bei dem das Fahrgestell eine große Zahl von Verbesserungen erfuhr. Unter seiner Motorhaube waren zwei obenliegende Nockenwellen tätig.[4] Salmson gewann 550 Autorennen und stellte zwischen 1921 und 1928 zehn Weltrekorde auf, bevor die Rennabteilung 1929 geschlossen wurde.


Im selben Jahr wurde der D-Typ von der längerfristigen S-Serie abgelöst.
Nach derWeltwirtschaftskrise konzentrierte sich Salmson in den 1930er Jahren erfolgreich auf die Fertigung eleganter und luxuriöser Zwei- und Viertürer, darunter zahlreicherCabriolets. Das Modell S4C mit 1500 cm³ Hubraum verfügte bereits über eine 12-V-Anlage. Zu den von Salmson angebotenen technischen Besonderheiten gehörte in jenem Jahrzehnt auch der Einbau vonCotal-Vorwählgetrieben.[5]
Der S4C wurde auch von derBritish Salmson als 12-PS-Modell produziert.[3] Infolge der Weltwirtschaftskrise und desWechselkursverfalls lohnte sich der Export französischer Fahrzeuge nach Großbritannien nicht mehr. Der britische Ableger entwickelte aus dem Modell S4C noch vor dem Zweiten Weltkrieg die Modelle S4D und S6D.[6] Dort wurde auch das2A2-de-Aéropostale-Flugzeug gefertigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Salmson mit den Modellen S4E und S4-61 noch ein Comeback. Der S4E verfügte über einen Vierzylindermotor von 2.336 cm³ Hubraum, aus denen er 70 PS entwickelte.[7][8] 1950 wurde ein neues Modell in Gestalt desE72 Randonnée[3] präsentiert. Da in der frühen Nachkriegszeit nur wenige Fahrzeuge verkauft wurden, das Unternehmen vom Verkauf von Flugzeugmotoren weiterlebte, musste die Autoproduktion zeitweilig unterbrochen werden.[3] 1953 wurde ein neues Modell, der2300S präsentiert. 1955, 1956 und 1957 nahm Salmson noch an den24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.[9]
1953 ging der Autohersteller inKonkurs, 1957 endeten dessen gesamte Aktivitäten.Renault kaufte die Fabrik in Billancourt.[3]
Bei dem inJacques Tatis FilmDie Ferien des Monsieur Hulot von Hulot gefahrenen Automobil handelt es sich um einen Salmson AL3.